Hunolstein (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Hunolstein

Die Herren von Hunolstein waren ein Rittergeschlecht mit Wohnsitz auf der Burg Hunolstein, im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Morbach im Hunsrück (Rheinland-Pfalz).

Wappen[Bearbeiten]

In Gold (Gelb) zwei rote Balken zwischen 5, 4 und 3 reihenweise gelegten viereckigen Steinen aufweist (ist heute Teil des Wappens von Morbach).[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Gebiet um die Herrschaften Züsch und Eberswald, Kartenausschnitt, Mercator 1566.
Ruine Hunolstein um 1866
Die Hunolsteiner als Teilnehmer im Romzug König Heinrichs VII.

Erste Erwähnung des Geschlechts erfolgte mit Hugo von Hunolstein, welcher nachweisbar ist in einer Urkunde des Jahres 1192 als „advocatus de hunolstein“, was heißt, Vogt von Hunolstein.[2] Vogt Hugo wurde 1197 als Bruder des Trierer Ministerialen Gerhard von Schwarzenberg vermerkt, wodurch für die Hunolsteiner eine gemeinsame Herkunft mit denen von Schwarzenberg bei Wadern und denen von Hagen (aus Hahn bei Lebach) vermutet wird; die Ähnlichkeit der Wappen spricht zugleich dafür. Das Geschlecht verwaltete das Gebiet um die gleichnamige Burg, im Auftrag der Grafen von Blieskastel. Nach dem Aussterben der Grafen gelangte das Gebiet an die Grafen von Salm. Am 1. Juni 1296 verkauft Graf Johann von Salm Burg und Herrschaft Hunolstein an Nikolaus II. Vogt von Hunolstein. Von da an nannten sich das Geschlecht Vögte und Herren von Hunolstein.[3]

Im Codex Balduineus erscheint das Hunolsteiner Wappen, und die Herren von Hunolstein sind dort gleichermaßen erwähnt als Teilnehmer des Romzuges von König Heinrich VII..[2] Als Vögte hatten die Hunolsteiner eine Verpflichtung: die Bewohner der Vogtei zu schützen und das Gebiet zu verwalten. Sie beerbten um 1400 die Ritter von Merxheim und besaßen danach den größten Teil der Herrschaft Merxheim. Mit der Heirat des Johann IV. von Hunolstein († 1579) mit Elisabeth von Hagen, Enkelin des letzten Junkers Mohr von Sötern, erhielt das Geschlecht den Besitz der Burg Sötern und der Herrschaft Eberswald.[Anm. 1] Johann IV. erbaute auch 1578 eine evangelische Kirche.[4] Die Herren von Hunolstein verfügten zudem über Rechte in den Dörfern Bosen, Licht, Berg und Gräfenthron, und waren Gemeinsherren, mit der Hinteren Grafschaft Sponheim, von zwei Drittel der Herrschaft Züsch.[Anm. 2]

Vögte und Herren von Hunolstein (unvollständig)[Bearbeiten]

  • Hugo († um 1222)
  • Nikolaus I. († um 1247)
  • Nikolaus II. (* um 1235; † um 1308)
  • Johannes († 1328)
  • Nikolaus IV. (* um 1324; † 1381)
  • Nikolaus V. (* um 1358; † um 1416)
  • Nikolaus VI. (* um 1397; † um 1455)
  • Heinrich (* um 1435; † 1486), Vogt von Hunolstein-Neumagen
  • Elisabeth (* um 1476; † um 1536) ∞ Graf Salentin VII. von Isenburg-Grenzau

Nebenlinie[Bearbeiten]

  • (...)
  • Adam II. (* 1480; † 1520) ∞ Elisabeth von Ratsammhausen
  • Adam III. (* 1505; † 1540) ∞ Maria Hilchen von Lorch (* um 1508; † 5. Oktober 1561 Merxheim)[5]
  • Johann IV. (* 1532; † 1579), Herr von Hunolstein-Sötern ∞ Elisabeth von Hagen zur Motten.[6]

Soetern wappen.png Geviertes Wappen von Sötern, 2. und 3. Felder zeigten das Hunolsteiner Wappen

  • Wilhelm (* 1565; † 1607)
  • Johann Wilhelm (* 1599; † 1664)
  • Franz Felix Karl (* 1637; † 1675)
  • Franz Hermann (* 1667; † 1748)
  • (...)

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Urkundenbuch für die Geschichte des gräflichen und freiherrlichen Hauses der Vögte von Hunolstein, hg. von Friedrich Toepfer, 3 Bde., Nürnberg 1866-1872. (digitalisiert auf [1], [2])
  • Ingrid Bodsch: Burg und Herrschaft. Zur Territorial- und Burgenpolitik der Erzbischöfe von Trier im Hochmittelalter bis zum Tod Dieters von Nassau (†1307). Boppard 1989.
  • Martin Uhrmacher: dilecti fideles nostri? Niederadelige Herrschaftsbildung im 13. Jahrhundert: Der Aufstieg der Vögte von Hunolstein, in: Landesgeschichte als multidisziplinäre Wissenschaft. Festschrift für Franz Irsigler zum 60. Geburtstag, hg. v. Dietrich Ebeling, Volker Henn, Rudolf Holbach, Winfried Reichert u. Wolfgang Schmid, Trier 2001, S. 23–43 (1 Karte).

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Der Eberswald war ein Allodium der Herren von Vinstingen. Im Jahre 1398 belehnte Heinrich von Vinstingen den Nicolaus von Sötern, Arnolds Sohn, mit dem Eberswalde, mit Sötern, Schwarzenbach, Otzenhausen und Braunshausen und mit den Gerechtigkeiten zu Nonnweiler und Hermeskeil als mit einem Mannlehne.
  2. Die Herrschaft Züsch bestand aus den Ortschaften Züsch, Damflos und Neuhütten, im heutigen Landkreis Trier-Saarburg.

Belege[Bearbeiten]

  1. www.morbach.de
  2. a b www.hunolstein.de
  3. www.vogtvonhunolstein.de
  4. Björn Alt: Die Burg und das Schloss von Sötern
  5. http://lagis.online.uni-marburg.de/de/subjects/gsrec/current/5/sn/gdm?q=johann+Hilchen
  6. http://dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Galerien2/galerie1358.htm

Weblinks[Bearbeiten]