House of Gucci

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Film
Deutscher TitelHouse of Gucci
OriginaltitelHouse of Gucci
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2021
Länge 158 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Ridley Scott
Drehbuch Roberto Bentivegna
Produktion Giannina Facio,
Mark Huffam,
Ridley Scott,
Kevin J. Walsh
Musik Harry Gregson-Williams
Kamera Dariusz Wolski
Schnitt Claire Simpson
Besetzung

House of Gucci ist ein US-amerikanischer Kriminalfilm von Ridley Scott, der am 24. November 2021 in die US-amerikanischen Kinos kam und am 2. Dezember 2021 in die deutschen Kinos kommen soll. Im Film spielt Lady Gaga Patrizia Reggiani, die ihren Ex-Ehemann Maurizio Gucci und Chef des gleichnamigen Modehauses, gespielt von Adam Driver, ermorden lässt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1995 wird Maurizio Gucci, der Chef des Modehauses Gucci, in Mailand auf der Straße von einem Auftragsmörder erschossen. Seine Ex-Ehefrau Patrizia soll den Mord in Auftrag gegeben haben.

Biografisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maurizio Gucci, der Enkel von Guccio Gucci und damalige Chef des Modehauses Gucci, wurde am 27. März 1995 durch zwei Schüsse in den Kopf vor einem vornehmen Mailänder Bürogebäude getötet.[2] Der damals 46-jährige Gucci starb auf den Marmorstufen in den Armen des Pförtners Giuseppe Onorato. Bei den Attentätern handelte es sich laut dem Pförtner um zwei Männer, die mit einem grünen Renault Clio entkamen.[3]

Patrizia Reggiani wurde 1998 für schuldig befunden, den Mord an ihrem Ex-Mann Maurizio Gucci beauftragt zu haben und saß hierfür ab Anfang 1997 rund 18 Jahre im Gefängnis.[4][5] Laut Anklage war es ein „eiskalt geplantes Verbrechen“. Reggiani habe es nicht ertragen, von ihrem Mann verlassen worden zu sein und habe aus „Geldgier, Neid und Hass“ gehandelt. Reggiani selbst beteuerte stets ihre Unschuld und sprach von einer „Verschwörung“ gegen sie durch die vier Mitangeklagten. Alle fünf Verurteilten, darunter der Auftragsmörder Benedetto Ceraulo, wurden zu Haftstrafen zwischen 19 und 29 Jahren verurteilt.[6]

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Es war Montag, der 27. März 1995. Morgens gegen halb neun fegte Giuseppe Onorato das Laub weg, das der Wind vor das Haus geweht hatte, in dem er arbeitete. Er war wie an jedem Wochentag um 8 Uhr gekommen und hatte wie immer zuerst die beiden großen Türflügel aus Holz weit geöffnet.“

Die ersten Zeilen aus The House of Gucci: A Sensational Story of Murder, Madness, Glamour, and Greed von Sara Gay Forden

Der Film basiert auf dem Roman The House of Gucci: A Sensational Story of Murder, Madness, Glamour, and Greed von Sara Gay Forden aus dem Jahr 2001, der in der deutschen Übersetzung von Anja Lazarowicz unter dem Titel GUCCI: Mode, Mord und Business bei Eichborn veröffentlicht wurde. Das auf Fordens Roman basierende Drehbuch wurde von Roberto Bentivegna geschrieben.

Die Verfilmung durch Regisseur Ridley Scott wurde im Jahr 2009 bekannt.[7]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Patrizia Reggiani Lady Gaga Jacqueline Belle
Maurizio Gucci Adam Driver Julien Haggège
Aldo Gucci Al Pacino Frank Glaubrecht
Paolo Gucci Jared Leto Jaron Löwenberg
Pina Auriemma Salma Hayek Christin Marquitan
Rodolfo Gucci Jeremy Irons Lutz Riedel

Adam Driver spielt Maurizio Gucci, den Enkel des Gucci-Gründers Guccio Gucci, Lady Gaga übernahm die Rolle dessen Exehefrau Patrizia Reggiani.[8] Salma Hayek spielt die neapolitanische Kartenlegerin und Weissagerin und Freundin von Reggiani Pina Auriemma, die im Zuge der damaligen Ermittlungen ebenfalls verhaftet wurde.[9][10]

Die Dreharbeiten fanden im März 2021 in Rom, am Comer See, in Florenz[11] und im Ski-Resort Gressoney-Saint-Jean im Aostatal statt.[12] Als Kameramann fungierte Dariusz Wolski, mit dem Scott zuletzt für Alles Geld der Welt und Alien: Covenant zusammenarbeitete.

Die Filmmusik steuert, wie bei Scotts Der Marsianer, Harry Gregson-Williams bei.[13]

Ein erster Trailer wurde Ende Juli 2021 vorgestellt.[14] Der Film kam am 24. November 2021 in die US-amerikanischen Kinos[15] und soll am 2. Dezember in die deutschen Kinos kommen und am selben Tag in der Deutschschweiz starten.[16][17] Die Premiere erfolgte bereits am 9. November 2021 im Odeon Luxe Leicester Square in London.[18]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA erhielt der Film von der MPAA ein R-Rating, was einer Freigabe ab 17 Jahren entspricht.[19] In Deutschland wurde der Film von der FSK ab 12 Jahren freigegeben.

Reaktionen der Familie Gucci[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Gucci reagierte unzufrieden mit der Verfilmung der Geschehnisse durch Scott. Patrizia Gucci, die Urenkelin von Guccio Gucci, zeigte sich gegenüber der Associated Press besorgt, dass der Film „über die schlagzeilenträchtige wahre Kriminalgeschichte hinausgeht und in das Privatleben der Guccio-Gucci-Erben eindringt“. Man würde die Identität einer Familie stehlen, um Profit zu machen.[15]

Kritiken und Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritiken fielen bislang gemischt aus.[20]

Lady Gaga spielt in der Hauptrolle Patrizia Reggiani

Peter Osteried schreibt in seiner Funktion als Filmkorrespondent der Gilde deutscher Filmkunsttheater, visuell sei House of Gucci ansprechend, und in Hinblick auf die musikalische Untermalung sei der Film auch eine Schau, aber letztlich könne er nur mit Oberflächlichkeiten punkten. Der Film mache immer wieder grobe Zeitsprünge und lasse den Zuschauer damit allein, sich in der Chronologie zurechtzufinden, auch weil die Figuren optisch in den 24 Jahren kaum altern. Regisseur Ridley Scott habe hier dasselbe Problem wie bei Alles Geld der Welt und mache aus der Geschichte eine Farce. Teils sei der Film sogar einigermaßen peinlich, so durch Lady Gaga mit ihrem gekünstelten Spiel, die in A Star Is Born noch mit ihrer Natürlichkeit überzeugte. Schlichtweg peinlich sei jedoch die Darstellung von Paolo Gucci, den Jared Leto mit fettigem Haar und pausbäckig geschminkt, als Kasper und Hofnarr darstellt, so Osteried. Dessen Tochter Patrizia Gucci habe sich zurecht geäußert, dass diese Darstellung schrecklich sei. Er resümiert: „Die Eckdaten mögen stimmen, die Freiheiten bei der Erzählung einer wahren Geschichte sind aber zu zahlreich, als dass man sie noch gutheißen könnte. House of Gucci ist ein visueller Triumph, ansonsten jedoch in jeder Beziehung eine Groteske.“[21]

Thomas Schultze von Blickpunkt:Film schreibt, die Hauptdarsteller ähnelten den realen Protagonisten dieser Tragödie, seien aber doch auch Karikaturen, krasse Zerrbilder ihrer selbst wie in der Commedia dell'arte, Narren und lächerliche Gestalten allesamt. War Alles Geld der Welt Scotts Variation von Citizen Kane, so folge House of Gucci den Motiven von Der Pate, nur eben erzählt als Farce über Maurizio Gucci, der Michael Corleone dieser Geschichte, der nichts mit dem Geschäft zu tun haben und Anwalt werden will.[22]

Die weltweiten Einnahmen des Films aus Kinovorführungen belaufen sich auf rund 35 Millionen US-Dollar.[23]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sara Gay Forden: The House of Gucci: A Sensational Story of Murder, Madness, Glamour, and Greed. Custom House, 2001. ISBN 978-0-06-093775-1.
  • Sara Gay Forden: GUCCI: Mode, Mord und Business. Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Lazarowicz. Eichborn, 2001. ISBN 978-3-8218-3901-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für House of Gucci. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 210323/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Der Fall des Gucci-Clans. In: Der Spiegel. Nr. 7, 1997 (online9. Februar 1997).
  3. Maurizio Gucci († 46): Die ganze Wahrheit über den Gucci-Mord. In: ok-magazin.de, 25. April 2021.
  4. Clémence Michallon: House of Gucci: The true story behind Ridley Scott film starring Lady Gaga and Adam Driver. In: independent.co.uk, 12. März 2021.
  5. Abigail Haworth: The Gucci wife and the hitman: fashion’s darkest tale. In: The Guardian, 24. Juli 2016.
  6. Letzte Instanz: 26 Jahre Haft für Gucci-Witwe. In: Der Spiegel, 20. Februar 2001.
  7. Amy Odell: Gucci Family Doesn’t Want Ridley Scott’s Gucci Movie to Happen. In: thecut.com, 2. November 2009.
  8. ‘House of Gucci’ Cast vs. Real Life. In: eonline.com, 14. Juli 2021.
  9. Brian Welk: Salma Hayek Joins Ridley Scott’s ‘House of Gucci’ With Lady Gaga at MGM. In: thewrap.com, 2. April 2021.
  10. Signora Gucci im Büßerhemd. In: Die Zeit, 18. Juni 1998.
  11. Elena Bara: Lady Gaga: Diese Outfits am „House of Gucci“-Set versprechen ikonische Fashion-Momente. In: Vogue, 23. März 2021.
  12. Gucci and Gaga bring Hollywood cheer to tiny Italian Alps village. In: The Guardian, 12. März 2021.
  13. Harry Gregson-Williams to Score Ridley Scott’s ‘House of Gucci’. In: filmmusicreporter.com, 29. Juli 2021.
  14. „House of Gucci“: Erster Trailer zeigt Adam Driver und Lady Gaga in ikonischen Hauptrollen. In: GQ, 30. Juli 2021.
  15. a b Antonio Ferme: Gucci Heir Says ‘House of Gucci’ Film Is ‘Stealing the Identity of a Family’. In: Variety, 15. April 2021.
  16. Marc Mensch: "Respect" und "House of Gucci" wechseln Termine. In: Blickpunkt:Film, 21. Oktober 2021.
  17. Vorschau Deutsche Schweiz. In: movies.ch. Abgerufen am 27. November 2021.
  18. Hanna Rantala: Lady Gaga's '9-month romance' to bring Gucci tragedy to big screen. In: reuters.com, 10. November 2021.
  19. House of Gucci. In: movieinsider.com. Abgerufen am 28. September 2021.
  20. House of Gucci bei Rotten Tomatoes (englisch)
  21. https://www.programmkino.de/filmkritiken/house-of-gucci/
  22. https://beta.blickpunktfilm.de/details/466234
  23. House of Gucci. In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 30. November 2021.