Ich denke oft an Piroschka (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Ich denke oft an Piroschka
Ich denke oft an Piroschka Logo 001.svg
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1955
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Kurt Hoffmann
Drehbuch Hugo Hartung,
Per Schwenzen,
Joachim Wedekind
Produktion Georg Witt
Musik Franz Grothe
Kamera Richard Angst
Schnitt Claus von Boro
Besetzung

Ich denke oft an Piroschka ist ein deutscher Film aus dem Jahr 1955 mit Liselotte Pulver und Gunnar Möller, der auf dem gleichnamigen Roman von Hugo Hartung basiert.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas, ein in die Jahre gekommener Schriftsteller, erinnert sich bei einer Zugfahrt an seine Jugendliebe aus Ungarn:

Als junger Mann fährt er 1925 als Austauschstudent auf der Donau nach Budapest. Er verliebt sich auf dem Schiff in die junge hübsche Greta. Mit ihr zieht er die Nacht lang durch Budapest. Am nächsten Tag aber muss er mit dem Zug zu seiner „Ferienfamilie“ in einen entlegenen Ort in der Puszta mit Namen „Hódmezővásárhelykutasipuszta“ fahren, Greta dagegen zu einem Urlaubsaufenthalt nach Siófok am Balaton.

Andreas lernt in der Puszta die fröhliche 17-jährige Piroschka kennen, die Tochter des Stationsvorstehers. Sie verlieben sich bei einem Tanzfest und verbringen romantische Tage – bis eine Karte von Greta eintrifft.

Andreas beschließt, zu Greta an den Balaton zu fahren. Piroschka, die durch ihre Mutter vom Inhalt der Karte weiß, folgt Andreas und bringt ihn in eine prekäre Lage, als sie mit Greta und ihm zusammentrifft. Als Andreas endlich begreift, für wen sein Herz tatsächlich schlägt, ist es beinahe zu spät. Er kehrt zurück nach Hódmezővásárhelykutasipuszta, aber Piri will ihn zunächst nicht mehr sehen. Erst beim Maisrebel-Fest versöhnen sie sich wieder. Aber es bleibt ihnen nur noch ein Tag bis zu seiner geplanten Abfahrt. Beim abenteuerlichen Abschied – Piroschka hält zuletzt seinen Zug an – verspricht er, wiederzukommen. Aber es gibt kein Happy End, jedenfalls kein gemeinsames. Für Andreas indes bleibt Piroschka eine süße, nach seinem Empfinden „unveränderliche“ Erinnerung, denn Film und Roman enden mit Andreas’ Worten „… als ich am Morgen nach Hause fuhr, war ich fest entschlossen, Piroschka wiederzusehen, aber wie so oft im Leben kam es anders – wir sind uns nie wieder begegnet. Vielleicht sollte es so sein, denn wenn ich heute an Piroschka denke, ist sie immer jung und süß und 17 Jahre …“.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde zu einer der erfolgreichsten deutschen Nachkriegsproduktionen. Uraufgeführt wurde er am 29. Dezember 1955 im Kölner Filmtheater Rex am Ring. Die Außenaufnahmen fanden in Belgrad, der Umgebung von Neusatz und Palić, in Subotica, Senta, Horgoš (in der Vojvodina) und in der ungarischen Puszta statt. (siehe auch den Artikel zu Hódmezővásárhely).

Die ansonsten sehr werkgetreue Verfilmung verlegt den Romanstoff aus dem Jahr 1923 in das Jahr 1925. Sowohl die mit dem Jahr 1923 implizierten als auch die expliziten Bezüge des Romans auf die unmittelbare Nachkriegszeit und die zeitgleich zur Handlung in Deutschland herrschende Hyperinflation, die beide im Roman einen Kontrast zur idyllischen Handlung darstellen, werden in der Verfilmung durch die Nennung des Jahres 1925 getilgt.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der am 29. Dezember 1955 im Kölner Rex Am Ring uraufgeführte Film wurde mit dem Filmband in Silber und dem Kritikerpreis (Film) des Verbandes der Deutschen Kritiker e.V. ausgezeichnet. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh der Produktion zudem das Prädikat wertvoll.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Mit der Verfilmung der zwar etwas weltfremden, aber zu Herzen gehenden und stellenweise sehr komischen Liebesgeschichte gelang ein Lustspielklassiker des Nachkriegskinos.“

Lexikon des internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997.

„Dorf- und Pußtazauber und eine spielfreudige Lilo Pulver machen die Heile-Welt-Idylle erträglich. (Wertung: 2 Sterne = durchschnittlich)“

Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon Filme im Fernsehen (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 382.

„Überraschend beschwingtes Lustspiel.“

6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage, Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 201.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Hartung: Ich denke oft an Piroschka. Roman. (Ungekürzte Ausgabe.) Ullstein, Berlin 1999, ISBN 3-548-24588-9, 204 S.
  • Kristin Kopp: Ein östliches Traumland im westdeutschen Heimatfilm. Kurt Hoffmanns „Ich denke oft an Piroschka“. In: Gregor Thum (Hrsg.): Traumland Osten. Deutsche Bilder vom östlichen Europa im 20. Jahrhundert, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2006, ISBN 3-525-36295-1, S. 138–156

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]