Hubert von Rebeur-Paschwitz

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Hubert von Rebeur-Paschwitz in Washington D.C. (1912)

Hubert von Rebeur-Paschwitz (* 14. August 1863 in Frankfurt (Oder); † 16. Februar 1933 in Dresden) war ein deutscher Marineoffizier. Im Ersten Weltkrieg war er als Admiral Befehlshaber der Mittelmeerdivision und Oberkommandierender der Osmanischen und Bulgarischen Flotte.

Vorkriegszeit[Bearbeiten]

SMS Arcona
SMS Bremen
SMS Kaiser

Rebeur-Paschwitz trat am 20. April 1882 als Kadett in die Kaiserliche Marine ein, absolvierte seine Grundausbildung an Bord der Segelfregatte SMS Niobe und kam dann erstmals an die Marineschule. Es folgten weitere Ausbildungsabschnitte auf dem Artillerieschulschiff SMS Mars, auf der Panzerfregatte SMS Friedrich Carl, wo er am 15. Mai 1883 zum Seekadett ernannt wurde, sowie auf der Gedeckten Korvette SMS Prinz Adalbert. Als Unterleutnant zur See (seit 21. November 1884) kam Rebeur-Paschwitz vom 29. Dezember 1885 bis 26. September 1886 ein weiteres Mal an die Marineschule. Danach diente er zwei Monate als Wachoffizier auf der Friedrich Carl und weitere zwei Monate als Zugführer auf dem Artillerieschulschiff Mars. Dann wurde er Kompanieoffizier in der II. Matrosen-Division und vom 1. September 1887 bis 30. August 1890 ware er Wachoffizier auf dem Aviso SMS Loreley. Dort erfolgte am 15. November 1888 seine Beförderung zum Leutnant zur See.

Rebeur-Paschwitz war vom 24. April 1898 bis zum 30. September 1902 Marineattaché, zunächst an der deutschen Botschaft in Tokio, dann an der Botschaft in Washington.

Als Korvettenkapitän war er von September 1904 bis September 1905 Kommandant des Kleinen Kreuzers SMS Arcona im Verband der Aufklärungsschiffe. Im Oktober 1905 wurde er mit Aufgaben im Reichsmarineamt betraut und im Mai 1906 diensttuender Flügeladjutant des Kaisers Wilhelm II., zu dem er auch in seinen folgenden Dienststellungen in engem Kontakt stand. Seine Beförderung zum Kapitän zur See erfolgte am 27. April 1907.

Im Oktober 1909 wurde Rebeur-Paschwitz, als Nachfolger des späteren Flottenchefs Reinhard Scheer, Kommandant des Linienschiffes SMS Elsass im II. Geschwader. Dieses Kommando gab er im September 1911 ab.

Am 22. März 1912 wurde er zum Konteradmiral befördert und am 19. April 1912 zum Chef einer neu gebildeten Kreuzerdivision ernannt, die vom 11. Mai bis zum 29. Juni 1912 eine Besuchsreise in die Vereinigten Staaten durchführen sollte. Zu ihr gehörten der Schlachtkreuzer SMS Moltke und der Kleine Kreuzer SMS Stettin, die von Kiel über Ponta Delgada zum Cape Henry an der US-amerikanischen Ostküste liefen und dort am 30. Mai mit dem auf der amerikanischen Station dienenden Kleinen Kreuzer SMS Bremen zusammentrafen. Am 3. Juni liefen sie in die Hampton Roads ein, wo sie vom US-Präsidenten William Howard Taft und der amerikanischen Atlantikflotte begrüßt wurden. Am 8./9. Juni liefen die deutschen Schiffe weiter nach New York, von wo am 13. Juni 1912 die Rückreise angetreten wurde. Die Bremen ging nach Baltimore, die Moltke und die Stettin liefen zurück über den Atlantik. Die Moltke traf am 24. Juni wieder in Kiel ein, die Stettin nach einem Besuch vom 22. bis 26. in Vigo erst am 29. Juni.

Bei anschließenden Manövern war Rebeur-Paschwitz als 2. Admiral des II. Verbandes der Aufklärungsschiffe eingesetzt und führte vom Panzerkreuzer SMS Friedrich Carl vier Kleine Kreuzer und den in Erprobung befindlichen Schlachtkreuzer SMS Goeben.

Im Oktober wurde Rebeur-Paschwitz Direktor der Marineakademie in Kiel und damit verantwortlich für die Ausbildung der deutschen Marineoffiziere. In dieser Funktion übernahm er am 8. Dezember 1913 mit dem Großlinienschiff SMS Kaiser als Flaggschiff die sogenannte „Detachierte Division“, die in den Südatlantik und bis nach Chile marschieren sollte. Zu ihr gehörten das Schwesterschiff der Kaiser, die König Albert und der Kleine Kreuzer Straßburg. Ab dem 9. Dezember lief die Division über die Kanaren und Sierra Leone bis zum 29. Dezember nach Lomé in Togo. Vom 31. Dezember 1913 bis zum 3. Januar 1914 liefen die Schiffe weiter nach Deutsch-Kamerun, wo ab dem 2. Januar Victoria und Duala angelaufen wurden. Dort traf die Division mit den Schiffen der Westafrika-Station, den Kanonenbooten SMS Panther und SMS Eber, zusammen. Am 15. Januar wurde der Marsch fortgesetzt, am 21. wurde Swakopmund und am 22. Lüderitzbucht in Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia, erreicht. Auf einen möglichen Besuch in Kapstadt war schon bei der endgültigen Planung aus politischen Gründen verzichtet worden.

Von Lüderitzbucht marschierte die Division am 28. Januar über St. Helena (2. Februar) nach Rio de Janeiro (15. bis 25. Februar), wo der brasilianische Staatspräsident Hermes Rodrigues da Fonseca die Schiffe besichtigte. Die Schiffe liefen zum argentinischen Mar del Plata, wo die Linienschiffe verblieben, während Rebeur-Paschwitz mit der Straßburg am 5. März nach Buenos Aires fuhr. Er erkrankte dort, so dass der Kommandant der Kaiser, Kapitän zur See Adolf von Trotha, die Führung übernahm und die Linienschiffe nach Montevideo verlegte, wo er den Staatspräsidenten Uruguays José Batlle y Ordóñez besuchte. Am 12. März traf dort die Straßburg und am 15. März auch Konteradmiral von Rebeur-Paschwitz ein, der die Division dann um das Kap Hoorn bis nach Valparaíso (2. bis 11. April) in Chile führte. Von dort trat die Division den Rückweg an, besuchte dabei unter anderen Bahía Blanca (25. bis 28. April) und Santos (7. bis 12. Mai). Hier trennte sich die Straßburg von der Division, da sie zur Verstärkung der Ostamerikanischen Station zur Dominikanischen Republik befohlen wurde. Die Linienschiffe liefen am 16. Mai aus Rio de Janeiro über die Kapverden, Funchal auf Madeira und Vigo zurück und trafen am 17. Juni 1914 wieder in der Heimat ein, wo sie zum III. Geschwader traten. Auf der etwa 20.000 sm langen Strecke war kein einziger erheblicher Schaden entstanden.

Von Rebeur-Paschwitz unterrichtete den Kaiser regelmäßig von seinen Eindrücken und empfahl nachdrücklich, derartige Reisen in den Ausbildungsplan und den künftigen Flottendienst einzuplanen, auch wenn sie keinen unmittelbaren militärischen Wert hätten.

Kriegsverwendungen[Bearbeiten]

Die Midilli ex SMS Breslau

Bei Kriegsbeginn übernahm er die Führung der III. Aufklärungsgruppe mit dem alten Panzerkreuzer SMS Roon als Flaggschiff vom 2. August 1914 bis zum 17. April 1915 und nahm an Vorstößen in Nord- und Ostsee teil. Im April 1915 wurde er Inspekteur für Bildungswesen der Kaiserlichen Marine und am 18. September 1915 wurde er zum Vizeadmiral befördert. Von November 1916 bis zum 15. August 1917 war er (anfangs vertretungsweise) Chef des II. Geschwaders der Hochseeflotte mit den alten Linienschiffen.

Am 4. September 1917 wurde Vizeadmiral von Rebeur-Paschwitz als Nachfolger des zur Hochseeflotte berufenen Wilhelm Souchon Chef der Mittelmeer-Division und türkischer Flottenchef. Nach dem Waffenstillstand mit Russland im Dezember 1917 machte er im Januar 1918 einen Vorstoß nach Imbros, bei dem zwar zwei britische Monitore versenkt wurden, aber sein Verband in ein Minenfeld geriet und die Midilli, ehemals SMS Breslau sank und die Yavuz Sultan Selim, ehemals Goeben, schwer beschädigt wurde.

Rebeur-Paschwitz verblieb bis zum Waffenstillstand in der Türkei. Er wurde am 12. Februar 1919 verabschiedet und am 4. September 1919 als Admiral charakterisiert. Dem ins niederländische Exil gegangenen Kaiser diente er in den 1920er Jahren im Haus Doorn als Adjutant.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hubert von Rebeur-Paschwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Rangliste der Kaiserlich Deutschen Marine. Hrsg.: Marinekabinett. E.S. Mittler & Sohn. Berlin 1914. S. 109.