Hyazinthen

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Hyazinthen
Gartenhyazinthe (Hyacinthus orientalis)

Gartenhyazinthe (Hyacinthus orientalis)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Scilloideae
Gattung: Hyazinthen
Wissenschaftlicher Name
Hyacinthus
L.
Anzucht im Hyazinthen-Glas[1]

Die Hyazinthen (Hyacinthus) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). In der Vergangenheit wurden sie zu den Liliengewächsen (Liliaceae) gezählt. Die Gattung besteht aus drei Arten, die im Frühjahr blühen. Ihre Heimat befindet sich im Orient von der südlichen Türkei über Syrien, Irak, Libanon bis Palästina. Die heute bekannten, dekorativen und duftenden Sorten, sind Nachfahren von Hyacinthus orientalis, der Typusart der Gattung. Die Hyazinthe wurde im 16. Jahrhundert als Zierpflanze in Europa eingeführt. Seit dem 18. Jahrhundert entstanden durch intensive Kreuzung und Selektion viele neue Sorten mit großen Blüten und in zahlreichen Farben (weiß, gelb, rot und rosa in verschiedenen Schattierungen, blau, violett und blau bis fast schwarz). Der Name entstammt der griechischen Mythologie. Nach einer Version wurde der schöne Jüngling Hyakinthos (griechisch Ὑάκινθος) versehentlich vom Gott Apollon durch einen Diskus getötet. Aus Trauer darüber verwandelte Apollo die Blutstropfen in Blumen. [2],[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hyacinthus-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Die Zwiebeln dieser Geophyten sind gedrungen und von fleischigen Schuppen umgeben. Die glänzend grünen Laubblätter, die gleichzeitig mit den Blüten erscheinen, sind schmal und streifenartig.

Die Blüten drängen sich auf kurzen traubigen Blütenständen. Die vergleichsweise kurz gestielten Blüten sind zwittrig, dreizählig und duften durchdringend süß. Die sechs gleichgestaltigen Blütenblätter sind auf 25 bis 23 ihrer Länge röhrig verwachsen; der freie Teil ist zurückgebogen. Die Griffel sind kurz. Die Blütezeit reicht von März bis April.

Es werden Kapselfrüchte gebildet. Die kugeligen Samen sind schwärzlich braun.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16, 18.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Areal der Hyazinthen reicht vom Nahen Osten bis nach Süd-Turkmenistan und Nordost-Iran.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung der Hyazinthen umfasst folgende Arten:[4]

  • Hyacinthus litwinovii Czerniak.: Die Heimat ist Turkmenistan und der nördliche Iran.
  • Gartenhyazinthe (Hyacinthus orientalis L.): Die Heimat reicht von der südlichen Türkei bis Israel; mit den Unterarten:
    • Hyacinthus orientalis subsp. orientalis
    • Hyacinthus orientalis subsp. chionophilus Wendelbo: Die Heimat ist die Türkei.
  • Hyacinthus transcaspicus Litv.: Die Heimat ist Turkmenistan und der nordwestliche Iran.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. Pfosser, F. Speta: Phylogenetics of Hyacinthaceae based on plastid DNA sequences. In: Annals of the Missouri Botanical Garden, Bd. 86, 1999, S. 852–875.
  • Franz Speta: Hyacinthaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants, Volume 3, Lilianae. 1998, Hyacinthus S. 282 (Google-Book).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aufzucht im Spezialglas
  2. Christian Grunert: Das große Blumenzwiebelbuch. Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag, 1990, ISBN 3 331-00193-7.
  3. Fritz Köhlein, Das große Buch der Steingartenpflanzen. Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8001-6559-7.
  4. Artenliste bei Kew Checklists (abgerufen am 20. April 2013).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hyazinthen (Hyacinthus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien