Ibn ʿAqīl

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Abū l-Wafāʾ ʿAlī Ibn ʿAqīl (arabisch ابو الوفاء ابن عقيل geb. 1040 in Bagdad; † 1119 ebenda) war ein hanbalitischer Rechtsgelehrter und Theologe und eine bedeutende Persönlichkeit Bagdads während des späten 11. Jahrhunderts. Im Jahre 1066 (= 458 der Hidschra) wurde ihm auf Vermittlung eines hanbalitischen Händlers namens Abū Manṣūr die Leitung des angesehenen "Lehrzirkels der Barmakiden" (ḥalqat al-Barāmika) in der Moschee des Kalifen al-Mansūr anvertraut.[1] Dies zog ihm jedoch die Feindschaft eines rivalisierenden hanbalitischen Gelehrten zu, Abū Dschaʿfar, der sich ebenfalls Hoffnungen auf diesen Posten gemachte hatte. Ibn ʿAqīl war deswegen besonders angreifbar, weil er der Muʿtazila nahestand und mit der mystischen Lehre von Mansur al-Halladsch, der als Häretiker galt, sympathisierte. Nachdem sein Mentor Abū Manṣūr 1068 gestorben war, musste er sich, um dem Zorn der Anhänger Abū Dschaʿfars zu entgehen, verstecken. Im September 1072 verzichtete er schließlich öffentlich auf sein Amt, wobei er sich von seinen früheren Schriften zugunsten der Muʿtazila und von Halladsch distanzierte. Zu den wichtigsten Werken, die Ibn ʿAqīl verfasst hat, gehört seine Summa zur islamischen Rechtstheorie Kitāb al-Wāḍiḥ fī uṣūl al-fiqh.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Makdisi 434

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • George Makdisi: Ibn ʿAqīl et la résurgence de l'islam traditionaliste au xiesiècle (ve siècle de l'Hégire). Damaskus 1963.
  • George Makdisi: Art. "Ibn ʿAqīl" in The Encyclopaedia of Islam. New Edition Bd. III, S. 699a-700b.