Hoyerswerdaer Schwarzwasser

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Hoyerswerdaer Schwarzwasser
obersorbisch Čornica
Das Schwarzwasser bei Muschelwitz

Das Schwarzwasser bei Muschelwitz

Daten
Gewässerkennzahl DE: 53814
Lage Landkreis Bautzen, Sachsen
Flusssystem Elbe
Abfluss über Schwarze Elster → Elbe → Nordsee
Quelle Hoher Hahn bei Tröbigau
51° 6′ 36″ N, 14° 16′ 7″ O
Quellhöhe 419 m ü. NN
Mündung südlich von Hoyerswerda-Neustadt in die Schwarze ElsterKoordinaten: 51° 25′ 15″ N, 14° 15′ 3″ O
51° 25′ 15″ N, 14° 15′ 3″ O
Mündungshöhe 118 m ü. NN
Höhenunterschied 301 m
Länge 47 km
Einzugsgebiet 248 km²
Abfluss am Pegel Zescha[1]
AEo: 181 km²
Lage: 20 km oberhalb der Mündung
NNQ (28.08.1973)
MNQ 1966/2009
MQ 1966/2009
Mq 1966/2009
MHQ 1966/2009
HHQ (21.07.1981)
100 l/s
311 l/s
998 l/s
5,5 l/(s km²)
10,5 m³/s
22,1 m³/s
Linke Nebenflüsse Silberwasser, Großhänchener Wasser, Puschwitzer Wasser
Rechte Nebenflüsse Naundorfer Wasser, Langes Wasser
Durchflossene Seen Knappensee
Mittelstädte Hoyerswerda
Kleinstädte Wittichenau
Gemeinden Schmölln-Putzkau, Demitz-Thumitz, Göda, Neschwitz, Königswartha, Lohsa

Das Schwarzwasser (obersorbisch Čornica), zur besseren Unterscheidung von anderen Flüssen gleichen Namens, etwa dem Ruhlander Schwarzwasser, auch Hoyerswerdaer Schwarzwasser genannt, ist ein rechter Nebenfluss der Schwarzen Elster in Sachsen.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen und Oberlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzwasserquelle am Hohen Hahn

Das Schwarzwasser entsteht an den Nordhängen des Lausitzer Berglandes aus verschiedenen Quellbächen.

Die Hauptquelle befindet sich etwa 200 Meter nördlich des Gipfels des Hohen Hahns auf 419 Metern Höhe. Von hier aus fließt der Bach zunächst nordwärts nach Tröbigau, wo er sich mit zwei weiteren Quellbächen vereint, die zum einen vom Tröbigauer Butterberg (388 m) und zum anderen aus den Tocken (abgeleitet vom slawischen tok=Fluss) zwischen Tröbigauer Berg (401 m) und Jungfernstein (373,2 m) kommen. Weiter fließt es in Richtung Westen durch Schmölln und dann nach Nordosten durch Demitz-Thumitz. Letzter Ort an dem Bach, bevor er sich mit dem anderen Schwarzwasser vereinigt, ist Rothnaußlitz. Unmittelbar vor Schmölln sowie zwischen Demitz-Thumitz und Rothnaußlitz wird der Bach in kleineren Rückhaltebecken gestaut.

Ein weiterer Quellbach ist das Naundorfer Wasser, welches zuweilen auch als Rechtes Schwarzwasser bezeichnet wird. Es entspringt am Osthang des Hohen Hahns auf 391 Metern Höhe, nur etwa einen Kilometer von der Hauptquelle entfernt, fließt jedoch von dort in östliche Richtung durch Naundorf und dann nördlich durch Cossern, Zockau und Neuspittwitz bis zum Zusammenfluss mit dem Hauptfluss in der Nähe der Bundesstraße 6 bei Spittwitz.

Nedaschützer Skala

Weiterer Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der weitere Lauf des Flüsschens führt nach Norden durch den Ort Spittwitz – dort fließt das Silberwasser zu – und durch Nedaschütz. Kurz hinter Spittwitz und noch einmal vor Nedaschütz verengt sich das Tal zu einer felsigen Schlucht, der Nedaschützer Skala. Diese für die Oberlausitz typische Landschaftsform eines Engtales entstand während der Elstereiszeit. Das dazwischen liegende Wiesental sollte einmal durch eine Talsperre geflutet werden. Im Nedaschützer Tal, etwa 200 Meter oberhalb der Fischzucht Nedaschütz sind an der engsten Stelle noch Reste der bereits begonnenen Umleitungstunnel für das Schwarzwasser zu sehen. Im Spittwitzer Ortsteil Skala wurden drei von vier Häusern von den Bewohnern verlassen. Nachdem die Entscheidung für den Bau der Talsperre Bautzen fiel, wurde das Projekt gestoppt.

Brücke der A4 bei Pietzschwitz

Nach der Unterquerung der Bundesautobahn 4, wo das Lange Wasser einmündet, folgen die Orte Prischwitz, Sollschwitz, Dreikretscham, Saritsch und Neschwitz. Bei letzterem mündet das Puschwitzer Wasser. Das Schwarzwasser ist in diesem Abschnitt fast vollständig reguliert. Unterhalb von Neschwitz ist die Flussaue etwa 500 Meter breit, während das eigentliche Flussbett 5 bis 10 Meter tiefer als seine Umgebung liegt.

Es folgen Zescha und Königswartha mit seiner Teichlandschaft. Die Flussaue verengt sich bis Königswartha auf etwa 200 Meter und verbreitert sich beim Übergang ins Lausitzer Urstromtal unterhalb von Königswartha wieder auf 500 Meter. An dieser Stelle ist der Fluss nur noch ein bis zwei Meter in die Aue eingeschnitten.

Bei Königswartha zweigen mehrere Seitenarme vom Schwarzwasser ab, unter anderem das Warthaer Schwarzwasser, welches zahlreiche Teiche zwischen Caminau, Wartha und Koblenz speist und sich im Knappensee wieder mit dem Schwarzwasser vereint.

Unterlauf und Mündung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammenfluss von Schwarzwassergraben (links) und Wudra

Im weiteren Verlauf liegt Groß Särchen. Hier speist das Schwarzwasser den Knappensee, das ausgekohlte Restloch des Braunkohletagebaus Grube Werminghoff bei Knappenrode. Zuvor wird jedoch über eine Schleuse der Großteil des Wassers in den Schwarzwassergraben umgeleitet, eine zu Betriebszeiten des Tagebaus angelegte Umleitung des Flusses. Dieser führt von Groß Särchen westlich am Knappensee vorbei.

Die Mündung des Schwarzwassers in die Schwarze Elster erfolgt aufgrund der künstlich angelegten Seitenarme beider Flüsse an drei verschiedenen Stellen:

Zunächst trifft unmittelbar südlich von Hoyerswerda der Schwarzwassergraben auf die Wudra, einen begradigten Arm der Schwarzen Elster. Da hier das meiste Wasser von sowohl Schwarzwasser als auch Schwarzer Elster zusammenfließt, kann dieser Zusammenfluss als reguläre Schwarzwassermündung betrachtet werden.

Nur wenige Hundert Meter später, bei Klein Neida, vereint sich der Fluss auch mit dem historischen Hauptarm der Schwarzen Elster.

Das ursprüngliche Schwarzwasser fließt nach dem Abfluss aus dem Knappensee durch Spohla und Maukendorf nach Hoyerswerda, wo es um die Neustadt in die Schwarze Elster geleitet wird. Die ursprüngliche Einmündung wurde verlegt; an ihrer Stelle befindet sich heute die Plattenbausiedlung Hoyerswerda-Neustadt. Die jetzige Mündung befindet sich unmittelbar am Durchfluss der Schwarzen Elster durch die Bundesstraße 96 und ist damit der letzte der drei Zusammenflüsse.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hydrologisches Handbuch. Teil 2 – Gebietskennzahlen. Freistaat Sachsen – Landesamt für Umwelt und Geologie, S. 8, abgerufen am 30. Dezember 2012 (PDF; 115 kB).
  • Lausitzer Bergland um Pulsnitz und Bischofswerda (= Werte unserer Heimat. Band 40). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1983.
  • Westliche Oberlausitz zwischen Kamenz und Königswartha (= Werte unserer Heimat. Band 51). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-05-000708-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil I 2009. Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, 2012, S. 123, abgerufen am 20. Januar 2013 (PDF, deutsch, Auf: lhw.sachsen-anhalt.de, 5,22 MB).

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hoyerswerdaer Schwarzwasser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien