Igor Iljitsch Bondarenko

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Igor Iljitsch Bondarenko (russisch Игорь Ильич Бондаренко; * 14. Oktober 1926 in Kiew; † 5. Mai 1964 in Obninsk) war ein sowjetischer Physiker (Kernphysik und Kerntechnik).

Er war stellvertretender Direktor des Instituts für Physik und Energie (IPPE) des Staatlichen Komitees für die Nutzung der Atomenergie in der UdSSR in Obninsk. Er war dort seit seinem Abschluss 1950 an der Lomonossow-Universität. Am 1945 gegründeten IPPE (damals Labor 5) wurde das erste kommerzielle sowjetische Kernkraftwerk entwickelt. Bondarenko mass die grundlegenden physikalischen Größen (Wirkungsquerschnitte für Spaltung, Anzahl sekundärer Neutronen, Verhältnis von Spaltung und Neutroneneinfang) für schnelle Neutronen, wichtig für die Entwicklung von Brutreaktoren. Daraus entstand 1954 seine Dissertation (Kandidatentitel). Weitere Messungen von ihm und seiner Gruppe legten bis 1958 die Grundlagen für die Berechnung aller Reaktoren mit schnellen Neutronen in der Sowjetunion. Das schlug sich in dem auch 1964 in englischer Sprache erschienenen Buch Group constants for nuclear reactor calculations (Consultants Bureau, New York) nieder. Er experimentierte aber mit seiner Gruppe noch über viele weitere Aspekte der Neutronenphysik und Kernspaltung und auch in Experimenten zur Kernphysik, die nichts mit Kerntechnik zu tun haben sowie mit Plasmaphysik.

Er entwarf auch eine Reihe von Reaktoren mit schnellen Neutronen (wie den Fast Pulse Reactor, FPR; 1960 im JINR in Dubna in Betrieb genommen). Er war auch an der Entwicklung der Schnellen Reaktoren BR 1, 2, 5 und anderen in Obninsk beteiligt, zum Beispiel am Kontrollsystem.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war Strahlenschutz.

1960 erhielt er den Leninpreis.

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In memoriam: Igor Il´ich Bondarenko, Soviet Atomic Energy, Juni 1964, Heft 6, 593-595