Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis

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Filmdaten
Deutscher Titel Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis
Originaltitel Hot Fuzz
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 121 Minuten
Altersfreigabe FSK 16 [1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Edgar Wright
Drehbuch Edgar Wright
Simon Pegg
Produktion Tim Bevan
Nira Park
Eric Fellner
Musik David Arnold
Kamera Jess Hall
Schnitt Chris Dickens
Besetzung

Hot Fuzz (engl. für „Heiße Bullen“) ist eine britische Action-Komödie aus dem Jahr 2007. Er ist der zweite Teil der Blood-and-Ice-Cream-Trilogie. Wie bei den anderen beiden Filmen der Reihe führte Edgar Wright Regie, Simon Pegg übernahm die Hauptrolle, und beide zusammen schrieben das Drehbuch. Alternativtitel ist Hot Fuzz – Verbrechen verboten.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Londoner Polizist Nicholas Angel wird gegen seinen Willen nach Sandford in der Grafschaft Gloucestershire versetzt, weil seine überragenden beruflichen Leistungen seine Kollegen in ein schlechtes Licht stellt. Sandford ist das Dorf mit der niedrigsten Verbrechensrate in ganz England. Dessen Polizei besteht unter anderem aus einem inkompetenten Wachtmeister, zwei arbeitsscheuen Detectives, einer vulgären Polizistin, einem alternden, nuschelnden Polizisten, und einem gutgläubigen Polizeichef. Angel geht mit seinem neuen Kollegen Danny Butterman auf Streife, dem dicklichen Sohn des Polizeichefs. Danny ist ein großer Fan von Actionfilmen und fasziniert von all den Dingen, die er meint, in der Großstadt erleben zu können. Nicholas, der Dannys Vorliebe für Actionfilme nicht teilt und seinen Beruf sehr ernst nimmt, gibt Danny zu verstehen, dass es bei Polizeiarbeit nicht um Schießereien und spektakuläre Verfolgungsjagden gehe. Eines Abends kann Danny ihn jedoch dazu überreden, sich mit ihm Gefährliche Brandung und Bad Boys II anzusehen.

Der Dienstalltag von Nicholas und Danny besteht tatsächlich nur vorwiegend aus (vergeblichen) Versuchen, einen entlaufenen Schwan einzufangen. Ihr vorerst spektakulärster Fall wird das Ausheben einer umfangreichen unlizenzierten Waffensammlung eines hinterwäldlerischen Bauern, zu der auch eine ausrangierte Seemine gehört. Diese Sammlung füllt von nun an die gesamte zuvor leere Asservatenkammer der Polizeiwache.

Kurz danach sterben innerhalb weniger Tage mehrere Dorfbewohner scheinbar durch Unfälle. Angel ist davon überzeugt, dass diese Menschen ermordet wurden, doch keiner glaubt ihm. Nachdem er einen der Morde selbst gesehen und erfolglos den in einen schwarzen Kapuzenumhang gekleideten Täter verfolgt, verdächtigt er den Besitzer des örtlichen Supermarktes, Simon Skinner, als Mörder. Als dieser jedoch für den letzten Mord ein perfektes Alibi aufweisen kann, beginnt Angel, an seiner eigenen Urteilsfähigkeit zu zweifeln. Erst als er selbst angegriffen wird und dies knapp überlebt, kann Angel die Spur zurückverfolgen und kommt einer Verschwörung der Sandforder Bürgerwehr auf die Spur. Die Verschwörer, zu denen auch der Polizeichef und der als Gerichtsmediziner amtierende Dorfarzt gehören, töten jeden, der die Idylle des Dorfes stört und dadurch die Auszeichnung von Sandford zum „Dorf des Jahres“ (im Original: Best Village Award) gefährden könnte. Die Leichen verstecken sie im Verlies der örtlichen Burg.

Angel stellt die Verbrecher bei ihrem nächtlichen Treffen, gerät jedoch in einen Hinterhalt. Mit Dannys Hilfe gelingt ihm allerdings die Flucht. Angel fährt nach London, um seine Kollegen über die Vorfälle zu informieren. Als er jedoch in einer Tankstelle ein DVD-Regal mit Actionfilmen entdeckt, entscheidet er sich anders. Er kehrt nach Sandford zurück, legt sich schwere Bewaffnung aus der Asservatenkammer zu und beginnt zusammen mit Danny, nach und nach die Mitglieder der Bürgerwehr auszuschalten, die sich ihrerseits mit massivem Waffeneinsatz wehren. Als die anfangs zögerlichen Mitglieder der örtlichen Polizei sich ihm doch noch anschließen, schaffen sie es in einem furiosen Showdown, die Verschwörer zu überwältigen.

Nachdem alles vorbei ist, und Angel auch den entflohenen Schwan einfangen konnte, tauchen Angels ehemalige Vorgesetzte aus London auf und bieten ihm seinen alten Job an, da die Verbrechensrate in seiner Abwesenheit drastisch angestiegen ist. Angel lehnt das Angebot jedoch ab, da es ihm inzwischen in Sandford gefällt.

Während die Polizisten auf dem Polizeirevier mit der Erledigung des Papierkrams beginnen, stürmt ein letztes Mitglied der Verschwörer, der Vorsitzende der Nachbarschaftswache, das Revier mit einer Blunderbuss. Als der Eindringling einen Schuss auf Angel abgeben will, wirft sich Danny in die Schussbahn und wird getroffen. Im einsetzenden Chaos wird die zuvor beschlagnahmte Seemine ausgelöst, die das komplette Polizeigebäude zerstört.

Ein Jahr später: Angel und Danny legen am Grab von Dannys Mutter Blumen ab. Anscheinend wurde außer dem letzten Verschwörer niemand sonst von der Explosion getötet, und Angel wurde mittlerweile zum Inspektor, Danny zum Sergeant befördert und hat auch seine Schussverletzung überstanden. Zusammen fahren sie nun in Sandford Streife.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simon Pegg während der Dreharbeiten

Die Dreharbeiten zu Hot Fuzz begannen im März 2006 und dauerten elf Wochen.[3] Die Außenaufnahmen zu Hot Fuzz wurden größtenteils in Edgar Wrights Heimatstadt Wells gedreht. Im Film wird diese Stadt Sandford genannt, in der Realität ist dies der Name eines Trainingsgeländes, auf dem Polizisten ausgebildet werden. Die berühmte Kathedrale von Wells musste aus einigen Aufnahmen digital entfernt werden, da sie nicht zu einem kleinen Dorf, eigentlich eher eine Kleinstadt, wie Sandford gepasst hätte. Die im Film gezeigte Kirche, auf deren Gelände der Wohltätigkeitsbasar stattfindet und Reporter Messenger zu Tode kommt, ist St. Cuthbert. Weitere Dreharbeiten fanden im Raum London sowie an anderen Orten in Südengland statt. Das Finale mit der Verfolgungsjagd und der Auseinandersetzung inmitten des Miniaturdorfes entstand auf und am Gelände von Hatfield House in der Grafschaft Hertfordshire.[4][5]

Mehrere Personen haben in dem Film einen Cameo-Auftritt. Peter Jackson ist zu Beginn des Films als messerstechender Weihnachtsmann, Regisseur Edgar Wright kurz als Regalauffüller im Supermarkt zu sehen. Angels Ex-Freundin von der Spurensicherung (die während dieser Szene bis auf die Augen komplett durch Schutzanzug und Mundschutz verhüllt ist) wird von Cate Blanchett dargestellt.[6] Die drei Wettbewerbsjuroren werden von den Müttern von Pegg und Wright sowie einem ehemaligen Schullehrer Wrights gespielt. All diese Rollen werden im Abspann nicht erwähnt, es fehlt auch Steve Coogan als Inspector in London. Stephen Merchant, Autor der britischen Serie The Office übernahm die Rolle des Peter Ian Staker (in der deutschen Synchronisation „Peter Scott Nelke“), der den entlaufenen Schwan meldet.[7]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzige Person, die Nicholas Angel mit seiner Dienstnummer 777 anspricht, ist Simon Skinner. Dieser wird von Timothy Dalton gespielt, der in zwei Filmen James Bond mit der Nummer 007 verkörperte. Wiederum ist es Skinner, der den Reporter Tim Messenger mit seinem vollen Vornamen „Timothy“ anspricht. Auch das ist eine Anspielung auf Timothy Dalton.

Die Bürgerwehr (im Original Neighbourhood Watch Alliance) wird N.W.A abgekürzt und ist eine Anspielung auf die in den 1980er-Jahren bekannte Hip-Hop-Gruppe N.W.A.

Während des ersten Besuchs in Skinners Supermarkt hält Danny Butterman eine DVD des Films „Supercop“ in den Händen. Im dahinter sichtbaren Wühlkasten liegt obenauf eine DVD mit dem Titel „Zombies Party“. Unter diesem Namen erschien der Vorgängerfilm „Shaun of the Dead“ im spanischsprachigen Raum.[8] Die Abbildung von Hauptdarsteller Simon Pegg wird dabei durch das Preisschild verdeckt. Im Verlauf der anschließenden Verfolgung kommt es zu einer zweiten Anspielung, als Nicholas Angel über die Gartenzäune springt, was Shaun in „Shaun of the Dead“ noch misslang. Dass er den flüchtigen Ladendieb mit einer geworfenen Spraydose aus großer Entfernung außer Gefecht setzt, nimmt Bezug auf Crocodile Dundee – Ein Krokodil zum Küssen.

Die Kostüme, die Martin Blower und Eve Draper als Romeo und Julia tragen, entsprechen den Verkleidungen, die Leonardo DiCaprio und Claire Danes während des Maskenballs in William Shakespeares Romeo + Julia tragen.

Die Lieder, die Simon Skinner in seinem Auto hört, während er an den Unfallstellen vorbeifährt, sind Romeo and Juliet von den Dire Straits und Fire von Arthur Brown.

In dem Computerspiel (MMORPG) Guild Wars gibt es eine Figur mit dem Namen Nicholas Sandford,[9] die eine Anspielung auf Nicholas Angel und das Dorf Sandford aus dem Film ist. Das Gesicht ist dem des Schauspielers ähnlich modelliert.

Das ZDF strahlte den Film am 7. September 2009 als deutsche TV-Premiere unter dem Titel Hot Fuzz – Verbrechen verboten aus.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finanzieller Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielte an seinem Eröffnungswochenende allein im Vereinigten Königreich 7,1 Millionen Pfund ein.[10] In den Vereinigten Staaten, wo der Film am 20. April 2007 startete, spielte er 23 Millionen US-Dollar ein. Bis zum Juni 2007 konnte der Film weltweit 73 Millionen US-Dollar an den Kinokassen einnehmen.[11] Hot Fuzz startete am 14. Juni 2007 in den deutschen Kinos.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erhielt vorwiegend positive Kritiken, so zählte die Website rottentomatoes.com 91 % positive Kritiken (von insgesamt 194).[12] In der Internet Movie Database erhielt Hot Fuzz eine Nutzer-Bewertung von 7,9.[13]

Das Lexikon des internationalen Films bewertet den Film als „eine höchst vergnügliche, durch und durch britische Komödie, die mit guten Darstellern und treffendem Dialogwitz sympathisch unterhält und dabei mit klug eingesetzten Filmzitaten aufwartet.“[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, April 2007 (PDF; Prüf­nummer: 109 788 K).
  2. Alterskennzeichnung für Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis. Jugendmedien­kommission.
  3. Artikel über Hot Fuzz bei Channel 4 (Memento vom 27. März 2007 im Internet Archive)
  4. Eintrag Hot Fuzz bei british-film-locations.com, abgerufen am 10. Februar 2014
  5. Hot Fuzz film locations bei movie-locations.com, abgerufen am 10. Februar 2014 (englisch)
  6. engl. Artikel bei canmag.com aufgerufen 24. Januar 2008
  7. imdb.de-Eintrag von Stephen Merchant aufgerufen am 24. Januar 2008
  8. Siehe beispielsweise diese Rezeption auf einer spanischsprachigen Website mit Filmkritiken, abgerufen am 10. Februar 2014.
  9. http://www.guildwiki.de/wiki/Nicholas_Sandford
  10. Hot Fuzz heats up UK box office, Artikel auf bbc.co.uk, abgerufen am 11. Juni 2007
  11. Eintrag auf boxofficemojo.com, abgerufen am 11. Juni 2007
  12. Eintrag auf rottentomatoes.com, abgerufen am 25. Oktober 2010
  13. Eintrag in der IMDb, abgerufen am 25. August 2012
  14. Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.