Ice-T

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Ice-T
Ice-T bei einem Konzert in Prag im August 2006

Ice-T (* 16. Februar 1958[1] in Newark, New Jersey; eigentlich Tracy Lauren Marrow) ist ein US-amerikanischer Musiker und Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikalische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ice-T wurde in Newark geboren, wuchs jedoch in Los Angeles auf. Seine Karriere begann mit Statistenrollen in der Serie Fame – Der Weg zum Ruhm (1983) und den beiden Breakdance-Filmen Breakin’ und Breakin 2 – Electric Boogaloo (beide 1984). Angespornt durch seine Rolle als MC versuchte er sich als Rapper. Seinen Namen lehnte er an den seines Lieblingsautors Iceberg Slim an, von dessen Werk er stark beeinflusst wurde.[2] Seine Themen spiegeln das Leben auf der Straße, in seinem Viertel und in Gangs wider. Er war einer der ersten Rapper, die den Lebensstil eines Pimp glorifizierten. Er gilt zudem als Pionier des Gangsta-Rap.

Trotz einiger Singles in den Jahren 1983–1986 erschien sein Debütalbum Rhyme Pays erst 1987. Produziert wurde es von Afrika Islam. Es verkaufte sich damals etwa 300.000 Mal. Der große Durchbruch gelang Ice-T allerdings erst mit dem Folgealbum Power und der Hitsingle I´m Your Pusher. Immer wieder äußerte er sich auch zu politischen Themen.

1989 gründete er die Heavy-Metal-Crossover-Band Body Count. Die Band machte vor allem durch das Lied Cop Killer auf sich aufmerksam. Zu Zeiten des Skandals um die Gewaltanwendung durch Polizisten gegen Rodney King und den sich daran anschließenden Krawallen von Los Angeles löste das Lied einige Kontroversen aus. Warner Brothers hielt dem Druck der Öffentlichkeit während der Vorbereitung auf Ice-Ts nächstes Album Home Invasion nicht stand. Sie entließen Ice-T aus seinem Vertrag, ferner wurde das Album durch zwei „weichere“ Tracks entschärft (Cop Killer wurde durch Freedom of Speech ersetzt). Dies ermöglichte ihm, seine eigene Plattenfirma Rhyme Syndicate aufzubauen.

Ice-T ist dafür bekannt, immer wieder mit anderen Künstlern zusammenzuarbeiten, die nicht aus dem Hip-Hop-Bereich stammen. So nahm er mit Slayer einen Song für den Soundtrack zum Film Judgment Night – Zum Töten verurteilt auf. Mit Jello Biafra veröffentlichte er den Song Freedom Of Speech. Zusammen mit Six feet Under nahm Ice-T einen Song namens One Bullet Left auf. Des Weiteren ist er auf dem Album The truth hurts der Band Pro-Pain im Lied Put the lights out zu hören sowie zusammen mit Motörhead auf der Single Born to Raise Hell (Auskopplung des Airheads-Soundtracks) vertreten. Zu der Compilation Rise Above: 24 Black Flag Songs to Benefit the West Memphis Three, einer Benefizplatte zu Gunsten der West Memphis Three, die vom ehemaligen Black-Flag-Sänger Henry Rollins zusammengestellt wurde, steuert er den Song Police Story bei. Von ihm stammt außerdem der Soundtrack zum im April 2011 veröffentlichten Third-Person-Shooter Gears of War 3. Er arbeitete ebenfalls mit anderen Rappern zusammen, wie mit Kool Keith unter dem Namen Analog Brothers und mit Smoothe the Hustler und Trigger the Gambler unter dem Namen SMG.

Schauspielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Filmkarriere forcierte er ab 1991. Seitdem drehte er eine Reihe von Kinofilmen. In kurzer Folge drehte er New Jack City, Ricochet – Der Aufprall und Trespass. Seitdem steht er regelmäßig vor der Kamera, ohne dass seine Filme im deutschsprachigen Raum häufiger zu sehen sind. Er spielt vornehmlich Polizisten oder Gangster. Ab 1995 übernahm er auch Rollen in Fernsehserien. Mehrere Gastauftritte absolvierte er in New York Undercover und V.I.P. – Die Bodyguards, bevor er ab 2000 zur Stammbesetzung von Law & Order: Special Victims Unit wechselte. Bereits 1998 hatte er in dem Law-&-Order-Film Exiled eine Rolle übernommen.

Im Jahre 2000 lieh Ice-T seine Stimme dem Charakter Kain in dem PC-Spiel Sanity – Aikens Artifact von den Monolith Productions. Zudem komponierte er den Titelsong zum Spiel, der mit im Lieferumfang enthalten war. Des Weiteren lieh er seine Stimme im Jahre 2005 dem Rapper „Madd Dogg“ aus dem Spiel Grand Theft Auto: San Andreas.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist der Sohn von Solomon Marrow, einem Afroamerikaner, und Alice Marrow, einer hellhäutigen Kreolin.[3] Aufgrund des weit verbreiteten Rassismus hatte er seit seiner Kindheit mit Ausgrenzung und Diskriminierung zu kämpfen, ein Detail, das seine spätere Karriere als Musiker maßgeblich prägte.

Seit Januar 2002 ist er mit der amerikanischen Schauspielerin und Erotikmodel Nicole Austin alias „Coco“ verheiratet. Am 28. November 2015 wurden die beiden Eltern einer Tochter.[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1987 Rhyme Pays 93 Gold
(27 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Juli 1987
Verkäufe US: 500.000+
1988 Power 35 Platin
(33 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. September 1988
Verkäufe US: 1.000.000+
1989 The Iceberg / Freedom of Speech… Just Watch What You Say! 42
(2 Wo.)
37 Gold
(28 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Oktober 1989
Verkäufe US: 500.000+
1991 O.G. Original Gangster 30
(1 Wo.)
38 Silber
(4 Wo.)
15 Gold
(33 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Mai 1991
Verkäufe US: 500.000+
1993 Home Invasion 20
(15 Wo.)
30
(5 Wo.)
24
(3 Wo.)
15 Gold
(7 Wo.)
14 Gold
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. März 1993
Verkäufe US: 500.000+
1996 Ice-T VI: Return of the Real 40
(10 Wo.)
40
(1 Wo.)
19
(7 Wo.)
26
(3 Wo.)
89
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Juni 1996
1999 The Seventh Deadly Sin Erstveröffentlichung: 12. September 1999
2006 Gangsta Rap Erstveröffentlichung: 31. Oktober 2006

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: The Classic Collection
  • 1996: Cold as Ever
  • 1997: The Early Years
  • 2000: Greatest Hits: The Evidence
  • 2002: Westside
  • 2014: Greatest Hits

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Gang Culture

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1989: The Iceberg Video (US: Gold)
  • 1991: O.G. Original Gangster

Singles mit Chartplatzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[7] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1988 Colors
Colors Soundtrack
70
(7 Wo.)
High Rollers
Power
63
(2 Wo.)
1989 Lethal Weapon
The Iceberg
98
(1 Wo.)
1990 You Played Yourself
The Iceberg
64
(2 Wo.)
Superfly 1990
The Return of Superfly Soundtrack
23
(4 Wo.)
48
(3 Wo.)
Ice-T und Curtis Mayfield
1991 New Jack Hustler (Nino’s Theme)
New Jack City Soundtrack
67
(8 Wo.)
1993 I Ain’t New Ta This
Home Invasion
62
(2 Wo.)
That’s How I’m Livin’
Home Invasion
21
(6 Wo.)
1994 Gotta Lotta Love
Home Invasion
24
(4 Wo.)
Born to Raise Hell
Airheads Soundtrack
47
(2 Wo.)
Motörhead feat. Ice-T und Whitfield Crane
1996 I Must Stand
Ice-T VI: Return of the Real
43
(3 Wo.)
23
(3 Wo.)
The Lane
Ice-T VI: Return of the Real
18
(5 Wo.)
2003 Beat of Life
Beat of Life Vol. 2
12
(9 Wo.)
52
(6 Wo.)
100
(1 Wo.)
DJ Tomekk feat. Ice-T, Sandra Nasić, Trigga Tha Gambla und Smoothe Tha Hustla

Gastauftritte & Kollaborationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Interpreten Song Album
1984 Chris „The Glove“ Taylor & David Storrs Reckless Single
1989 Quincy Jones Back on the Block Back on the Block
1990 Curtis Mayfield & Ice-T Superfly 1990 Single
1990 Everlast The Rhythm Forever Everlasting
1990 West Coast Rap All-Stars We’re All In the Same Gang Single
1991 Black Uhuru Tip of the Iceberg Iron Storm
1992 Ice Cube & Ice-T Trespass Trespass Soundtrack
1993 Slayer Disorder Judgment Night Soundtrack
1993 2Pac Last Wordz Strictly 4 My N.I.G.G.A.Z.
1994 Motörhead Born to Raise Hell Airheads Soundtrack
1994 Pro-Pain Put the Lights Out The Truth Hurts
1994 South Central Cartel Gangsta Team ’N Gatz We Truss
1994 Terminator X Sticka Super Bad
1995 Black Sabbath The Illusion of Power Forbidden
1995 Murder Squad No Peace S.C.C. presents Murder Squad Nationwide
1995 V.A. Where Ya At? One Million Strong
1996 Afrika Islam Afrika Jam Single
1997 DJ Aladdin Down with Us $port Ya Vest In Tha West
What Really Goes On
1997 Brotha Lynch Hung Secondz A Way Loaded
1997 Frost Loco When Hell A. Freezes Over
1997 Laylaw Your Hustle Ain’t On The Lawhouse Experience, Volume One
1997 Spice 1 Recognize Game The Black Bossalini
1998 DJ Polo & Ice-T Suzy Rose Polo’s Playhouse
1998 2 Live Crew The Real One The Real One
1999 Insane Clown Posse Dead End Psychopathics from Outer Space
1999 T.W.D.Y. Shut Up Lead the Way
2000 Analog Brothers Pimp to Eat
2001 Fredro Starr One Night Firestarr
2001 Six Feet Under One Bullet Left True Carnage
2001 Guru Underground Connections Baldhead Slick And Da Click
2001 King Sun & Ice-T Celph Titled (feat. Kool Mike Ski) Single
2002 Rollins Band Police Story Rise Above
2003 DJ Tomekk Beat of Life Beat of Life Vol. 2
2003 Xzibit, Kurupt, King T, Mac Mall & Ice-T Get on Down Single
2004 Marc Live Showbiz Shit Validation: Attack of the Grunge
The Last Gangsters
2004 SMG Repossession
2004 Triple Seis Coast 2 Coast Time’ll Tell
2006 Icepick Real Recognises Real Violent Epiphany
2008 Black Ice (Black Silver & Ice-T) Urban Legends
2008 E-40 Earl The Ball Street Journal
2009 Deams Underground The Legacy
2012 Blokkmonsta Double OG Roboblokk
2014 Upon a Burning Body Turn Down for What Punk Goes Pop 6
2017 DJ Supreme Arctic II

mit Body Count[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ siehe: Body Count/Diskografie

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Silver record icon.svg Silber Gold record icon.svg Gold Platinum record icon.svg Platin Quellen
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 0 5 1 riaa.com
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1 1 0 bpi.co.uk
Insgesamt 1 6 1

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ice-T/Sigmund, Heidi: The Ice Opinion. Who gives a fuck? – Droemer Knaur 1995, ISBN 3-426-60315-2.
  • Josephine Metcalf & Will Turner (Hrsg.): Rapper, Writer, Pop-Cultural Player: Ice-T and the Politics of Black Cultural Production. Ashgate, 2014, ISBN 978-1-4724-1835-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ice-T – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. April-Ausgabe der Juice (2008) – Seite 102
  2. Ralf Theil: Kings of HipHop: Ice-T. In: juice.de. JUICE, 9. Oktober 2014, abgerufen am 9. Januar 2017.
  3. Ice-T, Douglas Century: A Memoir of Gangster Life and Redemption-from South Central to Hollywood, One World Verlag, 2012, S. 17, ISBN 0-345-52329-6.
  4. Saskia: Überraschung: Ice-T & Coco Austins Tochter ist auf der Welt! In: Promiflash.de. 28. November 2015; abgerufen am 28. November 2015.
  5. Chartquellen, Alben: DE AT CH UK US
  6. Auszeichnungen: UK US
  7. Chartquellen, Singles: DE AT CH UK US