Hugo Gugg

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Oskar Hugo Gugg (* 21. August 1878 in Leipzig; † 25. April 1956 in Weimar) war ein deutscher Landschaftsmaler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hugo Gugg wurde geboren als Sohn des "Stubenmalers" Otto Gugg und Henriette Gugg, geb. Scheiding. 1900 [1] oder 1901 [2] Heirat mit Milda, Tochter des Mühlenbesitzers und Bäckermeisters Wilhelm Thum in Zwönitz (Erzgebirge) und seiner Frau Auguste, geb. Meischner. Hugo und Milda Gugg hatten sieben Kinder.[3]

Gugg absolvierte zunächst in Leipzig eine Lehre als Dekorationsmaler und besuchte Zeichenkurse an der Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Nebenher besuchte er Zeichenkurse an der Akademie und nahm privaten Zeichenunterricht beim Tiermaler Fedor Flinzer. 1898, während eines Studienaufenthalt in Zwönitz im Erzgebirge lernte er Milda Thum kennen, die er 1900 heiratete und mit der er sieben Kinder hatte. Von 1914 bis 1918 war er Soldat im Ersten Weltkrieg. 1901 hatte er eine erste Ausstellung im Leipziger Kunstverein. Der Direktor des Museums der bildenden Künste Leipzig, Theodor Schreiber, entdeckte den jungen Maler.

In der Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seiner langjährigen Tätigkeit innerhalb der „Saalecker Werkstätten“ des mit ihm befreundeten Architekten und späteren NS-Propagandisten Paul Schultze-Naumburg, erst als Schüler, dann als Lehrer, war er von 1921 bis 1945 Professor für Landschaftsmalerei an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Weimar. In dieser Zeit entstand auch ein großformatiges Ölporträt des thüringischen NS-Gauleiters Fritz Sauckel sowie Porträts bekannter Zeitgenossen, unter anderem von dem Pianisten Joseph Pembaur und Guggs Mäzen Justizrat Paul Axhausen. Der als eher unpolitische geschilderte Gugg war bereits 1930 der NSDAP beigetreten, kam die von den Nationalsozialisten bevorzugte Kunstrichtung doch seiner eigenen konventionellen Produktion entgegen. Ab 1938 war er NS-Dozentenbundführer der Hochschule.[4] Im gleichen Jahr verschaffte ihm Gauleiter Sauckel den Auftrag zur künstlerischen Ausgestaltung des von Hermann Giesler entworfenen und neu eröffneten Hotels „Elephant“, den er mit großen, die Jahreszeiten symbolisierenden, Landschaftsbildern erfüllte.[5]

1942 schuf er für die Privatresidenz von Adolf Hitler, der sich in einer historischen Reihe mit Kaiser Friedrich II. wähnte, das Ölgemälde Castel del Monte, dessen Vorzeichnungen auf einer seiner vielen Italienreisen entstanden.[6] (nach früherer Literatur wurde dieses Bild, Öl auf Holz 100 × 157 cm, signiert und datiert 1944, erst 1944 gemalt und befand sich 2001 im Bestand an NS-Kunst in Verwahrung der Oberfinanzdirektion München[7], heute wohl im Deutschen Historischen Museum Berlin). Im gleichen Jahr stellte Gugg auf der nationalsozialistischen Großen Deutschen Kunstausstellung in München zwei Gemälde aus. 1943 wurde er zu seinem 65. Geburtstag mit der Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet und war auf der Großen Deutschen Kunstausstellung mit dem Bild Ordensburg Sonthofen vertreten. 1944 war Gugg innerhalb der Kunstausstellung eine Sonderausstellung mit 21 Objekten gewidmet.[8] Eine lebenslange Freundschaft verband ihn mit seinem ehemaligen Schüler und späteren Leiter der Lichtbildnerklasse der Kunsthochschule, Walter Hege, der ihm auch den Umgang mit der Kamera vermittelte.

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 wurde Gugg entlassen und kurzzeitig inhaftiert. Nach seiner Entnazifizierung wurde er vorwiegend für Restaurierungsarbeiten an den Weimarer klassischen Kulturstätten, hinsichtlich des Goethejahres 1949, beauftragt. Besondere Erwähnung verdienen seine unzähligen – tausende – Briefkopfzeichnungen, die er seinen Brieftexten voranstellte. Diese stellen eine ganz individuelle Kunstform dar. In einem Brief vom 24. Dezember 1945 schreibt er: „…Ich kann auch einem großen Bilde nicht mehr – kaum soviel – geben. Es täte mir leid, wenn meine Briefe verlorengingen…“

Gugg war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.[9] Er ist zusammen mit seiner Frau Milda Gugg auf dem Oberweimarer Friedhof bestattet, die Grabstätte ist noch erhalten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Schultze-Naumburg: Der Maler Hugo Gugg. In: Die Kunst im Deutschen Reich. Ausgabe A, 5, 1941, S. 144–151.
  • Thomas Holz (Hrsg.): Der Maler Hugo Gugg: seine Bilder, seine Gedanken, sein Wirken. Biberacher Verlagsdruckerei, 1997, ISBN 3-924489-84-X.
  • Wolfgang Gugg (Hrsg.): Briefköpfe und Briefauszüge von Hugo Gugg: Im Gedenken an den verehrten Lehrer. zusammengestellt von seinen Schülern. Christians Verlag, Hamburg 1985, ISBN 3-7672-0934-9.
  • W. Gugg: Briefauszüge. Eigenverlag, 1971.
  • Adolf Müller (Gugg-Schüler): Hugo Gugg: Gedanken, Aussprüche, Bemerkungen. Eigenverlag, 1972.
  • W. Gugg: Erinnerungen an Hugo Gugg: Aus dem Leben meines Vaters. Eigenverlag, 1988.
  • Th. Holz: Hugo Gugg: Briefauszüge. Eigenverlag, 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Holz (Hrsg.): Der Maler Hugo Gugg, Schönebürg 1997, S. 114
  2. www.hugogugg.de
  3. Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Degeners Wer ist’s, X. Ausgabe, Berlin 1935, S. 558
  4. Uwe Hossfeld: Kämpferische Wissenschaft: Studien zur Universität Jena im Nationalsozialismus. Böhlau, Köln/ Weimar, 2003, ISBN 3-412-04102-5, S. 197.
  5. Rolf Bothe, Thomas Föhl: Aufstieg und Fall der Moderne. Hatje Cantz, 1999, ISBN 3-7757-0815-4, S. 10.
  6. Heike B. Görtemaker: Eva Braun: Leben mit Hitler. C. H. Beck, München, 2010, ISBN 978-3-406-58514-2, S. 218
  7. Alexander Knaak: Prolegomena zu einem Corpuswek der Architektur Friedrichs II. v. Hohenstaufen im Königreich Sizilien (1220-1250), Marburg 2001 (= Studien z. Kunst- u. Kulturgeschichte Bd. 16), S. 149 und S. 344, Anm. 10.
  8. Ernst Klee: Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-596-17153-8, S. 185.
  9. kuenstlerbund.de: Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 / Gugg, Hugo (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kuenstlerbund.de (abgerufen am 26. Februar 2016)