Cornalin d’Aoste

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Cornalin d'Aoste
Synonyme Humagne Rouge (Schweiz), Cornalin, – für weitere siehe Abschnitt Synonyme
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe blau-schwarz
Verwendung
Herkunft Italien
VIVC-Nr. 2838
Abstammung

Kreuzung aus
Rouge du Pays × unbekannte Sorte[1]

Liste von Rebsorten

Cornalin d’Aoste (Humagne Rouge) ist eine autochthone Rotweinsorte des schweizerisch-italienischen Alpenraums. Sie wird vorwiegend in den Schweizer Kantonen Waadt (Chablais) und Wallis (Fully und Martigny) sowie im italienischen Aostatal angebaut.

Abstammung, Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cornalin d’Aoste ist eine natürliche Kreuzung der Sorten Rouge du Pays (eine natürliche Kreuzung von Mayolet × Petit-Rouge) und einer unbekannten Rebsorte.[1]

Bei den 1999 durchgeführten DNA-Untersuchungen stellte man fest, dass die bis dahin als eigenständig geltenden Cornalin d’Aoste (Cornalin) und Humagne Rouge identisch sind und Cornalin aus einer natürlichen Kreuzung zwischen Rouge du Pays und einer unbekannten und wahrscheinlich bereits ausgestorbenen Sorte entstanden ist. Weiteres wurde geklärt, dass die früher vermutete Gleichheit mit der Sorte Petit Rouge nicht den Tatsachen entspricht.[1]

Es ist daher zu unterscheiden zwischen den Sorten:

  • Cornalin d’Aoste (Humagne Rouge): der Cornalin aus dem Aostatal, eine natürliche Kreuzung von Rouge du Pays und einer unbekannten Rebsorte.[1]
  • Rouge du Pays (Cornalin du Valais, Walliser Cornalin): eine natürliche Kreuzung von (Mayolet × Petit-Rouge)

Trotz gleichlautender Synonyme und morphologischer Ähnlichkeiten darf sie nicht mit den Sorten Olivette Noire (Corniola Nera), Petit Rouge oder Rouge du Pays (Cornalin du Valais) verwechselt werden.

Der Name leitet sich wahrscheinlich von „corniolo“, der italienischen Bezeichnung für die Kornelkirsche ab.

Die Sorte gehört zu einer Gruppe von Rebsorten, die sich in der geografischen Insellage der Alpenregionen Italiens und des Wallis in der Schweiz halten konnten. Zu dieser Familie gehören die folgenden Sorten:

Wein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die robuste, spätreifende Rebsorte, die einen rubinrot-violetten, tanninreichen und kräftigen Wein mit einem fruchtigen Waldbeeren-Bouquet hervorbringt, eignet sich gut für einen Barrique-Ausbau. Er wurde früher als "Höllenwein" bezeichnet.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cornalin d'Aoste leidet unter schwankenden Erträgen und ist sehr anfällig für Magnesiummangel sowie Botrytis.

Die Sorte ist sehr ähnlich der ebenfalls im Wallis kultivierten Sorte Rouge du Pays.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sorte wird im italienischen Aostatal auf 11 ha (2010) kultiviert. In der Schweiz betrug die Anbaufläche 2015 137 ha.[2] Weltweit gibt es eine Anbaufläche (2010) von 244 ha − im Jahr 2000 waren es nur 93 ha.[3]

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elf Synonyme: Broblanc, Broblanc Humagne Rouge, Cargnola, Cornalin, Cornalin Aosta, Cornalino, Cornallin, Corniola, Humagne, Humagne Rouge, Petit Rouge.[4]

Cornalin ist auch ein Synonym für die Sorte Rouge du Pays.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Jancis Robinson, Julia Harding, José Vouillamoz: Wine Grapes, 1. Auflage 2012, Penguin Books, London, ISBN 978-0-06-220636-7.
  2. Weinwirtschaftliche-statistik - Rebflächen Schweiz 2015
  3. K. Anderson, N. R. Aryal: Database of Regional, National and Global Winegrape Bearing Areas by Variety, 2000 and 2010, Wine Economics Research Centre, University of Adelaide, Dezember 2013 (erste Überarbeitung April 2014) (zweite Überarbeitung Mai 2014) (dritte Überarbeitung Juli 2014).
  4. abgerufen am 24. Februar 2017 Cornalin d’Aoste in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch)