Igling

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Igling (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Igling
Igling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Igling hervorgehoben
Koordinaten: 48° 4′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Verwaltungs­gemeinschaft: Igling
Höhe: 595 m ü. NHN
Fläche: 26,34 km2
Einwohner: 2495 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86859
Vorwahl: 08248
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 127
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Unteriglinger Straße 37
86859 Igling
Webpräsenz: www.igling.de
Bürgermeister: Günter Först (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Igling im Landkreis Landsberg am Lech
Ammersee Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Ostallgäu Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Starnberg Landkreis Fürstenfeldbruck Windach Weil (Oberbayern) Utting am Ammersee Unterdießen Thaining Pürgen Schwifting Schondorf am Ammersee Scheuring Rott (Landkreis Landsberg) Reichling Prittriching Vilgertshofen Penzing (Bayern) Obermeitingen Landsberg am Lech Kinsau Kaufering Igling Hurlach Hofstetten (Oberbayern) Greifenberg Geltendorf Fuchstal Finning Eresing Egling an der Paar Eching am Ammersee Dießen am Ammersee Denklingen ApfeldorfKarte
Über dieses Bild

Igling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Igling.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Holzhausen bei Buchloe
  • Oberigling
  • Unterigling

Es existieren folgende Gemarkungen: Holzhausen b. Buchloe, Oberigling, Unterigling.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Igling gehörte den Freiherren von Donnersberg. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Oberigling war. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Oberigling und Unterigling.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurden große Flächen enteignet. Das Schloss wurde durch die SS beschlagnahmt und war nach dem Krieg Außenstelle des Landsberger Gefängnisses. Es gab hier bis 1945 das Lager II der Außenlagergruppe Landsberg/Kaufering des KZ Dachau. Anschließend wurden Flüchtlinge im Schloss untergebracht.

Der Bahnhof an der Allgäubahn MünchenMemmingen besteht heute nicht mehr.

Zusammenschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Oberigling und Unterigling zur neuen Gemeinde Igling zusammengeschlossen.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bis dahin selbständige Gemeinde Holzhausen bei Buchloe wurde am 1. Mai 1978 eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2041 Einwohner, davon 659 in Holzhausen b.Buchloe, 946 in Oberigling und 436 in Unterigling
  • 1970: 1656 Einwohner, davon 613 in Holzhausen b.Buchloe, 632 in Oberigling und 411 in Unterigling
  • 1987: 1767 Einwohner
  • 1991: 1846 Einwohner
  • 1995: 1952 Einwohner
  • 2000: 2125 Einwohner
  • 2005: 2407 Einwohner
  • 2010: 2356 Einwohner
  • 2015: 2495 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Günter Först (Freie Wähler Igling-Holzhausen). Gewählt wurde er am 30. September 2012 in einer Stichwahl mit 54,5 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 62,9 %.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Sitzeverteilung im Gemeinderat.
Jahr CSU SPD FW DGH DGI gesamt Wahlbeteiligung in %
2008 0 0 4 4 6 14 74,3
2002 2 3 5 4 0 14 75,7

FW = Freie Wähler Igling-Holzhausen
DGH = Dorfgemeinschaft Holzhausen
DGI = Dorfgemeinschaft Igling

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Über goldenem Dreiberg in Schwarz drei goldene Flammen aus silbernem Wolkenschildhaupt züngelnd.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Igling
KZ-Friedhof Holzhausen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 110 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 74 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1424. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier Betriebe, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 20 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 375 ha, davon waren 259 ha Ackerfläche und 111 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Igling führt die Allgäubahn von München nach Lindau. Bis 1983 verfügte Igling über einen eigenen Bahnhof.

Der Bahnhof Igling wurde am 1. November 1872 durch die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen mit dem Abschnitt der Bayerischen Allgäubahn von Buchloe nach Kaufering in Betrieb genommen. Die Bahnstrecke schloss in Buchloe an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn nach Lindau über Kaufbeuren, Biessenhofen, Kempten, Immenstadt und Hergatz führte. Seit dem 1. Mai 1873 bestehen zwischen Igling und München durchgehende Verbindungen, da der letzte Streckenteil der Allgäubahn von Kaufering über Geltendorf nach München in Betrieb genommen wurde. Der Bahnhof verfügte über ein Empfangsgebäude und über drei Gleise. Zwei Gleise waren für den Personenverkehr vorgesehen und lagen an einem Haus- und an einem Seitenbahnsteig. 1983 legte die Deutsche Bundesbahn den Bahnhof aufgrund von zu geringen Fahrgastzahlen still, das Ausweichgleis und der zugehörige Bahnsteig wurde abgebaut.[5] Der Außenbahnsteig am gegenüberliegenden Streckengleis und das Empfangsgebäude sind bis heute erhalten. In den 1990er Jahren wurde in Igling nochmals provisorisch ein Stellwerk eingerichtet, da bis Igling aufgrund einer Baustelle die Allgäubahn nur eingleisig gefahren werden konnte.[6][7][8][9]

Heute ist die Gemeinde im öffentlichen Personennahverkehr nur noch durch Buslinien zu erreichen. Igling ist in die Landsberger Verkehrsgemeinschaft (LVG) integriert, die Gemeinde wird von der Buslinie 31, die von Landsberg nach Obermeitingen verkehrt, bedient. In Obermeitingen besteht Anschluss zu Bussen aus dem Augsburger Verkehrsverbund (AVV) nach Augsburg.[10]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schuljahr 2014/15 bestanden in der Gemeinde vier Bildungseinrichtungen:

  • Kindertagesstätte mit 90 Plätzen, von denen 85 belegt sind (davon 14 an Kinder unter drei Jahren).
  • Volksschule mit acht Klassen und 157 Schülern
  • Regens-Wagner-Schule, Privates Förderzentrum mit 241 Schülern in 26 Klassen, im Ortsteil Holzhausen
  • Regens-Wagner-Schule, Private Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung mit 61 Schülern in sechs Klassen, im Ortsteil Holzhausen

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert: Todesmarsch und Befreiung – Landsberg im April 1945: Das Ende des Holocaust in Bayern. Landsberg 1993, ISBN 3-9803775-1-2.
  • Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert:Das KZ-Kommando Kaufering 1944/45: Die Vernichtung der Juden im Rüstungsprojekt „Ringeltaube“. Landsberg 1993, ISBN 3-9803775-3-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 507.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 580.
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 149 f.
  5. Dumjahn: Handbuch der deutschen Eisenbahnstrecken. Dumjahn, Mainz 1984, ISBN 3-921426-29-4.
  6. Siegfried Bufe: Allgäubahn, München–Kempten–Lindau. Bufe, Egglham 1991, ISBN 3-922138-41-1.
  7. Beschreibung des Bahnhofs Igling und der Allgäubahn. In: kbs970.de. Abgerufen am 4. April 2014.
  8. Bahnhöfe an der Allgäubahn. In: kbs970.de. Abgerufen am 4. April 2014.
  9. Bild des ehemaligen Bahnsteigs. In: kbs970.de. Abgerufen am 4. April 2014.
  10. Liniennetz der Landsberger Verkehrsgemeinschaft im Landkreis Landsberg am Lech. In: lvg-bus.de. Landsberger Verkehrsgemeinschaft, abgerufen am 4. April 2014 (PDF).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Igling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien