Humanrights.ch

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Humanrights.ch

Menschenrechte Schweiz (MERS)

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Zweck: Menschenrechte
Vorsitz: Dieter von Blarer
Geschäftsführer: Marianne Aeberhard
Gründungsdatum: 1999
Sitz: Bern
Website: humanrights.ch

Humanrights.ch – Menschenrechte Schweiz ist eine Nichtstaatliche Organisation (NGO) mit Sitz in Bern, welche sich für Menschenrechte einsetzt.[1][2][3] Humanrights.ch ist nicht zu verwechseln mit Human Rights Watch.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

«humanrights.ch – Menschenrechte Schweiz» ist als Verein konstituiert und wurde 1999 als Nachfolgeorganisation der «Akademie für Menschenrechte AMR» gegründet. Von 1999 bis 2006 trug sie den Namen «Menschenrechte Schweiz MERS», in der Übergangszeit nach 2006 nannte sie sich «Humanrights.ch / MERS».[4]

Als in der Schweiz tätige NGO, benötigt humanrights.ch gemäss Art. 60 ff ZGB (ch) Vereinsstatuten,[5] in welchen der Zweck der Organisation festgelegt sind, damit sie als juristische Person tätig werden kann.[6]

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Informationsplattform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

humanrights.ch veröffentlicht seit 1999 auf der «Informationsplattform» Informationen zu den Menschenrechten und zur Umsetzung der Menschenrechtspolitik in der Schweiz. Anhand 29 Themenbereichen (Hashtags) kommentiert humanrights.ch das aktuelle Geschehen in der Schweiz aus menschenrechtlicher Perspektive.[7][8]

Die Informationsplattform enthält weitere Bereiche: Unter der Rubrik «Initiativen und Parlament» werden parlamentarische Initiativen und Vorstösse aufgeführt, die aus einer menschenrechtlichen Sicht relevant sind. Unter der Rubrik «Rechtsprechung und Empfehlungen» werden Urteile von nationalen Gerichten sowie des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte dokumentiert und eingeordnet. Schliesslich enthält dieser Bereich die Empfehlungen der internationalen Vertragsorgane an die Schweiz.[9] Die Rubrik «Grundlagen» enthält Informationen zu den Menschenrechten und dem System des Menschenrechtsschutzes.[10]

Gemäss den Vereinsstatuten soll die Informationsarbeit von humanrights.ch parteipolitisch ungebunden und unvoreingenommen sein und sich an der «Erklärung der Pflichten der Journalistinnen und Journalisten» des Schweizer Presserats orientieren.[11][12]

NGO-Plattform Menschenrechte Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Januar 2019 wurde die NGO-Plattform Menschenrechte Schweiz gegründet. Sie wird bei humanrights.ch koordiniert.[13] Innerhalb der Plattform beteiligen sich rund 90 schweizerische Nichtregierungsorganisationen. Das Netzwerk begleitet die Arbeit des seit 2011 bestehenden Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte (SKMR).[14]

Auf politischer Ebene setzt sich die Plattform für die Umwandlung des SKMR in eine Nationale Menschenrechtsinstitution (NMRI) ein.[15][16] Die Arbeitsschwerpunkte der Plattform sind Nationale Menschenrechtsinstitution,[17] Sicherheit und Menschenrechte,[18] Aussenpolitik,[19][20] Universal Periodic Review (UPR),[21][22] Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte,[23][24] Antirassismus,[25][26] Bekämpfung der Folter[27] und das Istanbul-Protokoll.[28]

Unabhängige Beratungsstelle für Menschen im Freiheitsentzug und ihre Angehörigen (UBF)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Februar 2017 betreibt humanrights.ch eine Beratungsstelle für Menschen im Freiheitsentzug und ihre Angehörigen. Die Beratungsstelle steht in Kontakt mit Gefangenen, erörtert Handlungsoptionen, nimmt Akteneinsicht, macht Besuche in Institutionen des Freiheitsentzugs und interveniert bei den Behörden.[29][30] Die Beratungsstelle läuft unter der Fachstelle Freiheitsentzug. Die Fachstelle hat sich die Vernetzung von Fachpersonen zum Ziel gesetzt und beteiligt sich im Rahmen von law clinics in der Ausbildung von angehenden Juristen an der Universität Bern.[31][32]

Beratungsnetz für Rassismusopfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus leitete humanrights.ch das «Beratungsnetz für Rassismusopfer».[33][34] Das Beratungsnetz ist ein Netzwerk von derzeit 23 Fachstellen aus der Schweiz, welche Beratungen bei rassistischer Diskriminierung anbieten.[35][36] Das Beratungsnetz wird bei humanrights.ch von der Fachstelle Diskriminierung und Rassismus koordiniert.[37] Die Fachstelle hat sich die Sensibilisierung, Information und Vernetzung der beteiligten Akteure zum Ziel gesetzt. Im März 2021 hat sie ein Weiterbildungsangebot für Fachpersonen lanciert.[38]

Anlaufstelle strategische Prozessführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des Projekts «Zugang zum Recht» baut humanrights.ch seit Januar 2020 eine Anlaufstelle für strategische Prozessführung auf. Die Anlaufstelle dokumentiert strategische Fälle[39] und hat sich zum Ziel gesetzt, dieses Instrument innerhalb der Schweizer Zivilgesellschaft bekannter zu machen.[40] Die Fälle werden ausgewertet, um daraus Best Practices zu entwickeln. Langfristiges Ziel ist es, dass die Anlaufstelle strategische Fälle umfassend begleiten kann.[41][42]

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugang zum Recht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Projekt «Zugang zum Recht» will humanrights.ch ein konkretes Beratungs- und Unterstützungsangebot schaffen und die Vernetzung von Betroffenen, Anwälten, NGOs und Fachstellen verbessern.[43] Das Projekt entstand aus der Fusion von humanrights.ch und Schutzfaktor M.[44]

Teilprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Teilprojekt «Monitoring des Zugangs zum Recht»[45]
  • Teilprojekt «Triage: Vermittlung von (Rechts)beratung»[46]
  • Teilprojekt «Niederschwellige Rechtsberatung für Gefangene»[47]
  • Teilprojekt «Tagung Praxis des Menschenrechtsschutzes»[48]
  • Teilprojekt «Strategische Prozessführung»[49]

Civic Solidarity Platform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

humanrights.ch ist seit 2014 – dem Jahr des schweizerischen OSZE-Vorsitzes – zusammen mit der Schweizerischen Helsinki Vereinigung aktives Mitglied der Civic Solidarity Platform. Die Civic Solidarity Platform[50] ist ein Netzwerk von über 90 Menschenrechtsorganisationen, die sich für die Verbesserung der Menschenrechtssituation in Europa, Eurasien und Nordamerika einsetzen.

Im Rahmen der Plattform soll anhand der Bildung von Allianzen die gegenseitige Solidarität gestärkt und der Einfluss auf die nationale und internationale Menschenrechtspolitik verbessert werden. Die beteiligten Organisationen werden zu spezifischen Menschenrechtsthemen und in Krisensituationen aktiv. Im Rahmen der OSZE und des Europarates leisten sie Advocacyarbeit.[51]

Partnerorganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kompetenzzentrum Menschenrechte der Universität Zürich[52]
  • Schweizerisches Kompetenzzentrums für Menschenrechte[53][54]
  • Schutzfaktor M[55][56]
  • Kinderschutz Schweiz[57]
  • usw.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Menschenrecht – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mit Basiswissen über Menschenrechte. Hrsg: Schweizer-Portal.ch, abgerufen am 13. März 2019. Informationsangebot dieser NGO
  2. Nationale Partner. Hrsg: Frei-denken.ch, abgerufen am 13. März 2019 (Bezeichnet diese NGO als Partner).
  3. Instrument für die Menschenrechtsbildung. (pdf) Hrsg: Hirschmann – Stiftung, abgerufen am 13. März 2019.
  4. Organisation. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  5. Statuten humanrights.ch. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  6. SKMR und humanrights.ch: Zwei komplementäre Informationsangebote. Hrsg: Schweizerisches Kompetenzzentrum für Menschenrechte (SKMR), abgerufen am 8. März 2019.
  7. SKMR und humanrights.ch: Zwei komplementäre Informationsangebote. SKMR, abgerufen am 17. Mai 2021.
  8. #Menschenrechte. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  9. Nationale Partner Schweizer Stiftungen, Vereine und Kampagnen, mit denen wir zusammenarbeiten. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  10. Informationsplattform humanrights.ch. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  11. Statuten humanrights.ch. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  12. Pflichten der Journalistinnen und Journalisten. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  13. Mitgliedorganisationen. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  14. NGO-Plattform Menschenrechte gegründet. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  15. Neue «NGO-Plattform Menschenrechte». Abgerufen am 17. Mai 2021.
  16. DIE SCHWEIZ HÄLT IHRE VERPFLICHTUNGEN EIN, ABER ES FEHLT IHR AN MUT. Abgerufen am 17. Juni 2021.
  17. Nationale Menschenrechtsinstitution. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  18. Sicherheit und Menschenrechte. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  19. Aussenpolitik. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  20. Wo bleibt die Kohärenz? Menschenrechte und Schweizer Aussenpolitik. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  21. DIE PERIODISCHE ÜBERPRÜFUNG DER MENSCHENRECHTSLAGE DER SCHWEIZ (UPR) EINE ZWISCHENBILANZ NACH DREI ZYKLEN. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  22. Universal Periodic Review (UPR). Abgerufen am 17. Mai 2021.
  23. Nationale Konferenz über den UNO-Pakt I. Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), abgerufen am 17. Mai 2021.
  24. UNO unterstützt NGO-Forderungen für die Achtung der Menschenrechte in der Schweiz. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  25. NGO-Bericht zur Umsetzung der Antirassismuskonvention. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  26. Willkommen beim «Beratungsnetz für Rassismusopfer». Beratungsnetz für Rassismusopfer, abgerufen am 17. Mai 2021.
  27. Bekämpfung der Folter. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  28. Istanbul Protokoll. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  29. Unabhängige Beratungsstelle für Menschen im Freiheitsentzug. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  30. BERATUNGSSTELLEN. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  31. VerteidigerInnen für Verurteilte. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  32. Evaluation des Projekts „Unabhängige Beratungsstelle für Menschen im Freiheitsentzug und ihre Angehörigen“ von humanrights.ch. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  33. Was ist das Beratungsnetz für Rassismusopfer? Abgerufen am 17. Mai 2021.
  34. Beratungsnetz für Rassismusopfer. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  35. Adressliste der Mitgliederstellen des Beratungsnetzes für Rassismusopfer. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  36. Beratungsnetz für Rassismusopfer. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  37. Beratungsnetz für Rassismusopfer. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  38. Weiterbildungsplattform Antirassismus lanciert. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  39. Falldokumentation. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  40. Anlaufstelle für politische Prozesse. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  41. Stärkung des Zugangs zum Recht für marginalisierte Personengruppen. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  42. Mit Klagen lässt sich das System verändern. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  43. Projekt «Zugang zum Recht». Abgerufen am 17. Mai 2021.
  44. Fusion mit Dialog EMRK. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  45. Monitoring des Zugangs zum Recht. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  46. Triage – Vermittlung von (Rechts-)Beratung. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  47. Unabhängige Beratungsstelle für Menschen im Freiheitsentzug und ihre Angehörigen. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  48. Tagung «Praxis des Menschenrechtsschutzes». Abgerufen am 17. Mai 2021.
  49. Stärkung des Zugangs zum Recht für marginalisierte Personengruppen. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  50. Civic Solidarity Platform. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  51. Civic Solidarity Platform. Abgerufen am 17. Mai 2021.
  52. Partnerorganisationen. Hrsg: Kompetenzzentrum Menschenrechte der Universität Zürich, abgerufen am 13. März 2019 (Die Zusammenarbeit mit dieser NGO erfolgt insbesondere im Bereich Information).
  53. SKMR und MERS: Zwei komplementäre Informationsangebote. Hrsg: Schweizerisches Kompetenzzentrum für Menschenrechte (SKMR), abgerufen am 13. März 2019.
  54. Partnerinstitution in der Pilotphase. Hrsg: Schweizerisches Kompetenzzentrum für Menschenrechte (SKMR), abgerufen am 13. März 2019 (Bezeichnet diese NGO als Partner).
  55. Schutzfaktor M – Menschenrechte schützen uns. Kampagne von Dialog EMRK, ab 27. Nov. 2014. Hrsg: Schutzfaktor M, abgerufen am 13. März 2019., mit Beteiligung von MERS
  56. Kampagne der Allianz der Zivilgesellschaft. Hrsg: Schutzfaktor M, abgerufen am 13. März 2019., mit Beteiligung von MERS
  57. Starke Partner. Hrsg: Kinderschutz Schweiz, abgerufen am 13. März 2019 (Bezeichnet diese NGO als Partner).