Hulst

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Gemeinde Hulst
Flagge der Gemeinde Hulst
Flagge
Wappen der Gemeinde Hulst
Wappen
Provinz Zeeland Zeeland
Bürgermeister Jan-Frans Mulder (CDA)
Sitz der Gemeinde Hulst
Fläche
 – Land
 – Wasser
251,82 km2
201,71 km2
50,11 km2
CBS-Code 0677
Einwohner 27.432 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 109 Einwohner/km2
Koordinaten 51° 17′ N, 4° 2′ OKoordinaten: 51° 17′ N, 4° 2′ O
Bedeutender Verkehrsweg N258 N290 N689 N690
Vorwahl 0114
Postleitzahlen 4543, 4561
Website Homepage von Hulst
LocatieHulst.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Ansicht von Südwesten
Ansicht von SüdwestenVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Bild1

Hulst (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) (seeländisch und ostflämisch Ulst) ist eine niederländische Gemeinde der Provinz Zeeland und hatte am 31. August 2017 laut Angabe des CBS 27.432 Einwohner.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bestreicht den östlichen Teil der Region Zeeuws Vlaanderen nahe der belgischen Grenze; die belgische Stadt Antwerpen ist nur 22 km entfernt. Hulst bezeichnet sich selbst als die „flämischste Stadt der Niederlande“.

Die Straße N60, vom neuen Westerscheldetunnel zur N49 in Belgien (Antwerpen - Zelzate - Brügge) und weiter nach Sint-Niklaas führt im Kreis um die Stadt Hulst herum.

In Hulst blüht der Handel. Versandhäuser wie Neckermann Versand hatten dort eine Filiale. Auch die Landwirtschaft und der Tourismus sind von Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hulst erhielt 1180 Stadtrechte von flämischen Grafen Philipp von Elsass. Die Bevölkerung der Region beschäftigte sich im Mittelalter mit der Salzgewinnung: es wurde Torf ausgegraben, welcher durch die Meeresnähe salzhaltig war; als der Torf verbrannt war, blieb das Salz zurück. Auch Flachs wurde, unter anderem beim heutigen Dorf Heikant, damals wie heute angebaut. Hulst entwickelte sich zu einer bedeutenden Festungs- und Hafenstadt, wo unter anderem mit Laken gehandelt wurde.

Inzwischen war auf einer kleinen Düne, im Mundart „kling“, das Dorf Clinge entstanden. Im Spätmittelalter gab es oft Streitigkeiten zwischen den Grafen von Flandern und den großen dortigen Städten wie Gent. Die Hulster standen zumeist auf der Seite des Grafen. Das führte Ende des 15. Jahrhunderts dazu, dass Truppen der Stadt Gent anrückten und Hulst besetzten.

Hulst [2] lag im Achtzigjährigen Krieg zunächst (mit einer kurzen Unterbrechung 1591–1595) im Gebiet der Katholiken [3]. Die spanischen Erzherzogen Albrecht und Isabella versahen es zwischen 1615 und 1621 mit einer Umwallung und zwei vorgeschobenen Werken, den Forts Liefkenshoëck und Zandberg. Der holländische Feldherr Friedrich Heinrich eroberte es jedoch 1645 mit der Belagerung von Hulst. Das hatte die Einkreisung und Blockierung der Schelde und Antwerpens zur Folge. Die Festung wurde im Jahre 1747 von den Truppen des französischen Marquis de Contades belagert. Sie kapitulierte am 11. Mai.

Die wirtschaftliche Entwicklung von Hulst wurde, da es stark auf Flandern gerichtet war, stark beeinträchtigt. Als 1795 der Hafen geschlossen wurde (der Wasserlauf zur Schelde war so versandet, dass keine Schiffe mehr hindurchfahren konnten), trat Armut ein. Erst als im 20. Jahrhundert bessere Straßen gebaut wurden und nach 1950 der Tourismus sich entwickelte, kehrte der Wohlstand wieder zurück.

Das Dorf St. Jansteen hieß im Mittelalter Sint-Jan ter Steene. Dort stand ein Steen (ein Steinbau, vielleicht ein Schloss oder Turm), und das Dorf war bis 1795 eine Herrlichkeit, von einem Freiherrn verwaltet.

Die ganze Region war bis zum 16. Jahrhundert besät mit Refugien und „uithoven“ (Ausweichhäuser beziehungsweise Bauernhöfe) der großen Klöster Flanderns, unter anderem Ter Doest. Auch in Hulst selbst bauten die Mönche derartige Häuser.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahlen 2018[4]
 %
30
20
10
0
26,9
15,2
12,0
10,9
10,2
9,0
5,8
3,6
3,3
3,0
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+2,2
+0,7
-2,0
-1,6
+10,2
+0,9
-1,6
-10,4
+3,3
+3,0

Die Kommunalwahlen vom 21. März 2018 ergaben folgende Sitzverteilung:

Partei Sitze[5]
2014 2018
Algemeen Belang Groot Hulst 6 7
CDA 3 4
Groot Hontenisse 3 3
HulstPLUS 2
VVD 1 2
PvdA 3 2
SP 1 1
GroenLinks 0
D66 0
PROGRESSIEF HULST 3 0
HULST ANDERS 1
Gesamt 21 21

Politische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wird in folgende Ortsteile aufgeteilt:

Nr.[Anm. 1] Ort Einwohner[6][Anm. 2]
01 Hulst 10.845
02 Sint Jansteen 3.165
03 Clinge 2.320
04 Grauw 965
05 Heikant 1.125
06 Nieuw Namen 1.015
07 Kapellebrug 330
08 Kloosterzande 3.305
09 Lamswaarde 880
10 Ter Hole 475
11 Vogelwaarde 2.090
12 Hengstdijk 540
13 Ossenisse 310
Gemeinde 27.395
  1. Bezirksnummer
  2. (Stand: 1. Januar 2017)

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtmühle
  • Die drei Kilometer lange Stadtbefestigung stammt aus der Zeit des Achtzigjährigen Krieges. Man kann über die Festungswälle rund um die Stadt spazieren. Das seinerzeitige Fort Zandberg vor der Stadt ist noch mit seinen vollständigen Erdwällen vorhanden.
  • Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört ebenfalls die St.-Willibrordus-Basilika, die in den Jahren 1200 bis 1534 gebaut wurde. Der Turm der Kirche wurde nach einem Brand im Jahr 1562 wiederaufgebaut, desgleichen nach einem Brand im Jahr 1663, wiederum nach dem Jahr 1724 wegen seiner Baufälligkeit und erneut im Jahr 1957 nach der kriegsbedingten Zerstörung aus dem Jahr 1944. Den Titel einer Basilika erhielt die Kirche im Jahr 1935.
  • Hulst hat ein Heimatmuseum („De 4 Ambachten“) in einem alten „refugiehuis“ (Refugium, klösterlichen Ausweichhaus).[7]
  • Im Norden der Gemeinde gibt es die Watten des „ertrunkenen Landes von Saeftinghe“, ein Naturgebiet am Scheldeufer.
  • In Clinge werden noch Holzschuhe hergestellt.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine niederländische Version des Märchenepos Reinecke Fuchs wurde Ende des 12. Jahrhunderts unter dem Titel „Van den vos Reynaerde“ geschrieben. Dort wird Hulst namentlich erwähnt, woran die Stadt mit einem Denkmal und kulturellen Veranstaltungen erinnert.

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hulst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand August 2017Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Illustration von Frans Hogenberg von 1591: Landt Van Waest. Von Arnhem kombt ins landt von Waeß, Graff Moritz der ohn einigen staß, Die hauptstat Hulst erobert hat, ... (Digitalisat)
  3. Illustration von Frans Hogenberg von 1596: Ein starke stat so in Brabant [auf der Platte korrigiert:]in Flanderlant, Gelegen ist und Hulst genannt ... (Digitalisat); Illustration von Frans Hogenberg von 1596: Der Cardinal vor Hulst kommt an, Den 10 July mit manchem man, ... (Digitalisat)
  4. Ergebnis der Kommunalwahlen Gemeente Hulst, abgerufen am 5. April 2018 (niederländisch)
  5. Sitzverteilung im Gemeinderat Gemeente Hulst, abgerufen am 5. April 2018 (niederländisch)
  6. Kerncijfers wijken en buurten 2017 Centraal Bureau voor de Statistiek, abgerufen am 17. April 2018 (niederländisch)
  7. für eine Beschreibung der Sammlung (nur auf Niederländisch abrufbar): siehe die Webseite der Gemeinde → Cultuur → Musea