Hugo Friedhofer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hugo Friedhofer (* 3. Mai 1901 in San Francisco; † 17. Mai 1981 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Filmkomponist, der – trotz seiner hohen Reputation in Filmmusikkreisen – bis heute um einiges unbekannter ist als Kollegen wie etwa Erich Wolfgang Korngold, Alfred Newman, Franz Waxman oder Max Steiner, mit denen er als Orchestrator oder Mitkomponist sehr oft zusammenarbeitete.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Kind des deutschstämmigen US-Amerikaners Mathias Friedhofer und der deutschen Einwanderin Eva König, die beide am Dresdner Konservatorium zu professionellen Musikern (er zum Cellisten, sie zur Pianistin) ausgebildet worden waren, lernte Hugo bereits mit 13 Jahren Cello. Nach einer abgebrochenen Ausbildung zum Grafiker nahm er Unterricht in Komposition bei Domenico Brescia. Gerade einmal 19-jährig wurde Friedhofer als Cellist beim People’s Symphony Orchestra engagiert und heiratete im selben Jahr die Pianistin Elizabeth Barrett, mit der er zwei Kinder bekommen sollte.

1929 arbeitete Friedhofer zum ersten Mal im Bereich Filmmusik als Pianist in Stummfilmorchestern, wurde im selben Jahr jedoch bereits als Arrangeur bei den Fox-Studios unter Vertrag genommen. Als er 1935 seinen Arbeitsplatz dort verlor, arbeitete er zunächst als Orchestrator für Erich Wolfgang Korngold, wurde 1942 jedoch von Alfred Newman, dem Direktor der frisch aus der Taufe gehobenen Musikabteilung der Twentieth Century Fox Studios, als deren fest angestellter Hauskomponist verpflichtet.

1947 gewann er für seine Filmmusik zu Die besten Jahre unseres Lebens den Oscar für die beste Filmmusik. Insgesamt sollte Friedhofer neun Nominierungen für die Trophäe erfahren, 1958 sogar gleich zwei auf einmal für seine Filmmusiken zur Romanze Die große Liebe meines Lebens (1957) - die in Teilen als filmische Vorlage für Schlaflos in Seattle (1993) diente - und zur Romanverfilmung Der Knabe auf dem Delphin (1957).

Friedhofers Werk wird heute innerhalb der Branche trotz seines verhältnismäßig geringen Bekanntheitsgrades äußerst geschätzt und wiederentdeckt. Seinem discographisch wenig erschlossenen Gesamtwerk widmen sich mittlerweile auch Plattenfirmen wie Naxos, Film Score Monthly, Varése Sarabande oder BYU.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1959: Diese Erde ist mein (This Earth Is Mine)
  • 1959: Der blaue Engel (The Blue Angel)
  • 1959: Wenn das Blut kocht (Never So Few)
  • 1961: Der Besessene (One-Eyed Jacks)
  • 1961: Mörderisch (Homicidal)
  • 1962: Das letzte Kommando (Geronimo)
  • 1962: Die Schönheit und das Ungeheuer (Beauty and the Beast)
  • 1964: Geheimauftrag Dubrovnik (The Secret Invasion)
  • 1971: Manfred von Richthofen – Der Rote Baron (Von Richthofen and Brown)
als Arrangeur
nicht im Abspann
als Orchesterleiter

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Friedhofer über Filmmusik. und Die Filmmusiken von Hugo Friedhofer. in Tony Thomas: Filmmusik. Die großen Filmkomponisten – ihre Kunst und ihre Technik. (OT: Film Score). Heyne, München 1996, ISBN 3-453-09007-1, S. 225-237.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]