Ikarus C42

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Ikarus C42
Ikarus C42
Ikarus C42
Typ: Ultraleichtflugzeug
Entwurfsland: Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland
Hersteller: Comco Ikarus GmbH
Erstflug: 1996
Indienststellung: 1996
Produktionszeit: Seit 1996 in Serienproduktion
Stückzahl: > 1.300

Die Ikarus C42 ist ein zweisitziges Ultraleichtflugzeug der Firma Comco Ikarus GmbH. Es wird seit 1996 hergestellt. In jedem der Jahre von 2009 bis 2014 war die C42 das in Deutschland meistverkaufte Ultraleichtflugzeug.[1][2]

Die C42 wird vor allem als Schul- und Freizeitflugzeug eingesetzt. Sie ist auch als Schleppflugzeug von Segelflugzeugen (bis 650 kg) oder Bannern und zum Absetzen von Fallschirmspringern zugelassen[3]. Versionen als Wasser- und Sprühflugzeug sind ebenfalls erhältlich.

Konstruktion[Bearbeiten]

Die Ikarus C42 ist ein abgestrebter Hochdecker und wird wahlweise durch einen 80 oder 100-PS-Vierzylinder-Viertakt-Boxermotor des Herstellers Rotax angetrieben. Die hohe Drehzahl des Motors wird über ein Reduktionsgetriebe (2,27:1/80 PS oder 2,43:1/100 PS) auf den Propeller übertragen. Das Grundgerüst der Konstruktion ist eine Aluminiumröhre, die längs durch den Rumpf verläuft. Die Kabine und der Rumpf sind aus Glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt. Die Tragflächen sind in einer Rohr-Stoff-Bauweise konstruiert. An den Tragflächenenden sind Winglets aus Carbon angebracht.

Steuerung[Bearbeiten]

Mit dem mittig zwischen den zwei Sitzen angebrachten Steuerknüppel werden die Quer- und Höhenruder betätigt. An diesem Steuerknüppel ist auch der Hebel für die Bremse angebracht. Die Trimmung des Höhenruders erfolgt wahlweise mechanisch oder elektrisch. Die Steuerung des Bugrades sowie des Seitenruders erfolgt über konventionell angeordnete Pedale. Die Motorsteuerung wird über einen Hebel zwischen den Beinen bedient. Dieser Hebel kann für bequemeres Ein- und Aussteigen umgeklappt werden. Die zweistufigen Klappen werden über einen mittig an der Decke platzierten Hebel eingerastet. Optional ist eine dreistufige elektrische Klappensteuerung erhältlich.

Eine Besonderheit ist, dass die C42 auch mit einer Behindertensteuerung ausgerüstet werden kann welche die Steuerung des Flugzeugs ohne Einsatz der Beine erlaubt.[3] Hierbei kommt eine modifizierte Gaswelle inkl. Gashebelverlängerung und ein zusätzlicher Seitenrudersteuerhebel zum Einsatz. Über diesen mit der linken Hand zu bedienenden Seitenrudersteuerhebel erfolgt die Steuerung des Seitenruders und des Bugrades.

Technische Daten[3][Bearbeiten]

C42 mit Schwimmern
C42 im Flug
Technische Parameter C42 - 80 PS C42 - 100 PS
Motor Rotax 912 Rotax 912 S
Spannweite 9,40 m
Länge 6,38 m
Höhe 2,24 m
Flügelfläche 12,5 m²
Kabinenbreite 1,20 m
Leermasse (inkl. Rettungssystem/Modell Club) ab 279 kg
Höchstzulässige Belastung + 4 g / - 2 g
Tankinhalt 1 x oder 2 x 50 l, 1 x oder 2 x 65 l
Startrollstrecke 105 m 95 m
Startstrecke gesamt - über 15 m Hindernis 245 m 215 m
Steigleistung 4,8 m/s 5,5 m/s
Reisegeschwindigkeit 130 - 170 km/h
Höchstzulässige Geschwindigkeit 216 km/h
Überziehgeschwindigkeit 65 km/h
Benzinverbrauch (im Reiseflug) 10 - 12 l/h (ca. 150 km/h) 11 - 13 l/h (ca. 160 km/h)
Reichweite ca. 800 km

Werte beziehen sich, wo relevant, auf höchstzulässige Abflugmasse von 472,5 kg.

Besonderheiten[Bearbeiten]

In Verbindung mit dem Rotax 912 ULS (74kW/100PS), bestimmten 3 Blatt Propellern und weiteren Sonderausstattungen kann die Ikarus C42 als Schleppflugzeug für Segelflugzeuge benutzt werden. Die maximale Nennbruchfestigkeit der Sollbruchstelle darf dabei nicht 300 daN übersteigen. Bannerschlepps dürfen auch mit dem kleineren Rotax 912 UL (59kW/80PS) durchgeführt werden.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Am 23. August 2015 kollidierten bei einer Flugshow in Dittingen (Schweiz) zwei in Formation fliegende Ikarus C42. Eine der Maschinen stürzte in eine Scheune, wobei der Pilot zu Tode kam. Der Pilot der anderen Maschine überlebte dank des Gesamtrettungssystems.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ikarus C42 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aerokurier Februar 2010, S.15, UL-Statistik 2009
  2. Aerokurier Februar 2015, UL-Statistik 2014
  3. a b c Comco Ikarus Flug- und Betriebshandbuch für das Ultraleicht-Flugzeug IKARUS C 42 Series (PDF; 640 kB), 1. Februar 2012, abgerufen am 30. November 2012
  4. Blick_(Zeitung): 'Drama bei Flugshow in Dittingen BL: So kam es zum Todes-Crash' (24. August 2015)