Hyatt

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Hyatt

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Rechtsform
ISIN US4485791028
Gründung 1957
Sitz Chicago, Vereinigte Staaten
Branche Hotellerie
Website www.hyatt.com

Hyatt Regency in Hongkong, Tsim Sha Tsui (links)

Hyatt ist eine der weltweit größten Hotelketten mit Firmensitz in Chicago, Illinois. Hyatt Hotels gehören zu den luxuriösen 4 bis 5-Sterne-Superior-Hotels.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hyatt-Gruppe wurde 1957 mit dem Kauf eines Motels durch Jay Pritzker gegründet. Der Name „Hyatt“ stammt vom vorigen Besitzer des Motels, Hyatt van Dehn. Schon drei Jahre nach der erfolgreichen Wiedereröffnung des Motels hatte die Pritzker-Familie bereits vier Hotels und expandiert seither enorm. Weltweit bekannt wurde der Name Hyatt mit der Eröffnung des Hyatt Regency Atlanta, dessen spektakuläre Atrium-Lobby neue Maßstäbe in der Hotelarchitektur setzte.

Die Global Hyatt Corporation umfasste im September 2017 739 Hotels und Resorts in 57 Ländern.[1]

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hotels werden, je nach Positionierung, unter verschiedenen Marken geführt. Hyatt selbst unterteilt die Hotels, je nach Lage, in die Kategorien von 1 (niedrigste Klasse, hauptsächlich Place und House Standorte) bis 7 (hauptsächlich Park Hyatt Hotels, Residence Club Resorts und Luxus-Hotels unter eigenem Namen). Die 2018 eingeführte Kategorie 8 umfasst 23 Hotels, darunter 19 in Europa, die der Small Luxury Hotels of the World (SLH) Gruppe angehören, mit welcher Hyatt seit 2018 kooperiert. Mit Stand März 2019 existieren (oder waren in Planung) die folgenden Marken und Häuser:[2]

Hotels

  • Park Hyatt (44 Fünf-Sterne-Hotels)
  • The Unbound Collection by Hyatt (16 Hotels und Resorts der Top-Kategorie seit 2016)
  • Andaz (21 Fünf-Sterne-Boutique-Hotels seit 2007, darunter München und Wien)
  • Grand Hyatt (55 Hotels im 4- bis 5-Sterne-Bereich)
  • Hyatt (14 Hotels im 4- bis 5-Sterne-Bereich, darunter drei in Manhattan)
  • Hyatt Regency (200 Hotels im 4-Sterne-Bereich mit Fokus auf Urlaubs- und Geschäftsreisende, seit 1967)
  • Hyatt Centric (29 gehobene Hotels für jüngere Erwachsene, seit 2015)
  • Hyatt Place (198 Hotels mit Fokus auf Familien und Geschäftsreisende, seit 2006)
  • Hyatt House (101 Hotels für Langzeitaufenthalte, davon 90 in den USA; die 2006 von Hyatt aufgekauften Summerfield Suites wurden 2012 in Hyatt House umbenannt)

Resorts und Spas

  • Hyatt Zilara (3 Fünf-Sterne-Resorts in Montego Bay, Cancun und Punta Cana, nur für Gäste über 18 Jahre)
  • Hyatt Ziva (5 Fünf-Sterne-Resort in Mittelamerika)
  • Miraval Resorts (3 Spa-Resorts im 5-Sterne Bereich in Tucson, Austin und Lenox)
  • Hyatt Residence Club (1994 als Hyatt Vacation Club lanciert, 2009 umbenannt, 16 Time-Share Resorts in den USA)
  • Exhale Spa (18 exklusive Fitness-Clubs in den USA, 2017 von Hyatt aufgekauft)

Hyatt im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist die Gruppe mit einem Park Hyatt in Hamburg, einem Grand Hyatt in Berlin, drei Hyatt Regency in Köln, Mainz, Düsseldorf, einem Hyatt House in Düsseldorf und einem Hyatt Place in Frankfurt vertreten. Ein weiteres Andaz-Hotel wurde Ende Februar 2019 in München eröffnet.

In Frankfurt am Main wurden die beiden Doppeltürme eines geplanten Hotels in der Bauphase um 1980 an die Deutsche Bank veräußert, die ihren Sitz seitdem dort im Deutsche-Bank-Hochhaus hat. Auch die Pläne für ein Hyatt-Hotel im Frankfurter Europaviertel scheiterten 2013.[3][4]

In der Schweiz gibt es ein Park Hyatt in Zürich.

In Wien befindet sich das im Juni 2014 eröffnete Park Hyatt Vienna am Am Hof im Zentrum Wiens,[5] sowie das Ende April 2019 eröffnete Andaz Vienna Am Belvedere, welches als Teil des Quartier Belvedere nahe Schloss Belvedere errichtet wurde.[6] [7][8]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hotels in den USA, Kanada und der Karibik werden von der Hyatt Corporation betrieben, die Häuser in der übrigen Welt durch die Hyatt International Corporation. Beide Gesellschaften gehören zur Holding Global Hyatt Corporation, Chicago. Seit 28. November 2006 ist Mark S. Hoplamazian Präsident und Chief Executive Officer von Global Hyatt. Er übernahm die Position von Doug Geoga, der im Juli 2006 aus dem Unternehmen ausschied.

Katastrophe in Kansas City[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geplante und realisierte Verschraubung
Gerissene Aufhängung des Querträgers
Am Tag nach dem Einsturz: Die Gänge zum dritten und ersten Stock fehlen, jener zum zweiten Stock (links) blieb intakt

Der Einsturz zweier Verbindungsbrücken im Hyatt Regency Kansas City (heute Sheraton Kansas City Hotel at Crown Center) in Kansas City am 17. Juli 1981 um 19:05 Uhr war eine der am meisten Menschenleben fordernden Einsturzkatastrophen in den USA. Bei dem Unglück kamen 114 Menschen ums Leben, davon drei später in Krankenhäusern, und 216 Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Im als Lobby genutzten Atrium des Hotels waren insgesamt drei „Skywalks“ installiert. Zwei davon waren übereinander angeordnet, im ersten Stock und im dritten Stock. In diesem speziellen Fall waren sie freihängend an Metallstangen an der Decke befestigt. Während einer Tanzteeveranstaltung des Hotels stürzten die zwei übereinanderliegenden Verbindungsgänge ein, auf denen sich viele Zuschauer (etwa 40 Personen auf dem unteren, 23 auf dem oberen) befanden. Sie stürzten auf die Tanzfläche, welche ebenfalls mit Zuschauern und Tänzern gut gefüllt war.

Durch den Einsturz wurden die Wasserleitungen der Sprinkleranlage zerstört. Infolgedessen wurde das Atrium mit etwa 1000 Liter Wasser pro Minute gefüllt, was die eingeklemmten Überlebenden gefährdete. Da das Wasser aus Tanks und nicht aus dem städtischen Wassernetz kam, konnte es auch nicht abgestellt werden. Deshalb wurde mit einem Bagger die Eingangstür des Atriums herausgerissen, um das Wasser ablaufen zu lassen. Das aus den Leitungen ausströmende Wasser wurde mit Feuerwehrschläuchen aus dem Gebäude geleitet.

Schuld am Unglück war eine – gegenüber der ursprünglichen Planung abgeänderte – Aufhängung. Ursprünglich sollten beide Skywalks an insgesamt sechs paarweise angeordneten an der Decke angebrachten und durchgehenden Stangen gehalten werden. Jeder Skywalk musste also nur sein Eigengewicht tragen. Da dies praktisch schwierig umsetzbar war, wurde der Aufbau nunmehr so geändert, dass die Stangen nicht mehr durchgehend waren, sondern der untere Skywalk mit separaten Stangen an den Querträgern des oberen Skywalks befestigt wurde. Somit trugen die Befestigung des oberen Ganges auch das gesamte Gewicht des unteren.[9] Die Querträger, welche aus jeweils zwei C-Trägern bestanden, wurden nicht Rücken an Rücken, sondern Stoß an Stoß verschweißt. Somit entstand eine zusätzliche Schwachstelle, durch welche die Stangen führten und unten lediglich mit einer Mutter verschraubt wurden. Die gesamte Konstruktion trug kaum ihr Eigengewicht, geschweige denn zusätzlich Personen. Der Bauplaner Jack D. Gillum verließ sich bezüglich der Berechnung auf den Hersteller der Skywalks, dieser wiederum war der Meinung, dass der Bauplaner dafür zuständig sei. Im Endeffekt wurde es von niemandem erneut berechnet. Auch wendete Gillum ein, zwischen Mutter und Querträger hätten noch Metallquadrate und im inneren Distanzhülsen verbaut werden müssen.

Das Hotel war im Jahr 1980 fertiggestellt worden. Doch schon bei dessen Bau war es am 14. Oktober 1979 zu einem Zwischenfall gekommen, als ein etwa tennisplatzgroßes Glaselement des Atriums wegen falscher Montage von Aufhängungsbolzen einstürzte. Daraufhin wurden sämtliche Verbindungen erneut geprüft, tragischerweise jedoch nicht die Verbindungen der Skywalks. Der dritte Skywalk wurde noch während der Aufräumarbeiten demontiert. Heute gibt es lediglich einen Übergang, der von massiven Säulen getragen wird.

Trotz des Unglücks gibt es in jenem Hotel bis heute keinerlei Gedenktafel oder ähnliches, um an die Opfer zu erinnern. Ein privater Verein – dessen Vorsitzender ein Opfer des Vorfalls war – sammelt bis heute Spenden für ein Gedenkmonument in einem Park in der Nähe des Hotels. Ursprünglich wollte sich Hyatt auch daran beteiligen. Nachdem Hyatt das Hotel an Sheraton verkaufte, hatte man jedoch kein Interesse mehr daran. Trotzdem wurde das Monument fertiggestellt und im Juli 2013 enthüllt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2007 wurde Hyatt gemeinsam mit anderen internationalen Hotelketten „für das Sammeln und zentrale Speichern höchstpersönlicher Informationen über ihre Gäste ohne deren Wissen“ mit dem Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie „Verbraucherschutz“ ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hyatt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. /investors.hyatt.com: OUR COMPANY
  2. hyatt.com: Standorte, abgerufen am 5. September 2018
  3. Hyatt übernimmt 2 neue Tophotels
  4. Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung: Kein Grand Hyatt für Frankfurt am Main 28. Mai 2013
  5. Luxushotel Park Hyatt eröffnet
  6. Erste Einblicke in das neue »Andaz«-Hotel 25. April 2019
  7. Andaz Vienna Am Belvedere 6. Mai 2019
  8. Hyatt opens latest Andaz property in Vienna 7. Mai 2019
  9. Oliver Gassmann, Philipp Sutter: Praxiswissen Innovationsmanagement, S. 61. ISBN 3-446-41481-9