Hyper-V

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Hyper-V
Entwickler Microsoft Corp.
Aktuelle Version Windows Server 2016
(13. Oktober 2016)
Betriebssystem Microsoft Windows
Kategorie Virtualisierung, Typ-1-Hypervisor
Lizenz Microsoft-EULA (Closed Source)
deutschsprachig ja
www.microsoft.com/de-de/server/windows-server/server-virtualisierung/default.aspx

Hyper-V ist eine Hypervisor-basierte Virtualisierungstechnik von Microsoft für Computer mit x64-fähigem x86-Prozessor. Erhältlich ist Hyper-V sowohl als fester Bestandteil der Serverbetriebssysteme (z. B. Windows Server 2016 Standard und Datacenter) als auch in Form der Standalone-Ausführung (z. B. Microsoft Hyper-V Server 2016). Darüber hinaus enthalten die Pro- und Enterprise-Editionen der Clientbetriebssysteme Windows 8 und Windows 10 die Hyper-V-Technologie.[1] In allen diesen Produkten ist Hyper-V entweder standardmäßig aktiv oder bei Bedarf als Komponente installierbar. Die Standalone-Ausführung Microsoft Hyper-V Server 2016 ist kostenlos erhältlich und verfügt über den gleichen Funktionsumfang mit Ausnahme der optionalen GUI.[2]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Komplette Isolierung der einzelnen Systeme
  • Sicherheitsfunktionen der Hardwareebene können benutzt werden, zum Beispiel Data Execution Prevention (DEP)
  • Hyper-V unterstützt Network Address Translation (NAT) und Network Access Protection (NAP)
  • Verwaltung über die Microsoft Management Console (MMC)
  • Im Cluster-Betrieb kann der Hyper-V sogenannte Live-Migrationen vornehmen. Dies erlaubt das Verschieben von virtuellen Maschinen im laufenden Betrieb.
  • Seit Windows Server 2012 können sogenannte Shared Nothing Live-Migrationen durchgeführt werden. Hierbei werden virtuelle Maschinen zwischen Hyper-V Servern verschoben, ohne dass die Hosts im Cluster-Betrieb laufen müssen.[3]
  • Als Hostsysteme können Windows Server 2008, Windows Server 2008 R2, Windows 8, Windows 8.1, Windows Server 2012, Windows Server 2012 R2, Windows 10 und Windows Server 2016 genutzt werden

Einem Gastsystem können bis zu 64 Prozessoren und 1 Terabyte RAM zugewiesen werden.[4]

Verfügbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hypervisor wird in zwei Varianten ausgeliefert: Als Serverrolle bzw. Betriebssystem-Feature (z. B. in Windows Server 2016 oder Windows 10) und als eigenständiges Produkt (z. B. Microsoft Hyper-V Server 2016). Letztgenannte Version ist kostenfrei, beinhaltet aber keine ggf. benötigten Lizenzen für das Gastsystem. Außerdem ist diese Version ausschließlich im Core-Betrieb verwendbar, was durch die Verwendung von PowerShell vereinfacht wird (PsHyper-V). Dies sind die einzigen Beschränkungen gegenüber der kostenpflichtigen Variante.[5]

Einsatzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hyper-V ist in vielen Szenarien effektiv einsetzbar – sowohl zur Virtualisierung ganzer Rechenzentren als auch von kleineren Umgebungen. Es kann darüber hinaus die komplette Netzwerkkonfiguration ohne Third-Party-Tools (z. B. NIC-Teaming und VLAN-Konfiguration) durchgeführt werden, dazu bietet Hyper-V u. a. auch die Virtualisierung ganzer Switches (vSwitch). Für einen erweiterten Funktionsumfang sorgt System Center Virtual Machine Manager (SCVMM), welcher für die Verwaltung von VMs und Hosts u. a. basierend auf Hyper-V eingesetzt werden kann.[6]

Mit der in Windows 8 und Windows 10 verfügbaren Version kann Hyper-V allerdings auch für Client-Virtualisierung gebraucht werden. Allerdings sollte beachtet werden, dass nach dem Aktivieren von Hyper-V das Root-Betriebssystem selbst in einer privilegierten virtuellen Maschine läuft und es z. B. bei latenzkritischen Echtzeitanwendungen Probleme geben kann.[7][8] Deshalb ist es bei Hyper-V auch falsch, beim Root-OS von einem „Host-OS“ und bei den Kindsystemen von einem „Guest-OS“ zu sprechen, da beide (Root-OS und Kindsysteme) auf einer Ebene ausgeführt werden.

Unterstützte Gastsysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Microsoft unterstützt neben einigen Windows-Versionen auch offiziell einige Linuxdistributionen und FreeBSD.

Ab Windows 8 werden Windows XP Home und ältere Versionen nicht mehr im virtuellen Modus unterstützt. Eine Liste sämtlicher unterstützter Betriebssysteme gibt es bei Microsoft TechNet.[9] Seit der Linux-Kernelversion 2.6.32 sind die Hyper-V Integration Components fester Bestandteil und können auch in anderen Linuxdistributionen einfach aktiviert werden.[10] Ab CentOS 6.4 sind die Treiber für Hyper-V direkt in den Paketen der Distribution enthalten.[11] Seit 2012 wird FreeBSD offiziell von Hyper-V unterstützt.[12] Ab der Version 6.6 von RHEL und CentOS wird auch die Ausführung in einer Virtuellen Maschine der 2. Generation unterstützt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hyper-V: Using Hyper-V and Failover Clustering auf Microsoft TechNet (englisch)
  2. Microsoft Hyper-V Server 2012 Produktseite (englisch)
  3. Shared Nothing Live Migration on Windows Server 2012. Technet Blog, 23. Juli 2012
  4. Servervirtualisierung. Microsoft Corporation; abgerufen am 29. August 2013.
  5. Vergleich Hyper-V Installationen
  6. Michel Luescher: Management Console Vergleich zwischen Hyper-V and Virtual Machine Manager. In: Server Talk. 13. Februar 2010.
  7. Wolfgang Sommergut: Client Hyper-V in Windows 8: nur für Testumgebungen, nicht für Endanwender. In: WindowsPro.de. 12. September 2011.
  8. Jens Ihlenfeld: Hyper-V: Windows 8 kommt mit eingebauter Virtualisierung. In: golem.de. 8. September 2011.
  9. About Virtual Machines and Guest Operating Systems In: Microsoft TechNet. 15. Juli 2014 (englisch).
  10. Michel Luescher: How-To: Virtualisieren von Linux mit Hyper-V. In: Server Talk. 2. April 2010.
  11. Tim Schürmann: CentOS 6.4 bringt Hyper-V-Treiber mit. In: admin-magazin.de. 11. März 2013.
  12. Anandeep Pannu: Available Today: FreeBSD Support for Windows Server Hyper-V. In: Microsoft TechNet Blog. 9. August 2012 (englisch).