Hugo von Grenoble

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der hl. Hugo im Refektorium. Ölbild von Zurbarán im Kreuzgang der Kartause de Santa María de las Cuevas in Sevilla

Hugo von Grenoble (* 1053 in Châteauneuf-sur-Isère bei Valence; † 1. April 1132 in Grenoble) war französischer Bischof.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hugo kam als Kind der frommen Adelsfamilie von Châteauneuf zur Welt; sein Vater Odilo war Soldat. Seine Eltern sahen Hugo wegen einer Vision für die geistliche Laufbahn vor. Obwohl er zu jener Zeit noch Laie war, wurde er zum Kanonikus der Kathedrale von Valence erhoben. 1079 begleitete er den Kardinallegaten Hugo auf das Konzil von Avignon. Dort wurde er von den Kanonikern von Grenoble als Bischof vom Grenoble auserwählt, um die gregorianischen Reformen durchzuführen. Der Legat spendete ihm die Priesterweihe und begleitete ihn zu seiner Bischofsweihe, die im Jahr 1080 von Papst Gregor VII. vorgenommen wurde, nach Rom.

Bischof Hugo kämpfte gegen die Simonie, die unter seinem Vorgänger solche Ausmaße angenommen hatte, dass dieser exkommuniziert wurde. Nach zwei Jahren trat Hugo in das Noviziat des Benediktinerklosters La Chaise-Dieu ein, das der Reform von Cluny angehörte, da er sich mit der Aufgabe, das Bistum Grenoble zu leiten, überfordert sah. Nach einem Jahr erfuhr der Papst von der Vernachlässigung der Diözese und befahl Hugo, seine Aufgaben als Bischof wahrzunehmen.

Bis zum Ende des 11. Jahrhunderts lag Hugo im Streit mit dem Grafen Guigues III. von Albon über den Besitz kirchlicher Ländereien in Grésivaudan, einem Tal in den französischen Alpen. Hugo behauptete, der Graf habe das Land mit Hilfe des Bischofs Mallen von Grenoble usurpiert. Der Streit wurde 1099 beigelegt. Der Graf stimmte zu, das Gebiet abzutreten, während sich Hugo seiner Autorität unterstellte.

Hugo unterstützte die Gründung des Kloster Saint-Martin de Misère im heutigen Montbonnot-Saint-Martin durch Regularkanoniker und 1084 den hl. Bruno, der möglicherweise sein Lehrer gewesen war, bei der Gründung des Kartäuserordens. Nach einer Vision, in der er sieben Kartäuser unter einem Banner mit sieben Sternen erblickte, gestattete er einer Gruppe von sieben Mönchen, sich im Tal der Chartreuse niederzulassen. Der Überlieferung zufolge übernahm Hugo bei den späteren Visitationen der Grand Chartreuse viel von der Lebensweise der Mönche für seine eigene. Der Bischof förderte auch die Gründung des Klosters von Chalais, aus dem sich ein eigenständiger Orden entwickelte.

Er warb für den ersten Kreuzzug und bekämpfte den Gegenpapst Anaklet II. Ein Neffe Hugos von Grenoble war der Abt Hugo von Bonnevaux.

Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fresko des hl. Hugo eines unbekannten Barockmalers in der Pfarrkirche St. Ulrich in Memmingen-Amendingen

Nur zwei Jahre nach Hugos Tode im Jahre 1132 sprach Papst Innozenz II. Hugo heilig. Sein Gedenktag in der Liturgie ist der 1. April. Seine Reliquien wurden während der Hugenottenkriege verbrannt. Dem Patrozinium Hugos sind die römische Titelkirche Sant’Ugo und die Pfarrkirche neben der Kathedrale in Grenoble unterstellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hugo von Grenoble – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Pontius II. Bischof von Grenoble
1080-1132
Hugo II.