Ikawa-Linie

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Ikawa-Linie
Wendezug für Dieseltraktion mit talseitig vorgespannter Zahnrad-Elektro-Lokomotive mit deutlich höheren Wagenkasten als der Rest des Zuges
Wendezug für Dieseltraktion mit talseitig vorgespannter Zahnrad-Elektro-
Lokomotive mit deutlich höheren Wagenkasten als der Rest des Zuges
Streckenlänge:25,5 km
Spurweite:1067 mm (Kapspur)
Stromsystem:Abt Ichishiro–Nagashima Dam: 1500 V =
Maximale Neigung: 90 
Zahnstangensystem:Abt (dreilamellig)
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Ōigawa Tetsudō: Ōigawa-Hauptlinie
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0,0 Senzu (千頭駅) 298 m T.P.
Bahnhof, Station
1,1 Kawane-Ryōgoku (川根両国駅) 298 m T.P.
Strecke – geradeaus
Depot und Werkstätte
Tunnel
Tunnel
Bahnhof, Station
2,4 Sawama (沢間駅) 323 m T.P.
Brücke über Wasserlauf (groß)
Bahnhof, Station
3,9 Domoto (土本駅) 325 m T.P.
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Bahnhof, Station
5,8 Kawane-Koyama (川根小山駅) 354 m T.P.
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel
Tunnel Nr. 9 Signal (440 m)
Tunnel
Tunnel Nr. 10 Signal (393 m)
Bahnhof, Station
7,5 Okuizumi (奥泉駅) 369 m T.P.
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Brücke Ōigawa I
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Kawane-Ichishiro (川根市代駅) bis 1990
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Streckenverlauf bis 1990
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9,9 Abt Ichishiro (アプトいちしろ駅) 396 m T.P.
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Beginn Zahnstangenstrecke
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Tunnel Dai-Kajima
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Ōkashima
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Brücke Ōigawa II (137 m)
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Tunnel (293m)
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Brücke Ōigawa III
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Ende Zahnstangenstrecke
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11,4 Nagashima Dam (長島ダム駅) 485 m T.P.
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Tunnel Yosekura (293 m)
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Kawane-Karasawa
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12,6 Hiranda (ひらんだ駅) 485 m T.P.
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Tunnel Hirata (673 m)
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Tunnel Hirata
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Inuma
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Brücke Okuōi-Regenbogen
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Nagashima-Stausee
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13,9 Okuōikojō (奥大井湖上駅) 490 m T.P.
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Nagashima-Stausee
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Tunnel
Tunnel Nr. 3
Bahnhof, Station
15,5 Sessokyō-Onsen (接岨峡温泉駅) 496 m T.P.
Tunnel
Tunnel
Bahnhof, Station
17,8 Omori (尾盛駅) 526 m T.P.
Tunnel
Tunnel
Tunnel
   
Brücke Sekinosawa (100 m)
Strecke – geradeaus
Grenze Kreis Haibara-Stadtbezirk Aoi-ku, Shizuoka
Tunnel
Tunnel Nr. 5
Bahnhof, Station
20,5 Kanzō (閑蔵駅) 557 m T.P.
Tunnel
Tunnel Nr. 2 Misakubo (264 m)
   
23,4 Kamekubo bis 1971
Tunnel
Tunnel Nr. 13
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25,5 Ikawa (井川駅) 686 m T.P.
Tunnel
Tunnel
   
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26,6 Dohira bis 1971

Die Ikawa-Linie (jap. 井川線, Ikawa-sen) ist eine von der privaten Ōigawa Tetsudō (Ōigawa-Bahn) betriebene japanische Eisenbahnstrecke mit gemischtem Adhäsions- und Zahnradbetrieb, die zwischen Senzu und Ikawa in der Präfektur Shizuoka verläuft. Die Ikawa-Linie ist die einzige Zahnradbahn Japans.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nagashima-Stausee mit Okuōi-Regenbogen-Brücke und dem Halte­punkt Okuōikojō zwischen den beiden Brückenteilen

Die Ikawa-Linie wurde am 20. März 1935 von der Ōigawa-Elektrizitätgesellschaft für den Bau der flussaufwärts gelegenen Staudämme in Betrieb genommen. Die eingleisige Strecke wurde als 762-mm-Schmalspurbahn erbaut, allerdings bereits 1936 auf die in Japan mehrheitlich verbreitete Kapspur umgebaut. Weil bei der Umspurung das schmale Lichtraumprofil nicht an die neue Spurweite angepasst wurde, verkehrt auf der Ikawa-Linie spezielles Rollmaterial mit schmalen Wagenkästen von 2,1 Meter Breite. Der Bahnbetrieb ging 1959 an die eigenständige Bahnunternehmung Ōigawa Tetsudō über, die den Personenverkehr aufnahm. Eigentümerin der Strecke ist nach wie vor die Chubu Elektrizitätsgesellschaft.

Durch den Bau des Nagashima-Staudamms im Jahr 1990 musste ein Abschnitt der Ikawa-Linie verlegt werden, da der Ōigawa, dem sie bis dahin folgte, aufgestaut wurde. Da zwischen den Bahnhöfen Abt Ichishiro und Nagashima Dam die Strecke nicht mehr entlang des Ōigawa verlaufen konnte, war der Bau einer neuen Trasse mit mehreren Tunnels nötig. Dadurch verkürzte sich die Strecke und die Steigung vergrößerte sich auf 90 ‰, so dass der 1,5 Kilometer lange Streckenabschnitt elektrifiziert und mit Zahnstange ausgestattet wurde.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kurvenreiche Ikawa-Linie führt dem Fluss Ōigawa entlang, wobei ein Drittel der Strecke durch Tunnels und über Brücken führt. Die Linie verläuft durch nahezu unbesiedeltes Berggebiet. Zwischen Omori und Kanzō befindet mit dem 71 Meter hohen Sekinosawa-Viadukt die höchste Eisenbahnbrücke Japans. Die meisten Passagiere sind Touristen, die eines der Thermalbäder entlang der Strecke besuchen, oder Wanderer auf dem Weg zu den Gipfeln des Akaishi-Gebirges. Die abgelegene Endstation Ikawa auf 686 m Meereshöhe liegt bereits auf dem Territorium der am Meer gelegenen Großstadt Shizuoka.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Personenzüge sind als Wendezüge mit talseitig eingeordneter Diesellokomotive der Baureihe DD20 formiert und verkehren durchgehend zwischen Senzu und Ikawa. Die Zahl der Zwischenwagen hängt vom Verkehrsaufkommen ab. Bei sehr starker Nachfrage kommt entweder eine zusätzliche Diesellokomotive talseitig oder als Zwischenlokomotive zum Einsatz oder zwei Wendezüge verkehren in Doppeltraktion. Zur Überwindung des Zahnstangenabschnitts wird in Abt Ichishiro hinter der dieselhydraulischen Adhäsionslokomotive eine elektrische Zahnradlokomotive des Typs ED 90 angekuppelt, die bis Nagashima Dam am Zug bleibt.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahnstange[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleis der Ikawa-Linie mit drei­lamelliger Zahnstange System Abt
Zahnstangeneinfahrt System Abt mit zusätzlichem Beschleunigungs­balken (rechts) in Abt Ichishiro

Beim Neubau des 90 ‰ steilen und 1,5 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Abt Ichishiro und Nagashima Dam im Jahr 1990 wurde das Gleis mit der dreilamelligen Abt-Zahnstange ausgestattet, die im Gegensatz zur zweilamelligen Zahnstange System Abt nur selten verwendet wird, in Japan aber von der früheren Zahnradbahn über den Usui-Pass her bekannt ist. Ansonsten wird sie heute nur noch auf Strecke Santos–Jundiaí in Brasilien verwendet, wo der japanische Hersteller Hitachi in den Jahren 1972 bis 1990 14 Zahnradlokomotiven liefern konnte.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diesellokomotiven DB 1 und DD 10[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traktor Baureihe DB 1 Nr. 8
(1936–1938 erbaut, Achsfolge B, 8,3 t Dienstmasse, 85 PS, 20 km/h)
Diesellokomotive DD 107
(1954–1960 erbaut, Achsfolge B'B', 35,0 t Dienstmasse, 2 × 175–225 PS)

Bei der Aufnahme der Personenverkehrs im Jahr 1959 reichte in der Nebensaison für de Transport der Fahrgäste ein oder zwei Personenwagen aus, die von einem Dieseltraktor des Typs DB 1 befördert wurden. Bei großem Andrang kamen bis zu zehn Personenwagen und eine dieselhydraulische Lokomotive der Baureihe DD 10 zum Einsatz. Die Motoren der 1954 bis 1960 erbauten Diesellokomotiven waren jedoch unterhaltsaufwendig und der Mittelführerstand bot auf der kurvenreichen Ikawa-Linie nur schlechte Sichtverhältnisse.

Diesellokomotiven DD 20[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotiven der
Ikawa-Linie
DD 20 ED 90
Nummerierung: DD 201–206 ED 901–903
Hersteller: Nippon Sharyo Hitachi
Indienststellung: 1982–1986 1989
Achsfolge: B'B' B0z' B0z'
Spurweite: 1067 mm (Kapspur)
Länge über Kupplung: 8700 mm 14 020 mm
Höhe: 2691 mm[1] 3860 mm
Breite: 1848 mm 2060 mm
Dienstmasse: 20,0 t 56,0 t
Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
Zahnradsystem: Abt (3 Lamellen)
Stromsystem: 1500 V =
Anzahl der Motoren: 1 (Diesel) 4 Adhäsion (je 53 kW)
2 Zahnrad (je 175 kW)
Motorentyp: Cummins NT-855L
von Komatsu
Installierte Leistung: 335 PS
Nenndrehzahl: 2100 U/min
Leistungsübertragung: hydraulisch
von Niigata Tekkosho
Diesellokomotive DD 202 in Nagashima-Dam

Als im Zusammenhang mit dem Bau des Nagashima-Staudamms entschieden wurde, den Betrieb der Ikawa-Linie weiterzuführen, wurden neue Lokomotiven der Baureihe DD 20 mit Cummins-Dieselmotor bestellt. Sie waren die ersten japanischen Triebfahrzeuge mit von einem amerikanischen Hersteller konzipierten Dieselmotor.

Nach drei Jahren Entwicklungszeit wurden die Rahmenlokomotiven 1982 bis 1986 abgeliefert. Die DD 20 haben einen Wagenkasten aus Stahl mit zwei Endführerständen und sind mit Wendezugsteuerung und Mehrfachtraktionssteuerung ausgestattet. Der von Komatsu hergestellte Dieselmotor mit Abgasturbolader leistet 335 PS und treibt über einen Drehmomentwandler und ein schaltbares Getriebe mit zwei Gängen die vier Achsen an.

Namen der Lokomotiven

Nr. Name Bedeutung
DD 201 Rothorn Bergstation der Partnerbahn in der Schweiz
DD 202 Ikawa Endpunkt der Ikawa-Linie
DD 203 Brienz Ausgangsort der Schweizer Partnerbahn
DD 204 Sumata Aussichtspunkt in der Präfektur Shizuoka im Akaishi-Gebirge
DD 205 Akaishi Berg (3120 m T.P.) an der Grenze der Präfekturen Shizuoka und Nagano
DD 206 Hijiri Berg (3013 m T.P.) in der Präfektur Nagano

Elektrische Zahnradlokomotiven ED 90[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elektrische Zahnradlokomotive ED 903 in Abt Ichishiro
Unterschiedliche Warnvorrichtungen auf der ED (links), 902 (Mitte) und 903

Für den 1990 in Betrieb genommen Zahnstangenabschnitt wurden bei Hitachi drei elektrische Lokomotiven der Baureihe ED 90 mit getrennten Zahnrad- und Adhäsionsantriebe beschafft. Zwei der insgesamt sechs Elektromotoren treiben die Triebzahnräder an. Die anderen vier dienen dem Antrieb der vier Treibachsen, die auf dem Zahnstangenabschnitt den Zahnradantrieb unterstützen. Die Steuerung der Fahrmotoren erfolgt über Anfahrwiderstände.

Die nur zwischen Abt Ichishiro und Nagashima Dam eingesetzten Maschinen weisen einen höheren Fahrzeugquerschnitt auf als die auf der gesamten Ikawa-Linie verkehrenden Fahrzeuge. Um für größere Unterhaltsarbeiten eine Überführung in die Werkstätte Kawane-Ryōgoku zu vermeiden, ist das Depot Abt Ichishiro mit Hebebühne und Laufkran ausgestattet.

Wie bei Zahnradtriebfahrzeugen üblich sind die Lokomotiven mit einer Geschwindigkeitsüberwachung ausgerüstet, die bei 19 km/h eine Schnellbremsung auslöst. Auf Seite I befinden sich unterschiedliche Warnanlagen. Während auf der ED 901 die Pfeife einer Lokomotivpfeife einer Schweizer Ae 4/7 montiert ist, befindet sich auf der ED 902 eine aus Deutschland stammende und auf der ED 903 eine japanische Warnvorrichtung.

Personen- und Güterwagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das schmale Lichtraumprofil führt auch beim Wagenpark zu einigen Besonderheiten:

Varia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ōigawa Tetsudō, die Betreiberin der Ikawa-Linie, pflegt seit 1997 eine Partnerschaft mit der Brienz-Rothorn-Bahn, die in der Schweiz eine Zahnradbahn ebenfalls mit dem System Abt betreibt.[2]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 私鉄の車両14 大井川鉄道. Privatbahn-Triebfahrzeuge: 14 Ōigawa Tetsudō. Kodo-Verlag (japanisch)
  • 大井川鐵道井川線. Ikawa-Linie der Ōigawa Tetsudō. Neko-Verlag, RM Library 96 (japanisch)
  • 日本鉄道旅行地図帳. Japanischer Eisenbahnatlas. Shinchosha-Verlag, Band 7 Tōkai (japanisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ikawa-Linie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abt Line's main diesel locomotive. Typenblatt der Betreiberin Ōigawa Tetsudō, abgerufen am 1. November 2017 (englisch)
  2. Vom Brienzer Rothorn zum Fujiyama. In: Jungfrau Zeitung vom 13. Juni 2007