Hunds-Kerbel

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Hunds-Kerbel
Anthriscus caucalis 2004-04-07.jpg

Hunds-Kerbel (Anthriscus caucalis)

Systematik
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Tribus: Scandiceae
Untertribus: Scandicinae
Gattung: Kerbel (Anthriscus)
Art: Hunds-Kerbel
Wissenschaftlicher Name
Anthriscus caucalis
M.Bieb.

Der Hunds-Kerbel (Anthriscus caucalis M. Bieb.; Syn.: Anthriscus scandicinus Mansf.) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kerbel (Anthriscus), die zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) gehört.

Beschreibung[Bearbeiten]

Habitus

Der Hunds-Kerbel ist ein zierlicher Therophyt mit dünner Wurzel. Er wird 15 bis 80 cm hoch. Die Pflanze riecht, wenn man sie zerreibt, stark aromatisch. Der Geruch erinnert an Fichtennadeln.[1] Der runde, aufrechte Stängel ist am Grund oft purpurn. Die Laubblätter sind drei- bis vierfach fiederschnittig und dunkelgrün. Die Blattscheiden sind hautrandig und zottig behaart.

Die Dolden stehen scheinbar gegenständig und sind drei- bis fünfstrahlig. Eine Hülle fehlt. Die Strahlen sind fast kahl. Die Hüllchen sind ein- bis fünfblättrig. Die Blüten sind klein, grünlichweiß; die Kronblätter sind etwa 0,5 mm lang, kurz ausgerandet, mit sehr kurzem undeutlichem Spitzchen. Die 4 bis 5 mm langen Früchte sind reif dunkelbraun bis schwarz, eiförmig, dicht hakig borstig und besitzen einen 1 bis 2 mm langen Schnabel. Der Griffel fehlt fast ganz.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 18[2].

Ökologie[Bearbeiten]

Der Hunds-Kerbel ist eine seltene, ausgesprochen thermophile Ruderalpflanze. Sie blüht in den Monaten April bis Juni und vermehrt sich durch Selbstbestäubung, wobei sich die Staubblätter nach innen biegen. Die hakenförmigen Früchte ermöglichen eine Verbreitung durch Tiere. Nach der Fruchtreife im Juli stirbt die Pflanze ab.

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Hunds-Kerbel ist vom Mittelmeergebiet nach Norden bis Mitteleuropa verbreitet und nach Großbritannien eingeschleppt worden.

Trivialnamen[Bearbeiten]

Für den Hunds-Kerbel bestehen bzw bestanden, zum Teil auch nur regional, auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Ackerkletten, Ackerpeterlein, Bettel, Bettlersläuse, Drehkraut (Oldenburg), Heckenkerbel, Klettenkörbel (Schlesien), Klettenkörffel (mittelhochdeutsch), Klettenpeterlein (mittelhochdeutsch), wilde Petersilie, Schafkerbel und Zirmet.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 839.
  2. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5
  3. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 85. (online).

Literatur[Bearbeiten]

  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2. korrigierte und erweiterte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  •  Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 4: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Rosidae): Haloragaceae bis Apiaceae, Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1992, ISBN 3-8001-3315-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anthriscus caucalis – Sammlung von Bildern