Hossack-Gabel

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Britten V1000 mit Hossack-Gabel (1996)

Die Hossack-Gabel ist eine Vorderradaufhängung für Motorräder des englischen Erfinders Norman Hossack von 1980; sie stellt eine Weiterentwicklung der Trapezgabel dar.[1]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Hossack-Gabel wird eine starre Gabel (Längsachsenträger) über Kugelgelenke und zwei übereinander liegende Dreieckslenker beweglich mit dem Motorradrahmen verbunden; über ein Scherengelenk wird die Lenkbewegung übertragen. Lenkwinkel und Nachlauf können durch das obere Kugelkopfgelenk justiert werden.[1] Ein Vergleichstest der Zeitschrift MOTORRAD aus dem Jahre 1993 zwischen Motorräder mit herkömmlicher Teleskopgabel, Telelever, Achsschenkel- und Radnabenlenkung ergab für die Hossack-Gabel die geringste ungefederte Masse am Vorderrad sowie den höchsten Bremsnickausgleich.[2]

Duolever (BMW)

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in den 1980er Jahren lieferte Hossack verschiedene Entwürfe für die Hossack-Gabel. Erste Konzepte sahen für die starre Vordergabel eine Rohrkonstruktion vor.[1] Der französische Konstrukteur Claude Fior übernahm 1988 das Konstruktionsprinzip für eine Rennmaschine,[3] ebenso 1991 der neuseeländische Rennmotorradhersteller Britten. Bei Serienmotorrädern wurde die Hossack-Gabel als Nachrüstsatz für die BMW K 100 RS ab 1990 angeboten. In Deutschland war dies der Hersteller Wüdo, der das Produkt unter Hossack-BMW vertrieb. Der Hersteller gab einen Gewichtsvorteil von 5 kg zur Seriengabel an, daneben eine fünffach erhöhte Steifigkeit zur Telegabel (Upside down).[4] In neuerer Zeit bietet Hossack die Gabel in der ursprünglichen Rohrkonstruktion für Ducati an.[5]

Duolever-Problem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004, nach dem Erscheinen der Duolever von BMW, wurde von Hossack die Ähnlichkeit dieser zu seiner Gabel veröffentlicht. Norman Hossack sprach von einer „Umbenennung“ und „Übernahme“ seiner Konstruktion.[6] Mittlerweile erkennt BMW die Hossack-Gabel als Vorläufer der Duolever an.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Tony Foale, Vic Willoughby: Motorrad-Fahrwerk heute. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-613-01226-X, S. 102–104.
  2. MOTORRAD. Nr. 18, 21. August 1993, S. 14–24.
  3. bikeexif.com Fior 500 (abgerufen am 1. Oktober 2013)
  4. Wüdo Katalog 1991, S. 34–35 und technische Beilage. Wüdo Dortmund 1991
  5. thekneeslider.com (abgerufen am 1. Oktober 2013)
  6. hossack-design.co.uk (Memento vom 4. Februar 2010 im Internet Archive) (abgerufen am 1. Oktober 2013)
  7. bmw-motorrad.com Duolever (abgerufen am 1. Oktober 2013)