ISO 11446

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Belegungsplan und Farbzuordnung, Buchse von Steckseite gesehen/Stecker von Schraubenseite

Die ISO-Norm ISO 11446 beschreibt die technischen Spezifikation für 13-polige Steckverbinder für Anhängersteckdosen.

Entwickelt wurde dieses Stecksystem von der Fa. Jaeger Ende der 1980er-Jahre und wird daher auch System Jaeger genannt. Das parallel existierende System Multicon nach der niederländischen Norm NEN 6120 weist eine identische Kontaktbelegung auf, ist jedoch mechanisch inkompatibel.

Die Norm besteht aus zwei Teilen, Teil 1 beschäftigt sich mit Steckern für „reine“ Straßenfahrzeuge, Teil 2 mit Steckern für watfähige Fahrzeuge.

Davon abzugrenzen sind 7-polige Stecker nach ISO 1724 und ISO 3732.

Anschlüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stecker sind nach einer vordefinierten Nummerierung anzuschließen. Die Ziffern sind neben den Kontakten in einem runden Stecker erhaben oder geprägt angebracht. Die Nummern definieren die Funktion der angeschlossenen Leitung. Die Leitungsfarben sind informativ und nicht genormt, sie sind nach Möglichkeit einzuhalten. Zur Erlangung einer aktuellen, StVO-konformen Beleuchtungsanlage nach der ECE Regelung 48 (30. Januar 2011) genügen die Leitungen 1 bis 8[1].

Die übrigen Kontakte sind für elektrische Komfort-Ausstattungen hauptsächlich in Wohnwagen oder Verkaufsanhängern vorgesehen. Die wenigsten Neufahrzeuge beinhalten die Erweiterungen ab Werk, diese müssen ausdrücklich mitbestellt werden. Nachrüst-Elektrosätze für Anhängerkupplungen sind üblicherweise vorverkabelt, jedoch fehlen die Erweiterungssätze zum finalen Anschluss. Auch diese müssen bei Auftragsvergabe ausdrücklich mitbestellt werden.

Die Masseleitungen von Zusatzversorgung (Kontakte Nr. 11 und 13) und Beleuchtung (Kontakt 3) dürfen anhängerseitig nicht miteinander verbunden sein. Grund sind oft die unterschiedlichen Leiterquerschnitte und besonders Leitungslängen der zugehörigen Stromkreise. Bei Belastung führt das wegen des unvermeidlichen Spannungsfalls auch auf Masseleitungen zu so genannten Masseverschleppungen. Darunter ist zu verstehen, das dann eine dünnere, kürzere Masseleitung den hohen Strom des dafür nicht vorgesehenen Stromkreises überträgt. Folge können Schmorschäden bis hin zum Brand sein.

Ausführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontaktbelegung einer geöffneten Anhängersteckdose

Die ISO 11446 lässt keinen Raum, die Kontakte anders zu belegen. Durch anders belegte Kontakte können unter Umständen Teile der Elektrik sowohl im Zugfahrzeug als auch im Anhänger irreparabel geschädigt werden.

Bis 2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Fassung spiegelt den technischen Stand der späten 1980er Jahre wider. Anhängerelektroniken waren sehr selten ausgeführt, im Wesentlichen herrschten einfache, universelle Anhängerelektriken mit auzutauschenden Blinkrelais mit der zusätzlichen, so genannten C2-Blinkleuchte im Armaturenbrett vor.

Bis einschließlich 2003 war die Komfortelektrik (Dauerplus und geschaltetes Plus) definitionsgemäß über einen gemeinsamen Massekontakt geführt. Beide Plus-Kontakte können jeweils eine elektrische Stromstärke bis zu 20 Ampere führen, sodass die gemeinsame Masseleitung bis zu 40 Ampere übertragen hat. Folge der nicht unerheblichen Überlastung waren nicht selten Kontaktverschmorungen bis hin zum unbrauchbarwerden des einzigen Massekontakts nebst Leitung.

Der Kontakt Nr. 12 wurde als „Anhängererkennung“ in Form einer vom Anhänger rückgeführten Masseleitung vorgesehen, die allerdings nur selten seitens der Zugfahrzeugelektrik zu diesem Zweck herangezogen wurde. Zudem sind praktisch keine der 13-auf-7-Pol-Adapter damit ausgerüstet, was den Nutzen konterkarierte.

Diese methodischen Unzulänglichkeiten führten zu einer Überarbeitung der Kontaktbelegung für die Komfortelektrik, welche in der Norm seit 2004 berücksichtigt wurden und bis auf die selten ausgewertete Anhängererkennung kompatibel zur ursprünglichen Ausführung ist.

Seit 2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der 2004 eingeführten separaten Masse am bisher freien Kontakt Nr. 11 für die Ladeleitung (Nr. 10) wurde die Überlastungsmöglichkeit des bisher gemeinsamen Massekontaktes Nr. 13 vermindert. Gleichwohl kann ein Anhänger mit einer nicht angepassten Verkabelung vor 2004 diese zusätzliche Leitung nicht nutzen, es empfiehlt sich Zugfahrzeugseitig daher die separate Absicherung der Masseleitung an Kontakt Nr. 13 mit einer Sicherung mit 20 Ampere Auslösestrom.

Der Kontakt Nr. 12 der bisherigen „Anhängererkennung“ wurde im Rahmen der fehlenden Akzeptanz als auch der technischen Weiterentwicklung nicht mehr erforderlich, ist seither unbelegt und als Reserve für zukünftige Erweiterungen vorgesehen. Die optionale Funktion „Anhängererkennung“ wird seither Zugfahrzeugseitig oft durch so genannte Anhängerelektroniken realisiert. Diese haben oft auch den Vorteil, das diese die gesetzlich vorgeschriebene Blinkerüberwachung mitrealisieren, so dass weder das Blinkrelais ausgetauscht werden noch eine zusätzliche C2-Blinkerüberwachung in das Armaturenbrett installiert werden muss. Nicht selten prüfen diese auch permanent den Zustand der Anhängerstromkreise, indem in Intervallen ein kurzer Stromimpuls auf die Leitung gegeben wird. Ein intakter Stromkreis dämpft die Spannung definiert und dient als Auswertesignal, das auch digitalisiert per CAN-Bus an die Zugfahrzeugelektronik übertragen werden kann.

Belegungsplan[2]
Anschluss Nr. Farbe der Isolation (informativ) empfohlener Leiterquerschnitt [mm²] Klemmenbezeichnung nach DIN 72552 Belegung seit 2004 Belegung vor 2004
1 gelb ≥ 1 L Blinker links
2 blau ≥ 1 54g oder NS Nebelschlussleuchte
3 weiß ≥ 1,5 31 Masse für Kontakte 1 bis 8
4 grün ≥ 1 R Blinker rechts
5 braun ≥ 1 58R Schlussleuchte, Umrissleuchte, Kennzeichenbeleuchtung rechts
6 rot ≥ 1 54 Bremslicht
7 schwarz ≥ 1 58L Schlussleuchte, Umrissleuchte, Kennzeichenbeleuchtung links
8 rosa ≥ 1 RF oder ZR Rückfahrleuchte
9 orange ≥ 2,5 30L Stromversorgung (Dauerplus)
10 dunkelgrau ≥ 2,5 30g oder 15 Zündschalter- oder Lichtmaschinengesteuerte Stromversorgungsleitung. Entweder für Kühlschrank oder als so genannte Ladeleitung einer Anhänger-Batterie
11 weiß-schwarz ≥ 2,5 31 Masse nur für Kontakt 10 frei für zukünftige Erweiterung
12 hellgrau „reserviert für zukünftige Anwendungen“ Masseschleife als Kodierung für gekuppelten Anhänger,
Verbindung von Kontakt 3 (Masse) mit 12 am Anhänger,
13 weiß-rot ≥ 2,5 31 Masse nur für Kontakt 9 Masse für Kontakt 9 und 10

Die zur Zeit gültige Ausgabe der Norm hat das Ausgabedatum 2012. Eine frühere Ausgabe war aus dem Jahr 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: ISO 11446 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regelung Nr. 48 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) — Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung der Fahrzeuge hinsichtlich des Anbaus der Beleuchtungs- und Lichtsignaleinrichtungen, gültig ab 30. Januar 2011, PDF, abgerufen am 25. April 2016.
  2. nach http://www.ahk-info.de/rat2.html