Hymenaios

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Dieser Artikel behandelt die Personifikation der antiken Hochzeitsfeier. Zum Hochzeitsgedicht siehe Epithalamium.
Geflügelter Hymenaios mit Hochzeitsfackel aus der Neptuntherme in Ostia Antica
Amor l. und Hymenaios r. sitzend, r. am Rand die brennende Fackel des Hymenaios auf einer napoleonischen Hochzeitsmedaille von 1807. Die Medaille erschien zur Feier der Hochzeit von Napoleons jüngstem Bruder Jérôme Bonaparte und der Prinzessin Katharina von Württemberg in Fontainebleau.

Hymenaios (altgriechisch Ὑμέναιος, lateinisch Hymenaeus) war in der griechischen Mythologie der Gott der Hochzeit. Sein Name entstand als Personifikation des bei Eheschließungen im Rahmen des Epithalamiums traditionellen Lieds beziehungsweise Zurufs Hymen o Hymenai, Hymen.

Mythos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Personifikation des Hochzeitsliedes erscheint Hymenaios erstmals bei Pindar[1] und Euripides.[2] Obwohl er mythologisch nur wenig entwickelt wurde, bestehen zahlreiche Varianten zu seiner Herkunft: Er gilt als

  • Sohn des Apollon und einer Muse (entweder Urania oder Kalliope)
  • ein athenischer Jüngling, der einst einer geliebten Jungfrau, deren Eltern sie ihm verweigerten, in Mädchenkleidung nach Eleusis zum Demeterfest folgte. Dort aber wurde er mitsamt den dort versammelten Jungfrauen von Räubern entführt. Hymenaios allerdings tötete diese, als sie betrunken an der Küste schliefen, wodurch die Mädchen gerettet wurden
  • Sohn der Bia und des Kratos
  • Sohn des Dionysos und der Aphrodite
  • ein argivischer Schiffer, der attische Jungfrauen vor dem Überfall von Seeräubern schützte.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In bildlichen Darstellungen wird Hymenaios normalerweise als geflügelter Jüngling gezeigt, der eine Hochzeitsfackel, einen safrangelben Schleier und einen Kranz aus Blumen, speziell Rosen, oder auch Majoran trägt.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ovid: Metamorphosen Buch 10 1-7

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pindar: Fragment 128c.
  2. Euripides: Troades 310; 314.