Internationale Gesellschaft für Neue Musik

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Die International Society for Contemporary Music (ISCM) ist die älteste internationale Dachorganisation zur Förderung der Neuen Musik. Sie gilt als eine der bedeutendsten musikkulturellen Gesellschaften der Welt. Im deutschsprachigen Raum wird sie auch als Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) bezeichnet.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von links nach rechts: György Ligeti, Lukas Ligeti, Vera Ligeti, Conlon Nancarrow und Michael Daugherty auf den ISCM World Music Days in Graz, Österreich, 1982

Die IGNM war ursprünglich eine Initiative der Zweiten Wiener Schule während der Salzburger Festspiele. Sie wurde am 11. August 1922 auf Anregung von Rudolf Réti und Egon Wellesz und in Anwesenheit der Komponisten Béla Bartók, Paul Hindemith, Arthur Honegger, Zoltán Kodály, Darius Milhaud, und Anton Webern sowie in Abwesenheit von Alban Berg, Maurice Ravel, Ottorino Respighi, Arnold Schönberg und Igor Stravinsky im Café Bazar in Salzburg gegründet. Nachdem Richard Strauss das Präsidium des Gründungskomitees übernommen hatte, wurde Edward Dent zum ersten Präsidenten gewählt. Sitz des 1923 entstandenen Dachverbandes ISCM wurde London.[1]

Das Sekretariat der Organisation befindet sich heute in Amsterdam. Die ISCM versteht sich als internationales Netzwerk zur Förderung der Neuen Musik.

Die ISCM verfügt über 50 internationale Sektionen in 44 Ländern.[2] Diese sind gewöhnlich unabhängig von der Dachorganisation und senden Delegierte zur Hauptversammlung der ISCM. Die Mitglieder der Sektionen sind ebenfalls Mitglieder der ISCM; sie können bis zu sechs Werke für die Aufführung im Rahmen der Weltmusiktage vorschlagen. Länderorganisationen, die zeitgenössische Musik fördern, aber nicht den Status einer Landessektion der ISCM besitzen, können als assoziierte Mitglieder geführt werden. Dieser Status überträgt sich auch auf die Mitglieder dieser Organisationen. Einzelne Berufsmusiker werden als Ehrenmitglieder geführt.

Die ISCM gibt das World New Music Magazine heraus.

Weltmusiktage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine zentrale Aufgabe ist die Veranstaltung der Weltmusiktage (World New Music Days), die an jährlich wechselnden Orten stattfinden. Im Rahmen der Weltmusiktage findet neben musikalischen Veranstaltungen zur Neuen Musik auch ein Mitgliedertreffen der Organisation statt.

Weltmusiktage:[3]

  • 1922 in Salzburg
  • 1923 in Salzburg
  • 1924 in Prag/Salzburg
  • 1925 in Venedig
  • 1926 in Zürich
  • 1927 in Frankfurt am Main
  • 1928 in Siena
  • 1929 in Genf
  • 1930 in Liège/Brüssel
  • 1931 in Oxford/London
  • 1932 in Wien
  • 1933 in Amsterdam
  • 1934 in Florenz
  • 1935 in Prag
  • 1936 in Barcelona
  • 1937 in Paris
  • 1938 in London
  • 1939 in Warschau
  • 1941 in New York
  • 1942 in San Francisco
  • 1946 in London
  • 1947 in Kopenhagen
  • 1948 in Amsterdam
  • 1949 in Palermo/Taormina
  • 1950 in Brüssel
  • 1951 in Frankfurt am Main
  • 1952 in Salzburg
  • 1953 in Oslo
  • 1954 in Haifa
  • 1955 in Baden-Baden
  • 1956 in Stockholm
  • 1957 in Zürich
  • 1958 in Straßburg
  • 1959 in Rom
  • 1960 in Köln
  • 1961 in Wien
  • 1962 in London
  • 1963 in Amsterdam
  • 1964 in Kopenhagen
  • 1965 in Madrid
  • 1966 in Stockholm
  • 1967 in Prag
  • 1968 in Warschau
  • 1969 in Hamburg
  • 1970 in Basel
  • 1971 in London
  • 1972 in Graz
  • 1973 in Reykjavík
  • 1974 in Rotterdam
  • 1975 in Paris
  • 1976 in Boston
  • 1977 in Bonn
  • 1978 in Stockholm/Helsinki
  • 1979 in Athen
  • 1980 in Tel Aviv
  • 1981 in Brüssel
  • 1982 in Graz
  • 1983 in Århus
  • 1984 in Toronto/Montreal
  • 1985 in Amsterdam/Rotterdam/Utrecht/Den Haag/Hilversum
  • 1986 in Budapest
  • 1987 in Köln/Bonn/Frankfurt am Main
  • 1988 in Hongkong
  • 1989 in Amsterdam
  • 1990 in Oslo
  • 1991 in Zürich
  • 1992 in Warschau
  • 1993 in Mexiko-Stadt
  • 1994 in Stockholm
  • 1995 im Ruhrgebiet
  • 1996 in Kopenhagen
  • 1997 in Seoul
  • 1998 in Manchester
  • 1999 in Rumänien/Moldawien
  • 2000 in Luxemburg
  • 2001 in Yokohama
  • 2002 in Hongkong
  • 2003 in Ljubljana
  • 2004 in der Schweiz
  • 2005 in Zagreb
  • 2006 in Stuttgart
  • 2007 in Hongkong
  • 2008 in Vilnius
  • 2009 in Göteborg
  • 2010 in Sydney
  • 2011 in Zagreb
  • 2012 in Belgien
  • 2013 in Kosice/Bratislava/Wien
  • 2014 in Wroclaw
  • 2015 in Ljubljana
  • 2016 in Tongyeong
  • 2017 in Vancouver
  • 2018 in Peking
  • 2019 in Tallinn
  • 2020 in Auckland/Christchurch
  • 2021 in Shanghai/Nanning

Logos der Weltmusiktage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorstand (Stand: 26. Mai 2018)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Swinnen, Belgien (Vorsitzender)
  • Glenda Keam, Neuseeland (stellv. Vorsitzende)
  • George Kentros, Schweden
  • Frank J. Oteri, USA
  • Tomoko Fukui, Japan
  • Walter De Schepper, Belgien (Schatzmeister)
  • Olga Smetanova, Slowakei (Generalsekretärin)

Ehrenmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Haefeli: IGNM. Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik. Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Atlantis, Zürich 1982, ISBN 3-7611-0596-7.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über die IGNM Sektion Österreich: Geschichte. Abgerufen am 3. September 2016.
  2. Current Members. ISCM Webseite, abgerufen am 3. September 2016.
  3. Musikfest Salzburg 2002 (PDF; 1,4 MB)