Hubert Weiger

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Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e. V., 2009
Hubert Weiger mit seinem Vorgänger Hubert Weinzierl, 1994

Hubert Weiger (* 21. April 1947 in Kaufbeuren) ist ein deutscher Naturschützer. Er ist seit 2002 Vorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern und seit 2007 auch Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiger legte das Abitur 1966 am Humanistischen Gymnasium in Günzburg ab. Von 1967 bis 1971 studierte er Forstwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der ETH Zürich mit einem Abschluss als Diplom-Forstwirt. 1976 legte er die Große Forstliche Staatsprüfung (Staatsexamen) ab. In seiner Dissertation mit dem Titel Experimentelle Untersuchungen in nordbayerischen Nadelwaldbeständen über den Wasserhaushalt und den Stickstoffaustrag nach Stickstoffdüngungen, mit der er 1986 an der Universität München promovierte, behandelte er forsthydrologische und bodenkundliche Auswirkung von Stickstoffeinträgen in Waldökosysteme.

Zwischen 1973 und 1992 war Hubert Weiger Beauftragter für Nordbayern des Bund Naturschutz in Bayern e. V. und danach bis 2002 Landesbeauftragter des Bund Naturschutz und verantwortlicher Leiter aller Fachreferate und Regionalreferate des Verbandes sowie Leiter der Landesfachgeschäftsstelle mit Sitz in Nürnberg. Im April 2002 wurde er als Nachfolger von Hubert Weinzierl zum 1. Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern mit Sitz in Nürnberg gewählt.

Seit 1974 ist Weiger Mitglied des Landesvorstandes des Bundes Naturschutz und war 1975 Gründungsmitglied des „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.“ (BUND). Er ist seit 1975 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des BUND und Sprecher des „Arbeitskreises Landwirtschaft“ des BUND. Seit dem 1. Dezember 2007 ist er Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

Zwischen 1986 und 1993 wirkte Hubert Weiger als Lehrbeauftragter an der Universität Gesamthochschule Kassel (GHK). 1990/91 war er Gastprofessor Naturschutz im Fachbereich Stadt- und Landschaftsplanung an der Gesamthochschule Kassel. Seit 1994 ist er Honorarprofessor an der Universität Kassel für Naturschutz und nachhaltige Landnutzung im Fachbereich Stadt-/Landschaftsplanung. Von 2002 bis 2011 war er Lehrbeauftragter für Naturschutzpolitik an der TU München, Fachbereich Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement.

Weiger ist seit 1989 Kuratoriumsmitglied der Stiftung Ökologie und Landbau und wurde ein Jahr später Mitglied der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum. Zwischen 1976 und 2004 war er Sprecher des Naturschutzbeirates bei der Regierung von Mittelfranken. Seit 1982 ist er stellvertretendes Mitglied des Obersten Naturschutzbeirates und seit 2002 ordentliches Mitglied des Obersten Naturschutzbeirates beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Von 2002 bis 2011 war Weiger Vorstandsmitglied des AgrarBündnis e. V. und seit 2004 des „Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan e. V.“. Dem Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks gehört er seit 2004 an. Er ist Mitglied im Beirat der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e. V.)[1] und Mit-Herausgeber der Zeitschrift movum.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1986 erhielt er den Paulaner Forschungspreis. 2006 wurde ihm die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um Umwelt und Gesundheit verliehen.[2] 2007 wurde er mit dem Goldenen Kleeblatt der Stadt Fürth geehrt. 2009 erhielt Weiger die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber, 2010 das Bundesverdienstkreuz am Bande,[3] 2015 die Ehrenmedaille des Bezirks Oberfranken. Im Jahr 2017 bekam Hubert Weiger den Umweltpreis der Bundesstiftung Umwelt verliehen.[4]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • als Herausgeber: Der Rhein-Main-Donau-Kanal, München 1983, ISBN 3-8162-0504-6
  • Naturschutz und Erholung (1983), Forstwissenschaftliches Central-Blatt (FoWiCbl)
  • Bodenverbrauch. Eine Schlüsselfrage der Umweltpolitik (1986), FoWiCbl
  • Experimentelle Untersuchungen in nordbayerischen Nadelwaldbeständen über den Wasserhaushalt und den Stickstoffaustrag nach Stickstoffdüngungen, Forstliche Forschungsberichte München (Nr. 76), zugleich Dissertation, München 1986
  • Landwirtschaft und Naturschutz (1990), FoWiCbl
  • als Schriftleiter: Lebensraum oder Flächenreserve? Wieviel Brache braucht die Stadt? Tagungsbericht. Vorträge in Erlangen am 23./24. Juni 1995, Naturschutzforschung in Bayern (Nr. 1), Lauf an der Pegnitz 1996, ISBN 3-9805656-1-0
  • als Schriftleiter: Schichten einer Landschaft. Die Hersbrucker Alb. Entstehung einer Kulturlandschaft, Bund Naturschutz Forschung (Nr. 2), Lauf an der Pegnitz 1996, ISBN 3-9805656-2-9
  • Forderungen des Naturschutzes an die Forstwirtschaft, Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 1997
  • als Herausgeber zusammen mit Helga Willer: Naturschutz durch ökologischen Landbau, Ökologische Konzepte (95), Holm 1997, ISBN 3-930720-60-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurzer Lebenslauf Hubert Weiger. Archiviert vom Original am 9. März 2016; abgerufen am 9. März 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/neu.vdw-ev.de
  2. Laudatio zur Verleihung der Bayerischen Staatsmedaille für Verdienste um Umwelt und Gesundheit – Preisträger 2006@1@2Vorlage:Toter Link/www.stmugv.bayern.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..
  3. BUND-Vorsitzender Hubert Weiger erhält Bundesverdienstkreuz (Memento des Originals vom 25. April 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bund.net
  4. Laudatio zur Verleihung des Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt 2017