Ihlow (Oberbarnim)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ihlower Kirche aus dem 13. Jahrhundert
Impression aus Ihlow (Oberbarnim)

Ihlow ist ein Ortsteil in der Gemeinde Oberbarnim im Brandenburger Landkreis Märkisch-Oderland. Das im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnte Dorf liegt auf dem südöstlichen Barnim im Naturpark Märkische Schweiz. Es wird vom Amt Märkische Schweiz verwaltet.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wird um 1320 in Verbindung mit Tylo de Hylowe erwähnt.[1] Urkundlich ist erstmals in einem Landbuch Karls IV. im Jahr 1375 von einem Ort namens Ihlow die Rede. Der Name stammt aus der slawischen Sprache und bedeutet ungefähr „Wohnstätte auf moorigem Grund“[2] oder „Ort, wo es weißen Lehm, Ton gibt“[1] Der Ort war seit 1375 Rittersitz der von Ihlow und der von Eichendorff. Sie besaßen zwei Höfe mit 14 und 11 Hufen bzw. zwei Höfe mit 12 und 17 Hufen. Aus dem Jahr 1658 ist ein Dorfschulmeister Baltasar Barth bekannt; 1698 ein Schneider und Schulmeister Jürgen Christoph Bartz. Seit dem Jahr 1721 muss eine Schmiede der Familie Wiese im Dorf existiert haben. Im Jahr 1740 ist ein Übertrag des Besitzes auf die Familie von Bredow verzeichnet. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand das Schloss Ihlow. Es wurde nach 1900 erheblich umgebaut.

1946 erfolgt eine Enteignung der Bauern. 429,5 Hektar werden neu verteilt. 27 Landarbeiter und bislang landlose Bauern erhielten insgesamt 307 Hektar, 16,5 Hektar gingen an landarme Bauern und weitere 106 Hektar an Umsiedler sowie an die Gemeinde. 1953 löste sich die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft auf. Ein Jahr später erfolgte eine Neugründung mit neun Mitgliedern, die gemeinschaftlich 32 Hektar bewirtschaften. Zur Zeit der DDR nutzte man das Schloss als Kindergarten, Gaststätte und als HO-Lebensmittelladen.

Nach der Wende erfolgte im Jahr 1996 die Gründung eines Biohofs. Versuche, das Schloss als Seminarstätte zu nutzen, blieben erfolglos. 2000 erhält das Dorf die Auszeichnung „Naturparkgemeinde in der Märkischen Schweiz“. Die Eingemeindung nach Oberbarnim erfolgte im Jahr 2003.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Rahmen der Brandenburger Landpartie[3] veranstaltet der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Ihlow[4] jährlich das Ihlower Lichterfest.
  • Durch den Ort verläuft die Oberbarnimer Feldsteinroute.

Söhne und Töchter (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ihlow (Oberbarnim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil VI – Barnim. Bearbeitet von Lieselott Enders unter Mitarbeit von Margot Beck. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 16. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-83-9, S. 249 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Informationstafel Oberbarnimer Feldsteinroute des Amtes Märkische Schweiz, Ihlow, Juni 2014.
  2. Oberbarnim, Webseite des Amtes Märkische Schweiz, abgerufen am 1. Juni 2014.
  3. Landpartie Brandenburg. Abgerufen am 2. Oktober 2017.
  4. Ihlower Lichterfest und 20 Jahre Jugendfeuerwehr Ihlow – Freiwillige Feuerwehr Ihlow (Märkisch-Oderland). Abgerufen am 2. Oktober 2017 (deutsch).

Koordinaten: 52° 37′ N, 14° 4′ O