Ignaz Bearth

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ignaz Bearth (* 1984) ist ein rechtsextremer Schweizer Politiker.[1][2][3][4][5][6][7] Er war Mitbegründer und einziger Präsident der ehemaligen Kleinpartei Direktdemokratische Partei Schweiz (DPS).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bearth wuchs in Werdenberg auf und absolvierte nach Ende seiner Schullaufbahn eine Ausbildung zum Verkehrswegebauer. Seit 2006 wohnt er in Uzwil.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bearth war Mitglied der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS), für die er auch öffentlich auftrat.[9] Er war Mitbegründer und einziger Präsident der Direktdemokratischen Partei Schweiz.[10] Im Frühling 2013 unterstützte Bearth die rechtsextreme Jobbik im ungarischen Wahlkampf.[11]

Bearth kandidierte bei den Nationalratswahlen am 18. Oktober 2015 für die DPS St. Gallen[12][13] und erreichte nach dem vorläufigen Wahlergebnis 0,1 % der abgegebenen Stimmen.[14] Im Februar 2016 wollte Bearth bei den Kantonsratswahlen in St. Gallen im Wahlkreis Wil antreten.[15]

Seit der Fusion der DPS mit der Partei national orientierter Schweizer 2017 ist Bearth wieder Mitglied der PNOS.[16]

PEGIDA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erfolglose Pegida-Ableger PEGIDA Schweiz wurde am 9. Januar 2015 in Zürich gegründet.[17] Bearth trat am 16. Januar als dessen Sprecher zurück. Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte Ermittlungen wegen Beleidigung eines fremden Staates bekannt gegeben, eröffnete aber in der Folge kein Strafverfahren gegen Bearth. Er hatte auf Facebook die deutsche Bundeskanzlerin und die Bundesregierung als die «wahren Nazis in Berlin» bezeichnet.[18][19][20][21]

2015 trat er in Linz,[22] in Wien,[23] Weil am Rhein[24] und in Dresden[25] als Redner auf Pegida-Veranstaltungen ausserhalb der Schweiz auf.

Kontroverse um Facebook-Likes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bearth wird von verschiedenen Medien verdächtigt, den grössten Teil seiner 30.000 (Stand 2015) Facebook-Likes, die vor allem aus Indien (43 %) und Serbien (14,9 %) stammen, gekauft zu haben.[26][27][28] Anfang September 2017 wurde Ignaz Bearths Account auf Facebook gesperrt.[29][30]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Rechtsaussen von Pegida Schweiz, Tages-Anzeiger 13. Januar 2015
  2. Klein, aber gemein: Die rechtsextreme Szene der Schweiz, Fabian Christl, Der Bund, 18. Februar 2016
  3. Rechtsextreme mobilisieren in Berlin Tausende Menschen, Berliner Morgenpost 12. März 2016
  4. Was macht ein SVPler bei den rechtsextremen Identitären?, Daniel Kissling, Vice 28. Januar 2016
  5. Ignaz Bearth zählt Rassisten zu seinen Freunden, Blick 13. Januar 2015
  6. Die rechte Hassbewegung und ihre Facebook-Armee, Störungsmelder 10. Januar 2017
  7. Schweizer Rechtspopulist hetzt mit falschem Zitat gegen Renate Künast, Stern 6. Dezember 2016
  8. Er steht in der rechten Ecke. In: Wiler Nachrichten. 6. August 2015, abgerufen am 29. September 2015.
  9. Burka-Verbot und Abschiebungen, auf taz.de, abgerufen am 13. Februar 2015
  10. Die Schweiz hat eine neue Rechtspartei, auf tageszeitung.ch, vom 29. Juli 2012, abgerufen am 14. Februar 2015
  11. Ignaz Bearth tritt als Pegida-Sprecher zurück, auf blick.ch, vom 16. Januar 2015, abgerufen am 13. Februar 2015
  12. Rosenmontagsaufzug, auf bnr.de, vom 21. Januar 2015, abgerufen am 13. Februar 2015
  13. Grosszügiges Wahlrecht für Kleinparteien (Memento vom 3. Mai 2018 im Internet Archive), auf Tagblatt.ch, 18. Januar 2015
  14. Communiqué Nationalratswahlen 2015 (Memento vom 30. Oktober 2015 im Internet Archive), auf dpsschweiz.ch, abgerufen am 19. Oktober 2015
  15. DPS will in den Kantonsrat, auf Tagblatt.ch, vom 20. Dezember 2015, abgerufen am 28. Januar 2016
  16. PNOS: PNOS – Konsequent, Sozial, National ! Abgerufen am 15. Juli 2017.
  17. Fabian Eberhard: Pegida plant Demo in der Schweiz. In: sonntagszeitung.ch. 11. Januar 2015, abgerufen am 13. Februar 2015.
  18. Ex-Pegida-Mann im Visier der Bundesanwaltschaft, auf 20min.ch, vom 18, Januar 2015, abgerufen am 13. Februar 2015
  19. Beat Kraushaar: St. Galler Pegida-Aktivist im Visier der Bundesanwaltschaft. In: Schweiz am Sonntag. 17. Januar 2015, abgerufen am 13. Februar 2015.
  20. Pegida Schweiz sagt Demonstration ab, auf 20min.ch, vom 3. Februar 2015, abgerufen am 14. Februar 2015
  21. Kein Strafverfahren gegen Ignaz Bearth. In: Thurgauer Zeitung. 4. März 2015, abgerufen am 29. September 2015.
  22. 1.800 Menschen demonstrierten gegen 100 Pegida-Anhänger in Linz, auf der standard.at, vom 2. Februar 2015, abgerufen am 20. Oktober 2015
  23. Pegida: Sechs Anzeigen wegen Hitlergrußes, auf wien.orf.at, vom 19. April 2015, abgerufen am 20. Oktober 2015
  24. Zwei Schweizer steuern «Pegida Dreiländereck», Zwei Schweizer steuern «Pegida Dreiländereck»
  25. Dresden: Angriffe auf Journalisten bei Pegida-Kundgebung, auf spiegel.de, vom 29. September 2015, abgerufen am 20. Oktober
  26. Inder lieben den Mann von Pegida Schweiz auf 20min.ch, vom 12. Januar 2015, abgerufen am 22. Februar 2015
  27. Melchior Popp: Rekord beim Trauermarsch: Jetzt will „Pegida“ Europa erobern, auf focus.de, vom 13. Januar 2015, abgerufen am 13. Februar 2015
  28. Benjamin von Wyl: Wir beantworten die Social Media-Fragen von Ignaz Bearth, auf vice.com, vom 14. Januar 2015, abgerufen am 13. Februar 2015
  29. 173'000 Likes futsch: Facebook löscht Accounts von Schweizer Rechtspopulist Ignaz Bearth Aargauer Zeitung September 2017
  30. Schweizer Pegida-Gründer sieht sich als «Opfer einer Kampagne», Blick 4. September 2017