Hurtigruten AS

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Hurtigruten AS

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Rechtsform AS (GmbH)
Gründung 1866 als Troms Fylkes Dampskibsselskap.
Sitz Tromsø
NorwegenNorwegen Norwegen
Leitung Daniel Skjeldam (CEO)
Mitarbeiterzahl 1.918 (2013)[1]
Umsatz NOK 3.305 Mio. (2013)
Website hurtigruten.no

Hurtigruten AS ist eine norwegische Reederei mit Sitz in Tromsø. Ihr Kerngeschäft bis 2019 war der Betrieb der Schiffe der traditionellen Postschifflinie Hurtigruten. Tochtergesellschaften betreiben vor allem die Vermarktung und den Vertrieb der angebotenen Reisen auf den Schiffen der Reederei.

Zweites Standbein beginnend ab dem Jahr 2007 sind Expeditionsreisen. Im Oktober 2020 teilte Hurtigruten mit, dass zwei getrennte Einheiten Hurtigruten Norwegen (Postschiffverkehr) und Hurtigruten Expeditions in der Hurtigruten Group aufgebaut werden sollen.[2]

Darüber hinaus hält die Gesellschaft noch Anteile an norwegischen Transportunternehmen. Heimathafen aller Einheiten der Reederei ist Tromsø.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reederei wurde im März 2006 als ein Zusammenschluss der Reederei Troms Fylkes Dampskibsselskap A/S (TFDS) mit der Ofotens og Vesteraalens Dampskibsselskap A/S (OVDS) gegründet. Zunächst firmierte sie ein Jahr unter dem Namen Hurtigruten Group ASA, bis sie im März 2007 den Namen Hurtigruten Group ASE (Aktiengesellschaft) bekam. Mit Wirkung zum 17. Februar 2015 hat Silk Bidco AS alle Aktien der Hurtigruten ASE übernommen und die Hurtigruten ASE von der Börse genommen. Das Unternehmen hielt vorher bereits über 55 % der Anteilsscheine der Hurtigruten.[3] Die neue Rechtsform ist AS (GmbH). Die Silk Bidco AS ist ein Joint Venture der Kapitalinvestoren Home Capital AS, Periscopus AS und Investmentsfunds der britischen TDR Capital LLP.[4]

Finanzielle Probleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit ihrer Gründung litt die Reederei nahezu konstant unter einer hohen Verschuldung. Aufgrund dieser Probleme war die Reederei gezwungen, ihre Geschäftsfelder neu zu ordnen. Dies führte zur Veräußerung von Geschäftsfeldern; so trennte sich die Gesellschaft am 5. Januar 2009 von seinem Geschäftsbereich Fähren und „Hurtigbåter“, die an die Tochtergesellschaft Torghatten Nord der Torghatten ASA veräußert wurden.[5] Außerdem wurden im selben Jahr alle Beteiligungen an Hotels und Reiseveranstaltern verkauft. Ebenfalls aus Kostengründen wurden die Hurtigrutenschiffe Nordlys und Nordnorge vorübergehend aufgelegt.

Geschäftsfelder und Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Postschifflinie der Hurtigruten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schornsteinlogo der Hurtigruten

Die Reederei betreibt die meisten Schiffe auf der Postschifflinie Hurtigruten. Für den täglichen Liniendienst werden nur elf Schiffe der insgesamt 15 Schiffe (2020) benötigt.

2018 wurde ein neuer Konzessionsvertrag mit dem norwegischen Verkehrsministerium vereinbart, demzufolge 2021 von elf benötigten Schiffen Hurtigruten AS sieben, die Reederei Havila Kystruten vier (noch zu bauende) bereitstellen werden; gleichzeitig werden neue Umweltauflagen in Kraft treten.

Expeditionsreisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 2007 mit dem Kauf der Fram (Schiff, 2007) wurde begonnen ein neues Standbein für Expeditionsreisen aufzubauen. Die Fram, obwohl im Prinzip auf der Postschifflinie einsetzbar, wurde seit Beginn (2007) für Kreuzfahrten nach Grönland und Svalbard verwendet, im nördlichen Winterhalbjahr auch in antarktischen Gewässern. Mit dem Einstieg privater ausländischer Kapitalinvestoren im Jahr 2015 hat sich diese Entwicklung beschleunigt. Mit inzwischen 4 Schiffen von insgesamt 15 Schiffen (2020) nimmt Hurtigruten Kurs auf die polaren Regionen wie Antarktis, Grönland, Spitzbergen, Island, die Nordwest-Passage und Alaska und bereist außerdem die Küsten Lateinamerikas. Im Oktober 2020 teilte Hurtigruten mit, das zwei getrennte Einheiten Hurtigruten Norwegen (Postschiffverkehr) und Hurtigruten Expeditions in der Hurtigruten Group aufgebaut werden sollen.[6] Hintergrund dürfte die Tatsache sein, das ab 2021 nur noch sieben Schiffe im Postschiffverkehr im Einsatz sein werden, da vier Schiffe von der Reederei Havila Kystruten AS gestellt werden. 4 Schiffe verlassen den Postschiffverkehr, erhalten neue Namen und werden zukünftig für Expeditionsreisen eingesetzt.

Die aktuelle Flotte der Post- und Expeditionsschiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RoPax-Schiff Midnatsol der Hurtigruten
Expeditionsschiff Fram der Reederei
Name Baujahr Vermessung Länge Breite Passagiere Bauwerft Status/Verbleib
Lofoten 1964 2.621 BRZ 87,40 m 13,30 m 400 Akers mekaniske verksted in Dienst als Postschiff
Vesterålen 1983 6.291 BRZ 108,60 m 16,50 m 510 Kaarbøs Mekaniske Verkstad in Dienst als Postschiff
Finnmarken 2002 15.539 BRZ 138,50 m 21,50 m 1000 Kleven Verft in Dienst als Postschiff
Fram 2007 11.647 BRZ 113,86 m 20,20 m 318 Fincantieri - Cantieri Navali Italiani in Dienst als reines Expeditionsschiff, Einsatz als Postschiff technisch möglich
Kong Harald 1993 11.204 BRZ 121,80 m 19,20 m 691 Volkswerft Stralsund in Dienst als Postschiff
Midnatsol 2003 16.151 BRZ 135,75 m 21,50 m 1000 Fosen Yards in Dienst als Postschiff, teilweise (Januar - April) als Expeditionsschiff eingesetzt
Nordlys 1994 11.204 BRZ 121,80 m 19,20 m 691 Volkswerft Stralsund in Dienst als Postschiff
Nordnorge 1997 11.384 BRZ 123,30 m 19,50 m 691 Kleven Verft in Dienst als Postschiff
Nordkapp 1995 11.386 BRZ 123,30 m 19,50 m 691 Kleven Verft in Dienst als Postschiff
Polarlys 1996 11.341 BRZ 123,00 m 19,20 m 737 Ulstein Verft in Dienst als Postschiff
Richard With 1993 11.205 BRZ 121,80 m 19,20 m Volkswerft Stralsund in Dienst als Postschiff
Roald Amundsen 2019 21.765 BRZ 140 m 23,95 m 530 Kleven Verft in Dienst als reines Expeditionsschiff
Trollfjord 2002 16.140 BRZ 135,75 m 21,50 m 822 Fosen Yards in Dienst als Postschiff
Spitsbergen 2009 7.025 BRZ 97,58 m 18,00 m 320 Estaleiros Navais de Viana do Castelo in Dienst als Expeditionsschiff, Einsatz als Postschiff technisch möglich[7][8]
Fridtjof Nansen 2019 21.765 BRZ 140 m 23,95 m 530 Kleven Verft in Dienst als reines Expeditionsschiff

Expeditionsschiffe der Hurtigruten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fram, Spitsbergen, Roald Amundsen, Fridtjof Nansen und Midnatsol werden von Hurtigruten als Expeditionsschiffe eingesetzt. Gegenwärtig (Stand 2018) wird während der Sommermonate das ehemalige Hurtigruten-Postschiff Nordstjernen für Expeditionskreuzfahrten in Spitzbergen (Svalbard) eingesetzt.

Neubauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bestellung der Road Amundsen und der Fridjof Nansen im Jahr 2016 wurde eine Option über zwei weitere Schiffe vereinbart.[9] 2018 wurde ein Schwesterschiff fest bestellt, das 2021 abgeliefert werden soll.[10]

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Überlandbus der TIRB, bemerkenswert ist die Kombination von Fracht- und Passagierkabine (2007)

Die Reederei war zu 50 % an der norwegischen Reederei Nor Lines beteiligt. Ferner hielt die Hurtigruten ASA 70,15 % der Anteile der am 1. November 2016 eingestellten TIRB (vormals Troms Innland Rutebil), eines Transportunternehmens mit Sitz in Finnsnes, das neben Überlandbusverbindungen auch LKW im Nah- und Fernverkehr einsetzte. Über TIRB war sie darüber hinaus an den regionalen Transportgesellschaften Tromsbuss (1960–2008) und Ofotens Bilruter (1938–2008) beteiligt.

Besatzung und Arbeitsbedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Brücke der Trollfjord
Die Schiffe der Hurtigruten tragen eine besondere Form der norwegischen Nationalen, die sie als staatliches Postschiff identifizieren

Alle Hurtigrutenschiffe fahren unter norwegischer Flagge. Solange durch staatliche Subventionen ein erheblicher Teil der Betriebskosten getragen wird, gilt ein Ausflagg-Verbot für die Reederei. So sind auf allen Schiffen des Linienverkehrs – mit nur wenigen Ausnahmen – ausschließlich norwegische Offiziere an Bord. Dies gilt nicht mehr für die Expeditionsschiffe, die in einem Zweitregister in Norwegen registriert sind. Auch bei der übrigen Besatzung ist der Anteil norwegischer Arbeitskräfte sehr hoch.[11] Im Gegensatz zu Schiffen anderer Reedereien ist der Anteil von Arbeitskräften aus so genannten Billiglohn-Ländern verschwindend gering. Die Schiffe der Hurtigruten haben eine zwischen 31 (Vesterålen) und 85 Personen (Finnmarken) starke Besatzung. Die Besatzung bleibt zwei Umläufe, also 22 Tage, an Bord und hat danach 22 Tage frei. Der Personalwechsel findet in der Regel in Bergen statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.finanzen.net/bilanz_guv/Hurtigruten_AS
  2. Hurtigruten: Neue Organisation für Expeditionskreuzfahrten
  3. Silk goes compulsory, TradeWinds, 23. Dezember 2014. Abgerufen am 2. April 2015.
  4. Silk Bidco Wants Rest of Hurtigruten’s Shares, World Maritime News, 29. Oktober 2014. Abgerufen am 2. April 2015.
  5. Torghatten Nord. Om selskapet. Torghatten Nord AS, abgerufen am 25. Oktober 2018 (norwegisch).
  6. https://www.cruise4news.at/163986/hurtigruten-gruendet-neue-organisation-fuer-expeditionskreuzfahrten Hurtigruten: Neue Organisation für Expeditionskreuzfahrten
  7. Hurtigruten kauft portugiesische Auto- und Fußgängerfähre “Norway Explorer” (vorläufiger Name). 30. Juni 2015, abgerufen am 30. Juni 2015.
  8. Neues Schiff heisst “Spitsbergen”. 7. September 2015, abgerufen am 7. September 2015.
  9. Hurtigruten bestellt neue Expeditionsschiffe. (Nicht mehr online verfügbar.) 25. April 2016, archiviert vom Original am 26. April 2016; abgerufen am 26. April 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hurtigruten.de
  10. Hurtigruten Orders Another Expedition Newbuild. 25. Oktober 2018, abgerufen am 25. Oktober 2018.
  11. So in der ZDF-Doku Trolle, Fjorde und ein Postschiff