Huy (Belgien)

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Huy
Blason-huy.jpg Flag of Huy.svg
Huy (Lüttich)
Huy
Huy
Staat: Belgien
Region: Wallonien
Provinz: Lüttich
Bezirk: Huy
Koordinaten: 50° 31′ N, 5° 14′ OKoordinaten: 50° 31′ N, 5° 14′ O
Fläche: 47,74 km²
Einwohner: 21.292 (1. Jan. 2016)
Bevölkerungsdichte: 446 Einwohner je km²
Postleitzahl: 4500
Vorwahl: 085
Bürgermeister: Alexis Housiaux (PS)
Adresse der
Kommunalverwaltung:
Grand Place 1
4500 Huy
Website: www.huy.be
lblelslh

Huy (wallonisch Hu, niederländisch Hoei) ist eine Stadt in der Provinz Lüttich in der Region Wallonien in Belgien. Sie ist der Sitz des Bezirks Huy mit einer Fläche von 659 km² und 21.292 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Huy befindet sich ca. 30 km südwestlich von Lüttich und gehört der Euregio Maas-Rhein an. Die Einwohnerzahl beträgt 20.295 (davon 48,57 % männlich und 51,43 % weiblich; Stand: 2008), die Fläche 47,64 km².

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zitadelle von Huy
Li Bassinia

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 636. Im Mittelalter war die Stadt ein Handelsplatz und ein Ort der Wollverarbeitung.

Die Stadt wurde während des Pfälzischen Erbfolgekriegs vom 18. bis zum 26. September 1694 belagert und schließlich eingenommen. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde die Festung vom 15. August bis zum 26. August 1703 belagert. Die Verteidiger konnten einen Sturm am 25. August abwehren, aber ihre Verluste waren so hoch, dass sie am 26. August kapitulierten.

Während der Besetzung Belgiens im Zweiten Weltkrieg diente die Zitadelle von Huy den deutschen Besatzern als Internierungslager. Von Juni 1941 bis September 1944 wurden rund 6.000 Belgier (zumeist Widerstandskämpfer, Oppositionelle, Politiker, Juden, Geiseln und Bauern, die sich gegen Beschlagnahme gewehrt hatten), 1.240 Franzosen und mehrere ausländische Zivilisten in der Zitadelle gefangen gehalten, verhört und von hier aus in nationalsozialistische Konzentrationslager deportiert.

Der seit 1976 unter Denkmalschutz stehende Zitadellenkomplex beherbergt das „Museum des Widerstands und der Konzentrationslager“, das 1992 auf Initiative der „Vereinigung junger Belgier zum Gedenken an die beiden Weltkriege“ eröffnet wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Li Bassinia: Brunnen aus dem 15. Jahrhundert auf dem Grand Place
  • Zitadelle [1] von Huy: das „Museum des Widerstands und der Konzentrationslager“ ist seit 1992 in der Zitadelle untergebracht
  • Collégiale Notre-Dame: gotische Kirche aus dem 14. Jahrhundert
  • Festung[2]: aus dem Jahre 1818, auf der rechten Maas-Seite
  • Rathaus: aus dem Jahre 1766

Sport-Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Flèche Wallonne: Huy mit dem Schlussanstieg an der Mauer von Huy ist seit 1986 Zielort des bekannten Radrennens Flèche Wallonne, das von 2005 bis 2007 zur UCI ProTour gehörte und seit 2011 Teil der UCI World Tour ist
  • Tour de France: Huy war mehrmaliger Etappen-Startort: 1995, 2001 und 2006. 2015 war die Stadt Zielort einer Etappe.
  • Rallye du Condroz: Huy ist Anlaufpunkt der Autorallye 'Rallye du Condroz'

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bahn: Huy liegt an der Bahnstrecke Lüttich-Namur und ist eine Station der IR- und InterCity-Züge.
  • Bus: Die Stadt verfügt darüber hinaus über einige regionale Buslinien der Gesellschaft TEC, unter anderem nach Lüttich.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Tihange im Kreis Huy ist Standort des Kernkraftwerks Tihange. Zusammen mit dem Atomkraftwerk Doel in Flandern werden dort 58 Prozent der elektrischen Energie Belgiens generiert.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte von Huy sind[3]

Freundschaftsverträge bestehen mit

  • ElfenbeinküsteElfenbeinküste Port-Bouët (Côte d'Ivoire), seit 1984
  • Korea SudSüdkorea Seosan (Südkorea), seit 1984
  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bury St Edmunds (Großbritannien), seit 1995
  • ItalienItalien Montagano (Italien), seit 1996
  • AlbanienAlbanien Krujë (Albanien), seit 1999
  • China VolksrepublikVolksrepublik China Taizhou (Volksrepublik China), seit 2002

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lambert Chaumont (1645–1712), belgischer Geistlicher, Komponist und Organist, in Huy verstorben

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vera Beck: Belgien. 3. Auflage. Baedeker, Stuttgart 1998, ISBN 3-87504-417-7, S. 258–261
  • Andreas Pflock: Auf vergessenen Spuren. Ein Wegweiser zu Gedenkstätten in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2006, ISBN 3-89331-685-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Huy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Illustration von Frans Hogenberg von 1595: Die Stat und das Schloss Hoy im Lüttger lande (Digitalisat)
  2. Illustration von Frans Hogenberg von 1595: Der Bisschoff nun auff Huy bedacht, Sechs tausent man Zuamen bracht, ... (Digitalisat)
  3. Offizielle Website von Huy