Hunoldstal

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Hunoldstal
Gemeinde Schmitten
Wappen von Hunoldstal
Koordinaten: 50° 18′ 5″ N, 8° 27′ 43″ O
Höhe: 392 (357–504) m ü. NN
Fläche: 2,22 km²[1]
Einwohner: 434 (2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 61389
Vorwahl: 06084
Hunoldstal
Hunoldstal

Hunoldstal (vor 1950 Hundstall) ist ein Ortsteil der Gemeinde Schmitten im südhessischen Hochtaunuskreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hunoldstal liegt im Weiltal des östlichen Hintertaunus auf einer Höhe von 357 bis 504 Metern über Normalnull. Auf einer Fläche von 222 Hektar hat Hunoldstal eine Einwohnerzahl von 434 (Stand: September 2006).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1398 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt (unter dem Namen: Hundesdeil).

Die Ortschaft war zum Stockheimer Obergericht gehörig und Filialgemeinde von Rod am Berg. In allen Urkunden, die die Gemeinde erwähnen, ist sie zusammen mit der Nachbarortschaft Brombach genannt. Für das 16. Jahrhundert ist im Ort eine Schmiede nachgewiesen, von der die Herren von Stockheim Abgaben erhielten.

Im 13. Jahrhundert gehörte Hunoldstal zum Herrschaftsbereich der Grafen von Diez, später kam Hunoldstal zu Nassau-Usingen.

Hunoldstal war bis zum freiwilligen Zusammenschluss im Rahmen der Gebietsreform in Hessen am 1. April 1972 mit Schmitten und weiteren bis dahin selbstständigen Gemeinden eigenständig und ist seither ein Ortsteil der Gemeinde Schmitten.[2]

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1950 trägt der Ort den Namen Hunoldstal.[3] Die bisherige Bezeichnung Hundstall wurde als anstößig empfunden. In Dokumenten aus früheren Jahrhunderten wird der Name in einer Vielzahl von Varianten genannt. So sind zum Beispiel überliefert: Hündestal (1424), Hondestal (1450), Hundestall (1437), Hoinstal (1477), Heymstall (1516), Hunstalln (1529), Hendstal (1570), Hundstall (1682).[4]

Der heutige Name Hunoldstal ist jedoch keine dokumentierte historische Namensform, sondern eine Neuschöpfung.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde der damals selbstständigen Gemeinde Hunoldstal 1954 verliehen. Es zeigt im grünen Feld schräggekreuzt eine silberne Axt und eine silberne Rodhacke, von vier goldenen Ähren bewinkelt. Axt und Ähren sollen die Entstehung des Ortes durch Rodung des Waldes symbolisieren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Backes Hunoldstal
Schützenhaus Hunoldstal

Das alte 1845 errichtete gemeinschaftliche Backhaus („Backes“) ist immer noch funktionstüchtig.

Für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Hunoldstal.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schützenverein 1903 Finsternthal-Hunoldstal e. V. betreibt das Schützenhaus, das – neben dem Bürgerhaus – Zentrum des gemeindlichen Lebens ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch wenn im Gewerbegebiet Vor dem Nesselberg eine Reihe von gewerblichen Unternehmen angesiedelt sind, ist Hunoldstal doch eher ein Wohnort. Die meisten Einwohner pendeln in das Rhein-Main-Gebiet zur Arbeit.

Haus der Sieben Brüder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stationäre Jugendhilfe Haus der Sieben Brüder bietet ein vollstationäres pädagogisches Betreuungsangebot „über Tag und Nacht“ auf der Grundlage des SGB VIII, Hilfen zur Erziehung gem. §§ 27, 34, auch in Verbindung mit §§ 35a und 41 und 42. Insgesamt werden 30 Jugendliche im Auftrag des Hochtaunuskreises betreut. Jedem Jugendlichen steht ein Einzelzimmer zur Verfügung. Die Gesamtgruppe ist in vier Betreuungsgruppen unterteilt, jede Gruppe wird von zwei Betreuer/innen betreut. Es können sowohl weibliche als auch männliche Jugendliche aufgenommen werden. Das Gebäude wurde 1975 errichtet.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Hunoldstal führt der Weiltalweg, der von Wanderern und Fahrradfahrern aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet aufgesucht wird.

Das Restaurant und Café Zum Feldbergblick sowie das Restaurant Schmiede bieten dem Gast die Möglichkeit zur Einkehr.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemeinde Schmitten: Ortsteile (Memento vom 2. Mai 2007 im Internet Archive)
  2. Karl-Heinz Gerstenmeier: Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Bernecker, Melsungen 1977, S. 272
  3. Der Hessische Minister des Innern: Änderung des Gemeindenamens Hundstall in Hunoldstal, Landkreis Usingen, Reg.-Bezirk Wiesbaden vom 2. November 1950. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1950 Nr. 46, S. 471, 877 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,2 MB]).
  4. Waldemar Müller: 50 Jahre Ortsnamen „Hunoldstal“. In: Hochtaunusblätter. Bd. 16, 2003, S. 20–23
  5. Info: Auf Burg Weilstein gaben sich Stars die Klinke in die Hand; in: Taunuszeitung vom 27. Februar 2018