Ignatius Ephräm II. Karim

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Ignatius Ephräm II. Karim
Der Patriarch

Moran Mor Ignatius Ephräm II. Karim (aramäisch  ܐܝܓܢܐܛܝܘܣ ܐܦܪܝܡ ܬܪܝܢܐ ܟܪܝܡ, arabisch ‏مار أغناطيوس أفرام الثاني كريم‎; * 3. Mai 1965 in Kamichlié, Syrien) ist seit dem 31. März 2014 der 123. „Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient“ der Syrisch-Orthodoxen Kirche.[1]

Leben[Bearbeiten]

Karim entstammt einer syro-aramäischen Familie aus dem Dorf Ehwo (heute Güzelsu) im Tur Abdin (heute in der Provinz Mardin in der Türkei), das im Zuge des Völkermords an den Aramäern ab 1915 nach Kamichlié vertrieben wurde.[2] Er wurde als Sohn von Issa und Chanema Karim unter dem Namen Saʿid Karim getauft und studierte 1977 am Theologischen St.-Ephräm-Seminar im libanesischen Atchaneh. Von 1982 bis 1984 war er Schüler des im April 2013 entführten Metropoliten Gregorios Youhanna Ibrahim in Aleppo. 1984 bis 1988 studierte er am Koptischen Theologischen Seminar in der ägyptischen Hauptstadt Kairo, wo er seinen Bachelor der Theologie erhielt, bevor er graduierte.[1]

1985 wurde er zum Mönch ordiniert. Von 1988 bis 1989 diente er sowohl als Sekretär des syrisch-orthodoxen Patriarchen Ignatius Zakka I. Iwas als auch als Lehrer am Theologischen St.-Ephräm-Seminar in der syrischen Hauptstadt Damaskus. 1989 trat er in das St.-Patricks-Kollegium im irischen Maynooth ein, wo er 1991 ein Lizenziat in Theologie (Licentiate of Sacred Theology, S.T.L.) und 1994 seine Graduierung zum Doctor of Divinity erhielt. In dieser Zeit diente er auch als Priester für die syrisch-orthodoxe Gemeinde im Vereinigten Königreich.

Am 28. Januar 1996 wurde er von Patriarch Ignatius Zakka I. Iwas an der syrisch-orthodoxen St.-Marien-Kirche von Kamichlié zum Metropoliten und Patriarchalvikal der Erzdiözese der Syrisch-Orthodoxen Kirche für die östlichen Vereinigten Staaten geweiht. Er kam am 2. März 1996 in den Vereinigten Staaten an und wurde offiziell an der Syrisch-Orthodoxen St.-Markus-Kathedrale in Teaneck eingeführt.

Politisches Wirken[Bearbeiten]

In einem Offenen Brief vom 19. April 2015[3] an die deutsche Staatsspitze zum Völkermord an den Armeniern und den Assyrern und Aramäern hat er sich „Sehr erstaunt“ gezeigt, dass das Wort „Völkermord“ aus politischen Gründen vermieden werde. Er führt aus, dass der türkische Staat diesen Völkermord bis heute hartnäckig leugne. Auch er bezeichnet ihn als den „ersten Völkermord(s) des 20. Jahrhundert(s)“. Des weiter führt er u.a. aus „Denn wenn wir die Anerkennung des Völkermords als solchen fordern, dann fordern wir auch den Beginn eines Versöhnungsprozesses.“

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Neuer Patriarch von Antiochien gewählt. Abgerufen am 3. April 2014.
  2. Syrischer Erzbischof gegen den US-Angriff in Syrien auf YouTube
  3. Der Ökumenebeauftragte der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers „An die Konfessionsökumenebeauftragten und ACKN-Delegierten in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers sowie Interessierte“ mit E-Mail vom 20. April 2015
Vorgänger Amt Nachfolger
Ignatius Zakka I. Iwas Patriarch von Antiochien
2014–
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