Mitsubishi Fuso Canter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hyundai Bison)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Mitsubishi Fuso Canter der aktuellen 8. Generation in Spanien

Der Fusō Canter ist ein leichtes Nutzfahrzeug von Mitsubishi Fuso (Teil von Daimler Trucks), gebaut seit 1963 in der inzwischen 8. Generation.

Produktion und Absatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs wurde der Canter nur nach Südostasien exportiert, schnell kamen aber weitere Regionen hinzu, z. B. Australien, Neuseeland, Nahost und ab Mitte der 1980er Jahre die USA. Indonesien (dort als „Colt Diesel“) ist seit langen Jahren der wichtigste einzelne Exportmarkt[1] gefolgt von Nahost und Taiwan. Insgesamt wird der Canter weltweit in über 150 Ländern erfolgreich verkauft. Außer in Japan unterhält Daimler/Fuso eigene Werke für den Canter in Chennai/Indien und Tramagal/Portugal. Hinzu kommen Endmontagen aus CKD-Bausätzen in einigen weiteren Ländern, z. B. Ägypten, den Philippinen, Venezuela, Turkei und Russland. Bei einem lokalen Lieferanteil von 50 % beliefert das Werk Tramagal u. a. ganz Westeuropa (EU plus Norwegen und Schweiz).

Produkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ursprung war der Canter ein schmales Fahrzeug mit 2 Tonnen Nutzlast. Etwa seit der 4. Generation wurde das Programm zunehmend stärker ausgeweitet und heute verbergen sich hinter diesem Namen sehr unterschiedliche Produkte. Während der 5. Generation wurde wohl der japanische Fighter Mignon als „Canter 7,5 Tonner“ oder „Canter FH“ in Europa verkauft. Inzwischen bietet der Canter 2 parallele Lieferprogramme (8. Generation und General Export Modell) jeweils mit schmalen und breiten Varianten von 3,5 bis 8,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Auf einigen Märkten gehören zur Canter-Familie heute aber auch Canter Guts (rebadged Nissan NT400) und CanterVan (rebadged Nissan NV350). Hinzu kommen noch lokale Anpassungen einschließlich der Motorisierungen.

2010, noch in der 7. Generation, wurden in Tramagal neue umweltfreundlichere Antriebsstränge mit Motoren von Iveco/FPT und Getrieben von ZF eingeführt.[2] Die 8. Generation mit diesen „Weltmotoren“ wird in entwickelte Länder mit strikten Abgasgrenzwerten geliefert, zusätzlich gibt es sie als Eco-Hybrid und als vollelektrischen eCanter. Für die weniger entwickelten Länder wird das General Export Modell basierend auf der 7. Generation geliefert.

1962–1968 1. Generation T720[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ur-Canter war der Nachfolger des von 1960 bis 1963 produzierten T710 und verfügte über zwei runde Frontscheinwerfer, das Facelift ab 1964 hingegen hatte Doppelscheinwerfer. Bei einer Nutzlast von 2 Tonnen gab es ihn mit dem 90 PS starken Ottomotor KE42 oder dem 68 PS starken Dieselmotor 4DQ11A.

1968–1973 2. Generation T90/T91[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2. Generation T90

Sein Dieselmotor 4DR1 leistete 75 PS, im Juli 1970 kam ein neuer Dieselmotor 4DR5 mit 2,7 l Hubraum und 80 PS. Zusätzlich gab es 2 Benzinmotoren, den vom Vorgänger bekannten KE42 mit 66 kW @ 4800, sowie den stärkeren KE47 mit 70 kW @ 4500 und 172 Nm @ 2800 1/min.

1973–1978 3. Generation T200[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3. Generation T200 (1976)

Die 200er Serie war gegliedert in die Typen T200/210 mit 4DR5 80PS Dieselmotor und T205/215 mit KE47 Ottomotor mit 2,315 l und 74 kW, außerdem gab es den KE42 Benzinmotor mit 1,995 l und 70 kW. Im Januar 1975 wurden die Benzinmotoren ersetzt durch 4G52 (1,995 l, 74 kW) und 4G53 (2,384 l, 81 kW @ 5000 1/min). Es gab verschiedene Radstände und Pritschenhöhen und zusätzlich eine Variante mit 3 Tonnen Nutzlast.

1978–1985 4. Generation FE1../FE2..[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Japan wurden mit der 4. Generation zusätzlich zum bekannten schmalen Fahrzeug mit 2 Tonnen Nutzlast Varianten mit 3 Tonnen Nutzlast sowie breite Fahrzeuge mit 2 und 3 Tonnen Nutzlast eingeführt. Februar 1980 folgte eine Servolenkung für die breiten Fahrzeuge, Ende des gleichen Jahres ein schmaler 1,5 Tonner und ein breiter 3,5 Tonner. Ab November 1982 kamen neue direkteinspritzende Dieselmotoren 4D30 (Saugmotor) bzw. 4D31 (Turbo) mit 90 und 117 PS (66 und 86 kW) hinzu. Je nach Quelle hatten diese Motoren etwas höhere Leistungen bis 100 bzw. 130 PS (74 bzw. 96 kW). Ab Dezember 1983 gab es einen 1,5 Tonner als „Walk Through Van“. Alle Angaben hier sind Nutzlasten.

4. Generation Canter 20 (1985)
Modell (Deutschland) Canter 35 Canter 46 Canter 55
Zulässiges Gesamtgewicht 3,5 t 4,6 t 5,5 t
max. Nutzlast (geschätzt) 1,5 t 2,1 t 3,0 t
Getriebe (Serienmäßig) 5-Gang-Schaltgetriebe
Die geschätzten Nutzlasten dienen dem besseren Vergleich zum Text.
Motor Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffzufuhr Steuerung Luftzufuhr
4G52 1,995 l 74kW Benzinmotor+Einzelvergaser SOHC Sauger
4DR51A 2,659 l 54 kW RE+Wirbelkammer Sauger
4DR5 2,659 l 59 kW @ 3700 RE+Wirbelkammer Sauger
4D30 11/82- 3,276 l 66 kW 215 Nm @ 2200 RE+Direkteinspritzung Sauger
4D31 11/82- 3,276 l 86 kW 279 Nm @ 2000 RE+Direkteinspritzung Turbo
4DR51A ist ein 4DR5 bzw. eine Teilmenge. 54 kW ist vermutlich falsch, da der Motor in der 3. Generation schon 59 kw gehabt haben soll.

1985–1996 5. Generation FB.../FE3../FE4..[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abgrenzung des Canters zu anderen Modellen von Fusō erscheint etwas unscharf. So gab es in Japan den Fighter Mignon, ein Fightergestell mit Canter Kabine und 4 t Nutzlast. Aufgrund der gleichen Optik wurde dieser offenbar in Europa unter der bekannten Marke Canter mit 7,5 t Gesamtgewicht vermarktet. Hinzu kamen zunehmend lokale Anpassungen an die jeweiligen Märkte. Durch die Ausweitung des Programms, zunehmende Internationalisierung und aufkommende Abgasvorschriften gab es auch eine Ausweitung des Motorenprogramms bis hin zum Wildwuchs. Bis zur Übernahme durch Daimler 2003 wurden so in einzelnen Märkten während einer Generation in einer Leistungsklasse bis zu 3 verschiedene Motoren nacheinander eingesetzt.

Kurz nach Einführung der 5. Generation wurde im Juli 1986 ein Allradantrieb für die Canter mit 2 und 3 t Nutzlast lieferbar. Im Januar 1987, ein Jahr nach Einführung der 5. Generation, wurde der leichteste Canter mit bis zu 1,5 t Nutzlast umbenannt in Canter Guts. Möglicherweise erfolgte diese Umbenennung nur in Japan. Der Guts hatte den 4DR5 Dieselmotor mit 2,65 l Hubraum und das schmale Fahrerhaus als Einzel- oder Doppelkabine. Im November 1989 gab es eine Modellpflege und Optimierungen beim Abgasverhalten, im Juli 1991 ABS als Option.

5. Generation Canter 20
Modell (Deutschland) Canter 35 Canter 60 Canter 75
alternative Bezeichnung FE444 FH100
Zulässiges Gesamtgewicht 3,5 t 6,0 t 7,5 t
max. Nutzlast (geschätzt) 1,5 t 2,5 t 3,5 t
Motor (Deutschland) 4M40/4D31 4D30/4D31 6Zyl.
Getriebe (Serienmäßig) 5-Gang-Schaltgetriebe
Die geschätzten Nutzlasten dienen dem besseren Vergleich zum Text.
Motor (Japan) Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffsystem Steuerung Luftzufuhr
4G63 1990- 1,997 l Benzinmotor + Vergaser OHC Sauger
4DR5 -1/87~ 2,659 l RE+Wirbelkammer Sauger
4DR7 ~5/91- 2,835 l RE+Wirbelkammer Sauger
4D32 ~3/86-11/93~ 3,567 l RE+Direkteinspritzung Sauger
4D33 ~9/91~ 4,214 l RE+Direkteinspritzung Sauger
4D34 ~4/92~ 3,908 l RE+Direkteinspritzung Turbo
4D36 ~8/94- 3,56 l RE+Direkteinspritzung
Vermutlich war der 4G52 aus dem Vorgänger auch in der 4. Generation bis 1990 eingesetzt worden.
Die Benzinmotoren, 4DR. und 4M40 waren jeweils nur in den leichtesten Fahrzeugen eingesetzt worden. Die 4M40 bis 1995/96 könnten tatsächlich 4D56 gewesen sein.
~1990- bzw. -2001~ bedeutet der Motor war „ab 1990 oder früher“ bzw. „bis 2001 oder später“ eingesetzt worden, ~1995~ bedeutet entsprechend „um 1995“.
Motor (Deutschland) Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffsystem Steuerung Luftzufuhr
4M40 1982-1/89 2,5 l 51 kW 149 Nm @ 2300 Wirbelkammer OHC Sauger
4M40 1/89- 2,477 l 55 kW 152 Nm @ 2300 Wirbelkammer OHC Sauger
4D30 3,298 l 66 kW 215 Nm @ 2200 RE+Direkteinspritzung Sauger
4D31 ~10/95~ 3,298 l 86 kW 279 Nm @ 2000 RE+Direkteinspritzung Turbo
(6Zyl.) 4,948 l 107 kW 355 Nm @ 2000 RE+Direkteinspritzung Turbo
Benzinmotoren, 4DR. und 4M40 waren jeweils nur in den leichtesten Fahrzeugen eingesetzt worden. Der 4M40 bis 1995/96 könnte tatsächlich ein 4D56 gewesen sein.
~1990- bzw. -2001~ bedeutet der Motor war „ab 1990 oder früher“ bzw. „bis 2001 oder später“ eingesetzt worden, ~1995~ bedeutet entsprechend „um 1995“.

1996–2005 6. Generation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 6. Generation des Canters wurde in Japan ab November 1993 eingeführt, 1996 in Deutschland. Im November 1995 folgten Varianten in schmal mit 3,5 t und in breit mit 4 t Nutzlast (Gesamtgewicht geschätzt 6,5 t und >7 t). Zumindest in Japan für den Guts wurde im Oktober 1997 der zuschaltbare 4WD mit Kriechgang geändert auf permanenten 4WD. In Deutschland durften ab 2002 alle Canter einschließlich des 3,5 Tonners Anhänger bis 3,5 t Gewicht ziehen, 2004 folgte noch eine Modellpflege.

6. Generation (letzte Version)
Modell (Deutschland) Canter 35 (Canter 55?) Canter 60 Canter 75 (Canter 4x4?)
alternative Bezeichnung FB35 FE35 FE60 Canter HD
Zulässiges Gesamtgewicht 3,5 t 5,5 t 6,0 – 6,3 t 7,5 t
max. Nutzlast (geschätzt) 1,5 t 2,7t
Motor (Deutschland) 4M40/41/42 4D34
Getriebe (serienmäßig) 5-Gang-Schaltgetriebe
Tankinhalt 100 l, 80 l bei Radstand 2500mm
Motor (Japan) Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffsystem Steuerung Luftzufuhr
4G63 6/97- 1,997 l 74 kW Benzinmotor + Vergaser OHC Sauger
4G64 2/96- 2,351 l 85 kW @ 5000 Ottomotor LPG OHC Sauger
9/97- Ottomotor CNG OHC Sauger
4DR7 -8/99~ 2,835 l RE + Wirbelkammer Sauger
4M40 ~2/96-8/99 2,835 l Wirbelkammer+VE OHC
4D33 4,214 l RE+Direkteinspritzung Sauger
4D35 ~3/95-9/97~ 4,560 l
4D36 -3/98~ 3,567 l 81 kW @ 3500
4M50 10/97- 4,899 l Direkteinspritzung DOHC4
4M51 ~7/98- 5,240 l
Benzinmotoren, 4DR. und 4M40 waren jeweils nur in den leichtesten Fahrzeugen eingesetzt worden.
~1990- bzw. -2001~ bedeutet der Motor war „ab 1990 oder früher“ bzw. „bis 2001 oder später“ eingesetzt worden, ~1995~ bedeutet entsprechend „um 1995“.
Motor (Deutschland) Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffsystem Steuerung Luftzufuhr Emissionsklasse
4M40 -2/99 2,835 l 69 kW 191 Nm @ 2000 Wirbelkammer+VE OHC Euro 2
4M41 2/99-9/01 2,835 l 85 kW 216 Nm @ 2000 Wirbelkammer+VE OHC Turbo+LLK Euro 2
4M42-OAT 9/01- 2,977 l 92 kW @ 3200 294 Nm @ 1800 Direkteinspritzung+VE+EDC DOHC Turbo+LLK Euro 3
4D34 -2002 3,908 l 100 kW Direkteinspritzung+RE OHV Turbo+LLK Euro 2
4D34 2002- 3,908 l 105 kW @ 2700 412 Nm @ 1600 Direkteinspritzung+RE OHV Turbo+LLK Euro 3

2005–2012 7. Generation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 7. Generation des Canters wurde in Japan ab Juni 2002 eingeführt, in Deutschland 2005. Hauptziele bei der Entwicklung waren ein modernes Fahrzeug, bessere Sicherheit (neu: Scheibenbremsen, teilweise Xenon-Licht) und mehr Komfort, z. B. wurde die breite Fahrerkabine 20mm höher und um 100mm nach vorne verlängert. Für eine bessere Bewegungsfreiheit in der Kabine wurde der Schalthebel vom Motortunnel in die Armaturenanlage verlegt, eine Weltneuheit für Frontlenker-LKW.[3]

In Japan hatte man sich offenbar bis zum Auslaufen der 7. Generation mit Motoren ohne SCR-Filter behelfen können, in Deutschland wurden zunächst die Motoren aus der Vorgängergeneration übernommen, dann durch Mitsubishi Motoren mit Common Rail Einspritzung und schließlich durch moderne Motoren von FPT ersetzt.[4] Ab Produktionsbeginn der 8. Generation werden diese „Weltmotoren“ auch in Japan und weltweit in den entwickelten Ländern mit strikten Abgasgrenzwerten eingesetzt, für weniger entwickelte Länder gibt es daneben die General Export Modelle.

Im Zusammenhang mit der gescheiterten Kooperation von Daimler (damals DCX) und MCC wurde Fusō aus MCC ausgegliedert und blieb bei Daimler. Hinzu kamen immer neue Skandale bzw. das wiederholte Vertuschen meldepflichtiger Probleme.[5] Wohl um sich von dieser Vergangenheit abzusetzen, wurde sehr schnell das Erscheinungsbild schrittweise stärker abgrenzt von Mitsubishi. Aus dem Mitsubishi Canter wurde mit Einführung der 7. Generation der Mitsubishi Fuso Canter und schließlich mit der 8. Generation der Fuso Canter, das Diamant-Logo wurde beibehalten aber von rot bei MCC auf silber geändert.

7. Generation (Version 2005–2009)
7. Generation, Modell FB (Version 2009–2012)
Modell (Deutschland) 3S13 3C..
..13/15
5S13 6C..
..14/15/18
7C..
..14/15/18
Pfau Rexter
A6500 4x4
alternative Bezeichnung FE74? FE74 FE84 FE85
Kabinenbreite m 1,7 2,0 1,7 2,0 2,0 1,7
Zulässiges Gesamtgewicht 3,5 t 3,5 t 5,5 t 6,0 – 6,3 t 7,5 t 6,5 - 7 t
max. Nutzlast (geschätzt) 4,5 t
Tankinhalt 80 l
Die erste Ziffer der Modellbezeichnung gibt das gerundete Gesamtgewicht an, der folgende Buchstabe die Kabinenbreite, die nächsten zwei Ziffern sind das gerundete
Zehntel der Motorleistung in PS, die Aufschlüsselung folgt unter Motor (unten). Doppelkabinen wurden vermutlich durch ein angehängtes „D“ gekennzeichnet.
Pfau-Fahrzeuge mit schmaler Kabine (auch Doppelkabine) sollen Gesamtgewichte von 3,5 bis 7,5 t gehabt haben.
Motor (Japan) Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffsystem Steuerung Luftzufuhr Nutzlast
4G63 1,997 l 79 kW Benzinmotor + MPI OHC Sauger
4M40 2,835 l 140 HP
4M42 2,977 l 92 kW @ 3200 294 Nm @ 1800 Sauger
4D33 -11/04~ 4,214 l RE + Direkteinspritzung OHV Sauger
4M51 -10/04~ 5,240 l
4M50-T3 2/04- 4,899 l 103 kW 412 Nm Direkteinspritzung DOHC4 2 t
4M50-T4 2/04- 4,899 l 118 kW 470 Nm Direkteinspritzung DOHC4 3 t
4M50-T5 2/04- 4,899 l 132 kW 529 Nm Direkteinspritzung DOHC4 3 t
Lieferbar waren 5-Gang-Getriebe oder 4-Gang-Automatikgetriebe ELC. Für den Guts wurden auch Motoren für Autogas und LNG zumindest angekündigt.
Ottomotoren und 4M40 wurden jeweils nur in den leichtesten Fahrzeugen eingesetzt.
~1990- bzw. -2001~ bedeutet der Motor war „ab 1990 oder früher“ bzw. „bis 2001 oder später“ eingesetzt worden, ~1995~ bedeutet entsprechend „um 1995“.
Motor (Deutschland) Einsatz Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Kraftstoffsystem Steuerung Luftzufuhr Emissionsklasse
4M42-OAT (..13) -9/07 2,977 l 92 kW @ 3200 294 Nm @ 1700 Direkteinspritzung+VE+EDC DOHC Turbo + LLK Euro 3
4D34-2AT6 (..14) -9/07 3,908 l 105 kW @ 2700 412 Nm @ 1600 Direkteinspritzung+RE OHV Turbo + LLK Euro 3
4M42-T2 (..13) ~8/06-7/09~ 2,977 l 92 kW 294 Nm @ 1700 CR+DI DOHC VTG-Turbo + LLK Euro 4
4M42-T? (..15) ~10/06-7/09~ 2,977 l 107 kW 364 Nm @ 1700 CR+DI DOHC VTG-Turbo + LLK Euro 4
4M50 (..18) ~4/07-7/09~ 4,899 l 132 kW DOHC Euro 4
4P10-T2 (..13) ~5/10- 2,998 l 96 kW @ 3500 300 Nm @ 1300 CR+DI DOHC VTG-Turbo + LLK Euro 5
4P10-T4 (..15) ~5/10- 2,998 l 110 kW @ 3500 370 Nm @ 1600 CR+DI DOHC VTG-Turbo + LLK Euro 5
4P10-T6 (..18) ~5/10- 2,998 l 129 kW @ 3500 430 Nm @ 1600 CR+DI DOHC VTG-Turbo + LLK Euro 5
Lieferbar waren 5- und 6-Gang-Getriebe, bei 4P10 auch das automatisch schaltende Doppelkupplungsgetriebe Duonic®. Der 4P10-T4 könnte auch nur 107 statt 110 kW gehabt haben.
~1990- bzw. -2001~ bedeutet der Motor war „ab 1990 oder früher“ bzw. „bis 2001 oder später“ eingesetzt worden, ~1995~ bedeutet entsprechend „um 1995“.
Die Klammerwerte, z. B. (..13), sind das gerundete Zehntel der Motorleistung in PS und beziehen sich auf die Tabelle der Modelle (oben).

General Export Modell FE/FG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die immer strikteren Abgasgrenzwerte bewirkten immer höhere Herstellkosten und Komplexität, z. B. Common Rail Einspritzung und Abgasnachbehandlung. Für weniger entwickelte Länder wurden also vereinfachte Fahrzeuge mit den alten Mitsubishi-Motoren und manuellen 5-Gang-Getrieben (beim stärksten Motor ohne Synchronisation für 1. und Rückwärtsgang) eingeführt. Diese General Export Modelle[6] basieren auf der 7. Generation und sind heute (2018) noch parallel zur 8. Generation im Angebot. Seit Anfang 2018 werden in den Philippinen Motoren angeboten, die Euro 4 entsprechen.[7]

Modell FE7 FE8 FE8 FG83 4x4
Kabinenbreite (m) 1,7 2,0 2,0 2,0
Doppelkabine - teilweise - optional
zulässiges Gesamtgewicht 4,4/4,7/5,7 t 6,0/6,5 t 7.2/8,0-8,2 t 5,5 t
Tragfähigkeit, ca. 2,5-?? t 3,8-4,3 t 4,7-5,7 t 3 t
Radstände (mm) 2500 – 3350 2750 – 3350 2750 – 4170 3460
Standardmotor 4D33-6A 4D33-6A 4D33-6A 4D33-6A
optional 4D34-2AT5 4D34-2AT5 4D34-2AT4 4D34-2AT5
Philippinen ab 2018 4M42 (92 kW) 4M42 (107 kW) 4M50
Motor Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Einspritzsystem Steuerung Luftzufuhr Em.-Klasse
4D33-6A 4,214 l 83kW @ 3200 304 Nm @ 1600 DI+Reiheneinspritzpumpe Sauger
4D34-2AT5 3,908 l 81 kW @ 2900 275 Nm @ 1600 DI+Reiheneinspritzpumpe Turbo + LLK Euro 2
4D34-2AT4 3,908 l 100 kW @ 2900 370 Nm @ 1600 DI+Reiheneinspritzpumpe Turbo + LLK Euro 2
4M42 2,977 l 92 kW @ 294 Nm @ DOHC Turbo + LLK Euro 4
4M42 2,977 l 107 kW @ 362 Nm @ DOHC Turbo + LLK Euro 4
4M50 4,890 l 132 kW @ 530 Nm @ Turbo + LLK Euro 4

2012- Allradantrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Japan (und wohl auch international) lieferte Fusō den Canter bereits seit der 5. Generation auch mit Allradantrieb, bei der 7. Generation war er in Europa für ausgewählte Kunden (Pfau in Springe, insolvent) für schmale Fahrzeuge mit 3,5 – 7 t Gesamtgewicht lieferbar. Schmale (und breite) Fahrzeuge der 8. Generation mit 5,5 bis 7,5 t zulässigem Gesamtgewicht und Allradantrieb wurden von Pfau ebenfalls angeboten, obwohl das reguläre Programm nur einen breiten 6,5 Tonner mit Allradantrieb beinhaltet.[8]

Eco-Hybrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basierend auf der 7. Generation des Canters wurde in Japan die erste Generation des Canter Eco-Hybrid ausgeliefert. Bei einem Leergewicht von 2,83 t betrug die Zuladung 2,0 t, bei einer Zuladung von 3,0 t war das Leergewicht mit 2,87 t geringfügig höher.[9]

Der Eco-Hybrid basierend auf der 8. Generation wird in Deutschland als breiter 7,5 Tonner geliefert und ist zusätzlich zum 110 kW Dieselmotor mit Duonic®-Getriebe ausgerüstet mit einem 40 kW Elektromotor/-generator und einer 2 kWh Lithium-Ionen Batterie. Der Parallel-Hybrid mit dem E-Motor angeordnet zwischen Motor und Getriebe ermöglicht eine Kraftstoffersparnis von 20 %.[10]

2012– 8. Generation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die achte Generation kam 2012 auf den Markt. Seit der Produktionseinstellung des Mercedes-Benz Vario 2013 wird der Canter auch als dessen Nachfolger (unterhalb des Atego) angeboten.

Das Angebot der Canter umfasst Fahrgestelle mit 3,5 bis 8,55 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht mit Fahrerkabinen in 1,7 (S) oder 2 Metern (C) Breite, letztere teilweise auch als Doppelkabine (D), allerdings wird in Neuseeland auch eine schmale Doppelkabine angeboten. Außerdem werden ab Werk einige wenige Aufbauten geliefert (Pritsche und Kipper). Auf einigen Märkten werden die schmalen Fahrzeuge nicht angeboten, z. B. USA, Großbritannien, evtl. auch Japan (dort ersetzt durch GUTS).

Die aus dem Vorgänger in Europa bekannten Motoren mit 96 – 129 kW werden nun weltweit verwendet, neben dem manuellen 5-Gang-Getriebe wird eine Vielzahl von Varianten auch mit 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (Duonic®) geliefert. Der Eco-Hybrid ist zusätzlich zum 110 kW Dieselmotor ausgerüstet mit einem 40 kW Elektromotor/-generator und einer 2 kWh Lithium-Ionen Batterie. Die 3,5 Tonner haben vorne Einzelradaufhängung, alle Canter können mit Nebenabtrieb am Getriebe geliefert werden.

In den USA werden die Canter der 8. Generation als FE/FG Trucks angeboten (obwohl FE/FG auch als Verkaufsbezeichnung für die General Export Modelle benutzt wird). Die Bezeichnung „Canter“ wird dort erstmals für den rein elektrischen eCanter benutzt, der Ende 2017 in New York erstausgeliefert wurde. Circa 500 weitere sollen in Einzelfertigung folgen, bis 2019 der eCanter serienmäßig lieferbar wird. Seit März 2018 ist in den USA der „Gas Truck“ lieferbar, ein Canter mit 6,0 Liter GM Vortec V8 Benzinmotor und Allison Automatikgetriebe. Gefertigt wird dieser bei Freightliner in Gaffney/SC, USA.

Fuso Canter 3C13, 8. Generation, 3-Tonner
Fuso Canter 7C18, 8. Generation, 7,5-Tonner
Modell 3S13 • 3S15 • 6S15 3C13(D) • 3C15(D) • 3C18 7C15(D) • 7C18(D) • 9C18 6C18(D) 4x4 7C15 Eco-Hybrid
Kabinenbreite 1,7 m 2,0 m 2,0 m 2,0 m 2,0 m
Gesamtgewicht 3,5/6,0 t 3,5 t 7,5/8,55 t 6,5 t 7,5 t
Tragfähigkeit, max. 1,5 t 1,5 t 4,5 - 6 t 3,5 t 4,8 t
Radstände 2500–3400 mm 2500–3850 mm 2800 - 4750 mm 3415 - 3865 mm 3400–3850 mm
Tankinhalt 70 l 70 l 100 l 100 l 100 l
Die Verkaufsbezeichnungen der einzelnen Varianten scheinen in jedem Markt anders zu sein, das System in Europa/Deutschland scheint am aussagekräftigsten.
Die erste Ziffer gibt das gerundete Gesamtgewicht an, der folgende Buchstabe die Kabinenbreite, die nächsten zwei Ziffern sind das gerundete Zehntel der
Motorleistung in PS. Dann folgt ggf. „D“ für Doppelkabine.

Modell Hubraum Leistung @ 1/min Drehmoment @ 1/min Bemerkungen
4P10-T1 2,998 l 81 kW @ Japan
4P10-T2 2,998 l 96 kW @ 3500 300 Nm @ 1300
4P10-T4 2,998 l 110 kW @ 2840–3500 370 Nm @ 1320–2840
4P10-T5 2,998 l 120 kW @ 3400 370 Nm @ 1300 NAFTA/USA
4P10-T6 2,998 l 129 kW @ 2860–3500 430 Nm @ 1600–2860
GM V8 6,0 l 297 HP 361 lb.ft USA

2013– Canter Guts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guts[11] war von 1987 bis 2008 (in Japan ???) die Bezeichnung für schmale 3,5 Tonner (genau: max. 1,5 t Zuladung) innerhalb der Canter-Familie. Um einheitlich als Canter aufzutreten, wurde diese Bezeichnung aufgegeben, bzw. der Guts (1,5 t max. Nutzlast) basierend auf der 7. Generation wurde 2008 in der Fertigung eingestellt. 2013 wurde die Bezeichnung Guts wieder eingeführt, da Daimler/Fusō und Renault-Nissan 2012 vereinbarten, sich wechselseitig in Japan mit Fahrzeugen zu beliefern. Nissan verkauft dort die Canter Modelle ab 2 Tonnen Zuladung als Nissan NT450 (H24), Fusō den Nissan NT400 (F24) mit 1,5 Tonnen Zuladung als Canter Guts.

Der Canter Guts basierend auf dem NT400 ist offensichtlich speziell für die Bedingungen des japanischen Marktes angepasst und unterscheidet sich deutlich von dem in Deutschland bekannten NT400:

  • Breite reduziert auf 1,7 m von 1,87 m,
  • Höhe reduziert auf 1,99 m von 2,135 m,
  • Länge begrenzt auf maximal 4,69 m statt 4,75 bis 6,25 m in Deutschland,
  • Motor ZD30 leistungsreduziert auf 81 kW,
  • manuell schaltbares 5-Gang-Getriebe statt 6-Gang,
  • unterschiedliche Höhen der Ladefläche einschließlich reduzierten Radgrößen an der (angetriebenen) Hinterachse.

Der Canter Guts wird angetrieben von einem Dieselmotor Nissan ZD30DTTi mit 81 kW @ 2800 1/min und 276 Nm @ 1260-2800 1/min oder von einem Benzinmotor. Neben dem manuellen 5-Gang-Getriebe mit Overdrive und Hinterradantrieb wird auch ein automatisiertes manuelles 6-Gang-Getriebe oder ein zuschaltbarer Allradantrieb mit Kriechgang angeboten. Die Kabine ist 1,7 Meter schmal und auf Wunsch gibt es auch eine Doppelkabine. Wie bei den anderen 3,5 Tonnern der jüngeren Geschichte hat die Vorderachse Einzelradaufhängung.

2014– CanterVan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 hatten Fusō und Nissan Trucks Ihre Kooperation erweitert, auf einigen Märkten wird seitdem der Nissan NV350 von Fusō als CanterVan vertrieben.[12]

Modellkodes und ihre Bedeutung am Beispiel der 6. Generation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Buchstabe 2. Buchstabe 1. Ziffer 2. Ziffer 3. Ziffer
F = Frontlenker B = 3,5t 5 = Kabine, Standard 3 = VA Federung 3,5t 1 = Motor 4M40
E = über 3,5t 6 = Kabine, Comfort 4 = VA Federung bis 5,9t 4 = Motor 4M42
5 = VA Federung ab 6t 9 = Motor 4D34

Durch diese Kodes lässt sich jedes Baumuster identifizieren. Jedoch variieren diese Kodes von Baureihe zu Baureihe und sind somit nicht durchgängig (Canter Typ 1 bis 8) anwendbar. In der erweiterten Kodierung werden Eigenschaften wie Radstand, Aufbau, Doppelkabine etc. verschlüsselt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fuso Canter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitsubishi Fuso Introduces Latest Generation Light-Duty Trucks In Indonesia – Company’s Largest International Market, 26. März 2007.
  2. Mitsubishi Fuso Unveils Advanced, New Powertrain for Light-Duty Trucks, Presseerklärung des Herstellers vom 20. Juli 2010.
  3. mitsubishi-motors.com MMC Launches New-generation Canter & Canter Guts Series, 18. Juni 2002.
  4. mitsubishi-fuso.com Mitsubishi Fuso Unveils Advanced, New Powertrain for Light-Duty Trucks, 20. Juli 2010.
  5. mitsubishi-fuso.com Mitsubishi Fuso Announces Radical Clean-up of Past, 14. Juni 2004.
  6. mitsubishi-fuso.com Fuso General Export Modelle FE/FG
  7. autoindustriya.com New eco-friendy Fuso Canter Euro4 trucks launched in the Philippines, 1. März 2018.
  8. mitsubishi-fuso.com – Fuso Brings 4x4 Model New Canter Light-Duty Truck To Europe for the First Time, 23. Februar 2012.
  9. autosieger.de 2006.
  10. mitsubishi-fuso.com – Fuso Launches World’s Most Environmentally Friendly Canter Eco Hybrid Light-Duty Truck in Europe – IAA Show in Hannover, 18. September 2012.
  11. mitsubishi-fuso.com
  12. mitsubishi-fuso.com – Mitsubishi Fuso and Nissan Sign Contract for Van OEM Supply for Export, 3. Oktober 2014.