IBA Hamburg

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Neubau der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) im Gebiet der IBA

Die IBA Hamburg war die Internationale Bauausstellung in Hamburg im Zeitraum von 2007 bis 2013. Sie fand in den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel sowie im Binnenhafen von Harburg statt.

Unter dem Motto „Entwürfe für die Zukunft der Metropole“ widmete sie sich nach eigenen Angaben der „europäischen Metropole im 21. Jahrhundert“ und stellte sich den hier konzentrierenden städtebaulichen und stadtpolitischen Herausforderungen. Mit baulichen, sozialen und kulturellen Projekten wollte sie zeigen, „wie die Metropole von morgen auf die Herausforderungen von Globalisierung, Polarisierung und Klimawandel reagieren kann“.

Als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Freien und Hansestadt Hamburg war die IBA Hamburg GmbH mit der Realisation der Bauausstellung beauftragt. Finanziert wurde das Vorhaben mit rund 90 Millionen Euro aus Sonderinvestitionsprogrammen der Freien und Hansestadt Hamburg. Investiert wurden in den Jahren von 2007 bis 2013 rund 1 Milliarde Euro, davon ein Drittel aus öffentlichen Mitteln und zwei Drittel von privater Seite. Mehr als 420.000 Menschen besuchten allein im Präsentationsjahr 2013 die 70 Projekte der IBA.[1]

Seit dem Ende der Bauausstellung ist die IBA Hamburg GmbH als städtischer Projektentwickler im Süden der Hansestadt tätig. Der Sitz ist weiterhin das schwimmende Büro- und Ausstellungsgebäude IBA DOCK im Stadtteil Veddel. Geschäftsführer der Gesellschaft war Uli Hellweg, der Ende März 2015 aus seinem Amt ausschied. Im Aufsichtsrat der IBA Hamburg sitzen Vertreter aus Politik und Verwaltung, beraten wird die Gesellschaft von einem international besetzten Kuratorium.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlass für die IBA Hamburg war der 2004 vorgestellte Sprung über die Elbe, ein Leitprojekt der Strategie der „Wachsenden Stadt“, mit der sich Hamburg dem Wettbewerb um Einwohner und Investitionen stellen wollte. Dieser „Sprung über die Elbe“ rückte die zentral gelegenen, aber lange vernachlässigten Stadtteile im Hamburger Süden in den Fokus der Stadtentwicklung, allen voran Wilhelmsburg, die Veddel und den Harburger Binnenhafen. Die ersten beiden, auch als „Elbinseln“ bezeichneten Stadtteile, bieten Möglichkeiten, neue „Stadt in der Stadt“ zu bauen – ein Ziel, das auch Kernpunkt des aktuellen Leitbildentwurfs zur Hamburger Stadtentwicklung ist.

2007 begann die IBA Hamburg mit einem breit angelegten Auftaktjahr, aus dem beispielsweise auch der seitdem jährlich stattfindende „Elbinsel Sommer“ hervorgegangen ist.

Im Oktober 2010 fand die Zwischenpräsentation der damals im Bau und in Planung befindlichen 50 Projekte statt.[2] Die Maßnahmen reichten von einzelnen Bauwerken über ganze Quartiere bis hin zu stadtteilübergreifenden politischen, kulturellen und sozialen Programmen. 2013 fand das abschließende Präsentationsjahr der IBA Hamburg mit insgesamt 70 Projekten statt. Einige der Projekte waren dabei noch nicht vollständig fertiggestellt, andere langfristig angelegt – etwa das „Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg“.

Eine enge Kooperation und organisatorische Vernetzung bestand zwischen der IBA Hamburg und der Internationalen Gartenschau Hamburg (IGS 2013), die ebenfalls 2013 auf den Elbinseln stattfand und mit ihrem „Volkspark neuen Typs“ den Stadtteil bereichern sollte.

Im Dezember 2014 verkündete die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), dass die Arbeit der IBA Hamburg GmbH fortgesetzt wird. Die städtische Gesellschaft wurde vom Hamburger Senat als Projektentwickler von mehreren Arealen im Hamburger Süden beauftragt. Neben Projektgebieten in Wilhelmsburg ist die IBA Hamburg auch für die Entwicklung der zwei Wohngebiete Vogelkamp Neugraben und Fischbeker Heidbrook im Stadtteil Hamburg-Neugraben-Fischbek verantwortlich.[3]

Themen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die IBA Hamburg widmet sich den Fragen, die nach eigener Auskunft für die „Zukunft der Metropolen“ entscheidend sind:

  • Wie kann das Zusammenleben in einer immer internationaler werdenden Stadtgesellschaft organisiert werden?
  • Wie können räumliche und soziale Barrieren in Metropolen überwunden werden und neue Quartiere auch an Orten entstehen, die zum Wohnen bislang ungeeignet schienen?
  • Wie können die Metropolen unabhängiger von fossilen Energien werden? Und wie können sie sich den Folgen des Klimawandels wappnen?

Zu Beginn des IBA-Prozesses wurden diese Fragen durch die IBA Hamburg zu drei Leitthemen verdichtet, die im Mittelpunkt der Planungen, Prozesse und Dialoge stehen:

  • Kosmopolis – Aus Vielfalt Stärke machen: Auf der soziokulturellen Ebene soll die IBA Hamburg zeigen, welchen Gewinn die internationale Stadtgesellschaft – die Kosmopolis – für eine Metropole bedeuten kann, wenn nach neuen Wegen des Zusammenlebens gesucht wird.
  • Metrozonen – Neue Stadt in der Stadt: Auf der Ebene des Städtebaus soll die IBA Hamburg zeigen, wie sich die „inneren Stadtränder“, die Zonen der Infrastrukturen und Industrieareale, zu attraktiven Orten entwickeln können.
  • Stadt im Klimawandel – Wachstum im Einklang mit der Umwelt: Hier soll gezeigt werden, wie eine Metropole wachsen kann, ohne dabei die Umwelt und das Klima zusätzlich zu belasten. Und sie soll zeigen, mit welchen neuen Lösungen eine Stadt am Wasser den Folgen des Klimawandels begegnen kann.

IBA-Projekte und -Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die IBA Hamburg unterscheidet zwischen Programmen und Projekten. Als Programme bezeichnet die IBA Aktivitäten- und Maßnahmenbündel, die sich über das gesamte IBA-Gebiet erstrecken und die Leitthemen der IBA in konkretes Handeln überführen. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit im IBA-Prozess stehen die IBA-Projekte, die den Programmen zugeordnet sind: konkrete Bauvorhaben auf Gebäude- oder Quartiersebene.

IBA-Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kosmopolis-Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildungsoffensive Elbinseln: Eine Teilhabe an der Stadtgesellschaft lässt sich durch gute Bildungschancen für alle sichern. Unter dieser Annahme hat die IBA Hamburg es sich zur Aufgabe gemacht, auf den Elbinseln eine der fortschrittlichsten Bildungslandschaften Europas zu entwickeln – als Vorbild auch für andere Metropolen.
  • Stadträume für die kulturelle Vielfalt: Jede Kultur hat ihre eigenen Ansprüche an den öffentlichen Raum. Mit ihrem Programm „Stadträume für die kulturelle Vielfalt“ will die IBA Hamburg Freiräume, die auf die Ansprüche unterschiedlicher Kulturen zugeschnitten sind, schaffen.
  • Wohnen: Eine Kosmopolis braucht Wohnangebote, die allen Kulturen der Stadt passenden Raum geben. Die IBA Hamburg will gezielt auf die Vielfalt der internationalen Bewohnerschaft auf den Elbinseln zugeschnittene Wohnprojekte auf den Elbinseln entwickeln.

Metrozonen-Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut IBA Hamburg werden neue urbane Bausteine entwickelt, die das oft fragmentierte Gefüge von Orten und Räumen sinnvoll in der Metrozone ergänzen sollen – Quartiere und Einzelarchitekturen, die auf die Eigenheit der inneren Stadtränder eingehen, dabei neue räumliche Brückenschläge und Sinnzusammenhänge erzeugen.

  • Suburbane Freiraumlandschaften: Die klassischen Ideen von urbanen Freiräumen – Plätzen, Parks und Gärten möchte die IBA für die Metrozone neu definieren: Hier geht es darum, die oft widersprüchliche Logik der räumlichen Anordnungen zu verknüpfen, das Bruchhafte mitunter zu inszenieren, die Abgeschiedenheit grüner Idyllen mit der Härte der industriell geprägten Stadtlandschaft zu verbinden. Das Leitbild der IBA für die Freiraumgestaltung ist ein neuer Typ des Suburbanen Stadtparks, der viel fragmentierter und offener sein soll als seine innerstädtischen Vorgänger.
  • Dynamik integrieren: Die IBA charakterisiert die Metrozonen als Räume, die besonders von der Dynamik der Fortbewegung und Veränderung geprägt sind – so wie die Elbinseln, die als Hafenstandort und Transitraum vielfach von Verkehr geprägt sind. Diese Dynamik möchte die IBA als identitätsstiftendes Merkmal inszenieren und dabei zugleich technisch so einbinden, dass sie das Wohnen und Arbeiten an diesen „Strömen der Metropolitanität“ erlaubt.

Programme zum Thema Stadt im Klimawandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 100 Prozent erneuerbares Wilhelmsburg: In diesem Programm möchte die IBA Projekte und Maßnahmen zusammenfassen, die das konkrete Ziel verfolgen, den Anteil erneuerbarer Energien langfristig auf hundert Prozent steigen zu lassen.
  • Lokale Energieversorgung: Die IBA möchte die Elbinseln mit diesem Programm energetisch weitgehend autark machen. Dazu fördert die IBA mit ihren Projekten die Nutzung lokaler Energiequellen wie Geothermie, Biomasse oder Wind- und Solarenergie und möchte lokale Energieverbundsysteme und virtuelle Kraftwerke errichten.
  • Klimaschonendes Bauen: Die IBA strebt an, auf den Elbinseln flächendeckend höchste Standards beim Energiesparenden Bauen durchzusetzen. Dabei gilt das Augenmerk auch der energieeffizienten Sanierung von Altbauten, die einen großen Beitrag zum Energiesparen leisten kann.
  • Klimaschutz als gemeinsame Aufgabe: Die IBA hat sich das Ziel gesetzt, die Bewohner der Elbinseln durch umfangreiche Kommunikationsmaßnahmen und ökonomische Anreize dazu anzuregen, die klimaschutzbezogenen Maßnahmen mit Engagement mitzutragen.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Projektideen für die Internationale Bauausstellung Hamburg wurden anhand von Qualitätskriterien geprüft und beurteilt, der „IBA-Exzellenz“, die das IBA-Kuratorium eigens entwickelt hat. Entscheidend sind Merkmale wie zum Beispiel das öffentliche Interesse, die Originalität, das Nutzungspotenzial, die Strukturwirksamkeit und die Präsentierbarkeit im Rahmen der IBA-Leitthemen. In vielen Fällen entschied eine Jury über die Anerkennung eines Projektes als IBA-Projekt. Auch das IBA-Kuratorium wurde in die Projektbewertung mit einbezogen.

Beispielhafte Projekte der IBA Hamburg sind laut eigener Aussage:

Bildungszentrum Tor zur Welt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Mitte Wilhelmsburgs entstand das Bildungszentrum „Tor zur Welt“, eine lernende Stadt in der Stadt. Sie besteht aus fünf zentralen Grundbausteinen: dem School & Business Center, dem Umwelt & Science Center und einem Multifunktionsgebäude mit Veranstaltungssaal, Elterncafé, Elternschule und mannigfaltigen Beratungsstellen. Darüber hinaus wird sich die Sprachheilschule Wilhelmsburg diversen Aspekten der Sprachförderung widmen. Die neue Elbinselschule reiht sich mit einem reformpädagogischen Konzept in das Bildungszentrum ein, das Bildungsangebote über die schulische Bildung hinaus bereitstellt und ein soziales Zentrum für den Stadtteil schafft.

Weltquartier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Motto „Bewohner gestalten ihr Quartier“ wurde eine sanierungsbedürftige Siedlung an der Weimarer Straße im südlichen Reiherstiegviertel zum Weltquartier umgebaut; ein Modellprojekt für interkulturelles Wohnen mit Umbaumaßnahmen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der internationalen Bewohnerschaft gerecht werden. Ein neuartiges Beteiligungsverfahren versuchte die Berücksichtigung der zum Teil sehr verschiedenen Interessen zu gewährleisten. Dass dies nicht immer gelungen ist zeigt zum Beispiel der Protest bei der Eröffnung der „Infosäule Weltquartier“.[4] Das Anfang 2015 fertiggestellte Weltquartier hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter den renommierten Deutschen Städtebaupreis.

Energiebunker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Energiebunker der IBA mit Photovoltaikanlage auf dem Dach und Solarthermieanlage an der Südseite

Der ehemalige Flakturm VI in Wilhelmsburg sollte ein Symbol des Klimaschutzkonzeptes „Erneuerbares Wilhelmsburg“ werden. Das seit Kriegsende ungenutzte Monument ist mit einem Biomasse-Blockheizkraftwerk, einem Wasserspeicher sowie einer Solarthermieanlage ausgestattet worden, die Warmwasser und Heizwärme für die Wohnungen des Weltquartiers erzeugen.

Energieberg Georgswerder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Energieberg IBA mit Horizontweg und Windgenerator

Der Deponiehügel Georgswerder wurde im Rahmen der IBA zu einem regenerativen Energieberg umgestaltet. Durch Windkraft, Sonnenenergie, Deponiegase, Biomasse und Geothermie soll er über 2000 Haushalte der Elbinsel mit Strom versorgen. Zudem wurde der Energieberg als Aussichtspunkt öffentlich zugänglich gemacht. Eine von der Stadtreinigung Hamburg betriebene Ausstellung informiert über die Geschichte des Berges.

Wilhelmsburg Mitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorher durchtrennt von Verkehrsschneisen, konnte die IBA in Wilhelmsburg neue Brücken schlagen und das Zentrum der Elbinseln durch zahlreiche Projekte zum erlebbaren Stadtraum machen: Moderne Arbeitsstätten, innovative Wohngebäude, Sportstätten und ein Neubau für die Stadtentwicklungsbehörde stehen heute im ehemaligen Niemandsland.

IBA DOCK[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das IBA Dock im Müggenburger Zollhafen

In Vorbereitung auf die Internationale Bauausstellung in Hamburg wurde im Müggendorfer Zollhafen das IBA Dock errichtet, Deutschlands größtes schwimmendes Bürogebäude. Die Mitarbeiter der IBA Hamburg GmbH bezogen ihre Büros im Januar 2010. Das Besucherzentrum mit Ausstellung wurde am 6. Mai 2010 vom damaligen Ersten Bürgermeister Ole von Beust eröffnet. Anwohnerinnen und Anwohner protestierten mit mehreren Aktionen an und auf dem Wasser gegen die Pläne der IBA und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in ganz Hamburg.

Die IBA selbst wirbt für das Gebäude als ein „Informations- und Veranstaltungszentrum, das den Dialog über die Zukunft der Metropolen mit den Bewohnern der Elbinseln und der breiten Öffentlichkeit pflegen soll“ und „als innovatives Exponat für Energiespartechnologie konzipiert ist“.[5]

Auf einem etwa 1000 Quadratmeter großen Beton-Ponton wurde das Gebäude in Modulbauweise mit seewasserfesten und witterungsbeständigen Faserzementtafeln in Anthrazit, Gelbgrün, Weiß und IBA-Blau errichtet. Diese leisten als vorgehängte hinterlüftete Fassade ihren Beitrag zu dem innovativen Energiesparkonzept.

Auch nach der Eröffnung kam es zu Protestaktionen, z. B. in Form von Farbbeutelwürfen im Dezember 2011.

Schauplatz Elbinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Elbinseln, Schauplatz der Internationalen Bauausstellung, liegen inmitten der Freien und Hansestadt Hamburg, von der Innenstadt und der HafenCity durch die Norderelbe getrennt. Wilhelmsburg wird außerdem im Süden durch die Süderelbe und im Westen durch den Köhlbrand begrenzt. Etwa 55.000 Menschen aus rund 40 Nationen leben auf diesen 52 Quadratkilometern, vor allem in den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel.

Ihre besondere Geographie und die einzigartige Mischung von Kulturen, von Wohn-, Wirtschafts- und Hafennutzung, von Marsch, Deichen und Wasser formen hier einen einmaligen urbanen Lebensraum. Die IBA Hamburg hat diesen besonderen Metropolenraum mit seinen Gegensätzen, seinen Möglichkeiten, Problemen und Konflikträumen als Präsentationsgebiet gewählt, weil sich hier die Probleme und Chancen der Metropolen so konzentriert wie sonst kaum zeigen.

IBA-Konvention und Dialogformate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den modellhaften Charakter einer Bauausstellung zu wahren und beispielhafte Antworten auf aktuelle Fragen der Stadtentwicklung geben zu können, plante die IBA Hamburg laut eigener Aussage möglichst viele zur Verfügung stehende Kräfte der Hansestadt zu mobilisieren. So wollte sie in Hamburg insbesondere auf eine offene Beteiligungs- und Dialogstruktur setzen: Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Kultur und Bürger sind deshalb auf unterschiedliche Art als Partner am IBA-Prozess beteiligt. So einigten sich zu Beginn der IBA die wichtigen Akteure der Stadt in der „IBA-Konvention“ auf die wesentlichen Ziele der Bauausstellung. Mehr als 50 Unternehmen und Institutionen aus allen Bereichen der Gesellschaft unterschrieben die IBA Konvention im Mai 2007 und verpflichteten sich damit zur Zusammenarbeit. Kritik hieran bzw. an der tatsächlichen Umsetzung dieser vorgeblichen Ziele wurde schon von Beginn der Kampagne an auf den Elbinseln geübt.

Unterschiedliche Dialogformate sollen das bürgerliche Engagement aktivieren und Möglichkeiten für die Beteiligung gewährleisten.

  • Beteiligungsgremium: Anknüpfend an die langjährige Tradition von Beteiligungsprozessen auf den Elbinseln hat die IBA ein eigenes Gremium für die Bürgerbeteiligung geschaffen: Das Beteiligungsgremium mit 24 Bürgern und sieben Politikern aus dem IBA-Präsentationsgebiet begleitete aktiv den Planungs- und Realisierungsprozess von IBA und Internationaler Gartenschau und ergänzt die bestehenden Sanierungs- und Stadtteilbeiräte auf den Elbinseln.
  • Bürgerdialoge: im Zentrum der Elbinseln finden im Bürgerhaus Wilhelmsburg mehrmals jährlich offene Bürgerdialoge statt. Sie sind Forum und Werkstatt für die Bürger, die hier die Gelegenheit zum regelmäßigen Austausch über Ziele, Vorhaben und den Stand der Projekte der IBA Hamburg erhalten.
  • IBA-Labore und -Foren: Auf den Elbinseln finden regelmäßig Fachveranstaltungen und Workshops, Expertenrunden und Kongresse statt: Die IBA-Labore vertiefen Einzelaspekte und Fachthemen, während die IBA-Foren in größerem Rahmen übergreifende Aspekte der Stadtentwicklung thematisieren. Führende Wissenschaftler und internationale Experten kommen nach Hamburg, tauschen sich aus und stellen sich dem Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern. Im Zentrum aller Veranstaltungen, Workshops und Debatten steht dabei immer die Frage, wie die Menschen ihr Zusammenleben, Wohnen und Arbeiten in der Metropole der Zukunft gestalten können.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Protestaktion

Durch die Aufwertung der jahrzehntelang baulich vernachlässigten und teilweise von Armut geprägten Stadtteile sehen Anwohner die Gefahr, im Zuge eines Gentrifizierungsprozesses vertrieben zu werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg (AKU): "Unternehmen Wilhelmsburg. Stadtentwicklung im Zeichen von IBA und igs" Assoziation A, Hamburg 2013 ISBN 978-3-86241-426-0.
  • Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg (AKU): Alles, alles verkehrt. Wie das Stadtentwicklungsinstrument "Internationale Bauausstellung" Wilhelmsburg und die Veddel verwertbar aufbereiten soll und was das für die BewohnerInnen bedeutet Hamburg 2011. (online (PDF 5,7 MB)), abgerufen am 1. Dezember 2012.
  • Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg (AKU): Die Insel denen die darauf wohnen! Momentaufnahme einer unsozialen Wohnungs- und Aufwertungspolitik. Hamburg 2009. (online (PDF 3,3MB)), abgerufen am 1. Dezember 2012.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 1: Metropole: Reflexion. JOVIS Verlag, Berlin 2007. ISBN 978-3-939633-90-7.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 2: Metropole: Ressourcen. JOVIS Verlag, Berlin 2008. ISBN 978-3-939633-91-4.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 3: Metropole: Bilden. JOVIS Verlag, Berlin 2009. ISBN 978-3-86859-070-8.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 4: Metropole: Metrozonen. JOVIS Verlag, Berlin 2010. ISBN 978-3-86859-071-5.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 5: Metropole: Kosmopolis. JOVIS Verlag, Berlin 2011. ISBN 978-3-86859-075-3.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 6: Metropole: Zivilgesellschaft. JOVIS Verlag, Berlin 2012. ISBN 978-3-86859-220-7.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 7: Metropole: Stadt Neu Bauen JOVIS Verlag Berlin, 2013. ISBN 978-3-86859-221-4.
  • IBA Hamburg: IBA Hamburg: Projekte und Konzepte, Katalog der Zwischenpräsentation 2010. JOVIS Verlag, Berlin 2010. ISBN 978-3-86859-072-2.
  • IBA Hamburg: Kreativität trifft Stadt - Zum Verhältnis von Kunst, Kultur und Stadtentwicklung. JOVIS Verlag, Berlin 2010. ISBN 978-3-86859-095-1.
  • IBA Hamburg: Energieatlas – Zukunftskonzept Erneuerbares Wilhelmsburg. JOVIS Verlag, Berlin 2010. ISBN 978-3-86859-076-0.
  • IBA Hamburg: Wege zur neuen Stadt – Ein Reiseführer zu den Elbinseln und den Projekten der IBA Hamburg. Klartext Verlag, Essen 2012. ISBN 978-3-8375-0816-1.
  • IBA Hamburg: Stadt in der Stadt bauen. JOVIS Verlag, Berlin 2014. ISBN 978-3-86859-285-6.
  • IBA Hamburg; Umweltbundesamt; TU Darmstadt: Energieatlas Werkbericht 1 – Zukunftskonzept Erneuerbares Wilhelmsburg. JOVIS Verlag, Berlin 2015. ISBN 978-3-86859-285-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: IBA 2013 Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IBA Hamburg: Die IBA geht – ihre Projekte bleiben (Pressemitteilung), 1. November 2013. Zugriff am 7. April 2015.
  2. hamburg1.de: Halbzeitbilanz bei der IBA, 26. Oktober 2010. Zugriff am 28. Januar 2011.
  3. Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt: Erfolgreiche Arbeit der IBA wird in Wilhelmsburg fortgesetzt, 9. Dezember 2014. Zugriff am 7. April 2015.
  4. Flugblatt der Proteste gegen die Eröffnung der Infosäule Weltquartier Homepage
  5. Pressemitteilung