IMCO Österreichische Feuerzeug- und Metallwarenfabrik

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Die Österreichische Knopf- und Metallwarenfabrik Julius Meister & Co war ein Unternehmen aus der Nähe von Wien, das bis 2012 Feuerzeuge herstellte. Nach Schließung von IMCO 2012 erwarb die japanische Firma Windmill 2013 den Markennamen; am ehemaligen Unternehmensstandort in Tribuswinkel stellt heute die Firma CI-Clip Büroklammern her.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IMCO war neben der Firma Ronson in den USA der älteste existierende Feuerzeughersteller der Welt. 1907 gründete Julius Meister in Wien die "Österreichische Knopf- und Metallwarenfabrik Julius Meister & Co". Aus den Initialen wurde IMCO gebildet. Gefertigt wurden vorwiegend Knöpfe für den militärischen Bedarf. Nach dem Ersten Weltkrieg endete die Nachfrage dafür und so verlegte sich IMCO ab 1918 auf die Herstellung von Feuerzeugen, zunächst aus ausgeschossenen Patronenhülsen. Die Formen der frühen IMCO-Feuerzeuge lassen die Urform der Patrone noch erkennen. Das erste IMCO Feuerzeug wurde 1918–1919 entwickelt und 1922 konnte das erste Patent Nr. 89538 angemeldet werden. Seitdem wurden ca. 70 verschiedene Feuerzeuge entwickelt und weltweit vermarktet. Zum Anfang des 20. Jahrhunderts war die österreichische Feuerzeugindustrie führend, da auch der Feuerstein (‚‚Auermet‘‘) vom Österreicher Auer von Welsbach erfunden wurde.

Das bekannteste IMCO-Feuerzeug ist das Benzinfeuerzeug TRIPLEX Super, welches bereits 1936 entwickelt, in den 50er Jahren technisch verbessert wurde und bis heute unverändert produziert wird. Mitte der 50er Jahre wurde die Benzinfeuerzeugreihe um die Modelle Junior und Streamline erweitert. Die Fertigung wurde aus Wien in den 60er Jahren wegen der beginnenden Produktion von Reibrad- und Piezo Kunststofffeuerzeugen mit Gas nach Tribuswinkel bei Baden verlegt. Besonders etablierte sich IMCO mit Schrägflammenfeuerzeugen für Pfeifenraucher am Markt. Bis 2012 wurde dazu noch eine Linie mit hochwertigen Designfeuerzeugen und Stabanzündern entwickelt. Bis zu seiner Schließung produzierte IMCO über eine halbe Milliarde Feuerzeuge, die weltweit verkauft wurden.

Die Firma IMCO Österreichische Feuerzeug- und Metallwarenfabrik GmbH wurde im Juni 2012 geschlossen. Am ehemaligen Unternehmensstandort in Tribuswinkel stellt heute die Firma CI-Clip Büroklammern her, die über die ehemalige IMCO-Homepage vertrieben werden. Die japanische Firma Windmill erwarb 2013 den IMCO-Markennamen und die Rechte zur Produktion von IMCO Feuerzeugen und stellt nun Reprint Editionen her, die baugleich mit den Triplex Modellen sind.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IFA (‚‚IMCO Feuerzeuge Austria‘‘)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Imco IFA Patent Nr. 89538

Das Feuerzeug IFA (‚‚IMCO Feuerzeuge Austria‘‘) war eines der ersten Produkte im Feuerzeugbereich des Unternehmens. Es wurde in den 20er Jahren in großen Stückzahlen produziert und exportiert. Die Anfänge der Produktion aus Messingpatronenhülsen sind noch deutlich sichtbar. Trotzdem war es durch den patentierten Windschutz und die integrierte Abdeckung schon sehr zuverlässig und legte so den Grundstein für den späteren Unternehmenserfolg von IMCO.

IMCO Triplex JUNIOR, Super und STREAMLINE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Imco Triplex Junior (links), Imco Triplex Super (mitte), Imco Streamline (rechts)

Die IMCO Benzinfeuerzeuge JUNIOR, SUPER und STREAMLINE bildeten bis 2012 das Herzstück der IMCO Produktion. Die jahrzehntelange Erfahrung mit der Entwicklung und dem Bau von Feuerzeugen wird sichtbar, wenn man die ausgereifte Technik der IMCO Benzinfeuerzeuge betrachtet. Bereits 1936 wurde das Feuerzeug TRIPLEX als erstes halbautomatisches Feuerzeug vorgestellt, bei dem sich die Flamme bereits bei der Öffnung der Kappe entzündet. Nach einer kleinen technischen Verbesserung 1955 stellte dieses Feuerzeug bis 2012 die Basis für die Benzinfeuerzeuge von IMCO dar. Wie in den Anfängen in den 30er Jahren wurden die IMCO-Benzinfeuerzeuge bis zuletzt aus hochwertigen Stahl gefertigt. Die bauartbedingt getrennte Zuführung von Feuerstein und Brennstoff hatte den Vorteil, dass während des Ersetzens des Feuersteins weder Benzin verdunsten kann, noch Werkzeug hierfür benötigt wird und daher auch keine Kleinteile verloren gehen können.

IMCO Gasanzünder 6200[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Imco 6000 Funkmeister

Der IMCO Gasanzünder 6200 wurde 1952 zum Anzünden von damals sehr weit verbreiteten Gaskochern entwickelt. Heute haben Gaskocher in der Regel integrierte Anzünder, wodurch separate Anzünder, die nur Funken erzeugen, so gut wie ausgestorben sind.

RADIUS, SMART[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktreihe Designline startete im Jahr 2006. Top-Produkt war das aus vollem Aluminium gefräste Stabfeuerzeug RADIUS, gefolgt vom aus gebürstetem Stahl hergestellten SMART. Sie verfügten – wie alle elektronischen IMCO Feuerzeuge – über eine Piezo-Zündung.

G11 TORNADO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Imco G11 Gasfüllung

Das G11 TORNADO wurde als erstes IMCO Gasfeuerzeug in den 60er Jahren entwickelt. Das Feuerzeug kombinierte die Technik und das Aussehen der IMCO Benzinfeuerzeuge mit einem Gasbrenner. Das Feuerzeug war ein großer Erfolg und wurde in großer Stückzahl über viele Jahre gebaut.

G55, G77, CHIC4PIPE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Imco G77-R

Alle IMCO Pfeifenfeuerzeuge verfügten über eine schräge Flamme, mit der man gefahrlos Pfeifen zünden konnte. Die Feuerzeuge verfügten zudem über einen eingebauten Ersatzfeuerstein und die Gasinhaltskontrolle im Tankboden oder ein eingebautes Raucherbesteck bei Feuerzeugen der Reihe CHIC4PIPE.

Qualität und Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Feuerzeuge von IMCO erfüllten alle ISO 9994 Standards und wurden als ‚‚semi-luxury‘‘ eingestuft. Das bedeutete, dass nach den europäischen Bestimmungen keine Kindersicherung notwendig war. IMCO gewährte eine 10-jährige Garantie auf die Funktion.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]