Hungersteppe

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46.03333333333370.2Koordinaten: 46° 2′ 0″ N, 70° 12′ 0″ O

Reliefkarte: Kasachstan
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Hungersteppe
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Kasachstan
Die Hungersteppe

Die Hungersteppe (kasachisch Betpak-Dala für Böse Ebene) ist eine steppenartige Halbwüste im Zentrum Kasachstans.

Geographie[Bearbeiten]

Sie wird begrenzt im Norden vom Ulutau-Gebirge und der Kasachischen Schwelle, im Osten vom Balchaschsee und im Süden vom meistens ausgetrockneten Tal des Flusses Tschüi, hinter dem sich die Wüste Mujunkum anschließt. Im Südwesten stößt sie an die Depression Asikol, hinter der der Fluss Syrdarja in Südost-Nordwest-Richtung verläuft. Im Westen geht die Hungersteppe in die Wüste Aralkarakum über.

Durch die Hungersteppe verlaufen in Nord-Süd-Richtung nur zwei Straßen, nämlich die A344 von Schesqasghan nach Qysylorda und die M36 am Ufer des Balchaschsees von Karaganda nach Almaty. Eine Eisenbahnlinie führt ebenfalls ausgehend von Karaganda zur Stadt Schu.

Im Zentrum der Hungersteppe liegt ein menschenleeres Wüstengebiet der Größe Ungarns, durch das keine Verkehrswege führen. Im westlichen Teil der Hungersteppe liegt der Salzsee Karakojun, der der einzige See in diesem Gebiet ist.

Fauna[Bearbeiten]

In der Hungersteppe lebt der Salzkrautbilch oder Wüstenschläfer (Selevinia betpakdalaensis).

Die Hungersteppe beherbergt das größte Vorkommen der Saiga-Antilope in Zentralasien. Nachdem sich die Bestände der Saigaantilopen bis zum Jahr 2000 auf nur noch 26.000 Exemplare reduziert hatten, stiegen sie bis 2014 wieder auf rund 250.000 Individuen an. Im Mai 2015 ereilte die Population in der Hungersteppe ein rätselhaftes Massensterben, dem über 120.000 Tiere zum Opfer fielen.[1][2][3] Die Ursachen für diese Epidemie wurden auf eine Kombination verschiedener Umweltfaktoren mit Krankheitserregern zurückgeführt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ralf Nestler: Saiga-Antilopen: Rätselhaftes Massensterben in Kasachstan bei tagesspiegel.de, abgerufen am 4. Juni 2015.
  2. Mysteriöses Massensterben: 120.000 Saiga-Antilopen verenden bei n-tv.de, abgerufen am 4. Juni 2015.
  3. Ein Drittel des Weltbestandes verendet bei nabu.de, abgerufen am 4. Juni 2015.

Weblinks[Bearbeiten]