Il Bellerofonte

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Operndaten
Titel: Il Bellerofonte
Mysliveček - Il Bellerofonte - title page of the libretto, Naples 1767.png

Titelblatt des Librettos, Neapel 1767

Form: Opera seria in drei Akten
Originalsprache: Italienisch
Musik: Josef Mysliveček
Libretto: Giuseppe Bonecchi
Uraufführung: 20. Januar 1767
Ort der Uraufführung: Teatro San Carlo, Neapel
Spieldauer: ca. 3 Stunden[1]
Ort und Zeit der Handlung: die Hauptstadt von Lykien und deren Umgebung
Personen
  • Ariobate, König von Lykien (Tenor)[2]
  • Argene, seine Tochter (Sopran)
  • Bellerofonte/Bellerophon, Prinz von Korinth (Sopran)
  • Briseide, kretische Edeldame, Gefangene von Ariobate (Sopran)
  • Diomede, Fürst des Reichs von Lykien, später General der Armee in Kreta und Geliebter Biseides (Tenor)
  • Atamante, weiterer Fürst des Reichs von Lykien und General der Armee Ariobates (Tenor)
  • Minerva

Il Bellerofonte ist eine italienischsprachige Opera seria des tschechischen Komponisten Josef Mysliveček, basierend auf der griechischen Legende des Bellerophon. Das Libretto stammt von Giuseppe Bonecchi. Die Uraufführung fand am 20. Januar 1767 im Teatro San Carlo in Neapel statt.

Werkgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Il Bellerofonte ist Myslivečeks zweite Oper. Er nutzte ein älteres Libretto von Giuseppe Bonecchi, das erstmals am 28. Dezember 1750 in einer Vertonung von Francesco Araja am Hof in Sankt Petersburg zur Aufführung gekommen war.[3]

Myslivečeks Vertonung hatte ihre Uraufführung am 20. Januar 1767 im Teatro San Carlo in Neapel. Es sangen Anton Raaff (Ariobate), Caterina Gabrielli (Argene), Ferdinando Mazzanti (Bellerofonte), Francesca Gabrielli (Briseide), Angelo Monanni (Diomede), Giuseppe Coppola (Atamante) und Giuseppe Benigni (Minerva). Die Bühnenbilder stammten von Antonio Jolli. Für die Kampfszenen war Pietro Capone zuständig. Die Tänze wurden von Gennaro Magri choreografiert.[4]

Titelblatt des Librettos, Siena 1767

Die Aufführung war der erste große und nachhaltige Erfolg Myslivečeks.[5] Er stellt mit dieser Oper erstmals in Neapel einen neuen Operntyp vor, der aus einer Kombination von italienischen und französischen Elementen bestand. Zu dem italienischen Text kamen die in Frankreich gebräuchlichen Chöre, Tänze und Maschineneffekte wie Blitz und Donner und der abschließende Auftritt der Göttin Minerva als Dea ex machina.[6]

Noch im selben Jahr gab es weitere Aufführungen im königlichen Theater in Prag und im Teatro dell’Accademia degli Intronati in Siena.[7]

Aufnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Il Bellerofonte (Mysliveček) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dauer der Aufnahme von Zoltán Peskó.
  2. Rollen nach dem Libretto; Stimmlagen nach der CD von Zoltán Peskó.
  3. Francesco Araia (Il Bellerofonte) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 16. Juli 2022.
  4. Datensatz der Uraufführung vom 20. Januar 1767 im Teatro San Carlo in Neapel im Corago-Informationssystem der Universität Bologna.
  5. Helena Havlíková: Il gran Tamerlano. In: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Band 4: Werke. Massine–Piccinni. Piper, München/Zürich 1991, ISBN 3-492-02414-9, S. 387.
  6. Lois Rosow, Marita P. McClymonds: Bellerophon. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich).
  7. Josef Myslivecek (Il Bellerofonte) im Corago-Informationssystem der Universität Bologna, abgerufen am 16. Juli 2022.
  8. Josef Myslivecek. In: Andreas Ommer: Verzeichnis aller Operngesamtaufnahmen (= Zeno.org. Band 20). Directmedia, Berlin 2005, S. 11896.