Hundelshausen (Witzenhausen)

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51.2926777777789.8506277777778203Koordinaten: 51° 17′ 34″ N, 9° 51′ 2″ O

Hundelshausen
Höhe: 203 m ü. NN
Einwohner: 1365 (2011)
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 37215
Vorwahl: 05542
Blick auf den nördlichen Teil Hundelshausens

Hundelshausen ist ein Ortsteil der Stadt Witzenhausen im nordöstlichen Hessen, Deutschland. Das Dorf hat etwa 1.365 Einwohner.
Die Familie von Hundelshausen gehört zur heute noch bestehenden Althessischen Ritterschaft.

Geographie[Bearbeiten]

Hundelshausen liegt östlich des Kaufunger Walds im Naturpark Meißner-Kaufunger Wald und etwas südlich der Kernstadt von Witzenhausen. Es befindet sich bei etwa 200 m ü. NN im Tal des Unterlaufs der Gelster an der B 451. Der etwa 3 km entfernte, östlich gelegene Hof Rückerode gehört als Exklave zur Gemarkung Hundelshausen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1111 wurde Hundelshausen erstmals im Verzeichnis der Besitzungen der Reichsabtei Fulda unter dem Namen „Hunolteshusen“ erwähnt. 1297 wird Hundelshausen nun als Dorf in der Landgrafschaft Hessen unter seinem heutigen Namen „Hundelshausen“ durch das Kloster Cornberg, einem Tochterkloster der Reichsabtei Hersfeld, erwähnt. Der Ort gehörte bis 1821 zum hessischen Amt Ludwigstein/Witzenhausen und danach zum Landkreis Witzenhausen. Während der französischen Besetzung gehörte Hundelshausen zum Kanton Witzenhausen im Königreich Westphalen (1807-1813).

Im 19. Jahrhundert wurde am östlichen Rand des Dorfes Gips entdeckt. Seit 1921 wurde der Gips von den Kurhessischen Gipswerken Peter Orth abgebaut, die nach der Fusion mit den Vereinigten Gipswerken Stadtoldendorf im Jahre 2004 als größter Arbeitgeber vor Ort unter VG-Orth GmbH & Co. KG firmieren. Durch den Gipsabbau entstand der Grüne See, ein Naturbadesee.

Blick von der Spitze auf Hundelshausen - Sommer 1957

Am 1. Oktober 1971 wurde Hundelshausen in die Stadt Witzenhausen eingegliedert,[1] da Hundelshausen, Kleinalmerode, Ellingerode, Dohrenbach und Rossbach sich nicht einig werden konnten, in welchem Dorf das Rathaus ihrer gemeinsam geplanten "Gemeinde Vierbach" stehen sollte.

Chronologische Abfolge der historischen Ereignisse

  • 1111 Das Kloster Fulda erhält Land und eine Mühle zu Hundelshausen.
  • 1327 Das Dorf Hundelshausen ist zum Schloß Rusteberg lieferungspflichtig.
  • 1357 Der Landgraf Heinrich von Hessen belehnt Hermann von dem Berge mit dem Gut zu Hundelshausen.
  • 1359 Landgräfliche Gestattung zum Verkauf einer Gülte Land zu Hundelshausen.
  • 1365 Landgraf Hermann versetzt das Dorf Hundelshausen an Werner von Hanstein.
  • 1366 Die von Berlepsch verkaufen ihr landgräfliches Lehen zu Hundelshausen an die von Halle.
  • 1374 Die später auch zur Althessischen Ritterschaft zählenden Herren von Hundelshausen treten erstmals in der Ortsgeschichte auf, sie halten zu dieser Zeit jedoch im Dorf bereits Zinsgüter.
  • 1374 Die von Berlepsch tauschen mit dem hessischen Landgrafen das Dorf Hundelshausen gegen Gertenbach.
  • 1378 Landgraf Hermann versetzt dem Werner von Hanstein seinen Teil des Dorfes Hundelshausen.
  • 1382 Landgraf Hermann versetzt Werner von Hanstein das gesamte Dorf Hundelshausen.
  • Ende des 14. Jahrhunderts: Hermann von dem Berge besitzt 2 Hufen zu Hundelshausen vom Landgrafen Hermann zu Lehen.
  • 1423 Der Hartrad von Hundelshausen ist Lehnsmann des Klosters Kaufungen in Hundelshausen.
  • 1452 Gottschalk von Plesse belehnt Philipp von Hundelshausen mit allen Gerechtigkeiten zu Hundelshausen; folgend Belehnungen bis 1521.
  • 1538 Die von Hundelshausen tauschen beim Landgrafen Philipp ihr Dorf Hundelshausen ohne Pfarrei und Zehnten ein.
  • 1545 Rechte und Zinsen werden durch Landgraf Philipp an Christoph Hülsing verliehen.
  • 1575/85 Zinsen und Güter zu Hundelshausen ist ein hessisches Lehen der Herren von dem Berge.

Einwohnerzahlen

Jahr Ew.
1961 1281
1970 1371

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Neugotische Kirche von Hundelshausen
  • Grüner See, Ex-Tagebau und jetziger Badesee bei Hundelshausen
  • Kirche zu Hundelshausen, erbaut 1863–67, neugotischer Bau mit steinerner Kirchturmspitze, Entwurf: Georg Gottlob Ungewitter
  • VG-Orth-Tower
  • Altes Gericht, ehemaliger Richtplatz oberhalb von Hundelshausen, 2007 wiedererrichtet
  • Die Route des Bilstein-Bike-Marathon verläuft als ausgeschilderter und öffentlicher Mountainbike-Rundweg durch Hundelshausen
  • Langenberghütte: Eine Grillhütte, von den Vereinen erbaut, auf einem großen Freizeitgelände. Unterhalb des Geländes befindet sich ein Kneippbad.

Auf dem Gelände der Langenberghütte auf der „Heuer“ findet jährlich am Karsamstag das Osterfeuer statt. In der Regel ist es das größte Osterfeuer Witzenhausens. Im Jahr 2003 entzündeten Brandstifter das Osterfeuer bereits am frühen Gründonnerstagmorgen, jedoch konnte die Freiwillige Feuerwehr Hundelshausen das große Osterfeuer noch „retten“.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Kirmes[Bearbeiten]

Jedes Jahr wird in Hundelshausen auf dem Festplatz auf der Bleiche die Kirmes gefeiert. Sie findet immer am zweiten Wochenende im September statt und wird im Wechsel von den fünf größten Hundelshäuser Vereinen ausgerichtet.

In 2011 fand die 900-Jahr-Feier statt: Hierbei wurde zusätzlich zur Kirmes ein Festkommers am Donnerstagabend ausgetragen. Zum historischen Festzug am Sonntag kamen mehrere tausend Besucher nach Hundelshausen. Die 900-Jahr-Feier wurde von der „900 Jahre Hundelshausen GbR“ ausgetragen, deren Gesellschafter die fünf kirmesführenden Vereine und der Kulturverein Gelstertal sind. Die GbR organisierte im Jahr 2011 zahlreiche weitere Veranstaltungen anlässlich des Dorfjubiläums, wie z. B. ein Jubiläumsschießen, und sie beteiligte sich an zahlreichen Festumzügen in der Region. Hierfür wurde der GbR u. a. ein Ehrenpreis des Erntefestausschusses Witzenhausen verliehen.

Veteranentreffen[Bearbeiten]

Am Pfingstwochenende treffen sich seit 1981 junge Leute aus Hundelshausen und Umgebung zu einer mehrtägigen Party am Alten Gericht. 2011 wurde das 30. Jahrestreffen mit einem großen Fest gefeiert. Weit über 100 Menschen aus Nah und Fern (z. B. Oberhausen) nahmen daran teil.

Sportliche Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Regelmäßig am 1. Mai fand bis 2012 der „Kirschblütenlauf“ der inzwischen aufgelösten LG Gelstertal statt.
  • Regelmäßig am 3. Oktober fand das Königsschießen des Schützenvereins am KK-Stand am Heiligenberg statt. Seit der Einstellung des aktiven Schießbetriebes am KK-Stand findet dieses nun jeweils am gleichen Datum im LG-Stand im Bürgerhaus statt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 410.

Weblinks[Bearbeiten]