Igling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Igling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Igling hervorgehoben

Koordinaten: 48° 4′ N, 10° 49′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Verwaltungs­gemeinschaft: Igling
Höhe: 594 m ü. NHN
Fläche: 26,35 km2
Einwohner: 2540 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86859
Vorwahl: 08248
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 127
Gemeindegliederung: 8 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Donnersbergstraße 1
86859 Igling
Website: www.igling.de
Erster Bürgermeister: Günter Först (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Igling im Landkreis Landsberg am Lech
AmmerseeLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis AugsburgLandkreis OstallgäuLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis StarnbergLandkreis FürstenfeldbruckWindachWeil (Oberbayern)Utting am AmmerseeUnterdießenThainingPürgenSchwiftingSchondorf am AmmerseeScheuringRott (Landkreis Landsberg am Lech)ReichlingPrittrichingVilgertshofenPenzing (Bayern)ObermeitingenLandsberg am LechKinsauKauferingIglingHurlachHofstetten (Oberbayern)GreifenbergGeltendorfFuchstalFinningEresingEgling an der PaarEching am AmmerseeDießen am AmmerseeDenklingenApfeldorfKarte
Über dieses Bild
Oberigling
Unterigling von Nordwesten
Schloss Rudolfshausen in Holzhausen bei Buchloe

Igling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt westlich des Lechs am Übergang der hügeligen voralpinen Moränenlandschaft zum flachen Lechfeld. Durch das westliche Gemeindegebiet fließt die Singold.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 582 m ü. NHN bis auf den 686 m ü. NHN hohen Oberen Riedberg.

Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt acht Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Es gibt die Gemarkungen Holzhausen bei Buchloe, Oberigling und Unterigling.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war Teil des Herzogtums bzw. Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Oberigling war.

Für Unterstützung Herzog Albrecht IV. von Bayern-München, im Landshuter Erbfolgekrieg, übertrug dieser, am Nikolaustag 1504, die Hofmark Igling mit der zugehörigen Burg an den Augsburger Patrizier Johann IX. Langenmantel vom Sparren († 1505).[4][5][6] Von seiner Familie gelangte der Besitz über die versippten Rehlinger 1611 an den bayerischen Obristkanzler Joachim Freiherr von Donnersberg, der in der Oberiglinger Kirche begraben ist und dort ein kunstvolles Epitaph besitzt.[7]

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Königreich Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Oberigling und Unterigling.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurden große Flächen enteignet. Das Schloss wurde durch die SS beschlagnahmt und war nach dem Krieg Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Landsberg. Es gab hier bis 1945 das Außenlager Kaufering II – Igling des KZ Dachau.[8][9] Anschließend wurden Vertriebene im Schloss untergebracht.

Zusammenschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. April 1971 die Gemeinden Oberigling und Unterigling zur neuen Gemeinde Igling zusammengeschlossen.[10]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Holzhausen bei Buchloe wurde am 1. Mai 1978 eingegliedert.[11]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2041 Einwohner, davon 659 in Holzhausen b.Buchloe, 946 in Oberigling und 436 in Unterigling
  • 1970: 1656 Einwohner, davon 613 in Holzhausen b.Buchloe, 632 in Oberigling und 411 in Unterigling
  • 1987: 1767 Einwohner
  • 1991: 1846 Einwohner
  • 1995: 1952 Einwohner
  • 2000: 2125 Einwohner
  • 2005: 2407 Einwohner
  • 2010: 2356 Einwohner
  • 2015: 2495 Einwohner
  • 2018: 2522 Einwohner
  • 2019: 2488 Einwohner

Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 1806 auf 2488 um 682 Einwohner an bzw. um 37,8 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Günter Först (Freie Wähler Igling-Holzhausen).[12] Gewählt wurde er am 30. September 2012 in einer Stichwahl mit 54,5 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 62,9 %.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:
Jahr CSU SPD FW DGH DGI UBV gesamt Wahlbeteiligung in %
2020[13] 1 4 3 3 3 14
2014[14] 41 5 5 14 58,7
2008 0 0 4 4 6 14 74,3
2002 2 3 5 4 0 14 75,7

1CSU/Unabhängige

FW = Freie Wähler Igling-Holzhausen
DGH = Dorfgemeinschaft Holzhausen
DGI = Dorfgemeinschaft Igling
UBV = Unabhängige Bürgervereinigung Igling

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Igling
Blasonierung: „Über goldenem Dreiberg in Schwarz drei goldene Flammen aus silbernem Wolkenschildhaupt züngelnd.“[15]
Wappenbegründung: Die 1971 aus den früheren Gemeinden Ober- und Unterigling gebildete Gemeinde Igling, die sich 1978 noch durch die Eingliederung von Holzhausen b. Buchloe vergrößerte, nahm 1977 das Stammwappen der Münchner Patrizierfamilie von Donnersberg als Gemeindewappen an. Die über einem Dreiberg aus Wolken züngelnden Flammen ergeben ein auf den Namen Donnersberg anspielendes Bild. Herzog Maximilian von Bayern überließ die Hofmark Oberigling 1611 seinem obersten Kanzler Joachim von Donnersberg und gestattete 1612 die Einbeziehung des Dorfes Unterigling in die Hofmark. Die Hofmarken Ober- und Unterigling befanden sich bis 1835 in Familienbesitz. Die Donnersberger gelten wegen ihrer Bautätigkeit im Schloss Igling (Neugestaltung seit 1620), in Kirchen und Kapellen als große Förderer der Gemeinde. Das Familienwappen ist auch auf Epitaphen in der Pfarrkirche von Oberigling zu sehen.

Dieses Wappen wird seit 1977 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Igling
KZ-Friedhof Holzhausen

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 gab es in der Gemeinde 1409 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1076 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Einpendler um 333 Personen größer als die der Auspendler. 23 Einwohner waren arbeitslos. Die 31 landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschafteten insgesamt eine Fläche von 1077 Hektar (Stand 2016).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde führt die Bahnstrecke München–Buchloe. An dieser Strecke befand sich westlich von Oberigling der Bahnhof Igling, der von 1871 bis 1985 im Personenverkehr bedient wurde.

Heute ist die Gemeinde im öffentlichen Personennahverkehr nur noch durch Buslinien zu erreichen. Igling ist in die Landsberger Verkehrsgemeinschaft integriert; die Gemeinde wird durch die Buslinie 31 von Landsberg nach Obermeitingen bedient. In Obermeitingen besteht Anschluss zu Bussen aus dem Augsburger Verkehrsverbund nach Augsburg.[17]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde bestehen folgende Einrichtungen:

  • Kindertagesstätte mit 122 Plätzen und 103 betreuten Kindern (Stand: 1. März 2019)
  • Grundschule Igling mit 164 Schülern und elf hauptamtlichen Lehrkräften (Schuljahr 2020/2021)[18]
  • Regens-Wagner-Schule, Privates Förderzentrum mit 244 Schülern und 41 Lehrkräften, im Ortsteil Holzhausen (Schuljahr 2020/2021)[19]
  • Regens-Wagner-Schule, Private Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung mit 45 Schülern und vier hauptamtlichen Lehrkräften, im Ortsteil Holzhausen (Schuljahr 2020/2021)[20]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Dellinger: Igling, Schloß und Hofmark im königlichen Landgerichte Landsberg, mit dem Stoffersberg und Erpfting. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte (Historischen Verein von Oberbayern, Hrsg.), Band 12, München 1852, S. 3–60 (online)
  • Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert: Todesmarsch und Befreiung – Landsberg im April 1945: Das Ende des Holocaust in Bayern. Landsberg 1993, ISBN 3-9803775-1-2.
  • Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert: Das KZ-Kommando Kaufering 1944/45: Die Vernichtung der Juden im Rüstungsprojekt „Ringeltaube“. Landsberg 1993, ISBN 3-9803775-3-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Igling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Igling in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 8. September 2019.
  3. Gemeinde Igling, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 14. Dezember 2021.
  4. Johann Georg von Lori: Geschichte des Lechrains, Band 2, S. 244, (Regest der Übertragungsurkunde)
  5. Politische Miszellen für und über Süddeutschland, Band 2, S. 59, München, 1805; (Digitalscan)
  6. Bericht im Traunsteiner Tagblatt zum Landshuter Erbfolgekrieg mit Erwähnung Langenmantels
  7. Michael Wening: Beschreibung deß Churfürsten- und Herzogthums Ober- und NidernBayrn. Teil I, München 1701, S. 139.
  8. Der Holocaust im Raum Landsberg von Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert zur Erforschung der Landsberger Zeitgeschichte e.V.
  9. Die Europäische Holocaustgedenkstätte – ein Ort der Erinnerung an den KZ-Lagerkomplex Kaufering/Landsberg von den Gründern der Gedenkstätte der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert zur Erforschung Landsberger Zeitgeschichte e.V.
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 507 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 580.
  12. Gemeinderat. Gemeinde Igling, abgerufen am 6. April 2021.
  13. Gemeinderat | Gemeinde Igling. Abgerufen am 26. November 2020 (deutsch).
  14. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014 – Endgültige Ergebnisse. Bayerisches Landesamt für Statistik, S. 168, abgerufen am 26. November 2020.
  15. Eintrag zum Wappen von Igling in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  16. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 149 f.
  17. Landsberger Verkehrsgemeinschaft: Liniennetz Regional. In: lvg-bus.de, 15. Dezember 2019, abgerufen am 30. November 2019.
  18. Grundschule Igling in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 11. Juli 2021.
  19. Regens-Wagner-Förderschule Igling in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 11. Juli 2021.
  20. Private Berufsschule in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 11. Juli 2021.