Humboldt-Gymnasium Düsseldorf

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Humboldt-Gymnasium Düsseldorf
Humboldt-Gymnasium Düsseldorf Nebentrakt 01.JPGLogo-hg.gif
Humboldt-Gymnasium Düsseldorf: Nebentrakt im ursprünglichen Bauzustand, Haupttrakt (rechts) nach Renovierung
Schulform Gymnasium
Schulnummer 164320
Gründung 1838
Adresse

Pempelforter Straße 40

Ort Düsseldorf
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 13′ 47″ N, 6° 47′ 31″ OKoordinaten: 51° 13′ 47″ N, 6° 47′ 31″ O
Träger Stadt Düsseldorf
Schüler 1251
Lehrkräfte 98
Leitung Volker Syring
Website humboldt-duesseldorf.de

Das Humboldt-Gymnasium Düsseldorf ist ein städtisches Gymnasium in Düsseldorf. Es nimmt als „NRW Musik-Profilschule“ an einem Schulversuch des Landes Nordrhein-Westfalen teil, um musikbegabte Schüler gezielt zu fördern und für eine berufliche Laufbahn als Musiker zu interessieren[1] und wird derzeit von 1206 Schülern besucht.

Schule ohne Rassismus.svg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule wurde 1838 unter der Bezeichnung „Städtische Realschule in der Citadellstraße“ auf einer ehemaligen Klosteranlage der Franziskaner (heutiges Maxhaus) in Düsseldorf gegründet. 1860 wurde sie zur Realschule I. Ordnung (ab 1882 Realgymnasium genannt) graduiert und zog in einen Neubau an die Klosterstraße (damals Pfannenschopstraße) um. Das nicht mehr bestehende Gebäude wurde 1858 in den klassischen Formen der Schinkelschen Schule erbaut.[2] Ab 1890 wurde sie, mit den ersten Abiturprüfungen in 1889, in Städtisches Realgymnasium und Gymnasium an der Klosterstraße umbenannt.[3] Im alten Schulgebäude an der Citadellstrasse etablierte sich eine „Bürgerschule“, die verwaltungstechnisch der Realschule I. Ordnung zugeschlagen wurde, sich aber 1878 verselbständigte und später zum Fürstenwall umzog. Aus ihr ging das heutige Geschwister-Scholl-Gymnasium hervor.

Nach dem Ersten Weltkrieg, dem 186 Schüler und Lehrer zum Opfer fielen,[4] wurde das Gymnasium auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 23. April 1918 in „Hindenburgschule“ umbenannt.[5] In den Jahren der Weltwirtschaftskrise wurden durch ein Hilfswerk aus Schülern in den Jahren 1929 bis 1933 bedürftige Düsseldorfer Familien über Spenden von Kleidung, Lebensmitteln, Baumaterial, z. T. durch Patenschaften, z. T. anonym unterstützt.[6] Die Gleichschaltungspolitik der NSDAP macht auch an der Schule nicht Halt: Im November 1935 wurde dem Jugendwalter der Schule, Bannführer Neupert vermeldet, dass 95 % der Schüler im Jungvolk/der HJ organisiert seien, alle Abiturienten gehören mindestens einer NS-Organisation an.[7][8] Die Schüler jüdischen Glaubens wurden auch an der Hindenburgschule ausgeschlossen, im Abiturjahrgang 1933 und 1934 waren noch jeweils 3 jüdische Schüler, 1935 bereits keiner mehr.[9] Von dreien dieser Schüler ist bekannt, dass sie in einem KZ ermordet wurden. Das Schulgebäude wurde am 12. Juni 1943 bei einem der Luftangriffe auf Düsseldorf komplett zerstört. Der Unterricht wurde für die verbliebenen, nicht zur Wehrmacht eingezogenen bzw. als Luftwaffenhelfer eingesetzten Schüler in ländlichen Gebieten, allerdings ohne Fachunterricht, fortgesetzt, Weihnachten 1944 komplett eingestellt. Von den Abiturjahrgängen der Jahre 1920 bis 1929 kamen 5 % der Schüler als Soldaten im Zweiten Weltkrieg ums Leben, von den 1930er- bis 1939er-Abiturklassen waren es 20 %, bei den 1940er- bis 1943er-Abschlussjahrgängen 23 %, die höchsten Verluste (28 %) erlitt der 1940er-Jahrgang.[10]

Im Oktober 1945 begann auch die neuere Geschichte des Gymnasiums. Es wurde mit Beschluss des Vertrauensausschusses der Stadt Düsseldorf am 12. Oktober 1945 in „Humboldt-Gymnasium“ umbenannt[11] und trug die amtliche Bezeichnung „Städtisches altsprachliches Gymnasium mit neusprachlichem (romanistischem) Zweig“. Der reguläre Unterricht konnte im April 1946 wiederaufgenommen werden, die Schüler wurden in den Gebäuden des Görres-Gymnasiums und der Luisenschule in verschiedenen Schichten (wechselweise mit den Schülern der gastgebenden Schulen) unterrichtet.

1955 wurde das von Ernst Petersen und Walter Köngeter geplante, heutige Schulgebäude an der Pempelforter Straße mit Sporthalle, Aula, Foyer und Fachräumen nach 18-monatiger Bauzeit fertiggestellt, die Baukosten beliefen sich auf 4.350.000 DM. Am 7. Dezember wurde die Schule mit einem Festakt in Anwesenheit des NRW-Kultusministers Werner Schütz, einer Urenkelin Wilhelm von Humboldts, sowie u. a. Vertretern der Stadt, der Rektoren der Düsseldorfer Hochschulen, des Landes NRW und der Kirchen eröffnet.[12]

Ab 1972 wurde gemeinsam unterrichtet, ein Jahr später wurde die reformierte Oberstufe eingeführt. 1988 wurde das benachbarte Lise-Meitner-Gymnasium (1970 gegründet, mathematisch-naturwissenschaftlicher Zweig des Luisen-Gymnasiums) an das Humboldt-Gymnasium angeschlossen. Seitdem besitzt die Schule zwei Schulgebäude und zwei Sporthallen. Ein Teil des ehemaligen Lise-Meitner-Gymnasiums wird durch das Städtische Walter-Eucken-Berufskolleg als Dependance genutzt.

Nach der Neugründung 1955 startete der Unterricht mit zunächst drei Parallelklassen (zwei Latein-, eine Englischklasse), ab dem Schuljahr 1997/1998 wurde das Humboldt-Gymnasium vierzügig und seit 2010/2011 mit zwei Latein- und drei Englischklassen fünfzügig geführt. Im Schuljahr 2015/16 wurde ein (einmaliger) Beginn in der 5. Klasse mit sechs Parallelklassen realisiert. Die Einschulungsjahrgänge 2008 bis 2017 werden nach „G8“ unterrichtet, seit 2018 ist erneut „G9“ für die neubeginnenden 5. Klassen verpflichtend. Die Schülerzahl liegt seit Jahren relativ konstant um 1240, die der Lehrpersonen um 100.

Das damals 50 Jahre alte Schulgebäude wurde zwischen 2005 und 2006 umfassend saniert. Die Fassadengestaltung ging dabei teilweise verloren, da beim Austausch der Fenster die Aufteilung der Fensterflächen verändert und die feingliedrigen Metall- durch breite Kunststoffrahmen ersetzt wurden. Eine Sanierung des Lise-Meitner Gymnasiums ist in Planung, ebenso ein Neubau einer modernen Turnhalle auf dem bisher als Sportplatz genutztem Grundstücksbereich an der Wielandstraße.

Auf Initiative und mit finanzieller Unterstützung durch den Förderverein der Schule wurde 2011 in Räumen der ehemaligen Lise-Meitner-Schule ein Schul-Café eingerichtet und betrieben. Ein Jahr später wurde die Schulmensa eröffnet, dort wird in Kooperation mit einem externen Anbieter ein Mittagsmenü angeboten.

2013 wurde das 175-jährige Schuljubiläum mit einer Vielzahl von Veranstaltungen gefeiert. Hauptakt war die Uraufführung einer Humboldt-Symphonie in der Tonhalle Düsseldorf, die von Wilfried Steinmaßl, Musiklehrer der Schule, für das Jubiläum komponiert wurde. Das Orchester bestand aus Schulmitgliedern, ergänzt durch Musiker der Robert Schumann Hochschule für Musik aus Düsseldorf.[13]

Kunst am Schulgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fries in der Aula des Realgymnasiums von Eduard Bendemann

Von den Kunstwerken der Hindenburgschule, u. a. Friese, (1861–1866 ausgeführt)[14] und Fenster in der Aula (1889) von Eduard Bendemann, Fenster im Treppenhaus von Erhardt Klonk (1938), eine Gipsplastik Der junge Mensch von Ivo Beucker (1934) sind nur eine Brunnenplastik von Ivo Beucker (s. u.) und vier von insgesamt sieben durch H. E. Walter Jost 1913 geschaffene Schulleiter-Porträts der Direktoren Heinen, Ostendorf, Kirchner und Leitritz sowie ein Porträt von Erythropel (angefertigt 1936 vom Maler Leopold Wenzel) erhalten. Diese Porträts hingen längere Zeit im Flur zum Lehrerzimmer der jetzigen Schule.[15]

Ivo Beucker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ivo Beucker: Brunnenplastik aus Bronze „Jüngling“ (1938)
Ivo Beucker: Bronze-Plastik „Lesender Jüngling“ (1963)
Ivo Beucker: Detail aus „Mahnmal für die Opfer beider Kriege“ (1958)

Zwischen der Schule und dem Künstler als ihrem ehemaligen Schüler bestand eine besondere, fortdauernde Beziehung. Bereits 1938 erschuf er eine Bronzeplastik Jüngling für eine Brunnenanlage der Hindenburgschule.[16] Die Plastik ist jetzt auf einem gemauerten Sockel am Rande des Schulhofes Richtung Eingang Wielandstraße aufgestellt. 1955 wurde er von der Stadt beauftragt, zwei Büsten der Gebrüder Humboldt anzufertigen. Sie wurden am Eingangsportal aufgestellt, jedoch noch im gleichen Jahr vom Künstler wegen Beschädigungen wieder entfernt. Sie galten lange als verschollen, wurden nach Restaurierung im Rahmen eines Festaktes anlässlich des 100. Geburtstages Beuckers 2009 in der Aula wieder angebracht.[17] 1958 entwarf er als Ersatz für das im Krieg zerstörte Ehrenmal der gefallenen Schüler und Lehrer des Ersten Weltkrieges ein Mahnmal für die Opfer der beiden Kriege, welches von Ferdi Walther ausgeführt wurde. Es wurde am 29. April 1958 im Beisein des Künstlers enthüllt, im Erdgeschoss des Treppenhauses installiert.[18] Anlässlich des 125-jährigen Schuljubiläums 1963 wurde der Schule, von Ehemaligen in Auftrag gegeben, die neu geschaffene Bronzeplastik Lesender Jüngling übergeben (Standort im Treppenhaus 1. OG).

Hans Kindermann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wandrelief von Hans Kindermann: Ornithes (1955)

Im ersten Stock des Treppenhauses nimmt das 1955 geschaffene Wandrelief Ornithes, Name eines Theaterstückes von Aristophanes, Bezug zu Theateraufführungen in der Aula. Dieses Stück wurde im Rahmen der Schuleinweihungsfeiern dort aufgeführt.[19]

Curt Beckmann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenüber von Ornithes ist, als Flachrelief ausgeführt, der Sonnengott Helios angebracht.

Erwin Heerich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Übergang vom Haupttreppenhaus zum Klassentrakt waren in allen drei Etagen Brunnenräume in einem Glaserker eingerichtet, die von Heerich ausgeführte Trinkbrunnen beherbergten.[20] Sie sind nicht erhalten, mit Einführung der reformierten Oberstufe wurden 1973 in den Erkern Büroräume errichtet.

Erwin Kretz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kretz: Vier Elemente (ca. 1955)

An der Fassade des östlichen Gebäudeflügels sind vier Mosaiktafeln (ca. 100 × 80 cm) angebracht, deren Symbole die vier Elemente darstellen.

Günter Grote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Erdgeschoss des Treppenhauses wurden zwei wandhohe Mosaikwerke Mikrokosmos und Makrokosmos verwirklicht.

Maria von Ohlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria v. Ohlen (1928–2002): Beschwingte Mädchen. Bronzeskulptur (1959)

Die 1959 erschaffene Bronzeplastik wurde 1963 zur Eröffnung des Clara-Schumann-Gymnasiums gestiftet und dort aufgestellt. Nach Schließung der Schule 1989 wurde die Plastik von der Stadt Düsseldorf dem Humboldt-Gymnasium übergeben.

Sprachen und Differenzierungsbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Differenzierungsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klasse 5: Englisch, ggf. zusätzlich Latein
  • Klasse 6: Französisch, Latein
  • Klasse 8: Altgriechisch, Mathematik/Informatik, Biologie+, Musik praktisch, Französisch
  • Klasse 10 (EF): Altgriechisch, Hebräisch, Italienisch, Japanisch (ZK, schulübergreifender Kurs), Russisch (ZK, schulübergreifender Kurs)

„Latein plus“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit einem erfolgreichen Pilotprojekt im Jahre 2001 besteht die Möglichkeit, ab der fünften Klasse parallel in Englisch und Latein unterrichtet zu werden. Diese Schüler können dann bei entsprechender Sprachbegabung ab der 7. Klasse zusätzlich noch Französisch belegen. Ab der 8. gibt es im regulären Angebot Altgriechisch als 4. Sprache zu erlernen. Ab Stufe 10 kann in einem Zentralkurs (ZK) eine sechste Sprache belegt werden.

Sprachzertifikat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 besteht die Möglichkeit in der Q2 das Cambridge English Certificate (Level C1) zu erwerben. Eine zusätzliche Vorbereitung, über den Unterricht hinaus, besteht in der Teilnahme an der Cambridge AG.

Musikangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikunterricht erfolgt durchgehend von der Klasse 5–9, in der Oberstufe als Wahlfach (Grund-/Leistungskurs).

Seit dem Schuljahr 2002/2003 besteht das MUSIKplus-Angebot: Lehrer und Dozenten der örtlichen Clara-Schumann-Musikschule und der Robert Schumann Hochschule geben in der Schule Instrumental- bzw. Gesangsunterricht. Das Angebot beginnt in der 5. Klasse und endet nach der 6. Der Unterricht kann anschließend in der Musikschule fortgesetzt werden. Es sind zwei Anfänger- und zwei „Experten“klassen (für Kinder mit instrumentaler Vorerfahrung), sowie ab 2011 eine Singklasse eingerichtet.

Zur Auswahl an Instrumenten stehen:

In das MUSIKPlus-Angebot eingegliedert ist das Tanzprojekt Musik und Bewegung.

An der Schule existieren verschiedene Musikensembles. Neben dem Jazz-Orchester sind es Brass Band sowie Orchester für Zupfinstrumente Giratte der Klassen 5–8, die allen Schülern mit mindestens zwei Jahren Instrumentenerfahrung oder nach Teilnahme am MUSIKplus-Angebot offenstehen. Ab der 7. Klasse bis zum Abitur ist die Teilnahme bei den Siyanda Strings (Streichorchester), ab der 9. Klasse ist ein Wechsel in das Sinfonieorchester oder die Big Band möglich. Darüber hinaus gibt es einen Unterstufen- und einen Mittel-/Oberstufenchor. Zusätzlich hat sich Cave Cantum, ein Eltern-Lehrer-Ehemaligen-Chor unter der Leitung von Tilman Wohlleber etabliert.

Der Chor der Singklassen war am Projekt der Band „Die Toten Hosen“ und der Robert Schumann Hochschule zu drei Konzerten in der Tonhalle Düsseldorf im Oktober 2013 zur „entarteten“ Musik beteiligt. Dazu wurde ein Live-Album mit dem Titel Entartete Musik – Willkommen in Deutschland veröffentlicht.[21]

Das Humboldt-Gymnasium Düsseldorf wurde im März 2021 vom Ministerium für Schule und Bildung offiziell als NRW-Musikprofil-Schule ausgezeichnet und nimmt damit bis zum Jahr 2026 am Schulversuch teil. Dies hat zum Ziel, musikbegabte Schüler gezielt zu fördern und sie für eine mögliche berufliche Laufbahn als Musiker zu interessieren.[22]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 wurde die Schule in das Programm „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ aufgenommen. Oliver Fink, zu dem Zeitpunkt Kapitän der Fußballbundesligamannschaft von Fortuna Düsseldorf ist Projektpate.[23] Ab der 8. Klasse können sich Schüler in einer 30-stündigen Weiterbildung zum Streitschlichter ausbilden lassen, ab der 9. Klasse im Bereich des Schulsanitätsdiensts.

Klassenfahrten und Austausch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Mitte der 1950er bis in die 1960er Jahre fuhren die Abiturklassen auf die Schulfarm Insel Scharfenberg im Rahmen von geförderten Berlinfahrten, umgekehrt kamen Schüler dieser Schule im Austausch in das schuleigene Schullandheim in Waldbröl. Darüber hinaus bestanden Kontakte mit Schüleraustausch zur Hans-Thoma-Schule in Berlin-Hermsdorf bzw. dem Arndt-Gymnasium Dahlem.[24]

In den Schuljahren 5–9 fahren die Schüler im Rahmen einer fünftägigen Klassenfahrt in das Schullandheim nach Waldbröl, in der 10. Klasse (EF) findet eine 3-tägige „Stufenfindungsfahrt“ statt.

In Stufe „EF“ besteht für die Schüler außerdem die Möglichkeit, an einem zehntägigen Frankreichaustausch an der École Alsacienne oder in der Q1 an einem dreiwöchigen Austausch an der Wayzata Senior High School in der Nähe von Minneapolis teilzunehmen. Weitere Partnerschulen mit Schüleraustausch sind die Chengnan Middle School im chinesischen Dazu (EF und Q1) sowie das Liceo G. D. Cassini in Genua (Q1).

Schullandheim „Haus Pempelfort“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der 1950er Jahre wurde am oberen Ortsrand von Waldbröl das 50.000 m2 große Gelände durch Pädagogen und Förderer des Gymnasiums erworben. Das Schullandheim befindet sich im ehemaligen Gebäude einer Planungsbaracke für die 1938 geplante Adolf-Hitler-Schule mit Kreisburg (Entwurf Clemens Klotz), deren Bauarbeiten jedoch 1940 eingestellt wurden.[25] Es finden sich dort heute Relikte der Anlage in Form einer Stützmauer, Ansätzen der Freitreppe und dem Sportplatz; heute gibt es einen zusätzlichen Hartplatz für weitere sportliche Aktivitäten.

Nach Umbauten wurde das Haus am 7. Dezember 1957 eingeweiht und ist seitdem unter der Trägerschaft des gleichnamigen Vereins eine gemeinnützige Bildungseinrichtung. Die Belegung mit Vollverpflegung kann aktuell mit 58 Schülern und bis zu 5 Begleitpersonen (Einzelzimmer) erfolgen. Im Haus stehen heute zwei Unterrichtsräume (mit Klavier), ein separater Speisesaal (der „Glaspalast“ mit Blick auf das Gelände), ein Tischtennisraum, ein Billardtisch, ein Kickertisch und ein separates Lehrerzimmer zur Verfügung. In den nicht von eigenen Schulklassen genutzten Zeiten kann das Schullandheim auch von anderen Gruppen bzw. Vereinen gemietet werden.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Humboldt-Gymnasium hat eine Partnerschaft mit der Clara-Schumann-Musikschule der Stadt Düsseldorf und mit der Robert-Schumann-Musikhochschule, sowie früher mit dem Tanzhaus NRW.

Partnerschulen sind:

Schulbezogene Vereine und Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein der Ehemaligen und Freunde des Humboldt-Gymnasiums in Düsseldorf e. V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorläufer des jetzigen Vereins geht zurück bis 1926, das Gründungsjahr des Ehemaligenvereins der Hindenburgschule. Ziel des jetzigen Vereins ist, den Gedankenaustausch zwischen Eltern, Lehrern, Schülern und Ehemaligen des Humboldt-Gymnasiums, der Hindenburgschule und des Lise-Meitner-Gymnasiums im Sinne des humboldtschen Schulideals zu fördern und Beihilfen für Unterrichtsmaterial, für Schulveranstaltungen und für bedürftige Schüler zu ermöglichen. Er ist Gründer einer Stiftung zur Unterstützung seiner satzungsgemäßen Aufgaben.

Alle 2 Jahre wird ein Berufsinformationsabend organisiert, bei dem Ehemalige den Oberstufenschülern Rede und Antwort zu ihren Berufen "im Alltag, aus 1. Hand" stehen.

Schullandheim Humboldt-Gymnasium Düsseldorf e. V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1957 gegründet, ist der gemeinnützige Verein Träger des Schullandheims der Schule in Waldbröl.

Förderverein Humboldt-Gymnasium Düsseldorf e. V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Förderverein wurde am 7. März 1991 gegründet. Er hat bisher bei jährlichen Einnahmen von zurzeit ca. 25.000 € viele Einzelprojekte wie u. a. Bücherbeschaffungen, Finanzierung von Exkursionen, Beschaffung von EDV-Geräten ermöglicht. Momentaner Schwerpunkt der Förderung ist die (ergänzende) Ausstattung der Schule mit elektronischen Medien, wie iPads, ActiveBoards, Dokumentenkameras. Seit 2005 ist er Träger des Schulcafés.

Humboldt Solar GbR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 wurde von Schülereltern mit Unterstützung der Schule und der Stadt Düsseldorf auf dem Dach des Hauptgebäudes eine Photovoltaikanlage mit 280 m2 Fläche errichtet. Mit dem Erlös wurde eine Photovoltaikanlage in Kooperation mit „SEWA-Sonnenenergie für Westafrika e. V.“ für eine Schule in Saya (Burkina Faso) aufgebaut.[33]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Heinen, 1838–1870, 1870 gestorben
  • Vakanzzeit, 1870–1872
  • Julius Ostendorf, 1872–1877, 1877 gestorben; Namensgeber des Städt. Gymnasiums in Lippstadt
  • Carl Böttcher, 1878–1882
  • Friedrich Kirchner, 1882–1885, ab 1885 Direktor der Ritterakademie in Liegnitz
  • Adolf Matthias, 1885–1898, danach Schulrat in Koblenz und Vortragender Rat im Ministerium; 1917 gestorben
  • Paul Cauer, 1898–1905
  • Johannes Leitritz, 1905–1910, von 1903 bis 1905 Leiter der Städtischen Realschule an der Prinz-Georg-Straße; 1910 gestorben
  • Vakanzzeit, 1910–1911
  • Eberhard Erythropel, 1911–1927
  • Hans Ellenbeck, 1927– (1939), ab 1939 nicht mehr aktiv als Schulleiter vor Ort, da zur Wehrmacht eingezogen: ab 1940 im OKW, ab 1943 Lehrbeauftragter an der TH Dresden, wahrscheinlich dauerhafte Vertretung
  • Hans Sandgathe, 1945–1950
  • Hubert Kreuzberg, 1950–1951, kommissarische Leitung
  • Gustav Würtenberg, 1951–1963
  • Werner Ochel, 1963–1974, einst selber Schüler der Schule
  • Manfred Drillisch 1975–1995
  • Marie-Luise Balkenhol, 1996–2006
  • Volker Syring, seit 2006, einst selber Schüler der Schule

Bekannte Schüler (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Lehrer (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Stolz: 100 Jahre Hindenburgschule. Düsseldorf 1938.
  • H. W. Erdbrügger (Hrsg.): Tradition und Gegenwart. Festschrift zur 125-Jahrfeier des Städtischen Humboldt-Gymnasiums Düsseldorf. Düsseldorf 1963.
  • Stephan Lipski (Hrsg.): 150 Jahre Humboldt-Gymnasium Düsseldorf – 1838 bis 1988. Düsseldorf 1988.
  • Wolfgang Funken: Kunst an Schulen in Düsseldorf. In: Stadtarchiv Düsseldorf (Hrsg.): Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv Düsseldorf. Band 16. Düsseldorf 2006.
  • Humboldt-Gymnasium Düsseldorf (Hrsg.): Gemeinsam die Welt Entdecken. 175 Jahre Humboldt-Gymnasium Düsseldorf 1838–2013. Düsseldorf 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Humboldt-Gymnasium Düsseldorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. humboldt-duesseldorf.de: Musikalischer Schwerpunkt}, abgerufen am 1. November 2021.
  2. Neubau einer Realschule in der Pfannenschoppenstraße. In: Verwaltungsbericht für das Jahr 1856 und Etat der Stadt Düsseldorf.
  3. Städtisches Realgymnasium und Gymnasium (Klosterstraße 7.), Adressbuch der Stadt Düsseldorf für das Jahr 1890. Dritter Teil. Kunst- und Schulanstalten.
  4. Liste der Gefallenen in: Heinz Stolz: 100 Jahre Hindenburgschule. Düsseldorf 1938, S. 74–79.
  5. Heinz Stolz: 100 Jahre Hindenburgschule. Düsseldorf 1938, S. 72.
  6. Heinz Stolz: 100 Jahre Hindenburgschule. Düsseldorf 1938, S. 98–100.
  7. Heinz Stolz: 100 Jahre Hindenburgschule. Düsseldorf 1938, S. 106.
  8. Irmgard Ketteler: Abitur im Dritten Reich. In: Stephan Lipski (Hrsg.): 150 Jahre Humboldt-Gymnasium Düsseldorf. Düsseldorf 1988, S. 118.
  9. Irmgard Ketteler: Abitur im Dritten Reich. In: Stephan Lipski (Hrsg.): 150 Jahre Humboldt-Gymnasium Düsseldorf. Düsseldorf 1988, S. 115.
  10. Annex II - Liste der Abiturienten 1889 bis 1963. In: H. W. Erdbrügger (Hrsg.): Tradition und Gegenwart – Festschrift zur 125-Jahrfeier. Muth-Verlag, Düsseldorf 1963.
  11. Niederschriften über die Sitzungen des Vertrauensausschusses vom 12. Oktober 1945 bis 29. November 1945. Stadtarchiv Düsseldorf, S. 63.
  12. Presseartikel. In: Stephan Lipski (Hrsg.): 150 Jahre Humboldt-Gymnasium Düsseldorf. Düsseldorf 1988, S. 241–247.
  13. Presseartikel
  14. Franz Heinen; Bendemann’s Wandgemälde in der Aula der Realschule Düsseldorf. Düsseldorf 1866.
  15. Carola Gries: Aufbruch mit Humboldt (1945–2013). Kunstwerke im Humboldt-Gymnasium. In: Humboldt-Gymnasium Düsseldorf (Hrsg.): Gemeinsam die Welt entdecken. 175 Jahre Humboldt-Gymnasium Düsseldorf 1838–2013. Düsseldorf 2013, S. 52–61.
  16. Blätter der Hindenburgschule. Nr. 1 (1952), S. 3.
  17. Westdeutsche Zeitung. 25. September 2009.
  18. Die Pempelforte. Nr. 3 (1958), S. 6.
  19. H. W. Erdbrügger (Hrsg.): Tradition und Gegenwart. Festschrift zur 125-Jahrfeier des Städt. Humboldt-Gymnasiums Düsseldorf. Düsseldorf 1963, S. 225.
  20. Rechnungen und Planzeichnungen im Stadtarchiv IV, 25869/III, Band 3.
  21. Presseartikel
  22. [1] Pressemitteilung der Landesregierung NRW vom 19. September 2021
  23. Webseite von Fortuna Düsseldorf, abgerufen am 19. November 2021
  24. Wolfgang Pewesin: Haus Pempelfort. In: H. W. Erdbrügger (Hrsg.): Tradition und Gegenwart – Festschrift zur 125-Jahrfeier. Düsseldorf 1963.
  25. Pläne und Modellfotos im Schularchiv.
  26. Heinrich Spohr: Internationaler Schüleraustausch. In: 150 Jahre Humboldt-Gymnasium Düsseldorf. Düsseldorf 1988, S. 176.
  27. Internetseite der Wayzata Highschool (auf Englisch)
  28. Heinrich Spohr: Internationaler Schüleraustausch. In: 150 Jahre Humboldt-Gymnasium Düsseldorf. Düsseldorf 1988, S. 176.
  29. Internetseite der Schule (auf Französisch)
  30. Heinrich Spohr: Internationaler Schüleraustausch. In: 150 Jahre Humboldt-Gymnasium Düsseldorf. Düsseldorf 1988, S. 176.
  31. Internetseite der Schule (auf Französisch)
  32. Internetseite des Liceo G.D. Cassini zum Austausch (auf Italienisch)
  33. Homepage der Humboldt Solar
  34. Christian Gottfried Trinkaus, geboren 1843, Sohn des Christian Gottfried Trinkaus stieg 1864 in das väterliche Geschäft ein.