Ikonen-Museum (Frankfurt am Main)

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Das Ikonen-Museum im Deutschordenshaus

Das Ikonen-Museum der Stadt Frankfurt zeigt sakrale Kunst des orthodoxen Christentums und Ausstellungen zu Themen der Bildlichkeit. Es befindet sich im Deutschordenshaus und bildet den östlichen Abschluss des Museumsufers. Formell ist das Museum eine Dependance des Museums für Angewandte Kunst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988 stiftete der Königsteiner Arzt Jörgen Schmidt-Voigt eine Sammlung von 800 Ikonen der Stadt Frankfurt, die anschließend mit der Planung des Museums begann. Umgesetzt wurde der Entwurf des Architekten Oswald Mathias Ungers. Die aus dem 16. bis 19. Jahrhundert stammende Sammlung wurde allmählich durch systematische Ankäufe, Leihgaben oder Schenkungen auf über 1000 Exponate erweitert. Aus der Ikonensammlung des Museums für Byzantinische Kunst in Berlin erhielt das Ikonen-Museum 1999 zusätzlich 82 postbyzantinische Ikonen als Dauerleihgabe.[1] Eine markante Ergänzung stellt eine Sammlung äthiopischer Ikonen, Kreuze und liturgischer Geräte aus dem Besitz der Frankfurter Sammlerin Maritta von Miller dar.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gezeigt werden Werke berühmter Ikonenmaler, darunter die „Höllenfahrt Christi“ (1885) von Michail Miljutin, die „Verkündigung“ (1640) von Emanuel Tzanes und die „Kreuzabnahme“ (um 1530) von Angelo Bissamano. Weiterhin auch Werke der sakralen Kunst aus der „Schöne Ecke“ aus dem privaten Bereich, mit Ikonen aus dem Nordosten Europas bis in den Nahen Osten. Neben Ikonen befinden sich Kirchengerät und Handschriften in der Sammlung des Museums. Eine Dauerleihgabe äthiopischer Kreuze, Ikonen und Handschriften gibt Einblick in diese altorientalische Kirche.

Sonderausstellungen ab 2002 (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Der Glanz des christlichen Orients“, 2002. Ikonen aus Syrien und dem Libanon. In Kooperation mit dem Dommuseum Frankfurt. Anschließend wurde die Ausstellung im Institut du Monde Arabe in Paris gezeigt.
  • „Großmächtiges Nowgorod“, 2003 zur Frankfurter Buchmesse. Ikonen, Kirchengerät und -schmuck aus der reichen Handelsstadt Nowgorod des 14. – 19. Jahrhunderts. In Kooperation mit dem Dommuseum Frankfurt.
  • „Als Chagall das Fliegen lernte“, 2003. Über den Einfluss der russischen Ikonen und Volksbilderbögen (Lubok), auf die Russische Avantgarde. Anschließend wurde die Ausstellung im Staatlichen Museum für Zeitgenössische Kunst in Thessaloniki gezeigt.
  • „… von der Hand deines Dieners …“, Christliche Ikonen der Arabischen Welt, 2004 zur Frankfurter Buchmesse. Ikonen aus Syrien, dem Libanon und dem Koptischen Museum in Kairo, Ägypten.
  • „Unter deinen Schutz …“, Ikonen des 15. – 18. Jahrhunderts aus den polnischen Karpaten, 2005.
  • „Fußball und Religion“, Ausstellung zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.
  • „Steh auf und geh nach Süden …“, 2000 Jahre Christentum in Äthiopien.
  • „Feuer und Geist“, Ikonen aus dem Bulgarischen Patriarchat, 2008.
  • „700 Jahre Deutschordenskirche in Frankfurt“, Ausstellung zur Deutschordenskirche und zum Deutschen Orden, 2009.
  • Im Jahr 2010 wurde die provokante Ausstellung „Die Ikone Marilyn Monroe“ gezeigt, welche sich dem Thema der „Medienikone“ widmete.
  • „Unbekanntes Russland“, signierte und datierte Ikonen aus den Altgläubigenwerkstätten in Vetka, Nev´jansk, Guslicy und der Brüder Frolov am Peipussee, 2010. Ein Versuch der Einordnung.
  • „Endzeit! Vorstellungen von Apokalypse und Endgericht auf Ikonen“, 2012. Die Ausstellung schlug einen Bogen von der Vertreibung aus dem Paradies, der Höllenfahrt Christi und Erlösung der Menschheit, dem Jüngsten Gericht bis hin zum Glaubensbekenntnis und den Salomonischen Versen zur Göttlichen Weisheit.
  • „Farben der Heiligkeit“, Ikonen des 15. bis 19. Jahrhunderts aus dem Andrej-Rubljew-Museum in Moskau, 2013. In Kooperation mit dem Dommuseum Frankfurt und dem Catharijnekonvent in Utrecht.
  • „Winterheilige“, Darstellungen und Geschichten der Heiligen von November 2013 bis März 2014. In Kooperation mit dem Dommuseum Frankfurt und dem Ikonenmuseum Kampen/Niederlande.
  • „25 Jahre Ikonen-Museum und seine Freunde“ zum 25-jährigen Jubiläum des Ikonen-Museum Frankfurt, 2015.
  • „Krakauer Weihnachtskrippen“, 2016/2017.[2]
  • „Liebe, Glanz und Untergang. Die hessischen Prinzessinnen in der russischen Geschichte“, 2017/2018. Katalog.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ikonen-Museum (Frankfurt am Main) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Shirin Sojitrawalla: Umwerfend schlicht und schnickschnacklos. Das Ikonenmuseum in Frankfurt am Main (= Der ZEIT-Museumsführer, Folge 82). In: Die Zeit vom 2. Dezember 2010, S. 61.
  2. Prunkvoll, leuchtend, farbenfroh in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 25. Dezember 2016, Seite R5.

Koordinaten: 50° 6′ 24,4″ N, 8° 41′ 16,9″ O