Ida Lupino

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Ida Lupino (1979)

Ida Lupino (geboren 4. Februar 1918 in London; gestorben 3. August 1995 in Los Angeles) war eine britisch-US-amerikanische Schauspielerin, Regisseurin, Produzentin und Autorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter des damals sehr bekannten britischen Film- und Bühnenschauspielers Stanley Lupino stammte aus einer Familie, die seit mehreren Generationen Schauspieler hervorgebracht hatte. Ida Lupino gab ihr Filmdebüt mit 15 in dem Film Her First Affair, nachdem der Regisseur Allan Dwan zuerst ihre Mutter, die Schauspielerin Connie Emerald, für die Rolle haben wollte, sich dann aber für Ida entschied.

Nach einigen weiteren Filmen in England ging Ida Lupino 1933 schließlich nach Hollywood, wo sie mit dem Film Search for Beauty einen Vertrag bei Paramount begann. Die nächsten Jahre brachten ihr nur wenig Ruhm und kaum ernsthafte Rollen. 1939 spielte sie neben Basil Rathbone und Nigel Bruce eine Hauptrolle in dem Film Die Abenteuer des Sherlock Holmes und im gleichen Jahr konnte sie auch als dramatische Schauspielerin auf sich aufmerksam machen, als sie in der Verfilmung von The Light That Failed eine hartherzige und skrupellose Frau spielte. Der Erfolg dieses Streifens brachte ihr einen Vertrag mit Warner Bros. ein, wo sie allmählich bessere Rollen bekam. So spielte sie 1940 zweimal an der Seite von Humphrey Bogart, der ebenfalls kurz vor seinem endgültigen Durchbruch als Hollywood-Star stand. Von diesen beiden Filmen wurde insbesondere Entscheidung in der Sierra, nach einem Drehbuch von John Huston, ein respektabler Erfolg. Im folgenden Jahr bekam Ida Lupino für die Hauptrolle in der Verfilmung des Broadwayerfolges Das Geheimnis der drei Schwestern gute Kritiken. Der Höhepunkt ihrer Karriere kam 1943, als sie in dem Film The Hard Way die krankhaft ehrgeizige Schwester von Joan Leslie spielte, die sie mit ihrem unbedingten Willen zum Erfolg ins Unglück stürzt. Ida Lupino gewann für ihre Darstellung den New York Film Critics Award als beste weibliche Darstellerin. Dennoch war sie häufig unzufrieden mit den Rollen, die ihr angeboten wurden und sie bezeichnete sich selbst gerne als „die Bette Davis des armen Mannes“.

1949 stand sie erstmals als Regisseurin hinter der Kamera, als Elmer Clifton, der Regisseur ihres Filmes Verführt, erkrankte und wenig später verstarb. Ihren ersten eigenständigen Film als Regisseurin drehte sie später im Jahr 1949 mit dem sozialkritischen Drama The Young Lovers, für das sie auch das Drehbuch schrieb und das über RKO in den Verleih kam. Neben Dorothy Arzner war Ida Lupino eine der ersten weiblichen Regisseure in der Industrie. Lupino drehte in der Folgezeit noch einige, überwiegend kostengünstig hergestellte Filme, die sich häufig mit heiklen Themen wie Vergewaltigung und Bigamie beschäftigten. Durch The Hitch-Hiker gilt sie als erste weibliche Regisseurin eines Film noirs. Lupino gründete zusammen mit Dick Powell, David Niven und Charles Boyer die Produktionsfirma Four Stars Production und inszenierte in der Folgezeit zahllose Episoden für Fernsehserien. Mitte der 1950er hatte sie eine eigene Serie unter dem Titel Mr. Adams and Eve. Ihren größten finanziellen Erfolg als Regisseurin hatte sie 1966 mit der Komödie The Trouble With Angels, der Hayley Mills und Rosalind Russell gemeinsam vor die Kamera brachte.

In den 1970ern war Lupino nur noch als Schauspielerin tätig und unter anderem zweimal Gaststar in der Fernsehserie Columbo mit Peter Falk. Sie übernahm ebenfalls einen Auftritt im Bert I. Gordons Monster-Film Die Insel der Ungeheuer, in dem sie neben Marjoe Gortner gegen mutierte Ratten kämpfen musste.

Ida Lupino war Mutter einer Tochter aus ihrer dritten Ehe mit dem Schauspieler Howard Duff, den sie 1951 heiratete und von dem sie 1984 geschieden wurde. Bereits 1948 wurde Lupino amerikanische Staatsbürgerin. Sie starb im August 1995 in ihrem Haus in Burbank, Kalifornien.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schauspielerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Regisseurin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elisabeth Bronfen, Ivo Ritzer und Hannah Schoch (Hrsg.): Ida Lupino. Die zwei Seiten der Kamera. Bertz und Fischer, Berlin 2018, ISBN 978-3-86505-329-9. (Dazu die ausführliche Darstellung von Stefan Ripplinger: Fahrt ins Finstere zum 100. Geburtstag Ida Lupinos. In: Neues Deutschland vom 3./4. Februar 2018, S. 10)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ida Lupino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. sie drehte den Film für den erkrankten Elmer Clifton zu Ende
  2. sie soll den erkrankten Nicholas Ray für einige Tage bei dem Dreh von ein paar Szenen ersetzt haben