INSA-Consulere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

INSA-Consulere GmbH, das „Institut für neue soziale Antworten“[1], ist ein Markt- und Sozialforschungsinstitut mit Sitz in Erfurt. Teil von INSA-Consulere ist der Consulere Verlag, der unter anderem die Ergebnisse der INSA-Consulere veröffentlicht.[2]

Der ehemalige CDU-Politiker Hermann Binkert gründete INSA-Consulere am 26. November 2009. Neben dem Hauptsitz in Erfurt hat das Unternehmen eine Niederlassung in Berlin. Das Unternehmen beschäftigt ca. 80 festangestellte Mitarbeiter, darunter zehn wissenschaftliche Mitarbeiter und etwa 70 teilzeitangestellte Interviewer. Kunden des Unternehmens kommen aus der Politik, Wirtschaft und der Wissenschaft. Der jährliche Umsatz von INSA stieg im Jahr 2017 auf über eine Million Euro.[3]

Neben einem eigenen Telefonlabor mit Telefonbefragungen bezieht INSA-Consulere seine Umfragedaten von dem Online-Marktforschungsistitut YouGov.[1] Diese Methode unterscheidet INSA-Consulere von allen anderen Instituten. Aufgrund dieses Verfahrens erhielt INSA viel Kritik von Konkurrenten, die die Repräsentativität der Umfragen auf Grundlage der Online-Daten bezweifeln.[4][5]

INSA ist hauptsächlich bekannt für die Sonntagsfrage, die jede Woche in der Bild-Zeitung veröffentlicht wird. Das Unternehmen erhebt aber auch politische Umfragen für rechtskonservative Medien wie Junge Freiheit oder idea.

Dem Unternehmen wird eine Nähe zur Partei AfD nachgesagt, da der Geschäftsführer Hermann Binkert in den Jahren 2014 für die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag um Björn Höcke Beratungstätigkeiten leistete und sich auch in den Jahren 2015 und 2016 im Dunstkreis der Thüringer AfD bewegte.[6][7] 2019 wurde bekannt, dass Binkert Teil des rechtskonservativen CDU-nahen Vereins Werteunion ist.[8]

Boris Reitschuster beauftragte 2020 eine Umfrage bei INSA, bei der Kanzlerin Merkel als die am stärksten abgelehnte Politikerin hervorging, gefolgt von Gauland, Weidel, Spahn.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kai Biermann et al: Meinungsforscher im postfaktischen Umfeld. In: Zeit online. Die Zeit, 24. Januar 2019, abgerufen am 5. Juli 2019.
  2. Wir über uns. Eigendarstellung. In: insa-consulere.de. Abgerufen am 5. Juli 2019.
  3. Bernd Hilder: Meinungsforschung in der Mitte Deutschlands. In: Besser Leben in Thüringen. Mediengruppe Thüringen Verlag, 25. Oktober 2017, abgerufen am 5. Juli 2019.
  4. Wie viel Demoskopie verträgt die Demokratie ? In: Süddeutsche Zeitung. 9. September 2017.
  5. Christina Schmidt: Der Zahlenmacher. taz, 21. Januar 2016, abgerufen am 5. Juli 2019.
  6. Severin Weiland: Berater der AfD: Die merkwürdigen Geschäfte von Insa-Chef Binkert. In: Spiegel Online. 22. Dezember 2015, abgerufen am 9. Juni 2018.
  7. Martin Debes: Im Dunstkreis der Thüringer AfD. Wie sich das Bürgerbündnis für Thüringen zwischen der neuen Partei [also der AfD], der CDU und der katholischen Kirche bewegt, in: Thüringer Allgemeine vom 5. Mai 2016, S. 10 – online via Webarchiv (Memento vom 11. Juli 2016 im Internet Archive)
  8. Die Werteunion macht Wahlkampf mit dem Ex-Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, auf thueringer-allgemeine.de
  9. https://www.reitschuster.de/post/merkel-unbeliebteste-politikerin-deutschlands/