Hyperschallgeschwindigkeit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Computersimulation der Strömung um die X-43 bei Mach 7 und laufendem Triebwerk.

Hyperschallgeschwindigkeit oder kurz Hyperschall (griechisch ὑπέρ hyper, deutsch ‚über‘) bezeichnet in der Luft- und Raumfahrt den Geschwindigkeitsbereich weit über der örtlichen Schallgeschwindigkeit, die vom Medium und dessen Zustand – in erster Linie von der Umgebungslufttemperatur und in weit geringerem Umfang von Luftfeuchtigkeit, (Luft-)Druck usw. – abhängig ist. Als Hyperschall wird dabei der Bereich oberhalb der fünffachen Schallgeschwindigkeit (über Mach 5) angesehen, während darunter ein Flugkörper „nur“ Überschallgeschwindigkeit fliegt.

Weitere Einzelheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hyperschallflugkörper müssen vor allen Dingen so gebaut werden, dass sie die große Wärme mit auftretenden Temperaturen von über 1000 °C aushalten. Ebenfalls verändern sich die Eigenschaften der Luft bei diesen Temperaturen.

Beispiele für Flugobjekte im Hyperschallbereich sind Objekte, die in die Atmosphäre der Erde eindringen wie Asteroiden, das Versuchsflugzeug North American X-15 oder Raumfahrzeuge beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. Unbemannte Experimentalflugzeuge erreichen bis zu 9,6-fache Schallgeschwindigkeit (Boeing X-43A, 2004). Die Falcon HTV-2 soll am Ende sogar bis Mach 20 erreichen. Die Entwicklung von Hyperschallprojektilen wurde in Militärkreisen diskutiert, etwa im Zusammenhang mit Railguns. Die Sowjetunion plante die Tu-2000, Russland das Nachfolgeprojekt Tupolew PAK-DA. Des Weiteren entwickeln Forscher der Jaxa ein Hypersonic Passenger Aircraft (dt.: Hyperschall-Passagierflugzeug), welches Mach 5 (ca. 6125 km/h) erreichen soll. Damit beträgt die Flugzeit von Paris nach Tokio 2 Stunden.[1]

Die Europäische Weltraumorganisation ESA koordiniert das Projekt Long-Term Advanced Propulsion Concepts and Technologies, das ein europäisches Hyperschall-Passagierflugzeug namens Reaction Engines A2 entwerfen soll.[2]

Im Mai 2010 absolvierte die US-Luftwaffe erstmals einen erfolgreichen Testflug mit einem Hyperschall-Flugkörper. Die Boeing X-51A flog dabei etwa 200 Sekunden lang und erreichte Mach 5.[3] Sie wurde zuvor von einem B-52-Bomber ausgeklinkt.[4] Bei ihrem vierten Testflug am 1. Mai 2013 erreichte sie, nach zwei erlittenen Fehlschlägen, eine Geschwindigkeit von Mach 5,1 und flog in etwas über sechs Minuten rund 426 Kilometer weit.[5]

Anfang 2014 wurde ein Test eines chinesischen Flugkörpers (DF-ZF) bekannt. Behörden sprachen von einer erreichten Geschwindigkeit von Mach 10. Es handelt sich um Chinas ersten Körper, der die Hyperschallgeschwindigkeit erreichte.[6][7][8]

Seit 2016 testet eine internationale Forschergruppe in Australien im Rahmen des HiFiRE-Programms die grundlegenden Technologien für Hyperschallflüge.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rainer W. During: Paris - Tokio in drei Stunden. Abschnitt: Nasa-Experten sagen, es dauert noch 15 Jahre, letzter Absatz. Tagesspiegel, 2. Januar 2015; abgerufen am 27. Oktober 2016.
  2. LAPCAT Long-Term Advanced Propulsion Concepts and Technologies. Europäische Kommission, 20. Februar 2012; abgerufen am 4. Dezember 2012 (englisch).
  3. Scramjet stellt neuen Zeitrekord auf. In: Raumfahrer.net. 28. Mai 2010; abgerufen am 22. Dezember 2010.
  4. Spiegel Online
  5. Experimentelles Flugzeug X-51A Waverider stellt Rekord auf. Golem
  6. China testet „Hyper-Flugkörper“. diepresse.com
  7. China tested hypersonic missile vehicle. phys.org; abgerufen am 16. Januar 2014
  8. Chinas neue Hyperwaffe. blog.zeit.de
  9. In weniger als 2 Stunden von Europa nach Australien. EB-Monitor.com

Dieser Artikel beruht auf der Teilung des Artikels Hyperschall aus der deutschsprachigen Wikipedia in der Version vom 30. Juni 2007, 10:40. Eine Liste der Hauptautoren (History) gemäß GNU FDL ist hier zu finden.