INSA-Consulere

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INSA-Consulere
Rechtsform GmbH
Gründung 2009
Sitz Erfurt (Deutschland)
Leitung Hermann Binkert (geschäftsführender Gesellschafter)
Mitarbeiterzahl 23
Branche Marktforschung
Website www.insa-consulere.de
Stand: 2. Juli 2020

INSA-Consulere GmbH, das „Institut für neue soziale Antworten“, oft kurz nur INSA genannt,[1] ist ein Markt- und Sozialforschungsinstitut mit Sitz in Erfurt. Das Unternehmen betreibt einen hauseigenen Verlag, den Consulere Verlag, der unter anderem die Forschungsergebnisse des Instituts veröffentlicht.[2]

Der ehemalige CDU-Politiker Hermann Binkert gründete INSA-Consulere am 26. November 2009. Neben dem Hauptsitz in Erfurt hat das Unternehmen eine Niederlassung in Berlin. Das Unternehmen beschäftigt ca. 80 festangestellte Mitarbeiter, darunter zehn wissenschaftliche Mitarbeiter und etwa 70 teilzeitangestellte Interviewer. Kunden des Unternehmens kommen aus der Politik, Wirtschaft und der Wissenschaft. Der jährliche Umsatz von INSA stieg im Jahr 2017 auf über eine Million Euro.[3]

INSA betreibt ein eigenes Telefonlabor für Telefonbefragungen. Daneben bezieht das Institut Umfragedaten von dem Online-Marktforschungsinstitut YouGov,[1] welche es dann mit eigenen Daten anreichert. Dieses Verfahren wurde verschiedentlich kritisiert, da Zweifel an der Repräsentativität der Umfragen auf Grundlage der Online-Daten bestanden.[4][5]

INSA ist hauptsächlich bekannt für die Sonntagsfrage, die jede Woche in der Bild-Zeitung veröffentlicht wird. Das Unternehmen erhebt aber auch politische Umfragen für rechtskonservative Medien wie Junge Freiheit oder idea.

Dem Unternehmen sowie seinem Geschäftsführer Hermann Binkert wird eine Nähe zur Partei AfD nachgesagt.[6] Eine INSA-Tochtergesellschaft verfasste in der Vergangenheit Reden für die Partei.[6] Binkert, kurzzeitig Mitglied des rechtskonservativen CDU-nahen Vereins Werteunion[7], leistete 2014 Beratungstätigkeiten für die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag um Björn Höcke, auch in den Jahren 2015 und 2016 bewegte er sich im Umfeld der Partei.[8][9] Zudem spendeten Binkert und INSA der Partei 2013 Geld.[6]

Geschäftszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschäftsjahr Bilanzsumme Bilanzgewinn bzw. Jahresüberschuss
2010 27.384,43 € 0,00 €
2011 76.189,05 € −1.864,12 €
(...)
2016 423.348,18 € 128.058,85 €
2017 367.635,38 € 1.523,43 €
2018 263.618,74 € −7.813,30 €
2019 326.658,12 € 50.879,60 €
2020

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kai Biermann et al: Meinungsforscher im postfaktischen Umfeld. In: Zeit online. Die Zeit, 24. Januar 2019, abgerufen am 5. Juli 2019.
  2. Wir über uns. Eigendarstellung. In: insa-consulere.de. Abgerufen am 5. Juli 2019.
  3. Bernd Hilder: Meinungsforschung in der Mitte Deutschlands. In: Besser Leben in Thüringen. Mediengruppe Thüringen Verlag, 25. Oktober 2017, abgerufen am 5. Juli 2019.
  4. Wie viel Demoskopie verträgt die Demokratie ? In: Süddeutsche Zeitung. 9. September 2017.
  5. Christina Schmidt: Der Zahlenmacher. taz, 21. Januar 2016, abgerufen am 5. Juli 2019.
  6. a b c Kai Biermann et al: Meinungsforscher im postfaktischen Umfeld. In: Zeit online. Die Zeit, 24. Januar 2019, abgerufen am 5. Juli 2019.
  7. Interview mit Uebermedien, auf uebermedien.de
  8. Severin Weiland: Berater der AfD: Die merkwürdigen Geschäfte von Insa-Chef Binkert. In: Spiegel Online. 22. Dezember 2015, abgerufen am 9. Juni 2018.
  9. Martin Debes: Im Dunstkreis der Thüringer AfD. Wie sich das Bürgerbündnis für Thüringen zwischen der neuen Partei [also der AfD], der CDU und der katholischen Kirche bewegt, in: Thüringer Allgemeine vom 5. Mai 2016, S. 10 – online via Webarchiv (Memento vom 11. Juli 2016 im Internet Archive)