Idan Ofer

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Idan Ofer

Idan Ofer (* 1955) ist ein israelischer Unternehmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater war der Unternehmer Sammy Ofer und sein Onkel war der Unternehmer Yuli Ofer. Sein Bruder ist der Unternehmer Eyal Ofer. Idan Ofer ist Direktor der Ofer Brothers Group und verschiedener Tochterunternehmen. Er hat einen MBA-Abschluss der London Business School, die er heute noch finanziell unterstützt und in deren europäische Beirat sitzt. Außerdem ist er Mitglied im Beirat der Harvard Kennedy School und graduierte an der Universität Haifa. Nach einigen Jahren Tätigkeit in der Schifffahrts- und Offshore-Öllagerindustrie in Asien und den USA war er von 1999 bis 2009 Chairman (Vorstandsvorsitzender) der Israel Corporation. Er kontrolliert die Mashat Investments Ltd., die 80 % von Millenium Investments Elad hält, die wiederum 46,9 % Anteil an der Israel Corporation besitzt.

Zudem war Idan Ofer Chairman des Unternehmens Better Place bis dieses 2013 Insolvenz anmeldete. Früher war er auch Chairman der United Mizrahi Bank (2005 aufgegangen in der Bank Mizrahi-Tefahot).

Nach Angaben des US-amerikanischen Forbes Magazine gehört Ofer zu den reichsten Israelis und ist in The World’s Billionaires gelistet. Ofer ist verheiratet und hat fünf Kinder aus vier Ehen. Das Vermögen stammt maßgeblich aus der Erbschaft seines Vaters, welches u. a. aus Unternehmensbeteiligungen, Immobilien und einer Kunstsammlung bestand. Das Erbe wurde zwischen Idan Ofer und seinem Bruder Eyal durch das Ziehen von Losen aufgeteilt.[1]

Der Filmmacher und heutige Parlamentarier Miki Rosenthal veröffentlichte 2008 eine Dokumentation mit dem Titel “The Shakshuka System”. Der Name bezieht sich auf ein israelisches Gericht aus Eiern und Tomatensauce, welches Rosenthal als Metapher für die Ofers Beziehung zu israelischen Politikern diente. Die enge Beziehung soll Grundlage für den günstigen Erwerb von Staatsunternehmen durch Ofers gewesen sein. Idan Ofer verklagte Rosenthal wegen Verleumdung. Der Streit wurde außergerichtlich beigelegt.[2]

Obwohl Idan durch die Privatisierung und wirtschaftsfreundliche Politik der rechten Regierung profitiert hat, soll er diese nicht unterstützen. Er wird dem liberalen Lager zugeordnet und spricht sich für Frieden mit Palästina aus. Er unterstütze auch eine Initiative zur Förderung von palästinensischen Wirtschaftsunternehmen.[3]

Als Idan Ofer 2013 seinen Wohnsitz von Israel nach London verlegte, führte dies zu Schlagzeilen in den führenden israelischen Zeitungen. Ihm wurde vorgehalten, dass der Umzug steuerlich motiviert sei und ihm eine Ersparnis von € 300 Mio. einbringen würde. Ofer entgegnete, dass er lediglich in der Nähe seiner verwitweten Mutter wohnen wolle.[4] Die vergiftete Stimmung soll sich auch auf die öffentlich ausgetragenen Steuerdiskussionen zwischen Ofers größtem Investment, Israel Chemicals Ltd., und dem Staat Israel ausgewirkt haben.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. How the Death of Israel’s Richest Man Left His Two Sons a Winner and a Loser. In: Bloomberg.com. 4. Januar 2017 (bloomberg.com [abgerufen am 4. Januar 2017]).
  2. How the Death of Israel’s Richest Man Left His Two Sons a Winner and a Loser. In: Bloomberg.com. 4. Januar 2017 (bloomberg.com [abgerufen am 4. Januar 2017]).
  3. Subscribe to read. In: www.ft.com. Abgerufen am 4. Januar 2017.
  4. Jannis Brühl: Umstrittener Milliardär Idan Ofer: Israels reichster Mann zieht nach London. In: sueddeutsche.de. 1. April 2013, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 4. Januar 2017]).
  5. Milliardär: Eine superreiche „Fat Cat“ packt aus - WELT. In: DIE WELT. Abgerufen am 4. Januar 2017.