Hude (Oldenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hude (Oldenburg)
Hude (Oldenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hude (Oldenburg) hervorgehoben
Koordinaten: 53° 7′ N, 8° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Oldenburg
Höhe: 5 m ü. NHN
Fläche: 124,64 km2
Einwohner: 16.166 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27798
Vorwahlen: 04408, 04484
Kfz-Kennzeichen: OL
Gemeindeschlüssel: 03 4 58 010
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Parkstraße 53
27798 Hude (Oldenburg)
Webpräsenz: www.hude.de
Bürgermeister: Holger Lebedinzew (Parteilos)
Lage der Gemeinde Hude (Oldenburg) im Landkreis Oldenburg
Landkreis Oldenburg Niedersachsen Landkreis Vechta Landkreis Diepholz Delmenhorst Bremen Landkreis Cloppenburg Landkreis Ammerland Oldenburg (Oldenburg) Landkreis Wesermarsch Colnrade Winkelsett Wildeshausen Großenkneten Prinzhöfte Beckeln Dötlingen Wardenburg Hatten Harpstedt Hude Ganderkesee Dünsen Kirchseelte Groß IppenerKarte
Über dieses Bild

Hude (Oldenburg), amtlich Hude (Oldb), ist eine Gemeinde zwischen Oldenburg (Oldb) und Bremen. Sie gehört zum Landkreis Oldenburg in Niedersachsen und ist einer der so genannten Hude-Orte.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Rande der leicht hügeligen Wildeshauser Geest und wird durch zahlreiche Bachläufe sowie sumpfiges Gelände geprägt.

  • Höchster Geländepunkt: 31,5 m über NN (Hohenbökener Weg)
  • Tiefster Geländepunkt: 0,2 m unter NN (Hollersiel)

Gemeindegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt 124,6 km², davon werden 9.290 ha landwirtschaftlich genutzt. Der Rest besteht aus Waldland (1.146 ha) und bebauten Flächen sowie Straßenland (898 ha).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Hude gehören folgende Ortsteile:

  • Nordenholzermoor
  • Oberhausen
  • Tweelbäke-Ost
  • Vielstedt
  • Wraggenort
  • Wüsting-Grummersort
  • Wüsting-Holler-Neuenwege
  • Wüsting-Wraggenort
  • Hude Süd
  • Hude Nord

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1232 wird Hude in den „Annales Cistercienses“ erstmals urkundlich erwähnt, und zwar aus Anlass der Errichtung des Zisterzienserklosters. 1536 wurde das Kloster aufgehoben und die Klostergebäude weitgehend abgerissen, so dass fast nur noch Ruinen vorhanden sind. Die einstige Torkapelle blieb erhalten; sie ist die heutige Elisabethkirche, Pfarrkirche von Hude. Auch das ehemalige Abtshaus besteht noch; nach Verwendung als Jagdschloss wurde es Gutshaus.[2]

1867 wurde die Bahnstrecke Bremen–Oldenburg eröffnet und 1873 die Bahnstrecke Hude–Nordenham.

Hude gehörte bis zum 31. Dezember 2004 zum Regierungsbezirk Weser-Ems, der infolge einer Verwaltungsreform mit Ablauf dieses Datums aufgelöst wurde.

Im August 2009 feierte Hude sein 777-jähriges Bestehen.

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 1232 (Ersterwähnung) Hude an der Berne, 1234 Hudha und um 1242 Huda, Hudha, dort auch ein Dorf Hudermoor.

Der Wortbestandteil -hude ist in Hude bei Bremen, Ritterhude, Winterhude, Steinhude enthalten. Er stammt aus dem Mittelniederdeutschen „hûde“ und steht für „Holzlagerplatz, Stapelplatz an einer Wasserverbindung, Fährstelle“. Verwandt ist das Wort mit dem Altenglischen „hyð“ und bedeutet: „Platz, der das Schiff bei der Landung aufnimmt, ein passendes niedriges Ufer, ein kleiner Hafen“. Bei dem Namen handelt es sich um eine Ortsnamensippe, die zeigt, dass die germanischen Besiedler Englands in erster Linie aus Niedersachsen gekommen sind. Schon vor mehr als 100 Jahren wurde vom Sprachforscher Hermann Jellinghaus angenommen, dass die -hude-Namen „ein starkes Zeugnis für die Herkunft des Stammes der südenglischen Bevölkerung aus der niederdeutschen Ebene“ seien.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Wüsting im Rahmen der Gebietsreform eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand jeweils 31. Dezember)

Jahr 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Einwohner 15.758 15.718 15.756 15.860 15.809 15.785 15.764 15.829 15.853 15.775 15.965 16.102 [5] 16.314 [6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Hude besteht aus 32 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 15.001 und 20.000 Einwohnern.[7] Die 32 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Holger Lebedinzew.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[8]

Partei  Anteilige Stimmen  Anzahl Sitze
CDU 32,72 % 11
SPD 32,63 % 10
Bündnis 90/Die Grünen 13,72 % 4
FDP 11,99 % 4
Freie Wähler 4,72 % 2
Die Linke 4,19 % 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 60,63 %[8] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[9]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 15. Juni 2014 gewann der parteilose Holger Lebedinzew die Stichwahl zum hauptamtlichen Bürgermeister mit 54,8 Prozent vor Uta Rose mit 45,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,6 Prozent.[10] Lebedinzew trat sein Amt zum 1. November 2014 an und löste den seit 1998 amtierenden Bürgermeister Axel Jahnz (SPD) ab, der zur Wahl des Oberbürgermeisters von Delmenhorst antrat und gewählt wurde.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partnergemeinden der Gemeinde Hude sind:[11]

Stadt Land seit
Arnage FrankreichFrankreich Frankreich 1983
Kröpelin Mecklenburg-VorpommernMecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern 1991
Fiume Veneto ItalienItalien Italien 2002
Nowe Miasto Lubawskie PolenPolen Polen 2003

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Elisabeth-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Elisabeth-Kirche

Die heutige evangelisch-lutherische St.-Elisabeth-Kirche wurde um 1300 als Torkapelle des Zisterzienserklosters errichtet. Der frühgotische Backsteinbau dient seit etwa 1548 als evangelische Pfarrkirche. In ihr befinden sich Wandmalereien aus der Entstehungszeit und eine Kanzel von 1672.

Kloster Hude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosterruine Hude
Klosterruine Hude
Hauptartikel: Kloster Hude

Das Kloster wurde durch den Zisterzienserorden im Jahre 1232 gegründet. Von der im 13. Jahrhundert im Stil der Backsteingotik errichteten Anlage sind Teile der ehemals dreischiffigen Klosterkirche als Ruine sowie die Torkapelle (heute St.-Elisabeth-Kirche) und das Abthaus erhalten.

Raffinerie und Haus Marienhude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im südlichen Teil von Hude befand sich um 1900 eine Raffinerie für die Herstellung von Benzin, welches unter dem Namen Hudolin verkauft wurde. Die Fabrik war das Stammwerk der Bremer Firma „Chemische Fabriken AG“ und war bis 1933 in Betrieb. Nach Betriebsende wurden große Teile der Fabrik abgerissen und an ihrer Stelle Wohnhäuser errichtet. Von der Fabrik geblieben ist lediglich die 1905 gebaute Villa „Haus Marienhude“, die nach mehreren anderen Nutzungen 1986 zu einer Bildungsstätte für den Zivildienst unter Trägerschaft des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche Oldenburg umgewandelt wurde.

Skulpturenufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Ortskerns von Hude sind 45 Skulpturen auf einer 1,4 ha großen Wiese parallel zum Huder Bach im Freien aufgestellt. Das Huder Skulpturenufer wurde am 31. Mai 1992 eröffnet. Es ist durch Zusammenarbeit der Gemeinde Hude, der Aktionsgemeinschaft für Hude und des Bildhauers Wolf E. Schultz, der seit 1983 in Hude lebt, entstanden. Ein Vorläufer des Skulpturenufers ist der 1985 angelegte Skulpturenweg.[12]

Planetenweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Wüsting aus (Sonne) führt ein Planetenlehrpfad nach Hude (Pluto). Er ist im Maßstab 1:1 Mrd. angelegt und soll die Größenverhältnisse unseres Sonnensystems veranschaulichen und erlebbar machen. Die Pfadlänge beträgt daher rund 6 km. Das Modell der Sonne besteht aus einem ARIANE-5-Tank, die Planeten sind auf Bronzetafeln dargestellt, die sich entlang des Pfades aufreihen.[13]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde kann man in etlichen Vereinen auf vielfältige Weise sportlich aktiv sein. Der Turnverein Hude von 1895 e.V hat sogar eine Gruppe Rollstuhltanz[14]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strecken der Regio-S-Bahn

Landwirtschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe (Stand 1995) beträgt 323. Davon erreicht mehr als ein Drittel der Betriebe eine Mindestgröße von 30 ha.

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hude sind als große Arbeitgeber von überregionaler Bedeutung die Amazonen-Werke (Landmaschinen), sowie die Firma Labom (industrielle Messtechnik) vertreten. Darüber hinaus überregionale Bedeutung haben eine Reihe kleinerer Betriebe.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt gibt es in der Gemeinde 2.678 (Stand 30. Juni 2005) sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Die meisten sind in Energie, Wasser, Bergbau und verarbeitendem Gewerbe tätig (1.542), in der Landwirtschaft arbeiten dagegen nur rund 100 Beschäftigte.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hude wird von Regionalbahnen/Regional-Express der Relationen Nordenham–Bremen und Oldenburg–Bremen bedient. Seit dem 12. Dezember 2010 ist Hude mit zwei Linien an das Netz der S-Bahn Bremen angebunden.

Seit dem 16. Dezember 2013 ist der Bahnhof auch an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn angeschlossen. Die Intercity-Züge aus/in Richtung Bremen–Hannover–Leipzig halten hier.[15] Als Besonderheit können diese IC westlich von Bremen mit Fahrausweisen des Nahverkehrs und ohne Zuschlag genutzt werden.[16]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Zisterzienserkloster Hude
  3. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 276.
  5. ""Hude in Zahlen""
  6. ""Hude in Zahlen""
  7. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 20. Januar 2017.
  8. a b Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 11.09.2016, abgerufen am 20. Januar 2017
  9. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 20. Januar 2017.
  10. Stichwahl – Lebedinzew ist Bürgermeister, abgerufen am 14. September 2014
  11. Konzept Partnerschaftsarbeit der Gemeinde Hude (Oldb) (PDF; 47 kB)
  12. Gemeinde Hude: Skulpturenufer
  13. Planetarium Bremen-Planetenweg Hude
  14. Rollstuhltanz abgerufen am 21. Januar 2012
  15. http://www.weser-kurier.de/region/oldenburg_artikel,-IC-haelt-ab-Sonntag-in-Hude-_arid,731138.html Artikel im Weserkurier.
  16. https://www.vbn.de/fahrgastinformation/icec-nutzung-im-verbundraum.html Information des VBN.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hude (Oldenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien