Hranice u Aše

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Hranice
Wappen von Hranice u Aše
Hranice u Aše (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: TschechienTschechien Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Cheb
Fläche: 3179,4438[1] ha
Geographische Lage: 50° 18′ N, 12° 11′ OKoordinaten: 50° 18′ 16″ N, 12° 10′ 32″ O
Höhe: 575 m n.m.
Einwohner: 2.129 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 351 24
Kfz-Kennzeichen: K (alte CH)
Verkehr
Bahnanschluss: Aš–Hranice
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 4
Verwaltung
Bürgermeister: Miroslav Picka (Stand: 2018)
Adresse: U pošty 182
351 24 Hranice u Aše
Gemeindenummer: 554553
Website: www.mestohranice.cz
Lage von Hranice im Bezirk Cheb
Karte

Hranice ([ˈɦraɲɪt͡sɛ ˈuaʃɛ]) (deutsch Roßbach) ist eine Kleinstadt im böhmischen Vogtland. Hranice ist die westlichste Stadt Tschechiens.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hranice liegt nördlich von im Okres Cheb des Karlovarský kraj. Die Stadt Hranice, der oberfränkische Nachbarort Regnitzlosau und die sächsische Gemeinde Eichigt (Grenzübergang Hranice–Ebmath) befinden sich im vogtländischen Dreiländereck Böhmen-Bayern-Sachsen. Die drei Kommunen sind Mitglieder der Vereinigung Freunde im Herzen Europas.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hranice besteht aus den Ortsteilen[3] Hranice (Roßbach), Pastviny (Friedersreuth), Studánka (Thonbrunn) und Trojmezí (Gottmannsgrün), die zugleich auch Katastralbezirke bilden.[4] Grundsiedlungseinheiten sind Hranice, Kozí Hřbety (Ziegenruck), Krásňany (Pfannenstiel), Novosedly (Neustallung), Pastviny, Sídliště, Studánka, Studánka-u nádraží und Trojmezí.[5] Zu Hranice gehört auch die Wüstung Císařský Hamr (Kaiserhammer).

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichigt
Regnitzlosau, Rehau Nachbargemeinden Adorf/Vogtl., Bad Elster
Krásná (Schönbach b. Asch), Podhradí (Neuberg) (Asch)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild des Stadtbezirks
Evangelische Kirche
Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (errichtet 1928)

Die Gründung wird im 12. Jahrhundert vermutet. Die älteste Erwähnung von Roßbach stammt aus dem Jahr 1318. Die Stadt gehörte damals zur kirchlichen Verwaltung der Stadt Hof. Das ursprüngliche Dorf lag auf dem Handelsweg zwischen Eger (jetzt Cheb) und Plauen. Bereits im Jahre 1413 berichtete man, dass die Bevölkerung größtenteils von Webarbeiten lebte.

Die gegenüber Neuerungen nicht aufgeschlossene Bevölkerung weigerte sich ursprünglich erfolgreich gegen den Anschluss an das Straßennetz, weil man befürchtete, dass der Ort dann militärisch leicht angreifbar wäre. Dadurch verlor Roßbach zunächst den wirtschaftlichen Anschluss, was damals schließlich mit zum Niedergang der Industrie führte.

Nachweisbar ist: 1778 fertigte man in Handarbeit wertvolle gewebte Kleider und Musseline mit eingearbeiteten Mustern. 1808 wurde die erste Textilmanufaktur eingerichtet, die vor allem für den Export produzierte.

Im 19. Jahrhundert nahm Roßbach eine führende Stellung in der Textilindustrie der Region ein. Die Einwohner, die die Landwirtschaft nicht mehr ernähren konnte, fanden Arbeit in der Textilindustrie.

1882 wurde Roßbach von Franz Josef I. zum Marktflecken erhoben. Die Gemeinde gehörte während der Habsburgermonarchie zum Gerichtsbezirk Asch bzw. Bezirk Asch.

1885 wurde der Markt schließlich über die Lokalbahn Asch–Roßbach an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Strecke wurde später bis nach Adorf (Vogtl.) verlängert.

1904 wurde das erste Telefon in Betrieb genommen, die Gemeinde 1911 an das Stromnetz angeschlossen.

Der Ort gehörte seit 1918 zur neu gegründeten Tschechoslowakei und wurde von den Tschechen Hranice (deutsch Grenze) genannt. Nach dem Münchner Abkommen wurde Hranice dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Asch, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland.

Die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg führte zu einem starken Bevölkerungsrückgang. Die ursprüngliche Ortsbezeichnung wurde missbilligt.

1964 bekam Hranice Stadtrechte.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1847 2954 in 321 Häusern, deutsche, meist evangelische Einwohner[6]
1869 3652
1880 3823
1890 3703
1900 4895 deutsche, meist evangelische Einwohner[7]
1910 4518
1921 3936
1930 4283 [8]
1939 4193 [8]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 1950 19611 19701 19802 19912 20012 20112
Einwohner 2503 2032 2130 2428 2280 2266 2096
1 Hranice mit Trojmezí
2 Hranice mit Trojmezí, Pastviny und Studánka

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fabrik von F. A. Hendel, 1908 erbaut und heute ein Museum

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hranice u Aše – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/554553/Hranice
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 7,4 MiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/554553/Obec-Hranice
  4. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/554553/Obec-Hranice
  5. http://www.uir.cz/zsj-obec/554553/Obec-Hranice
  6. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 15: Elbogner Kreis, Prag 1847, S. 372, Ziffer 14.
  7. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 17, Leipzig und Wien 1909, S. 159, Roßbach 2).
  8. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Asch. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).