Ikke Hüftgold

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ikke Hüftgold (2018)

Ikke Hüftgold (* 17. September 1976[1] in Limburg an der Lahn; bürgerlich Matthias Distel)[2] ist ein deutscher Partyschlagersänger, Musikproduzent, Songwriter, Hörspielautor und Unternehmer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthias Distel ohne Perücke (2018)

Matthias Distel stammt aus dem Limburger Stadtteil Eschhofen. Er machte 1996 in Limburg an der Lahn das Abitur, absolvierte 1996 dann seinen Zivildienst in der Altenpflege und begann zu studieren, bevor er mit einem Partner in seiner Heimatstadt einen Gartenbaubetrieb aufbaute. Er brachte sich autodidaktisch das Spielen mehrerer Instrumente bei und war von 1993 bis 2006 Frontmann diverser Rockbands (u. a. Scarabäus,[3] Marius). Von 2007 an schrieb und produzierte er Kinderhörspiele, bis er aufgrund einer verlorenen Wette sein Talent für Partyschlager entdeckte.[4]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seiner ersten Single unter seinem Alter Ego Ikke Hüftgold Saufen ist Scheiße, doch wir machen’s trotzdem gelang ihm der Sprung nach Mallorca, und er absolvierte dort 2009 seinen ersten Auftritt im Bierkönig. Dort wurde er schnell zur Kultfigur, absolvierte jährlich über 150 Auftritte auf Mallorca und im deutschsprachigen Europa. Auf Mallorca war er zwischenzeitlich der meistgebuchte deutsche männliche Künstler mit drei Auftritten in der Woche.

Seine Markenzeichen sind eine schwarze Perücke,[5] ein Trainingsanzug und sein erhobener Mittelfinger beim Betreten der Bühne. Diese Geste wird vom Publikum erwidert. Distel bezeichnet seine Figur Ikke Hüftgold selbst als Satirefigur.[6] Im Jahre 2014 gelang ihm mit Dicke Titten, Kartoffelsalat der Durchbruch. Der Titel wurde zum Ballermann-Hit.

Als Songwriter und Produzent für Sänger wie Willi Herren, Jürgen Milski, Mia Julia, Menderes Bağcı, Hans Entertainment, Carsten Spengemann, Thomas Anders, Jörg und Dragan (Die Autohändler), Killermichel und Lorenz Büffel gehört er seitdem gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Dominik de Leon zu den erfolgreichsten Partyschlagerproduzenten Deutschlands. Dafür gründeten sie das Unternehmen Summerfield Group, zu dem unter anderem das Musiklabel Summerfield Records gehört und bei dem er einer der Geschäftsführer ist.[7][8][9] 2015 und 2016 kamen die Partyschlagerhits des Jahres auch von den beiden (Mia Julia – Mallorca, da bin ich daheim / Lorenz Büffel – Johnny Däpp). Für letzteren bekam Hüftgold 2020 eine Platin-Schallplatte, womit Johnny Däpp zu den meistverkauften deutschsprachigen Schlagern seit 1975 in Deutschland zählt.

Im Jahre 2012 gewann er den Ballermann-Award in der Kategorie „Bester Newcomer“. 2014 stieg er zusammen mit Willi Herren mit dem Titel So gehn die Gauchos (So gehn die Deutschen) zum ersten Mal in die deutschen Singlecharts ein. Die Fußballnationalmannschaft hatte das Lied nach dem Gewinn des Weltmeistertitels gegen Argentinien bei der Rückkehrfeier in Berlin gesungen. Es basiert auf dem Kinderlied Ich kenne einen Cowboy.[10]

Im Jahre 2016 ließ Hüftgold aus Protest gegen ein am Strand von Palma verhängtes Alkoholverbot 4.000 Dosen Freibier verteilen. Nachdem es daraufhin zu einer Dosenbierschlacht gekommen war, erhielt Hüftgold ein Auftrittsverbot im Bierkönig.[11]

2017 sorgte sein Song Urensohn für große öffentliche Aufmerksamkeit. Der im Refrain dargebotene Text „Imo Erner ist kein Urensohn“ ist eine unmissverständliche Anspielung auf bereits zuvor verbreitete Schmähgesänge gegen den deutschen Fußball-Nationalspieler Timo Werner.[12] Obwohl der Text aus rein formaler Sicht diesen Schmähgesängen widerspricht („… ist kein …“), wurde Ikke Hüftgold von zahlreichen Medien vorgeworfen, mit seinem Song eine weitere Verbreitung der Schmähgesänge gegen Werner bewusst in Kauf zu nehmen oder gar zu beabsichtigen. Ikke Hüftgold widersprach diesen Vorwürfen: Er betonte den Satirecharakter des Songs und versicherte, er habe Werner damit sogar in Schutz nehmen wollen.[13][14][15]

2018 nahm er zusammen mit Ingo ohne Flamingo das Duett Schon wieder besoffen auf. Im selben Jahr erklärte er Bulgarien zu der neuen Partyhochburg und trat am dortigen Goldstrand mit zahlreichen Künstlern seines Labels auf.[16]

Im Februar 2021 gab Distel bekannt, dass er bis auf weiteres nicht mehr als Ikke Hüftgold auftreten werde, um sich auf eine Karriere als Rockmusiker unter seinem bürgerlichen Namen konzentrieren zu können. Er begründet diesen Schritt damit, endlich die Musik machen zu wollen, die ihm ursprünglich am Herzen liege.[17] Im Mai 2021 veröffentlichte er mit Ich schwanke noch einen neuen Schlager als Ikke Hüftgold. Die Idee zum Song stammt vom Comedian Dave Davis.

Am 24. Mai 2021 veröffentlichte Distel ein Video via Social Media, in dem er detailliert Probleme bei den Dreharbeiten zu der Sat.1-TV-Show Plötzlich arm, plötzlich reich schilderte.[18] Distel gab in dem Video an, es seien von der Redaktion der von Sat.1 beauftragten Imago TV GmbH wissentlich schwer misshandelte und traumatisierte Kinder für die Dreharbeiten ausgewählt worden. Der Dreh sei sodann trotz seiner Interventionen zunächst nicht abgebrochen worden. Geschäftsführende Gesellschafterin der Imago TV GmbH ist Andrea Schönhuber,[19] die Tochter von Franz Schönhuber. Er gab zudem an, er habe sich trotz Bemühungen, den Vorfall innerhalb der TV-Produktion zu klären, bewusst für eine öffentliche Aufmerksamkeit auf den Vorfall entschieden.[20] Andrea Schönhuber wehrte sich im Nachgang zu der Veröffentlichung von Distel gegen Teile der Vorwürfe.[21] Am 27. Mai 2021 wurde bekannt, dass Distel sich für die Erstattung einer Strafanzeige gegen die Imago TV und den Fernsehsender Sat.1 entschieden hat.[22]

Am 26. November 2021 veröffentlichte Distel zusammen mit Felix Lobrecht und Tommi Schmitt, als fiktives Ballermann-Duo Die Sacknähte, den Song Unten kommt die Gurke rein, der auf Tonspuren von Lobrechts und Schmitts gemeinsamen Podcasts Gemischtes Hack basiert. Die Einnahmen aus der Veröffentlichung sollen für die Seenotrettung im Mittelmeer gespendet werden.[23]

Sein Label Summerfield Records produzierte das Lied Layla, das im Jahr 2022 als erstes Ballermann-Lied Platz eins der deutschen Singlecharts erreichte. Er wird in Medien als Produzent des Songs bezeichnet, obwohl nach eigenen Aussagen das Label den Song produziert hat.[24]

Fernsehauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2020 nahm er an der 8. Staffel von Promi Big Brother teil und belegte dort den 4. Platz.[25] Als Künstler und Musikexperte steht Hüftgold unter anderem regelmäßig für Explosiv – Das Magazin auf RTL, Akte auf Sat.1 und taff auf ProSieben vor der Kamera.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Distel ist von seiner Frau geschieden, mit der er zwei Kinder hat.[26][27]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[28]
So gehn die Gauchos (so gehn die Deutschen) (vs. Willi Herren)
  DE 99 08.08.2014 (1 Wo.)
Eine Muh, eine Mäh (mit Udo Mc Muff & Kreisligalegende)
  DE 53 25.12.2020 (1 Wo.)
Unten kommt die Gurke rein (Die Sacknähte feat. Ikke Hüftgold)
  DE 48 03.12.2021 (1 Wo.)
Ich schwanke noch
  DE 71 24.06.2022 (7 Wo.)

Alben

  • Ballerpunk (2016)
  • Dicke Hits und Kartoffelsalat aus dem Märchenland (2020)

Singles

  • Fußballgötter / Ikke Hüftgold feat. Hepatitis (2010)
  • Wir wollen feiern (… wohohohohoho) / Ikke Hüftgold und DJ Düse (2011)
  • Pik Pik Pik (Finger in den A…) (2011)
  • Brigütte – Komm mit mir in die Hütte (2011)
  • Bongiorno / Ikke Hüftgold, Peter Wackel (2012)
  • Ich will Sex mit dir Carmen / Ikke Hüftgold und Lorenz Büffel (2012)
  • Der Mickie Krause Song (2013)
  • Der gecoverte Coversong (2013)
  • Dicke Titten, Kartoffelsalat (2014)
  • So gehn die Gauchos (So gehn die Deutschen) / Ikke Hüftgold und Willi Herren (2014)
  • Salz auf die Eier / Ikke Hüftgold feat. Carsten Spengemann
  • Leck die Tussy / Ikke Hüftgold und DJ Düse (2015)
  • Wenn ich wieder nüchtern bin (2015)
  • Hose runter! / Ikke Hüftgold und Sandy Sahne (2015)
  • Quellkartoffel & Dupp Dupp (2015)
  • Dicke Titten, Kartoffelsalat (feat. Volksmetal) (2016)
  • Wir sind Mallorca / Mia Julia & Ikke Hüftgold (2016)
  • Wir sind der Ballermann / Mia Julia & Ikke Hüftgold (2016)
  • Wir sind der Bierkönig / Mia Julia & Ikke Hüftgold (2016)
  • Vor, zurück / Ikke Hüftgold & Willi Herren (2016)
  • So gehn die Deutschen (So gehen die Holländer: EM 2016 Mix) / Willi Herren vs. Ikke Hüftgold (2016)
  • So wie in alten Tagen / Ikke Hüftgold und Rick Arena (2016)
  • Huuh (2016)
  • Alle Blau (2016)
  • Don’t Take Me Home (2017)
  • Urensohn (2017)
  • Modeste Song / Ikke Hüftgold & VFL Eschhofen feat. Kreisligalegende (2017)
  • Schon wieder besoffen / Ikke Hüftgold und Ingo ohne Flamingo (2018)
  • Wir sind Weltmeister (Im Saufen) (2018)
  • Alle Blau (Bella Ciao) / Ikke Hüftgold & Honk! (2018)
  • Ihr könnt Euch einfach mal / Ikke Hüftgold feat. Basti Trailerpark (2018)
  • Berti Bums Birne / Ikke Hüftgold und Lorenz Büffel (2018)
  • Wir sind wieder da / Lorenz Büffel & Ikke Hüftgold (2018)
  • Wir fahr’n gern zu den Tschechen (Kreisligalegende, Ikke Hüftgold)
  • Reiss den Hahn auf (Kein Problem) / Ikke Hüftgold & Don Francis (2019)
  • Asamoah / Ikke Hüftgold & Lorenz Büffel
  • Eine Liebe / Mallorca Allstars (Isi Glück, Ikke Hüftgold, Almklausi, Lorenz Büffel, Carolina & HONK!)
  • Wo ist das Paracetamol[29] (Ikke Hüftgold, Gebroeders Ko)
  • Pegelstufe 10 (Julian Benz, Ikke Hüftgold)
  • Ich schwanke noch (2021)
  • Lewandowski Song (mit Kreisligalegende) (2021)
  • Hey Mallorca (Wir sind da) (2021)
  • Unten kommt die Gurke rein (mit Die Sacknähte) (2021)
  • Lied mit gutem Text (2022)

Coversongs

als Matthias Distel[30]

  • 2020: Ich bin verliebt
  • 2021: Freak
  • 2021: Weit Weg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ikke Hüftgold – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Promi Big Brother – Ikke Hüftgold. 13. Juli 2020, abgerufen am 23. August 2020.
  2. Neues von Ikke Hüftgold (Memento vom 3. Februar 2015 im Internet Archive), Nassauische Neue Presse, 12. März 2012
  3. Scarabaeus (4). Abgerufen am 22. Oktober 2022.
  4. Matthias Distel alias “Ikke Hüftgold”. 31. August 2018, abgerufen am 22. Oktober 2022.
  5. Ikke Hüftgold nimmt die Perücke ab - warum dieser Schritt ihn zum Favoriten macht. Abgerufen am 22. Oktober 2022.
  6. Matthias Distel: Ich bin Ikke Hüftgold. 11. Dezember 2018, abgerufen am 11. Dezember 2018.
  7. Impressum. In: Summerfield Management. Abgerufen am 8. August 2022 (deutsch).
  8. Summerfield Booking – Das Unternehmen. Abgerufen am 30. Juli 2022.
  9. mittelrheinland: Wenn dem Partyschlager plötzlich Millionen-Umsätze fehlen. In: Unternehmermagazin mittelrheinland. 25. Juni 2020, abgerufen am 8. August 2022 (deutsch).
  10. “Gaucho-Song”: Willi Herren und Ikke Hüftgold haben einen neuen Party-Hit, klatsch-tratsch.de, 19. Juli 2014
  11. Urlaub mit den Deutschen. Abgerufen am 26. April 2019.
  12. Der Umgang mit Timo Werner ist entwürdigend, welt.de, 10. Januar 2017
  13. Er macht aus Timo Werner „imo erner urensohn“, welt.de, 19. Mai 2017
  14. Ballermann-Sänger verhöhnt Werner, sport1.de, 19. Mai 2017
  15. Ikke Hüftgold würde Timo Werner gerne ein Bier ausgeben, rp-online.de, 12. Juni 2017
  16. Mathias Fiedler: Urlaub mit den Deutschen. Abgerufen am 7. Januar 2021.
  17. Katrin Voigt: Ikke Hüftgold: Er beendet seine Karriere! In: schlager.de. 14. Februar 2021, abgerufen am 18. Februar 2021.
  18. Ikke Hüftgold on Facebook Watch. Abgerufen am 27. Mai 2021 (englisch).
  19. DWDL de GmbH: Produktionsfirma Imago TV stellt Führungsteam neu auf. Abgerufen am 27. Mai 2021 (englisch).
  20. n-tv NACHRICHTEN: Ikke Hüftgold bricht Sat.1-Dreh ab. Abgerufen am 27. Mai 2021.
  21. DWDL de GmbH: „Plötzlich arm, plötzlich reich“: Vorwürfe gegen Sat.1 und Imago TV. Abgerufen am 27. Mai 2021 (englisch).
  22. Nora Gantenbrink, Isabel Metzger, DER SPIEGEL: »Plötzlich arm, plötzlich reich«: Ikke Hüftgold erstattet Anzeige gegen Imago TV und Sat.1. Abgerufen am 27. Mai 2021.
  23. Ikke Hüftgold: SO wurde aus der Schnapsidee eine ernste Sache. In: Schlager.de. Abgerufen am 26. November 2021 (deutsch).
  24. „Layla“: Da hört der Spaß auf! In: ZEIT Online. Die Zeit, abgerufen am 30. Juli 2022.
  25. Alle Infos zum "PBB"-Publikumsliebling. Abgerufen am 28. August 2020.
  26. Abendzeitung Germany: Ikke Hüftgold: Ist er wieder mit seiner Ex-Freundin zusammen? 5. Februar 2021, abgerufen am 25. April 2022.
  27. Ikke Hüftgold: Wie der Schlagersänger im normalen Leben ist. Abgerufen am 25. April 2022.
  28. Charts DE
  29. Ikke Hüftgold und Gebroeders Ko: Wo ist das Paracetamol. Abgerufen am 22. Juli 2020.
  30. Matthias Distel. Abgerufen am 19. Juni 2021.