Huttrop

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen von Huttrop
Wappen der Stadt Essen

Huttrop
Stadtteil von Essen

Lage von Huttrop im Stadtbezirk I Stadtmitte/Frillendorf/Huttrop
Basisdaten
Fläche 2,73 km²
Einwohner 15.495 (30. Sep. 2017)
Koordinaten 51° 26′ 55″ N, 7° 2′ 39″ OKoordinaten: 51° 26′ 55″ N, 7° 2′ 39″ O
Höhe 100 m
Eingemeindung 1. Apr. 1908
Räumliche Zuordnung
Postleitzahl 45136, 45138, 45139
Stadtteilnummer 11
Bezirk Stadtbezirk I Stadtmitte/Frillendorf/Huttrop
Bild
Blick von Westen auf Huttrop

Blick von Westen auf Huttrop

Quelle: Statistik der Stadt Essen

Huttrop ist ein südöstlich der Innenstadt gelegener Stadtteil der Stadt Essen. Er besitzt überwiegend Wohnbebauung. Nach Nordwesten, in Richtung Innenstadt, geht der Stadtteil ohne sichtbare Grenze über in den Stadtteil Südostviertel.[1] Den westlichen Bereich von Huttrop bildet das stadtplanerisch und architektonisch interessante Moltkeviertel, das in Teilen auch im Südostviertel liegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus den drei einzelnen Kleinbauerschaften Brünglinghausen, Hovescheidt und Huttrop, letzterer erstmals 1319 erwähnt, ging im 17. Jahrhundert die Großbauerschaft Huttrop hervor. Es gab zudem weitere Höfe, wobei es vom Volmerhof archäologische Spuren gibt. Durch die Großbauerschaft verlief die Essen-Steeler Landstraße, die als Teil des Hellweges gesehen wird. Sie verlief vom Steeler Tor der Essener Stadtmauer zur Stadt Steele. In den Jahren 1788 bis 1794 wurde sie ausgebaut und Steeler Chaussee genannt (seit 1908: Steeler Straße).[2] Grabmäler von Nachfahren der alten Huttroper Geschlechter befinden sich auf dem Alten Friedhof Huttrop und stehen heute unter Denkmalschutz.

Am 1. September 1808 wurde im von Napoleon errichteten Großherzogtum Berg die Munizipalität Altenessen gebildet, zu der neben Huttrop auch Frillendorf, Katernberg, Kray, Leithe, Rotthausen, Rüttenscheid, Schonnebeck, und Stoppenberg gehörten. 1815 kam, nach der Niederlage Napoleons, diese Munizipalität nach Neuordnung durch den Wiener Kongress an Preußen und wurde zur Bürgermeisterei Altenessen. Am 1. Januar 1874 wurde Huttrop mit allen Teilen außer Karnap aus der Bürgermeisterei Altenessen ausgegliedert und kam an die neue Bürgermeisterei Stoppenberg. Am 1. April wurde Huttrop schließlich zur Stadt Essen eingemeindet.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Huttrop

Blasonierung: „ In Gold (Gelb) ein blauer Hut mit roter gekreuzter Kordel begleitet von fünf blauen aufrechten Tropfen im Verhältnis 2:2:1.“

Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden.

Es handelt sich hier um ein klassisches „redendes Wappen“, es stellt einen Hut begleitet von Tropfen dar. Der Namensteil „trop“ steht für Dorf. Die Silbe Hut hat jedoch durch die Forscher verschiedenste Deutungen erfahren und bleibt weiterhin ein Rätsel (Höhe, Hügel, Hütte usw.). Für die Wappengestaltung ist das allerdings nicht problematisch, denn in der Heraldik ist die wissenschaftliche Bedeutung zweitrangig. Wichtig ist die bildliche Vorstellung, die der Klang der Namens vermittelt.[3]

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Huttrop liegen die beiden Essener Krankenhäuser Huyssens-Stiftung und die älteste Klinik Essens, das Elisabeth-Krankenhaus. Es existierte seit 1844 in den Räumen des ehemaligen Kapuzinerklosters Essen. In den letzten Jahren ist es erweitert und saniert worden.

Des Weiteren liegt hier der Parkfriedhof mit der größten zusammenhängenden Friedhofsfläche in Essen. In der Dinnendahlstraße liegt die Bezirkssportanlage mit der Sporthalle Hubertusburg. Außerdem befindet sich in Huttrop die 1973 errichtete, ehemalige Konzernzentrale von E.ON Ruhrgas. Am 18. Oktober 2010[4] bezog E.ON Ruhrgas einen Neubau in Rüttenscheid. Das alte Gebäude wurde Anfang Oktober 2011 von der Essener Fakt AG erworben[5] und wurde später als sogenannter Ruhrturm mit Hotel, Büros und Konferenzzentrum eröffnet.[6]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil gibt es die katholische Kirche St. Bonifatius sowie die katholische Kirche des Elisabeth-Krankenhauses, deren Geschichte bis ins 18. Jahrhundert reicht. Die evangelische Neue Pauluskirche wurde 2007 entwidmet und 2015 zum Altenwohnheim mit Kindertagesstätte umgebaut.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindergärten:

  • Kita der AWO
  • Kindergarten „Zauberstern“
  • evangelischer Kindergarten
  • katholische Kita „Bonifatius“
  • Kindergarten „Sterntaler“, Verein für Kinder- und Jugendarbeit
  • Kita „Lummerland“
  • Kita „Kinderkiste“

Grundschulen:

  • Schule an der Schwanenbuschstraße
  • Winfriedschule
  • Schule am Lönsberg

Weiterführende Schulen:

  • Ruhr-Kolleg
  • Berufskolleg Ost der Stadt Essen
  • Sonderschule Pestalozzi-Schule
  • Franz Sales Förderschule für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung
  • Berufskolleg Franz Sales Schule, Fachkräfteausbildung für die Behindertenhilfe

Franz Sales Haus:
Im katholischen Franz Sales Haus, benannt nach dem heiligen Franz von Sales, werden Menschen mit geistigen, psychischen und mehrfachen Behinderungen in ihrer Eigenständigkeit gefördert und unterstützt. Am 3. April 1884 wurde die Institution als Verein zur Erziehung und Pflege katholischer idiotischer Kinder beiderlei Geschlechts aus der Rheinprovinz gegründet. Seit 1892 liegt der Stammsitz an der Steeler Chaussee, der heutigen Steeler Straße. In Essen betreuen heute (Stand: 2009) etwa 800 Mitarbeiter an 20 Standorten rund 1500 geistig behinderte Menschen.[7]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da dieser Stadtteil nahe dem Essener Stadtkern liegt, ist das Verkehrsaufkommen sehr hoch. Es besteht ein direkter Anschluss an die A 52 nach Düsseldorf sowie über den benachbarten Stadtteil Südostviertel ein Anschluss an die A 40, den so genannten Ruhrschnellweg.

Der ÖPNV versorgt den Stadtteil Huttrop mit den Straßenbahnlinien 103 und 109. Zusätzlich verkehren die Buslinien 146, 147, 160, 161, NE5 und NE14 der Ruhrbahn. Der Essener Hauptbahnhof liegt unweit von Huttrop.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Eiden: Die Sanierung der jüdischen Trauerhalle. In: Denkmalpflege im Rheinland. Nr. 1, 2002, S. 24–30.
  • Detlef Hopp: Archäologische Spuren des mittelalterlichen Vollmer-Hofes in Huttrop. In: Essener Beiträge. Band 115, 2003, S. 18–20.
  • Detlef Hopp: "Hier ist geborgen ein Mann..." - Der älteste jüdische Grabstein in Essen. In: Detlef Hopp (Hrsg.): Angeschnitten. Eine Zeitreise durch 200.000 Jahre Stadtgeschichte. Berichte aus der Stadtarchäologie 2000 bis 2004. Klartext Verlag, Essen 2004, ISBN 978-3-89861-391-0, S. 50–51.
  • Tankred Stachelhaus: Das Essener Moltkeviertel – Weltweit einzigartige RaumKunst. (= Rheinische Kunststätten. Heft 521), Köln 2010, ISBN 978-3-86526-051-2 (Dieses Heft ist erhältlich u. a. beim Verein Kunst am Moltkeplatz KaM e.V.; siehe hier.)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Essen-Huttrop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ESSENS BUNTE SEITE: Südostviertel & Huttrop; Der Stadtteilführer von Bürgern für Bürger; mit Karte; Hrsg.: Initiativkreis Essens bunte Seite c/o Storp9, 2014; siehe auch hier.
  2. Erwin Dickhoff: Essener Straßen. Hrsg.: Stadt Essen–Historischer Verein für Stadt und Stift Essen. Klartext-Verlag, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1231-1.
  3. Vgl. dazu Johann Rainer Busch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile Essen 2009, S. 51
  4. Pressemitteilung E.ON Ruhrgas v. 18. Oktober 2010, zuletzt gesichtet am 18. November 2010
  5. Neues Leben für alte Ruhrgas-Zentrale - DerWesten.de - 11. Oktober 2011; abgerufen am 31. Januar 2018
  6. Presseartikel des Betreibers vom 5. März 2013 (PDF; 367 kB); offline, abgerufen am 2. April 2013
  7. Franz Sales Haus Homepage. Franz Sales Haus, 2009, abgerufen im 4. April 2009.