Hymenaea courbaril

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Hymenaea courbaril
12892-Hymenaea courbaril-Cacuri.JPG

Hymenaea courbaril

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae)
Tribus: Detarieae
Gattung: Hymenaea
Art: Hymenaea courbaril
Wissenschaftlicher Name
Hymenaea courbaril
L.
Blütenstände
Reife Früchte
Holz

Hymenaea courbaril ist ein Baum in der Familie der Hülsenfrüchtler aus der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse. Er kommt im mittleren bis nördlichen Südamerika bis nach Mittelamerika und bis ins südliche und westliche Mexiko vor.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hymenaea courbaril wächst als immergrüner Baum mit dichter, breiter Krone bis zu 30–40 Meter hoch. Der Stammdurchmesser erreicht mehr als 1 Meter. Die bräunliche bis graue Borke ist glatt und im Alter dick. Der Baum führt ein gelbliches bis rötliches Harz, Copal.

Die wechselständigen und kurz gestielten Laubblätter sind zweizählig. Der kurze, mehr oder weniger behaarte Blattstiel ist bis etwa 2 Zentimeter lang. Die kurz gestielten, ganzrandigen und ledrigen, drüsen besetzten Blättchen sind eiförmig bis verkehrt-eiförmig und leicht sichelförmig gebogen mit oft ungleicher Spreite. Die mehr oder weniger behaarten Blättchen sind 4–10 Zentimeter lang und 2–5 Zentimeter breit, an der Spitze sind sie rundspitzig bis spitz, zugespitzt oder abgerundet bis eingebuchtet. Der kurze Blättchenstiel ist teils verdreht und bis 4 Millimeter lang. Die größeren Nebenblätter sind abfallend.

Es werden endständige, bis etwa 15 Zentimeter große, dichte und schirmrispenförmige Rispen gebildet. Die kleinen Trag- und Vorblätter sind früh abfallend. Die kurz gestielten, relativ großen und drüsigen, zwittrigen Blüten sind mit doppelter, früh abfallender Blütenhülle. Der dickliche Blütenstiel ist bis 6 Millimeter lang und mit einem „Gelenk“ unterteilt. Die 4 ledrigen, dicklichen und eiförmigen bis elliptischen, bis 1,8 Zentimeter langen, feinhaarigen Kelchblätter sind an einem kurzen, becherförmigem Blütenbecher. Die 5 Petalen sind etwa gleich lang wie die Kelchblätter und weiß bis gelblich. Es sind 10 lange und freie Staubblätter vorhanden. Der mittelständige, längliche und seitlich abgeflachte Fruchtknoten ist gestielt, mit einem langen, leicht konischen, etwas seitlichen Griffel mit kopfiger Narbe.

Es werden etwa 8–20 Zentimeter lange und 4–8 Zentimeter breite, zylindrische bis schmal-eiförmige und dunkelbraune, nicht öffnende, feinwärzliche bis relativ glatte, harte, etwas aufgeschwollene Hülsenfrüchte gebildet. Sie bleiben oft lange am Baum hängen. Sie enthalten bis 6–12 Samen die in einer unangenehm riechenden, gelblichen und klebrigen Pulpe liegen. Die rot-braunen, 2–3 Zentimeter großen Samen sind flach, glatt und elliptisch bis rundlich.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung erfolgt 1753 durch Carl von Linné in Sp. Pl.: 1192.

Es werden verschiedene Varietäten unterschieden: Sie unterscheiden sich durch die verschiedene Blatt- und Blütenbehaarung, die Blattnervatur, -größe, -form, Blütengröße, die Fruchtform und andere Habitate.[1]

  • Hymenaea courbaril var. courbaril
  • Hymenaea courbaril var. altissima (Ducke) Y.T.Lee & Langenh.
  • Hymenaea courbaril var. stilbocarpa (Hayne) Y.T.Lee & Langenh.
  • Hymenaea courbaril var. longifolia (Benth.) Y.T.Lee & Andrade-Lima
  • Hymenaea courbaril var. subsessilis Ducke
  • Hymenaea courbaril var. villosa Y.T.Lee & Andrade-Lima

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die süße, mehlige und trockene Pulpe ist essbar und wird roh oder gekocht verwendet. Sie wird auch zu alkoholischen Getränken fermentiert.

Aus der Rinde wird ein Tee bereitet und sie wird auch medizinisch verwendet, wie die Blätter, das Harz und das Holz.

Das Harz wird als Räucherwerk oder zur Herstellung von Lacken und für anderes verwendet.

Das recht schwere, dunkle und harte Holz ist gut beständig, aber schlecht behandelbar. Es ist bekannt als Jatobá, Courbaril und Algarrobo.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. Lanjouw, A. L. Stoffers: Flora of Suriname. Vol. 2, Part 2, Brill, 1976, ISBN 90-04-04581-3, S. 23 f.
  • J. Gérard, D. Guibal, S. Paradis, J.-C. Cerre: Tropical Timber Atlas. Éditions Quæ, 2017, ISBN 978-2-7592-2798-3, S. 438 ff, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  • M. Chudnoff: Tropical Timber of the World. Agriculture Handbook 607, USDA Forest Service, 1984, S. 95, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  • J. A. Vozzo: Tropical Tree Seed Manual. USDA Forest Service, 2002, S. 518 f.
  • Food and fruit-bearing forest species. 3: Examples from Latin America. FAO Forestry Paper 44/3, FAO, 1986, ISBN 92-5-102372-7, S. 157 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hymenaea courbaril – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. H. Langenheim, Y. T. Lee: Additional New Taxa and New Combinations in Hymenaea (Leguminosae, Caesalpinioideae). In: Journal of the Arnold Arboretum. Volume: 55, 1974, S. 441–452, online auf biodiversitylibrary.org.